Die Klimalösung – Zwei Notwendigkeiten des Zwei-Grad-Ziels

Wir müssen gefährlichen Klimawandel vermeiden und dafür unter zwei Grad globaler Erwärmung bleiben. So lautet seit 1996 das politische Ziel der Europäischen Union[1]. Es basiert auf der Hoffnung, dass in diesem Fall die Folgen und Risiken des Klimawandels in Grenzen gehalten werden (KlimaLounge: "Sicherheitsrisiko Klimaspiralen – …"). Praktische Aspekte der Einhaltung dieses Ziels sind sicher kompliziert. Es gibt jedoch zwei Säulen – relativ simple Wahrheiten – an denen sich diese Details orientieren müssen und sie bestimmen die Richtung, in die es gehen muss.

Die erste unbequeme Wahrheit – Praktisch emissionsfrei bis Ende des Jahrhunderts

Stellen Sie einen Eimer unter einen Wasserhahn. Solange Wasser läuft füllt sich der Eimer. Irgendwann ist er voll und läuft über. Sie können den Wasserhahn etwas zudrehen. Dann dauert es länger bis der Eimer voll ist, aber überlaufen wird er trotzdem – nach einer gewissen Zeit. Mit der Treibhausgaskonzentration der Atmosphäre verhält es sich ähnlich. Solange Kohlendioxid ausgestoßen wird, solange wird es sich in der Atmosphäre anhäufen.

Dies gilt, falls der Eimer kein Loch hat. Derzeit nehmen Landvegetation und Ozeane fast die Hälfte des vom Menschen ausgestoßenen Kohlendioxids auf (KlimaLounge: „Keine Angst vor den Ozeanen“). Nur die übrigen 56% tragen zur Erwärmung bei. Es gibt also ein Loch im Eimer. Leider läuft das Wasser aus diesem Loch nicht in ein unendlich großes Reservoir, sondern einfach nur in einen anderen Eimer, der sich auch füllt. Die Aufnahmekapazitäten von Ozean und Landvegetation sind begrenzt und wir kennen sie nicht präzise.

Diese Unsicherheit ändert aber an einer zentralen Wahrheit nichts. Das Klimasystem besitzt nahezu keine permanenten Senken für Kohlendioxid. Irgendwann wird die Rate, mit der CO2 aus der Atmosphäre in andere Komponenten des Klimasystems übergeht und damit nicht mehr zur weiteren Erwärmung beiträgt, die gleiche sein, mit der die fossilen Brennstoffe entstanden sind. Das dauerte Hunderte von Millionen Jahre.

Eindrucksvoll wird dies in einem Artikel von David Archer und Victor Brovkin in der nächsten Ausgabe der Fachzeitschrift Climatic Change gezeigt (Grafik 1). Selbst nachdem die Kohlendioxid-Emissionen verschwunden sind, bleibt ein großer Teil des Treibhausgases für viele Jahrtausende in der Atmosphäre. Weil Ozean und Landvegetation eine endliche Aufnahmekapazität haben, hängt die Restmenge des Kohlendioxids in der Atmosphäre nach sagen wir 10,000 Jahren, von der Gesamtmenge des Ausstoßes ab. Je mehr emittiertes CO2 desto mehr ist auch nach langer Zeit noch da. So einfach ist das leider.

Praktisch bedeutet dies, dass eine Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen und damit der Temperatur nur möglich ist, wenn wir die Emissionen auf praktisch Null verringern. Das ist keine radikal politische Forderung, sondern eine relativ gradlinige Konsequenz aus dem derzeitigen Verständnis des Kohlenstoffzyklus der Erde

 

Grafik 1: Zwei mögliche Zukunftsszenarien Rot: Allebereits gefundenen fossilen Brennstoffe werden verbrannt und Grün: Der Ausstoß ist durch das Zwei-Grad-Ziel begrenzt. A: Kohlendioxid-Ausstoß (die nächsten 1000 Jahre), B: Resultierende Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre (die nächsten 10.000 Jahre) und C: Resultierende Temperaturerhöhung (die nächsten 10.000 Jahre). Obwohl noch Unsicherheiten bezüglich der genauen Zahlen bestehen, sind die Hauptaussagen klar: (1) Kohlendioxid bleibt für eine lange Zeit in der Atmosphäre und (2) Die Temperatur kann nur bei praktisch Null Emissionen stabilisiert werden (aus Archer & Brovkin, 2008).

Die zweite unbequeme Wahrheit – Baldige Umkehr

Wie viel Zeit haben wir für eine signifikante Reduktion? In den letzten 100 Jahren ist die Temperatur um etwa 0.7±0.1 Grad angestiegen. Die Meeresoberfläche hat dabei noch nicht die Temperatur erreicht, die sie eigentlich haben müsste, wäre das Klima bereits im Gleichgewicht[2]. Das bedeutet, dass selbst bei einer sofortigen Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen auf dem derzeitigen Niveau die globale Oberflächentemperatur noch um etwa 0.6 Grad ansteigen würde. Dieses sogenannte „warming commitment“ bringt uns in den Bereich von 1.3 ±0.1 Grad über vorindustriellen Temperaturen. Bis zu den zwei Grad bleibt nicht mehr viel Raum.

Derzeit steigt der Ausstoß global weiter an – ein Anstieg des Anstiegs der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre. Um das zwei Grad Ziel nicht drastisch zu überschreiten müssen diese globalen Emissionen schnell und signifikant reduziert werden – bis 2050 um etwa die Hälfte des Ausstoßes von 1990 (Grafik 2). Es könnten auch nur 40% sein; vielleicht benötigen wir auch 70% Reduktion[3]. Diese Spanne hat im Wesentlichen zwei Gründe.

