PANSTARRS „quick and dirty“

So, hier ein paar ganz frische Bilder vom Kometen C/2011 L4 (PANSTARRS), aufgenommen in unserem Garten in Erfelden, Riedstadt:

C/2011 L4 (PANSTARRS) 13.3.2013

Dieses Bild entstand ca. eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang und lässt die Schweifstruktur des Kometen erahnen. Der Plasmaschweif, der durch Sonnenwind, also Teilchenstrahlung hervorgerufen wird, und der Staubschweif, welcher durch Strahlungsdruck erzeugt wird, zeigen jeweils in eine etwas andere Richtung. Dadurch wirkt der gesamte Schweif sehr aufgefächert.

Alles in allem weist der Schweif eines Kometen immer von der Sonne weg, die sich hier im Bild folglich in Richtung der rechten unteren Bildecke befindet.

 

Mit bloßem Auge konnte ich den Kometen leider noch nicht ausmachen… dazu stand er noch zu tief, die Straßenlaternen störten zu sehr und in Horizontnähe war es doch noch etwas zu diesig. Auch mit meinem Billigfernglas hatte ich noch keine Chance. Als ich fast am Verzweifeln war, hab ich dann einfach wild drauf losgeknipst und einen diffusen Nebelfleck auf einem der Fotos erkennen können. Das stellte sich dann als das begehrte Objekt heraus.

 

Bald wird der Komet seinen Abstand zur Sonne soweit vergrößert haben, dass er trotz Dämmerung (und hoffentlich auch trotz Straßenbeleuchtung) im Westen für das bloße Auge sichtbar wird. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen und das sieht leider nicht gut aus in den nächsten Tagen…

 

C/2011 L4 PANSTARRS 13.3.2013 Mond

Hier ist PANSTARRS leicht oberhalb der Lücke zwischen den beiden Bäumen zu erkennen. Interessant ist, wie stark der Mond das von der Erde reflektierte Sonnenlicht wieder zur Erde zurückreflektiert. (Erdlicht)

 

Aufgenommen wurden die Bilder mit einer handelsüblichen Canon EOS 350d mit einem 55-200mm Zoomobjektiv bei jeweils etwa 200mm Brennweite und ISO 1600. Das zweite Bild ist nicht bearbeitet, das erste wurde mit leicht aufgehellt und der Kontrast wurde verstärkt.

 

Jetzt ruft Jupiter 😉

Kevin Gräff

Veröffentlicht von

Ich bin 1992 geboren und besuchte bis zum Abitur das "Gymnasium Gernsheim". Dort war ich in den Leistungskursen Mathe und Physik. Zur Zeit studiere ich Physik an der Technischen Universität in Darmstadt. Ich interessiere mich schon sehr lange für allerlei Wissenschaften, was wohl auch die Studienfachwahl begründen dürfte. Seit Ende 2006 beschäftige ich mich aktiv mit der Astronomie, worauf bald die Mitgliedschaft bei der Arbeitsgemeinschaft Astronomie und Weltraumtechnik Darmstadt folgte. Kevin Gräff

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ein schönes Kometlein

    Ich bin überrascht, wie gut die Bilder geworden sind. Ich hätte nicht gedacht, dass man auf dem zweiten, nicht bearbeiteten Bild, noch was erkennen würde. Was mich noch interessieren würde, das ist die Belichtungszeit der Bilder.
    Bei uns in Bayern hat man momentan keine Chance irgendetwas zu sehen oder gar zu fotografieren. Wir hatten bis gestern zwar noch den schönsten Frühling, aber heute haben uns Schnee und die Kälte doch noch erreicht, wenn auch etwas abgeschwächt.

  2. aber

    leider in der Mitte kein Glück gehabt.
    Klare überraschende Fernsicht ab 3°-6° überm Horizont, Seltenheit! Gegen 19 h wurde schon der Orionnebel wahrnehmbar, aber vom Kometen mit 10×50-Marineglas keine Spur. Wenn dieses seeing bleiben würde?

  3. Menno! 🙁

    Ich wohne in der Nähe von Magdeburg und habe zwischen 18:15 und 19:45 Uhr auf dem Feld gestanden – Es war nicht zu sehen, obwohl der Himmel frei war…. Lediglich am Horizont (etwa ein Viertel zwischen dem Mond und dem Horizont) waren Wolken…. Was stimmte nicht?! 🙁
    Hatte mich schon so auf das Ereignis gefreut! 🙁

  4. PANSTARRS

    Hi,

    also die Bilder haben beide eine Belichtungszeit von 1,6 sek bei einer Blende von f/ 5,6 (der kleinstmöglichen Blende meines Objektivs bei 200 mm Brennweite).

    Man konnte den Kometen wohl desshalb nicht, oder nur schlecht wahrnehmen, weil der Himmelshintergrund durch die Dämmerung noch viel zu hell war, als dass sich der Komet mir seiner Helligkeit hätte durchsetzen können. Bei gleicher Gesamthelligkeit erscheint ein ausgedehntes Objekt ja umso schwächer, je ausgedehnter es ist. Und das war hier wohl der Fall. Eine Kamera leifert den Vorteil, dass sie zoomen und dass sie eben mehr Licht sammeln kann, als das menschliche Auge. Aufgrund dieses Zusammenspiels war der Komet fotografisch eindeutig nachweisbar.

    Da sich PANSTARRS aber in der nächsten Zeit immer weiter von der Sonne entfernt und immer später untergeht, wird man ihn also bald mit bloßem Auge gut beobachten können (sofern das Wetter mitspielt -.- )

    @ HOPPELMANN
    Jedes kleine Wölkchen kann in dieser Phase der noch schlechten Abendsichtbarkeit des Kometen verhindern, dass man ihn sieht, und auch fotografiert… vielleicht lag es zusätzlich an dem Wolkenband?!?

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