Ebola: Ungeklärte Fragen

Woher kommt das Ebolavirus?

Vermutlich stammt das Ebolavirus von Flughunden (Flughunde gehören, anders als der Name vermuten lässt, wie Fledermäuse zur Ordnung der Fledertiere). Es wird angenommen, dass durch den Verzehr von Flughunden als Buschfleisch das Virus auf den Menschen übertragen wurde.

Allerdings steht der Beweis noch aus: die Isolierung eines infektiösen Ebolavirus aus einem lebenden Flughund.

 

Wie verbreitet ist das Virus?

Das Ebolavirus konnte auch in Schweinen und Menschenaffen nachgewiesen werden. Welche Tiere von Virus infiziert werden können und wie viele bereits den Virus tragen ist nicht bekannt.

Das Virus verbreitet sich durch Kontaktinfektion (Körperkontakt und Körperflüssigkeiten), könnte aber auch in eine Form mutieren, die per Tröpfcheninfektion (Sekrete der Atemwege) übertragen werden kann.

Innerhalb der letzten zehn Jahre ist das Ebolavirus bereits mehrfach mutiert. Wie genau dies seine Eigenschaften verändert hat ist nicht bekannt.

 

Wo und wann findet der nächste Ausbruch statt?

Frühere Ausbrüche fanden in vergleichsweise isolierten und abgelegenen Teilen Afrikas statt. Zur Ausbreitung und Größe des momentanen Ausbruches haben eine höhere Bevölkerungsdichte und eine höhere Mobilitätrate als in der Vergangenheit beigetragen.

Wann und wo es zu einem weiteren Ausbruch kommen kann ist schwer vorherzusagen. Mathematische Modelle unter Berücksichtigung von Klima und Geographie könnten dabei helfen.

 

Wie kann der Virus gestoppt werden?

Dem Virus kann Einhalt geboten werden durch Isolation von Infizierten und durch den Einsatz von Medikamenten.

Isolationsstationen können verhindern, dass sich weitere Menschen mit dem Virus infizieren, aber bieten keine Lösung für bereits Infizierte.

Medikamente gegen das Ebolavirus sind noch in der Erprobung. So werden beispielsweise, drei potenzielle Ebola Medikamente im Dezember in West-Afrika getestet.

Um wirkungsvolle Medikamente zu entwickeln muss verstanden werden, wie das Ebolavirus Symptome wie Fieber und Blutungen auslöst.

Bekannt ist bisher, dass das Ebolavirus den menschlichen Organismus durch eine Kombination von massiven Entzündungsreaktionen und Gewebezerstörung schwächt. Dies erfolgt durch das infizieren von Immunzellen, die eine frühe immunologische Verteidigungsfront bilden. Diese infizierten Immunzellen setzen Stoffe frei, die hohes Fieber und Blutungen verursachen. Gleichzeitig breitet sich das Virus durch die Infektion verschiedener Körperzellen aus, deren Funktion dadurch beeinträchtigt wird.

Auch hier gibt es bezüglich des genauen Krankheitsverlaufes und der Entwicklung von Medikamenten noch Forschungsbedarf.

 

Aufgrund dieser noch „ungeklärten Fragen“ ist eine Bekämpfung des Ebolavirus momentan so schwierig.

 

Weiterführende Literatur (engl.):

http://www.nature.com/news/the-ebola-questions-1.16243

 

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht von

ImmunoLogisch Verena Brucklacher-Waldert ist promovierte Immunologin und arbeitet an einem Forschungsinstitut für biomedizinische Forschung in Cambridge, UK. Dort erforscht sie vor allem welche Faktoren zur Entwicklung von Autoimmunerkrankungen führen.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. So ähnlich unklar ist es bei dem Vogelvirus (H5Nx). Wenn man sich die Vogelzugrouten ansieht, kommt man nur auf die Erkenntnis, dass da kein Virus um die halbe Welt gelangen kann – per ziehende Vögel.

    Das sieht jedenfalls nicht eindeutig aus.

  2. Ebola kann auch durch Impfungen gestoppt werden.Eine Durchimpfung kann bei gutem Impfstoff Ausbrüche verhindern. Oder aber eine akute Impfaktion kann einen Ausbruch eindämmen.
    Impfstoffkandidaten sind:
    – GlaxoSmithKlines >cAd3-EBO
    – Canadian National Microbiology Laboratory’s VSV-EBOV

    On October 20, the Public Health Agency of Canada began air shipment of 800 doses of the VSV-EBOV vaccine to the WHO in Geneva.[19] This vaccine is intended to be used in Phase I clinical trials, to start in late October or early November. This will determine if the vaccine is safe to use in humans and if so, determine the appropriate dosage. The WHO has recruited 250 volunteers ready to begin clinical trials in four locations: Switzerland, Germany, Gabon and Kenya. If results of this and following trials are positive, the deployment of this vaccine in environments such as West Africa would be facilitated by the expected requirement of only a single dose. Also, its effectiveness in nonhuman primates when administered even after exposure to the virus could help to protect health-care workers after a suspected exposure.

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