Komet Garradds glorioses Finale

Komet Garradd spielte „immer so mit“ während andere ihm die Show stahlen – Lovejoy als Weihnachtskomet zumindest der Südhalbkugel, Elenin als verhinderter Weltuntergangskomet – doch auf ihn war immer Verlass. Jetzt nähert er sich seiner Erdpassage und ist am Morgenhimmel sehr gut sichtbar. Zwar kein Objekt für das bloße Auge, wird er noch bis ins Frühjahr hinein ein lohnendswertes Ziel für Astrofotografen sein. 

Das folgende Bild habe ich am Morgen des 2. Februar gemacht (einen Tag später stand der Komet – offizielle Bezeichnung C/2009 P1 – beim Kugelsternhaufen M92, aber mir war zu kalt…) und so bearbeitet, dass sowohl Sterne als auch Komet „nachgeführt“ sind. Das erfordert etwas Aufwand, weil Garradd während der Belichtung (40 x 2 Minuten, mit Pausen etwa 1,5 Stunden) doch merklich weiterwandert vor dem Hintergrund der Sterne. Ich habe mich dazu teils an diese Anleitung (pdf) gehalten, die ich auf den Seiten der GvA Hamburg gefunden habe.

Komet C/2009 P1 (Garradd) am 2. Februar 2012. Bilddaten: 40 Aufnahmen á 120 Sekunden, 1600ASA, Canon Eos 450Da, Astronomik CLS-Filter, 8″ Newton f/5

Eine Zusammenfassung zu Garradds Sichtbarkeit (aus meiner Feder) steht bei Sterne und Weltraum. Andreas Schnabel hat schon vor längerem eine umfassende Abhandlung zu C/2009 P1 Garradd verfasst, insbesondere seine Aufsuchkartensammlung (pdf, 2,1 MB) ist sehr zu empfehlen.

Clear Skies!

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

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