Zum einen gibt es noch eine gewisse Unsicherheit bei der Übersetzung von Treibhausgaskonzentration in globale Erwärmung. Die relevante Zahl ist hier die sogenannte Klimasensitivität, die angibt, um wie viel die globale Oberflächentemperatur ansteigt, wenn man den Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre im Vergleich zum vorindustriellen Wert auf 560 ppm[4] verdoppelt. Der wahrscheinlichste Wert ist 3 Grad – vielleicht ist es ein Grad mehr oder weniger (KlimaLounge „Der Hansen-Faktor“). Die zweite Unsicherheit rührt aus den Rückkopplungen im Kohlenstoffkreislauf der Erde. Was geschieht mit der Landvegetation, was mit den Algen im Meer? Wie viel Kohlenstoff kann der Ozean noch aufnehmen, wie verändern sich die Hauptaufnahmegebiete in Nordatlantik und Südlichen Ozean? Fragen wie diese werden unter Klimaforschern lebhaft diskutiert und schränken die Genauigkeit der Aussage derzeit noch ein.

Aber hat das wirklich Konsequenzen für die politischen und ökonomischen Folgerungen? In der Quintessenz ist es nicht entscheidend, ob wir tatsächlich um 40% oder 70% reduzieren müssen. Denn was all diese Zahlen bedeuten, ist folgendes. Wir müssen die Umkehr in eine praktisch emissionsfreie Welt innerhalb der nächsten 10-20 Jahre einleiten. Wenn wir bis 2050, wie es Frau Merkel fordert, jedem Erdenbürger die gleiche Menge an Treibhausgasausstoß zugestehen[5], dann bedeutet eine globale Reduktion um 50% in der Tat etwa 80% für Europa. Die USA müssen um ~90% reduzieren.

Das wiederum heißt aber, dass diese Gesellschaften bis zur Mitte des Jahrhunderts bereits einen sehr weiten Weg in Richtung Emissionsfreiheit zurückgelegt haben müssen. Wen interessiert es dann noch ob es mal 40% waren oder 70%? Wenn wir den Stein bis 2050 auf die Spitze des Berges gerollt haben, dann rollt er von alleine weiter. Genau wie mittlerweile in Windenergie nicht mehr nur aus ökologischen Gründen sondern aus rein wirtschaftlichen investiert wird. Die Zweite Industrielle Revolution – die Einführung von Computern in unsere Gesellschaft – hat viele Umstrukturierungen mit sich gebracht, aber sie war sicher nicht schlecht für die Wirtschaft. Spätestens seit dem Bericht des ehemaligen Weltbank Chefökonoms Sir Nicolas Stern im November 2006 und dem IPCC Bericht vom Mai 2007 wissen wir, dass die Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels wesentlich besser für die wirtschaftliche Entwicklung ist als nichts zu tun[6]. Aber für die Dritte Industrielle Revolution bedarf es eines Anstoßes. Es ist kein kleines Unterfangen aber es gibt keine Alternative

 

 

Grafik 2  Benötigte Emissionsreduktion zur Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels relativ zum Ausstoß von 1990. Im grünen Szenario würde das Zwei-Grad-Ziel mit deutlich über 50% Wahrscheinlichkeit eingehalten, im grauen mit um die 50% Wahrscheinlichkeit und im roten mit unter 25% (aus Meinshausen, 2006).

Aktueller Bezug

Archer & Brovkin, 2008, Millennial atmospheric lifetime of anthropogenic CO2, Climatic Change, 88, (online first), (Vordruck).

Artikel zum Thema

Meinshausen, M., Kapitel 28 im Buch: Schellnhuber, H.J. et al. (Eds.), 2006. Avoiding Dangerous Climate Change. Cambridge University Press.

Matthews, H. D., and Caldeira, K., 2008, Stabilizing climate requires near-zero emissionsGeophys. Res. Lett., 35, L04705. 

Politikpapier Neue Impulse für die Klimapolitik: Chancen der deutschen Doppelpräsidentschaft nutzen des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), 2007.

Stern, N., 2007, The Economics of Climate Change, The Stern Review, Cambridge University Press.

Vierter Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change, 2007, 3. Arbeitsgruppe Nachhaltige Lösungen. Hierin speziell die Zusammenfassung.



[1] Beschluss des 1939. EU Council Treffens von 1996. In dieser UNFCCC Konvention wurde zuvor im Artikel 2 erklärt, daß gefährliche anthropogene Intervention in das Klimasystem vermieden werden muss.

[2] Im Ozean werden große Wärmemengen in die Tiefe transportiert. Man kann sagen der tiefe Ozean kühlt die Meeresoberfläche bis er sich selbst entsprechend der globalen Erwärmung aufgeheizt hat.

[3] Alle Reduktionswerte beziehen sich auf das Emissionslevel von 1990 dem Referenzpunkt des Kyoto Protokolls.

[4] Die CO2 Konzentration 560 ppm (parts per million) bedeutet 560 Anteile CO2 in einer Millionen Anteile Luft.

[5] Die sogenannte Cap and Convergence Strategie begrenzt den globalen Ausstoß von Treibhausgasen (Cap) und gleicht die globalen Unterschiede im Pro-Kopf-Ausstoß während einer Übergangszeit (z.B. bis 2050) aus (Convergence).

[6] Obwohl weder die dritte Arbeitsgruppe des IPCC noch Sir N. Stern mögliche große Überraschungen wie die Klimaspiralen berücksichtigt haben, kommen sie zu dem Schluss, dass nur die Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels die Kosten des Klimawandels in einem vertretbaren Maß hält.

Anders Levermann

Anders Levermann ist Professor für Dynamik des Klimasystems im physikalischen Institut der Universität Potsdam. Er leitet den Forschungsbereich Globale Anpassungsstrategien am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Er ist unter anderem einer der leitenden Autoren im Meeresspiegelkapitel des letzten IPCC-Klimareports und beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Ozean und Cryosphäre in Vergangenheit und Zukunft.

24 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ungeschickter…

    …Zeitpunkt, oder nicht?

    Die RSS und UAH Satellitendaten für den Monat April 2008 liegen mit 0,08°C und 0,02°C weiterhin bei einer Temperaturanomalie von Null.

    Sie haben außerdem das Glück, dass sie die Lösungen für „Emissionsfrei bis 2100“ nicht anbieten brauchen.

