Das Blog-Teleskop #4

Deutschland im Sommer: Die Teleskope der Amateurastronomen sind regensicher verpackt. Nicht aber ihr virtueller Bruder, das Blog-Teleskop – das späht unverdrossen in die Weiten der Blogosphäre. Und nun zum ersten Mal in den Himmelslichtern!

Was tut sich in den Astronomie-Blogs? Mein Überblick ist subjektiv und sicher auch unvollständig. Wer sich also übergangen fühlt, sei mir nicht böse und füge seinen Link gerne als Kommentar ein! Ansonsten kann ich nur den Wunsch nicht nur der Amateurastronomen aussprechen: Wann wird es noch mal Sommer?!

In den KOSMOlogs wird fleißig gebloggt:

Rainer Gerhards berichtet von seinem neuen Schulprojekt, mit dem er Schüler für die Astronomie, insbesondere natürlich für sein Steckenpferd begeistern will: Saturn und die Cassini-Huygens Mission. Viel Erfolg dabei!

Einen KOSMOlogs-Leserwunsch erfüllen zur Zeit Susanne M. Hoffmann und Stefan Oldenburg mit ihrer Serie „Exoplaneten – Welten um fremde Sterne“. Nach einer Einführung in das Thema durch Susanne informiert Stefan nun über die Methode der Radialgeschwindigkeiten bei der Planetenendeckung in fremden Sternsystemen.

Raumfahrt 2100 – unter diesem Motto ruft Eugen Reichel alle Hobby-Science-Fiction Autoren auf, in die Tasten zu hauen: Wer bis zum 31. August 2008 seine ganz persönliche Vision von der Raumfahrt am Ende des Jahrhunderts einsendet hat die Chance auf attraktive Preise, unter anderem eine persönliche Führung durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen.

Andreas Müller erlebte jüngst eine Überwältigende Sommernacht – und lässt uns in seinem Blog daran teilhaben. Und ob ein Komet nun zerbröselt oder zerplatzt, er spricht jedem Amateurastronomen und Naturliebhaber aus der Seele…

Aber es gibt ja noch andere Blogs:

Die spektakulären Bilder und Messergebisse der Raumsonde MESSENGER, die im Januar ihren ersten Vorbeiflug am Merkur absolvierte thematisiert sehr anschaulich Ludmila Carone in ihrem Blog "Hinterm Mond gleich links". 

Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems steht in diesen Tagen in Opposition zur Sonne. Dazu gibt es einen Beitrag im WDR-Teleskopblog. Um den Gasriesen aber in einer vernünftigen Höhe über dem Horizont sehen zu können muss man sich schon auf den Weg nach Süden machen…

Wer sich über die Fortschritte zum Internationalen Jahr der Astronomie 2009 auf dem Laufenden halten will ist wie immer bei Daniel Fischers Blog richtig. Die Bonner Wissenschaftsnacht 2008 ist für ihn ein Vorbild für verschiedenste Veranstaltungen für das Astronomiejahr. Und sein Blog „Breaking News for sky afficionados“ gehört zwar streng genommen nicht zur deutschsprachigen Blogszene, ist aber aufgrund seiner fast täglich frischen Informationen immer einen Klick wert.

Lichtverschmutzung – das Leidthema der Astronomen "beleuchtet" Christian Reinboth von Seiten der Beleuchtungstechniker in seinen "Blog zur Energiewende". Die Zukunftstechnik LED – wird sie Fluch oder Segen sein? Wie auch immer, die Weichen werden jetzt gestellt…

Florian Freistetter amüsiert sich über Elementarteilchen zum Kuscheln. Sehr lesenswert finde ich aber auch seinen Artikel zum Thema Seriosität in der Wikipedia. Ein interessantes und wichtiges Thema wie ich finde, und die lebhafte Diskussion in den Kommentaren scheint das zu bestätigen.

Was ist in den Foren los? Ich muss zugeben, Forenlesen ist ein Vollzeitjob, und ich finde einfach nicht die Zeit, immer auf dem Laufenden zu bleiben. Beim durchklicken sind mir aber ein paar Themen aufgefallen:

Auf astronomie.de wird über die Milchstraße als Deep-Sky-Objekt diskutiert – warum nicht, ist sie doch ein wunderschön anzusehendes Objekt, für das man keine Hilfsmittel braucht.

Im selbigen Forum kann man einfach nur geniale Mondaufnahmen bewundern…einfach fantastisch, was so mancher Astrofotograf zu Wege bringt!

Lichtverschmutzung der ganz schlimmen Art kann man im Forum des Arbeitskreises Meteore bewundern. Wenn so was zur Mode wird, wandere ich aus…

Wer sich für Meteorite interessiert ist im Meteorite-Mineralien-Gold-Forum gut aufgehoben. Ein aktuelles Thema ist, wie könnte es anders sein, der Jahrestag des Tunguska-Ereignisse von 1908. 

Sonst noch was? Nicht direkt ein astronomisches Thema, aber hier und da thematisiert wird die Rüge des Wissenschaftsrats an die deutschen Professoren, doch mal eine bessere Lehre anzubieten. Kurz angerissen im Astronomieblog von Sven Piper. "Jeder der in Deutschland studiert hat kann wohl ein Lied darüber singen, wie unprofessionell viele deutsche Professoren sind und wie bescheiden der Erkenntnisgewinn in deren Vorlesungen ist." – Naja, positive Ausnahmen gibt es aber auch, ich selbst habe als Student sowohl Rumpelvorlesungen wie auch die spannende Zelebrierung von Wissenschaft erlebt…

So, das wars von mir zur 4. Ausgabe des Blogteleskops. Wie gesagt, wer noch etwas hier vermisst, darf es mir gerne sagen – per Kommentar oder Email!

Ach ja: Das Blog-Teleskop ist eine Initiative von Florian Freistetter. Wo die 5. Ausgabe zu lesen sein wird, erfährt man in 2 Wochen sicher auf seinem Blog

Jan Hattenbach

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

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