Muslime in Deutschland. Geschichte – Gegenwart – Chancen

„Rund vier Millionen Muslime leben in Deutschland. Damit bilden sie nach den beiden christlichen Kirchen die drittgrößte Glaubensgemeinschaft. Viele Muslime sind hier geboren und aufgewachsen, andere leben schon seit Jahrzenten hier und sind aus der deutschen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Dennoch gelten der Islam und seine Anhänger immer noch als fremd und unbekannt.“

Aus diesem Anlass habe ich im Rahmen meiner Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum für interkulturelle Kommunikation (ZikK) in Heidelberg in den letzten Monaten an einem Überblicksband zum muslimischen Leben in Deutschland gearbeitet.
Auf über 100 Seiten habe ich zunächst die Geschichte der Muslime in Deutschland von den Türkenkriegen bis heute behandelt und mich dann mit den folgenden acht aktuellen Themenaspekten auseinandergesetzt:

–    Vorstellung von sieben verschiedenen muslimischen Verbänden
–    Anerkennung des Islam
–    Islamischer Religionsunterricht
–    Moscheen in Deutschland
–    Imame in Deutschland
–    Islamische Theologie in Deutschland
–    Dialog mit Muslimen
–    Muslimische Jugendliche in Deutschland

Die einzelnen Themen sind jeweils überblicksartig mit wichtigen Informationen auf etwa 3-4 Seiten behandelt. Um dem Leser – ob mit oder ohne Vorkenntnisse – eine eigenständige Weiterbeschäftigung mit dem Thema im Allgemeinen oder mit einzelnen Themenaspekten zu vereinfachen, ist nach jedem Überblick eine Liste mit wissenschaftlicher deutschsprachiger Literatur sowie explizite Literaturempfehlungen angeführt.

Um den Band möglichst vielen Interessierten zugänglich zu machen, haben wir beschlossen ihn auf der Homepage des ZikK als pdf online zu publizieren. Man kann ihn kostenlos herunterladen.

Hier ist der link dazu: http://www.zikk.eu/tl_files/zikk/pdfs/Muslime-Band.pdf

Viel Spaß bei der Lektüre!

Hussein Hamdan

Veröffentlicht von

Hussein Hamdan M.A., geb. 1979 studierte Islam- und Religionswissenschaft sowie Irankunde in Tübingen und schloss sein Studium 2007 mit einem Magister ab. Anschließend folgte, ebenfalls an der Universität Tübingen, die Doktorarbeit über das Wirken der Azhar-Universität im christlichen-islamischen Dialog, die im März 2013 abgeschlossen wurde. Hussein Hamdan war die ersten beiden Jahre seiner Promotion Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung, ehe er 2009 für zwei Jahre Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum für interkulturelle Kommunikation in Heidelberg wurde. Dort verfasste er u.a. den Band „Muslime in Deutschland. Geschichte, Gegenwart und Chancen“. Aktuell ist er an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart angestellt und für das Projekt „Gesellschaft gemeinsam gestalten – Junge Muslime als Partner“ verantwortlich. Hussein Hamdan ist Autor und Sprecher der Kolumne „Islam in Deutschland“ (SWR) und Referent zu diversen Themen des Islam. Seine Schwerpunkte sind Muslime in Deutschland, Interreligiöser Dialog, Humor im Islam sowie Einführungen in die Grundlagen, Quellen und Geschichte des Islam. Zudem ist er Mitglied des Runden Tischs Islam von Integrationsministerin Bilkay Öney in Baden-Württemberg. Hamdan hat sich in den letzten Jahren in verschiedenen Bereichen des interreligiösen und interkulturellen Dialogs engagiert. Von 2004-2007 moderierte er in Tübingen den Arabisch-Amerikanischen Dialog. Aktuell ist er Vorstandsmitglied des Bendorfer Forums.

14 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Drei gute Gelegenheiten! 🙂

    1. Dir und den Deinen von Herzen ein gesegnetes Ramadanfest zu wünschen! 🙂

    2. Dir zu der sehr gelungenen Veröffentlichung zu gratulieren, die sicher ihre Wirkung haben wird!

    3. Danke zu sagen, dass Du auch Arbeiten von mir in dieser Veröffentlichung aufgegriffen, zitiert und diskutiert hast.

    Klasse, Deine Arbeit(en) und dieser Blog!