    Da kommt dann meine Berufsgruppe ins Spiel. Und leider ist keine Solche Lösung auch nur annähernd in Sicht.

    Sie loben zwar die Windkraft und sprechen von „billigster Strom“. Sie verschweigen aber, dass Windkraft(und Solar) nicht Grundlastfähig ist und des weiteren rieseige regelungstechnische Probleme verursacht werden. Noch düsterer siehts beim Thema Mobilität aus. Da ist eigentlich gar keine Kohlenstoff-freie Technologie in Sicht (die im entsprechenden Maßstab (8Mrd. Menschen) ), die realisierbar erscheint.

    Und so wird der Stein leider nicht von alleine weiter Rollen, sondern umkehren und uns überrollen.

  2. Klimagerechtigkeit

    Lieber Anders,
    ich stimme in weiten Teilen dem Beitrag zu. Nur was die Verteilung von Reduktionspflichten angeht, halte ich den hier vertretenen Ansatz von Contraction and Convergence für nicht gerecht. Denn er unterscheidet nicht zwischen dem Ort der Emissionsreduktion (bei uns oder in Entwicklungsländern) und der Autorenschaft. Ich habe das einmal in einem Blogeintrag ausformuliert: http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/in-und-von/

    [Antwort: Lieber Jörg, vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich vertrete in meinem Beitrag keinen der politischen Vorschläge, sondern beschreibe nur, was der Vorschlag von Sunita Nahrain, der dann von Angela Merkel aufgegriffen wurde, für Konsequenzen für einige Länder hat. Anders Levermann]

  3. Nicht Einverstanden!

    Sehr geehrter Professor Levermann,

    die beiden von Ihnen angeführten unbequemen Wahrheiten sind in dieser Form korrekt dargestellt. Allerdings nur unter folgenden Voraussetzungen:

    1). Ein Anstieg der so genannten Treibhausgase führt zu den vom IPCC prognostizierten Szenarien.
    2). Die Darstellung ökonomischer Zusammenhänge, nach denen die positiven Aspekte der Reduzierung von Treibhausgasen die negativen Aspekte der globalen Erwärmung übertreffen, korrekt ist.

    Beide Punkte sind allerdings weit davon entfernt, als geklärt oder gar als unstrittig bezeichnet werden zu können.

    Zu Punkt 1:
    Vor allem bei der Klimasensitivität herrscht eine große Unsicherheit, auch unter Befürwortern des starken menschlichen Einflusses an der globalen Erwärmung . In diesem Artikel (Nature 2007) und ähnlich vom IPCC wird die mögliche Spanne mit 1,5-6,2 °C Erwärmung bei einer Verdopplung des CO2-Gehalts angegeben. Bei solch starker Schwankungsbreite fragt man sich natürlich zu Recht, was die mit diesen Modellen gewonnen Aussagen eigentlich wert sind.

    Des weiteren ist anzumerken, dass in der Vergangenheit keine positive Korrelation zwischen dem CO2 Gehalt in der Atmosphäre und der Temperatur festgestellt werden konnte. Was man sieht ist, dass einem Temperaturanstieg häufig ein Anstieg der Kohlendioxidkonzentration (durch Ausgasung aus den dann wärmeren Meeren?) folgte.

    Andere Einflüsse außer CO2 auf das Klima werden in den Modellen weniger berücksichtigt. Hauptsächlich deshalb, weil die Berechnungen dadurch unendlich kompliziert würden und auch weil viele Zusammenhänge schlicht nicht gut genug verstanden sind. Wichtige weitere Einflussgrößen auf das Wetter (und damit das Klima) sind:

    Solare Einflüsse
    Wolkenbedeckung
    -weitere (bisher unbekannte?) Einflüsse

    Auch die Temperaturentwicklung der letzten Jahre, in denen eine leichte globale Abkühlung zu beobachten war, spricht nicht sehr für die „Hauptsächlich-Anthropogene-Einflüsse-und-es-wird-immer-wärmer“ Hypothese.

    Das Wetter wird wohl doch maßgeblich von äußeren Faktoren bestimmt, die wir a) nicht gut genug kennen und b) vermutlich nicht beeinflussen können.

    Zu Punkt 2:
    In Ihrem Artikel verweisen Sie auf die Studie von Sir Nicolas Stern, in der apokalyptische Auswirkungen des Klimawandels vorausgesagt werden. Die Einschätzungen von Stern werden von vielen anderen Ökonomen nicht geteilt.

    Björn Lomborg weist in Seinem Buch „Cool It“ auf 3 besonders strittige Punkte hin:

    -Die Präsentation der wissenschaftlichen Sachverhalte ist grob in Richtung furchterregender Szenarien übertrieben.
    -Die Schäden durch den Klimawandel (und der Nutzen durch Gegenmaßnahmen) werden massiv überzeichnet.
    -Die Kosten für politisches Handeln werden gewaltig unterschätzt.

    An dieser Stelle muss man anmerken, dass Lomborg durchaus kein „Klimaskeptiker“ ist. Er glaubt, dass die IPCC Szenarien das Beste sind was wir zur Zeit zur Abschätzung haben. Nur hält Lomborg nichts von unrealistischen Weltuntergangsbotschaften. Und er ist der Meinung, dass Maßnahmen wie das Kioto-Protokoll praktisch nichts bringen aber sehr viel Geld kosten. Und das dieses Geld an anderer Stelle viel Dringender gebraucht würde (wie z.B. zur Malariabekämpfung oder zur Versorgung von Afrikanern mit Trinkwasser und Nahrung).

    Vor allem aufgrund der riesigen Kosten, die mit dem Glauben daran verbunden sind dass CO2 als DER Klimaveränderer angesehen wird, erscheint es doch angebracht zu fragen, wie zuverlässig die Voraussagen auf ein Klima in 100 Jahren wirklich sind. Vor allem vor dem Hintergrund, dass man kaum das Wetter in 3 Tage präzise voraussagen kann.

