Die Sieger-Videos vom 7. Berliner Science Slam

Rechtzeitig zu Weihnachten möchte ich noch die Videos des Siegers vom 7. Berliner Science Slam nachreichen sowie die Präsentation des Zweitplatierten und Drittplatzierten: Diesmal haben eindeutig die Nerds abgeräumt!

Kilian Oberleithner hat den 7. Science Slam Berlin am Nikolaustag im SO36 gewonnen! Sein Thema war: "Strömungen: Die Suche nach der Ordnung im Chaos."

Ein Slam, der mir gut gefallen hat und der vor allem auch durch gute Graphiken und kleine Video-schnipsel überzeugt hat, die – das weiß ich aus eigener Erfahrung – eine Menge Arbeit machen. Herzlichen Glückwunsch noch mal an dieser Stelle! 

Den zweiten Platz habe ich selbst belegt mit dem Thema "Schönheitskriterien unter Hühnern.".

Ebenfalls einen respektablen Slam legte Tim Peters hin mit seinem Thema: "Göttersprache – Der Arzt und sein Patient.".

Insgesamt war ich überrascht, wie gut die neue location nach einem Wechsel vom Edelweiß ins SO36 vom Publikum angenommen wurde. Bei etwa 500 Besuchern, herrschte die bei einem Slam übliche Partystimmung und allein die Party, die wir danach mit den anderen und auch vielen neuen Nerds gemacht haben, ist für mich ein guter Grund, noch einmal mitzumachen. 

Angenehmer Nebeneffekt: Mit Kilian werde ich wohl im Januar ein neues Projekt an der TU Berlin über Random Matrix Theory starten. Schön, wenn man Wissenschaft und life style durch Science Slam so verbinden kann.

Der einzige Wermutstropfen an diesem Abend war der Verlust der Slammer-couch aus dem Edelweiß. Aber ich denke, die Veranstalter werden diesen Mangel bald beheben.

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das blog: Es gibt Ideen und Konzepte philosophischer Provenienz, die unser Verständnis von der Welt, auf die wir beschränkt sind, konstituieren: Aristoteles z.B. war der erste, der auf die Idee kam, Fragen nach der Identität von Gegenständen systematisch dadurch zu beantworten, daß er die Mengen der Eigenschaften dieser Gegenstände abglich. Heute scheint uns seine Idee so selbstverständlich zu sein, daß uns das Theoretische an ihr kaum einleuchten will. Doch wie würde unsere Physik, die Wechsel- wirkungen zwischen verschiedenen Teilchen in Termen von Eigenschaften dieser Teilchen analysiert, ohne Aristoteles Idee wohl heute aussehen? Ganz analog gibt es viele Fragen nach den Folgen neu aufkommender naturwissenschaftlicher Erkenntnisse für unser Selbstverständnis als Personen z.B.: 1) ''Haben wir wirklich einen freien Willen oder müssen wir uns angesichts der Tatsache, daß mentale Aktivität einen physiologischen Träger zu haben scheint, damit begnügen, im übertragenen Sinne nur Gast im eigenen Haus zu sein?'' 2) ''Wenn Bewußtsein durch neuronale Aktivität zustande kommt, warum beziehen sich unsere Gedanken und Gefühle nicht z.B. auf Axone, Dendriten oder C-Fasern, sondern z.B. auf bürgerliche Gegenstände wir Tische, Reißverschlüsse oder Goldhamsterlaufräder?'' 3) "Reicht die Prinzipien der Evolution bis in unsere Psyche hinein oder ist das Reich des Geistes von ihnen unabhängig?" Die Ansichten darüber, was von Philosophen unter diesen Umständen erwartet werden sollte, divergieren. Nach meiner Meinung sollten sie diejenigen begrifflichen Rätsel lösen, die die betreffende Kultur gerade interessieren. Entsprechend verfolgt dieser weblog "On Mirrors, Myths and Mutinies" die philosophischen Zutaten, auf die unsere alltägliche, kognitive und mentale Aktivität zurückgreift, unter zwei Aspekten: a) Neurophilosophie - dieser blog will dazu beitragen, Reichweite und Bedeutung neurowissenschaftlicher Forschungsergebnisse für alte und neue philosophische Rätsel korrekt einzuschätzen. b) Philosophie der Psychologie - es geht hier auch darum, Mythen über die immaterielle und scheinbar historisch invariante, psychische Natur der menschlichen Spezies zurückzudrängen. Insbesondere interessiert mich die Analyse der Alltagspsychologie. Und last not least will dieses blog seine Leser dazu zu ermutigen, selbst den philosophischen Untiefen unseres Geistes nachzugehen. Daher sind Gastbeiträge in diesem blog jederzeit willkommen. Schreiben Sie einfach eine email an: mindatwork.blog at googlemail dot com. Autoren von Gastbeiträgen werden immer namentlich am Ende des jeweiligen posts vorgestellt. Kommentarregeln: Beleidigungen von Kommentatoren werden ohne Ankündigung von mir gelöscht. Das Gleiche gilt für Kommentare mit religiösem Inhalt und sonstigen spam. der Autor: Elmar Diederichs studierte Physik, Philosophie und Jura an der Georg-August-Universität Göttingen und promovierte in Mathematik an der Freien Universität Berlin. Im Moment forscht er am Weierstraß-Institut in Berlin und am Department of Statistics der UC Berkeley (CA). copyright: Alle posts dieses blogs stehen unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-SA 3.0, http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ .

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hahn und Henne

    Glückwunsch zur Silbermedaille!

    Allerdinge will mit nach Lektüre der Fachliteratur

    http://www.jstor.org/stable/1368360
    http://www.jstor.org/stable/30151900

    scheinen, das nicht der Hahn die Hosen anhat (dei Wahl hat), sondern die Hennen. DIE (vor allem die mit hohem sozialen Status) bestimmen, ob sie sich von einem bestimmten Hahn besteigen lassen wollen, ja, je höher eine Henne in der Hackordnung steht, desto _weniger_ Sexualkontakte hat sie. (Siehe vor allem das zweite verlinkte Paper, Diskussion).

  2. @Helmut: Was schert mich die Realität?

    … schließlich ist Weihnachten! 😉

    Und auch sonst sollte sich die Realität ab und zu mal dem Mathematiker beugen – sonst wär sie gar zu langweilig. 😉

    „ja, je höher eine Henne in der Hackordnung steht, desto _weniger_ Sexualkontakte hat sie.“

    Das ist ganz klar überraschend – und ich wette, daß hat auch aus dem Publikum niemand gewußt. 😉

  3. Soo überraschend find ich das gar nicht – es zeigt, dass die Hennen tatsächlich (mit-)entscheiden. Die haben nämlich (im Gegensatz zu den Hähnen) von zusätzlichen Sexualkontakten überhaupt nichts…

    Auf jeden Fall ganz großes Kino, alle drei Beiträge!

  4. @ Diederichs

    „Was schert mich die Realität?“

    You win.
    I give a shit upon it as well.

    Und das im Ernst. Realität ist ein Scheisskonzept. Wenn Nerdism und Dandyism sich auf diesem Niveau – bottomline – treffen können, dann haben wir einen gemeinsamen Gegner: die Wirklichkeit.

    Gegen Sie. Mit Macht. Allen Ernstes.

  5. @Helmut: bottomline

    „Wenn Nerdism und Dandyism sich auf diesem Niveau – bottomline – treffen können, dann haben wir einen gemeinsamen Gegner: die Wirklichkeit.“

    Von ganz unten kann man sich am kräftigsten abstoßen. 😉

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