  2. @ Michael Blume

    Lieber Michael,

    es freut mich sehr, dass Dir der Band so gut gefällt. Dass ich deine Arbeiten zitiere, ist doch klar. Die bieten halt was. Vor allem die Studie zum Islam in Deutschland 2030 ist gut gelungen! 😉

    Vielen Dank auch für die Wünsche zum Fest.
    Alles Gute!

  3. @ Wiebe

    Das hört/liest man gern. Vielen Dank für diese Rückmeldung.
    Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch nachholen, was ich bisher versäumt habe:
    Herzlich willkommen bei den Chronologs!

  4. Lieber Herr Hamdan,
    auch ich habe mir das Band ausgedruckt und es gelesen. Da ich Neueinsteiger in dieser Thematik bin, haben mir die kurzen Darstellungen zu den einzelnen Punkten geholfen.
    Vielen Dank!
    Ich hoffe auf weitere Publikationen, ihr Schreibstil hat mir sehr gut gefallen.

  5. @ Aaron

    Über Ihren Kommentar habe ich mich sehr gefreut, herzlichen Dank!
    Genauso war es auch gedacht; der Band sollte nicht nur Wissenschaftlern sondern auch Neueinsteigern weiterhelfen.

    So schnell wird es aber keine weitere Publikation geben. Jetzt muss ich erst mal die Doktorarbeit zu Ende schreiben. 😉

  6. @ Max Meier

    Nun habe ich schon mehrfach solche Filme bekommen und ich frage mich immer wieder, was die Absicht dahinter ist. Wollen Sie aufklären? Oder nur Stimmung machen?

    Es ist sehr schade lieber Herr Meier, dass der eine oder andere sich über solche Schlagzeilen freut, weil er damit seine Vorurteile bestätigt sieht und wieder etwas in der Hand hat, das er den anderen (in diesem Fall Muslimen und den sogenannten Gutmenschen) vorhalten kann.

  7. @Meier

    …mir gefällt der Tenor dieses Films überhaupt nicht. Es hört sich so an, als ob man das Massaker durch den Verweis auf die Lage mancher muslimischer Frauen – und ich glaube kaum, dass eines der Kopftuchtragenden Mädchen, die im Film gezeigt werden, dazugehören – relativieren könnte. Der Film pauschalisiert wie so viele Filme über das Thema Ehrenmorde und Gewalt im Zusammenhang mit überkommenen Vorstellungen von Ehre. Wer glaubt, dass diese „Ehrenproblematik“ etwas sei, das ausschliesslich bei muslimischen Völkern zu finden sei, sollte sich mal zum Beispiel mit manchen Gegenden im christlichen Spanien oder Italien beschäftigen.
    Wenn es eine ähnlich schlechte und polarisierende Berichterstattung in der islamischen Welt, die auch so eine Sendung machen würde, würde dann über die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche berichtet und das als ein speziell „christliches“ Problem bezeichnet werden. Übrigens taucht die Ehrenproblematik auch in Goethes „Faust“ auf: Gretchens Bruder wirft ihr vor, die Ehre der Familie befleckt zu haben, und sie wird schliesslich ja auch deswegen hingerichtet.
    Ich finde gerade vor dem Hintergrund des Massakers in Norwegen solche Berichte respektlos. Das Andenken an die Opfer und die Arbeit daran, dass so etwas nie wieder vorkommt sollte im Vordergrund stehen.

    @ Hussein:

    Nochmal zum eigentlichen Thema: Ich kann mich nur den übrigen Beiträgen anschliessen und ein großes Lob für den Band aussprechen. Ich hoffe, dass es in Zukunft noch mehr solcher fundierten Überblicksdarstellungen geben wird, die wirklich dem wissenschaftlichen Niveau entsprechen. Leider ist einiges auf dem Markt, wo sich nur Halbwahrheiten finden lassen, die ein verzerrtes Bild wiedergeben.

Schreibe einen Kommentar




Bitte ausrechnen und die Zahl (Ziffern) eingeben