    Was wissen wir denn momentan laut offizieller Lesart? Gemäß sämtlicher IPCC Szenarien (AR4) wird es in nächster Zeit wärmer werden (viel wärmer!). Punkt. (Diskussion beendet).

    Laut einer aktuellen Studie die im Mai in Nature publiziert wurde kommt es bis 2015 eher zu einer Abkühlung als zu einer Erwärmung.

    Ein weiterer Artikel, im gleichen Heft publiziert, kommt zu folgendem Ergebnis:
    „the Intergovernmental Panel on Climate Change recently projected that, even in the next 20 years, the global climate will warm by around 0.
    (Richard Wood is at the Met Office Hadley Centre, FitzRoy Road, Exeter, Devon EX1 3PB, UK.)“
    Beide Forschergruppen kann man durchaus als IPCC-nah bezeichnen.

    Momentan scheint der so oft beschworene „Konsens in der Klimaforschung“ ein wenig aus dem Gleichgewicht gekommen zu sein.

    Nach offizieller Lesart heißt es zurzeit, die Erwärmung „versteckt“ sich hinter einer Abkühlung. Gründe für diese Abkühlung werden auch genannt:
    „Das Klima der Erde schwankt von sich aus, ohne dass man einen speziellen Antrieb dafür braucht.”

    Der Weltklimarat IPCC ist die Grundlage für politische Entscheidungen in globalem Maßstab. Und diese Art von vermeintlich wissenschaftlichen Erkenntnissen ist auch Basis der aktuellen umweltpolitischen Meinungsbildung sowohl in der deutschen Bevölkerung, wie auch in der Bundesregierung.

    Mit solch wackeligen Ergebnissen als Grundlage werden politische Entscheidungen gefällt, die das Leben und Überleben von Millionen (Milliarden?) Menschen betreffen. Das hinterlässt schon ein etwas mulmiges Gefühl.

  4. Wenn ich nun aber in die reale politische Welt schaue, sehe ich doch eine sehr absonderliche Situation:
    1. Das Beispiel unseres Nachbarn Frankreich mit nur ca. 60% der deutschen CO2-Pro-Kopfproduktion zeigt, dass grundsätzlich eine deutliche CO2-Reduzierung ohne Einschränkung des Komforts möglich wäre.
    2. Klimaweltmeister Deutschland wird aber die Masse seine CO2-Anstengungen in völlig nutzlose Solarstromssubventionen (ca. 0.00001Grad Temperatureffekt) investieren.
    3. Der globale CO2-Ausstoß ist aber in den letzten 5 Jahren trotz Kyoto und Friedensnobelpreise um ca. 17% (China 90%) stärker als die Energieerzeugung gestiegen.
    Um bei diesem Szenario zu glauben, dass eine CO2-Verdopplung vermieden werden könnte, muss man schon in einem Elfenbeinturm sitzen, der die Höhe der Mondumlaufbahn kratzt. Die einzige sinnvolle Konsequenz wäre es doch, die verfügbaren Ressourcen in Anpassstrategien an die Folgen einer Temperaturerhöhung zu investieren, und nicht sinnlos zu vergeuden.

  5. Selbst-erfüllende Prophezeiung

    Wer alles dafür tut, um Gefahren des Klimawandels herunterzuspielen, Klimaschutzmaßnahmen lächerlich zu machen, die notwendigen technologischen Entwicklungen der erneuerbaren Energien zu bremsen, der schafft die Grundlage dafür, dass seine Prophezeiung (das ist doch alles nicht machbar) auch Wirklichkeit wird. Eines selbst-erfüllende Prophezeiung, ein zynisches, defätistisches Spiel.

    Hätte solch eine Mentalität…

    – Adolf Hitler hat in der Klimadebatte nichts verloren. Danke für Ihr Verständnis. –
    Die Redaktion

    „Yes we can“ sagt Obama. Das ist die Haltung die wir auch im Kampf gegen den Klimawandel brauchen, keine selbst-erfüllenden Prophezeiungen.

  6. Frankreich

    @Adenosine
    #1. Das Beispiel unseres Nachbarn Frankreich mit nur ca. 60% der deutschen CO2-Pro-Kopfproduktion zeigt, dass grundsätzlich eine deutliche CO2-Reduzierung ohne Einschränkung des Komforts möglich wäre.#

    Hast Du im Gegenzug mal geprüft, wieviel % Strom aus AKWs kommt ?

  7. Gefahr ?

    #Wer alles dafür tut, um Gefahren des Klimawandels herunterzuspielen,#
    Welche Gefahren ?
    Ist die Erwärmung eine Gefahr ?
    Heißt das warme, möglicherweise wärmere mittelalterliche Optimum zufällig „Optimum“ ?
    Horrorszenarien propagieren kann jeder.
    Zum Glück sind wir zivilisiert, unter den Azteken hätte man wahrscheinlich dem Wetter – / Klimagott Feueropfer dargebracht, kopfüber in die Flammen gestumpt.

  8. @Jörg Haas

    „Das ist die Haltung die wir auch im Kampf gegen den Klimawandel brauchen, keine selbst-erfüllenden Prophezeiungen.“

    Kampf gegen den Klimawandel? Vergleiche mit dem 2WK?

    Wollen wir mal auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Das Klima hat sich schon immer gewandelt. Das IPCC stellt Szeanrien und Projektionen auf Basis von Computermodellen zusammen. Man ist sich da keineswegs sicher. Das sage ich als Geowissenschaftler, der Mitwirkende am IPCC-Prozess kennt.

    http://www.brandeins.de/…&MenuID=8&MagID

  9. @Haas, erneuerbare Energien

    Erneuerbare Energien (EE) gibt es nicht.

    Nach den Gesetzen der Physik (1. und 2. Hauptsatz der Thermodynamik) kann Energie weder aus dem Nichts erzeugt noch vernichtet werden. Energie kann nur von einer in eine andere Energieform umgewandelt werden (auch wenn ihr technisch nutzbarer Anteil mit jeder Umwandlung kleiner wird). Von daher ist der Begriff „erneuerbare Energie“ aus naturwissenschaftlichen Sicht falsch und irreführend.

    Notwendige technologische Entwicklungen werden vor allem von Klimaschützern verhindert. (Z.B. Kernfusionstechnik, mit der Begründung, dass der Strom angeblich teurer wäre als Strom aus den sog. EE, …)

  10. @Levermann

    Was mich an den Grafiken ein bisschen stutzig macht, ist der Umstand, dass der Zusammenhang zwischen Kohlendioxid und Temperatur im „roten“ Szenario qualitätiv dem im „grünen“ Szenario entspricht.
    Was ist mit den „tipping points“ oder zum Beispiel dem Methan im Permafrost?

    [Antwort von Levermann: Ein mögliches Überschreiten von „tipping points“ ist in keiner dieser Szenarien impliziert. Das liegt im Wesentlichen daran, daß tipping elements als Risiken zu betrachten sind und daher ein genauer Zeitpunkt für ein Überschreiten des Grenzwertes nicht angegeben werden kann.]

    @ Ohne Worte: Zwei Sachen…
    *Das sage ich als Geowissenschaftler, der Mitwirkende am IPCC-Prozess kennt.*

    Anonymität ist legitim, und die Berufung auf die eigene Expertise ebenfalls, aber beides gleichzeitig passt nicht so richtig gut zusammen… Sage ich mal als Space-Shuttle-Pilot, der den Kaiser von China kennt. 😉

    Und inwiefern Klimaschützer daran schuld sind, dass die Fusionsanlagen nach wie vor mehr Energie verbrauchen als sie erzeugen, würde mich denn doch sehr interessieren.

  11. @Fischer – Spaß verstehe ich

    „Und inwiefern Klimaschützer daran schuld sind, dass die Fusionsanlagen nach wie vor mehr Energie verbrauchen als sie erzeugen, würde mich denn doch sehr interessieren.“

    Es liegt an der Größe der Anlage. Die Anlage muss ausreichend groß sein, um die Möglichkeit zu haben genügend Energie zu produzieren. Schauen Sie einfach mal nach wieviel Geld in die Fusionstechnik geflossen ist und wieviel in die sog. EE. Und schon haben wir es.

    Sagt der Geowissenschaftler zu den Chemiker 😉

  12. @Ohne Worte: Ein Bisschen Spaß muss sein

    Selbstauskünfte von anonymen Postern sind einfach ein bisschen problematisch. Da kann schlicht jeder kommen.

    @ Fusionsanlagen:
    Dass die Fusionskraftwerke oberhalb einer gewissen Größe mehr Energie produzieren als sie verbrauchen, ist derzeit lediglich eine (wenn auch nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand plausible) Hoffnung. Wieviel Ärger das Scaling-up beim Plasmaeinschluss noch macht, ist noch ziemlich offen.
    Ein wesentliches ungelöstes Problem ist außerdem nach wie vor das Material des Brutmantels. Dass man jetzt einfach nur eine größere Version der bestehenden Anlagen bauen müsste, stimmt so (leider) nicht.

    Ich denke auch, dass der von Ihnen gebrauchte Vergleich der Kosten so nicht angemessen ist. Zum einen handelt es sich bei den EEs um ein ganzes Bündel von Methoden, und zum anderen wird mit diesen Methoden bereits Energie produziert. Das meiste Geld fließt in die Optimierung.

    Für eine Technik, die seit nunmehr 30 Jahren nicht aus den Startlöchern kommt, sind die zehn Milliarden Euro für ITER schon ein ziemlich dicker Batzen Geld. Die staatlichen Geldgeber haben da einen sehr langen Atem bewiesen.

    Das Problem ist m.E. nicht, dass zu wenig Geld da wäre, sondern dass die blöden Plasmen einfach nicht so wollen, wie die Physiker das gerne hätten.

  13. @Fischer – Fusionstechnik

    „Für eine Technik, die seit nunmehr 30 Jahren nicht aus den Startlöchern kommt, sind die zehn Milliarden Euro für ITER schon ein ziemlich dicker Batzen Geld.“

    Grade 10 Mrd. wurden von der EU in den 30 Jahren davor investiert. Der Bau eines Fusionskraftwerkes kostet schon 5 Mrd. Zum Vergleich: Ein AKW (KKW) kostet ca. 2-3 Mrd.

    „Das Problem ist m.E. nicht, dass zu wenig Geld da wäre, sondern dass die blöden Plasmen einfach nicht so wollen, wie die Physiker das gerne hätten.
    Seit 15 Jahren funktioniert die Fusion.

    Seit 15 Jahren funktionieren Fusionsreaktoren.

    „Ein wesentliches ungelöstes Problem ist außerdem nach wie vor das Material des Brutmantels.“

    Ist ein kleines technisches Problem.

    http://www.youtube.com/…h?v=62n2jMOWgFo&eurl

  14. @Fischer – EE sind nicht grundlastfähig

    „Ich denke auch, dass der von Ihnen gebrauchte Vergleich der Kosten so nicht angemessen ist. Zum einen handelt es sich bei den EEs um ein ganzes Bündel von Methoden, und zum anderen wird mit diesen Methoden bereits Energie produziert. Das meiste Geld fließt in die Optimierung.“

    Hier z.B. eine schöne Bilanz zu den sog. EE

    http://klimakatastrophe.wordpress.com/…illusion/

    Da kann man optimieren, wie man will. Verschwendetes Geld. Mann kann froh sein, wenn man mit den sog. EE in Deutschland irgendwann 20% der Grungversorgung erreicht. Was DENA, Greenpeace, Grüne, … sagen ist Unfug. Die glauben auch, dass in Glas Öl steckt.

    Markus Kurdziel – Bereichsleiter Erneuerbare Energien (dena Deutsche Energie Agentur GmbH) ist der Herr hier im Spot der Grünen

    http://www.oekologismus.de/?p=890

  15. @ Ohne Worte:

    *Seit 15 Jahren funktioniert die Fusion.
    Seit 15 Jahren funktionieren Fusionsreaktoren.*

    Ich hoffe, Sie haben beim Schreiben dieser Zeilen nicht auch noch mit dem Fuß aufgestampft… 😉
    Die Fusion funktioniert übrigens schon wesentlich länger als seit 15 Jahren. Das heißt noch lange nicht, dass man da auch jemals mehr Energie rausbekommt als man reinsteckt.

    Naja, und Ihre Quellenauswahl… Ob ich mich aus dem Fernsehen über die Erfolgsaussichten der Fusion informieren würde, lasse ich mal dahingestellt.

    Wieviele Prozent der Grundversorgung man mit den EE erreicht, hängt übrigens kein Stück davon ab, wie leistungsfähig der Kram ist, sondern welche Alternativen wir langfristig haben. Das wird in der von Ihnen verlinkten Übersicht (genau wie einige andere wichtige Punkte) unterschlagen. Es läuft darauf hinaus: Sobald der Fossilkram alle ist (und das wird irgendwann passieren), dann decken die erneuerbaren Energien automatisch 100% des Verbrauchs (es sei denn, die Kernfusion funktioniert bis dahin. Das ist durchaus denkbar, aber wetten würde ich darauf nicht). Insofern ist es eine verdammt gute Idee, dafür zu sorgen, dass diese 100% möglichst viel sind.

  16. @Fischer

    „Die Fusion funktioniert übrigens schon wesentlich länger als seit 15 Jahren. Das heißt noch lange nicht, dass man da auch jemals mehr Energie rausbekommt als man reinsteckt.“

    Ich spreche von der kontrollierten Fusion und nicht von der H-Bombe. In den Beiträgen kommen Experten zu Wort. Ist Ihnen offensichtlich entgangen. 😉

    „Sobald der Fossilkram alle ist (und das wird irgendwann passieren), dann decken die erneuerbaren Energien automatisch 100% des Verbrauchs…“

    Na dann gute Nacht. Bis dahin sollte das mit der Fusion klappen. Die Kohlevorräte reichen im Übrigen noch über 100 Jahre. Per Kohleverflüssigung kann man sogar Öl herstellen, macht z.B. Südafrika. Autos mit E-Antrieb gibt es auch und KKW gibt es auch noch.

    Ich habe vor 10 Jahren mal Chemiestudenten in Physik betreut. War auch lustig 😉

    Willkommen im Mittelalter

  17. Oh mein Gott..

    …erinnern Sie mich bloß nicht an meine Physik-Praktika. Horror! :p

    Da bin ich aber erstaunt, dass für Sie die Wortmeldung der „Experten“, a.k.a. Fusions-Fans, in einem Fernsehbeitrag der Weisheit letzter Schuss ist. Wo doch gerade Sie in der Klima-Frage nur allzu gerne die Meinung von „Experten“ in Frage stellen. Aber das ist dann wohl der Unterschied: Im einen Fall passt die Meinung der „Experten“ zu Ihren Ansichten, im anderen nicht. Oder?

    Die Kohlevorräte reichen in der Tat noch ne ganze Weile, das stimmt. Wie lange, hängt vom Verbrauch ab. Das gleiche gilt für Kernbrennstoffe, die sind auch irgendwann weg. Und dann?

    Dann fahren wir alle mit „Autos mit E-Antrieb“? Strom kommt schließlich aus der Steckdose?

    CtL ist zwar ne nette Sache, aber wenn wir den kompletten Treibstoffbedarf damit decken, ist die Kohle ganz fix weg. Das zentrale Problem der Fischer-Tropsch-Verfahren ist allerdings eh der Wasserverbrauch. Macht man das im Großen Stil, bekommt man ein ähnliches Problem wie mit „Bio“diesel und vergleichbaren Schnapsideen: Ressourcenkonkurrenz mit der Lebensmittelversorgung.

  18. @Fischer – Der feine Unterschied

    Tja ich kann mitsprechen, da ich in der Klimaforschung tätig war. Kann aber jeder sagen 😉

    Die „Klima-Experten“ sind geteilter Meinung, zudem handelt es sich um Modelle und Projektionen, die auf einer lückenhaften Theorie basieren.

    Bei der Fusionstechnik ist das anders. Hier ist man seit ca. 50 Jahren von der Theorie weg. H-Bobe, Tokamak, …

    „Das gleiche gilt für Kernbrennstoffe, die sind auch irgendwann weg.“

    Es gibt auch Brutreaktoren. 😉

    „Macht man das im Großen Stil, bekommt man ein ähnliches Problem wie mit „Bio“diesel und vergleichbaren Schnapsideen: Ressourcenkonkurrenz mit der Lebensmittelversorgung.“

    Was hat Kohle mit Lebensmitteln zu tun?

    In Südafrika werden drei Fischer-Tropsch-Anlagen betrieben, die ungefähr ein Drittel des südafrikanischen Kraftstoffverbrauchs decken.

  19. @ Lars Fischer – Kernfusionsreaktoren

    „Die Fusion funktioniert übrigens schon wesentlich länger als seit 15 Jahren. Das heißt noch lange nicht, dass man da auch jemals mehr Energie rausbekommt als man reinsteckt.“

    Das erste Energielieferndes Plasma wird ITER sein. Diese Anlage wird also als erster Fusionsreaktor mehr Energie produzieren, als zum Erhalt erforderlich ist. Hierzu das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik:

    Mit dem internationalen Experimentalreaktor ITER steht die Fusionsforschung vor der Demonstration eines Energieliefernden Plasmas. In einer weltumspannenden Kooperation von sieben Projektpartnern – Europa, Japan, Russland, den USA, China, Südkorea und Indien – wird ITER im südfranzösischen Cadarache entstehen.Link

    Die technischen Details und den aktuellen Stand der Forschung findet man hier (8,5 MB Pdf).

    Eine ebenfalls gute Übersicht über das Thema liefert dieser Artikel vom Forschungszentrum Jülich.

    Wenn die Versuche am ITER positiv verlaufen, kann man annehmen, dass wir innerhalb der nächsten 50 Jahre Kernfusionstechnik kommerziell nutzen können.

    Demgegenüber werden die sogenannten regenerativen Energien nie zur Grundlastversorgung geeignet sein. Neben der geringen Verfügbarkeit (in Deutschland sind z.B. die Standorte für Windkraftanlagen an Land weitestgehend erschöpft) stellt die Speicherbarkeit von elektrischeer Energie ein großes Problöem dar.

    Man kann heute Windkraftanlagen nur betreiben, wenn man den von ihnen erzeugten Strom mit konventioneller Ernergieproduktion (wie Gaskaraftwerke)vorhält, da sonst die Netze bei wenig oder keinem Wind zusammenbrechen würden. Das gleiche gilt auch für die außerdem sehr ineffiziente Photovoltaik.

    Für die Zukunft wird es wohl ein Energiemix aus unterschiedlichen Konzepten. Aber wer weiß schon genau, was die Zukunft noch alles bringt…

  20. Klimawette 2. Teil, Antwort auf Petition

    Sehr geehrtes Redaktionsteam, da ich mir nicht nachsagen lassen möchte, unhöflich zu sein und die Fragen meiner Blogteilnehmer zu beantworten, hier mein Beitrag zu Klimawette 2. Teil: (Bitte übertragen Sie diesen in den richtigen Blog)

    Martin Kaßmann Rückzieher und Oregon Petition 11.06.2008 | 23:47
    „After the petition appeared, the National Academy of Sciences said in news release that „The NAS Council would like to make it clear that this petition has nothing to do with the National Academy of Sciences…”

    Sehr geehrter Herr Kaßmann,
    warum sich die NAS veranlasst gefühlt hat, sich von der Petition zu distanzieren, kann ich nicht beantworten, da muss man dort direkt nachfragen. Eine Notwendigkeit hierzu, besteht und bestand nicht, weil auf keiner Seite der Petition zu entnehmen ist (zumindest habe ich keine gefunden), dass die Petition mit der NAS Geschäftsverbindungen hätte oder gar assoziiert wäre. Insofern ist der Link auch nicht geeignet, die Seriosität der Petition in Zweifel zu ziehen.

    In der Tat erscheint die Stichprobe (26 Personen) von Scientific American aus dem Jahr 2005 hierzu geeigneter. Der dortige Hinweis, dass unter der Stichprobe nur 1 Klimaforscher zu finden war, ist indes ungeeignet, dass Gewicht der Petition in Frage zu stellen, da z.B. auch Physiker in der Lage sind, Klimavorgänge (Klima ist die Integrationsgröße des Wetters und das Wetter basiert ausschließlich auf physikalischen Prozessen) zu verstehen und die dazu veröffentlichten Berichte auf Plausibilität zu prüfen, ohne diese kritiklos übernehmen zu müssen. Ich kenne natürlich die diversen englischsprachigen Internetseiten, in denen eine Auflistung über die Tätigkeiten (Klimaforscher: ja/nein) einiger Unterzeichner der Petition im Vergleich zu den Herausgebern z.B. des IPCC-Klimaberichts angestellt wird. All denjenigen, die dies vornehmen, um (direkt oder indirekt) nicht aktiven Klimaforschern die Themenkompetenz abzusprechen oder in Frage zu stellen („nur 1 Klimaforscher“) sei entgegengehalten, dass unser modernes Weltbild, nicht etwa auf einem Wissenschaftler oder Astronomen beruht, sondern auf einem Patentexperten 3. Klasse.

    Der Gruppe, der Unterzeichner, die sich zwischenzeitlich nicht mehr mit der Petition identifizieren, muss vorgehalten werden, dass ein Vertrag und eine Unterschrift so lange Gültigkeit hat, solange diese nicht zurückgezogen wird. Da mir Diskreditierung, sowohl auf der einen Seite (z.B. Mann, Stephan Schneider), als auch auf der anderen Seite (z.B. Beck, Singer) fremd ist, werde ich mich ganz sicher nicht daran beteiligen, in Zweifel zu ziehen, dass in der Petition, Personen richtige Angaben machten.

    Hervorzuheben ist, dass die Petition binnen weniger Monate um ca. 12.000 Unterzeichner anstieg. Hierzu gibt es aus meiner Sicht nur eine Erklärung (wird eine Verschwörung „dunkler Mächte“ ausgeschlossen): Dass die physikalischen Klimaparameter (z.B. Temperatur) die erdrückende politische Gewichtung, die der anthropogene Klimawandel bisher hatte, auf Dauer nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Auch der „Spuk“ der anstehenden vermeintlichen Eiszeit in den 1970er-Jahre (ab 1965 bis ca. 1977 war die Sonne ungewöhnlich „ruhig“, was sich auf die Erdtemperatur entsprechend auswirkte) wurde durch die erneute Erwärmung, einhergehend mit der wieder verstärkten Sonnenaktivität, beendet.

    Martin Kaßmann Rückziehe rund Petitionen 11.06.2008 | 22:23 , „Heidelberg Appeal“

    Sie hatten mir am 09.06. folgendes entgegengehalten: „We do, however, forewarn the authorities in charge of our planet’s destiny against decisions which are supported by
    pseudoscientific arguments or false and nonrelevant data.“

    Antwort:

    Wenn ein Wissenschaftler die Verantwortlichen davor warnt, das Schicksal unseres Planeten nicht von pseudowissenschaftlichen Argumenten oder falschen und nicht relevanten Daten abhängig zu machen, dann ist dies keine Allgemeinformel. Gäbe es in der Wissenschaftssprache ein Ranking, so ist eine derartige Formulierung von der Deutlichkeit die höchste Stufe. Der Satz sagt nichts anderes, als dass die, den Verantwortlichen vorgelegten Daten, mit Vorsicht zu genießen sind.

    Die Formulierung („Schicksal unseres Planeten“, „pseudowissenschaftlichen Argumenten“, „nicht relevanten Daten“,…) beziehen sich unmissverständlich auf die Arbeiten zum anthropogenen Klimawandel – so gut wie alle Arbeiten, die von politischen, oder politiknahen Institutionen (z.B.: IPCC), beginnen oder enden mit dem Hinweis auf das Schicksal unseres Planeten, was auch von der Presse so aufgenommen und entsprechend deren Platzierung, plakativ verarbeitet wurde.

    Sehr geehrter Herr Seifert,

    die „saubere Umfrage“, bzw. die Thematik zu Global Warming (Sie stellten die Frage, was dort ausgesagt wird) finden Sie unter (http://www.oism.org/pproject/s33p36.htm), die Petition selbst, unter der Einstiegsmaske.

    CO2-Kurve nach Beck

    Es ist im Blog bereits mehrmals nach einer Erklärung für die dortigen Maxima und deren Form erfragt worden. Ich möchte den Herren dies gerne beantworten.

    Ich nehme hierzu die Abbildung, die Herr Beck auf seiner Homepage eingestellt hat: http://www.wasserplanet.biokurs.de/treibhgl2.htm

    Zu sehen sind 3 auffällige Maxima. Das erste erklärt er selbst durch den gewaltigen Vulkanausbruch des Tambora von 1815 (vulkanische Emission). Dessen gesamter Auswurf war so stark, dass für die nächsten Jahre auf der Nordhalbkugel die Sommer „ausgefallen“ sind.

    Das dritte Maximum (1940) ist mit der AMO und PDO zu erklären, die beide in dieser Zeit stark positiv waren – das Meeres(oberflächen)wasser war deutlich wärmer als im Mittel: (http://www.oekologismus.de/…-23_amo_emo_temp.gif) oder http://commons.wikimedia.org/…rricanes_graph.png

    Ebenfalls in der Zeit, in der nach Beck das zweite Maximum auftrat (um 1860), war die AMO deutlich positiv, wie die folgende französische Internetseite belegt: (http://la.climatologie.free.fr/amo/amo-index.gif). Zu erkennen ist, dass sie nicht so stark wie die um 1940 war, was sich auch in der CO2-Kurve widerspiegelt. Auch dort ist das dritte Maximum deutlich ausgeprägter, als das zweite. Viele Grüße RL.

  21. Bester Kommentar

    Ich stelle fest: von den bisher abgegebenen Kommentaren, die direkt auf den Artikel von Prof. Levermann Bezug nehmen, stammt der Beste und substanzvollste ohne Zweifel von Rainer: Nicht Einverstanden! 11.05. 2:33.

    Verwunderlich ist die geringe Resonanz, die er findet – weist er doch ebenfalls auf eine „unbequeme Wahrheit“ hin: das es zur (A)GW eben KEIN ZWEIFELSFREIES Wissen gibt – wider aller Beteuerungen der „Klimalöser“.

    Deren Argumentation gegenüber den Klimakritikern ist leider von tautologischer Natur: Da ihre (der Klimalöser) Analysen und Vorhersagen richtig und über jeden substanziellen Zweifel erhaben sind, können die Klimakritiker nicht recht haben – ergo sind ihre Argumente bedeutungslos.

    * Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen (Niels Bohr).

  22. Herr Prof. Levermann,

    Sie vergleichen den CO2-Eintrag in die Atmosphäre mit einem Eimer, in den Wasser tropft und der ein Loch hat. Und weiter: „Leider läuft das Wasser aus diesem Loch nicht in ein unendlich grosses Reservoir, sondern einfach nur in einen anderen Eimer, der sich auch füllt. Die Aufnahmekapazitäten von Ozean und Landvegetation sind begrenzt und wir kennen sie nicht präzise.“

    Dieser Vergleich hat leider einen entscheidenden Makel: das Wasser, welches in den Eimer tropft, stammt von AUSSERHALB des „Eimer-Systems“, der antropogene C02-Eintrag in die Atmosphäre jedoch ist Teil des Ozean-Land-Atmosphäre-Systems. Ebenso der CO2-produzierende Mensch. Er entzieht die Grundstoffe (Kohlenstoff, Sauerstoff) dem Ozean-Land-Atmosphäre-System.

    Leider unterlassen Sie es nicht nur die CO2-Quellen zu benennen, sondern auch die Grössenordnungen. Nicht „von ausserhalb des Eimers“, sondern von folgenden Quellen stammt jegliches vom Menschen – auf welche Weise auch immer – abgegebenes CO2:

    Vorhandenes CO2 (Gigatonnen, geschätzt):
    terrestrische
    Biosphäre: 560 GT
    Atmosphäre: 750 GT (0.0375%)
    Böden: 1 500 GT
    Ozeane: 39 000 GT
    Kohle/Öllager: 10 000 GT

    In dieses System also trägt der Mensch nichts ein, sondern „verschiebt“ jährlich ca. 26 GT in die Atmosphäre. Zum Vergleich: Insekten 350 GT, terrestrische Biosphäre 60 GT.

    Sie schreiben „die Aufnahmekapazitäten von Ozean und Landvegetation sind begrenzt“. Und weiter: „Das Klimasystem besitzt nahezu keine permanenten Senken für Kohlendioxid.“ Beides will ich nicht bestreiten, es ist jedoch wenig relevant, denn dem System wird auf dem beschriebenen Weg eben kein CO2 bzw. Kohlenstoff / Sauerstoff zugeführt.

    Als zulässiges Argument würde ich gelten lassen, dass dieser CO2-Kreislauf durch zuviel C02 überlastet werden oder gar „verstopfen“ könnte. Vor diesem Hintergrund könnte man Ihrer Null-Emissionen-Betrachtung folgen.

    Anmerkung:
    Dieser Darstellung würde der unvermeidliche PIK-Prof. Rahmstorf selbstverständlich vehement widersprechen. Er ist jedoch im Disput mit Dipl.-Phys. von Alvensleben fachlich glänzend desavouiert worden (http://www.schulphysik.de/…a/alvens/antwort.html), und hat für mich jegliche Glaubwürdigkeit verloren.

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