Alles Gute zum Fest

Der diesjährige islamische Fastenmonat Ramadan findet so langsam sein Ende und in den nächsten Tagen werden die Muslime in aller Welt mit dem Fest des Fastenbrechens das zweithöchste Fest des Islam feiern.
Ich möchte diese Gelegenheit heute für zwei Dinge nutzen:

Zum einen möchte ich auf die Broschüre „Fasten in den abrahamischen Religionen“ hinweisen, die vom interkulturellen Rat in Deutschland herausgegeben und mir zu Beginn des diesjährigen Ramadans zugeschickt wurde. In dieser knapp dreißig seitigen Broschüre werden die Fastentraditionen in Judentum, Christentum, Islam, Alevitentum und der Bahai-Religion sachlich und sehr informativ dargestellt. Wer sich also einen Überblick über das Fasten und seinen Formen in diesen Religionen verschaffen möchte, dem sei diese Broschüre nahe gelegt. Vor allem für Schülerinnen und Schüler könnte sie z.B. für Referate besonders hilfreich sein. Die Broschüre kann auf der Homepage des interkulturellen Rates heruntergeladen werden.
Der interkulturelle Rat in Deutschland e.V. ist ein multiethnisches und überkonfessionelles Forum und besteht seit 1994. Seine Geschäftsstelle befindet sich in Darmstadt. Die Förderung des Dialogs und des Zusammenlebens in einer multikulturellen Gesellschaft gehören zu seinen wesentlichen Zielen. Dabei werden Modellprojekte entwickelt und Maßnahmen zur Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie angeboten.

Zum anderen möchte ich den Muslimen alles Gute zum bevorstehenden Fest wünschen. Das Fasten war dieses Jahr für viele Menschen aufgrund der langen Tage und der hohen Temperaturen nicht leicht. Ich kann mich da immer nur wiederholen: Respekt vor denjenigen, die es schaffen. Aber auch Respekt vor denjenigen, die einsehen, dass es einfach nicht mehr geht und stattdessen auf die Alternativmöglichkeiten zurückgreifen.

In diesem Sinne:
Ein gesegnetes und frohes Fest des Fastenbrechens

Kul ´aam wa antum bi khair

Bayramınız mübarek ve kutlu olsun

Hussein Hamdan

Veröffentlicht von

Hussein Hamdan M.A., geb. 1979 studierte Islam- und Religionswissenschaft sowie Irankunde in Tübingen und schloss sein Studium 2007 mit einem Magister ab. Anschließend folgte, ebenfalls an der Universität Tübingen, die Doktorarbeit über das Wirken der Azhar-Universität im christlichen-islamischen Dialog, die im März 2013 abgeschlossen wurde. Hussein Hamdan war die ersten beiden Jahre seiner Promotion Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung, ehe er 2009 für zwei Jahre Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum für interkulturelle Kommunikation in Heidelberg wurde. Dort verfasste er u.a. den Band „Muslime in Deutschland. Geschichte, Gegenwart und Chancen“. Aktuell ist er an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart angestellt und für das Projekt „Gesellschaft gemeinsam gestalten – Junge Muslime als Partner“ verantwortlich. Hussein Hamdan ist Autor und Sprecher der Kolumne „Islam in Deutschland“ (SWR) und Referent zu diversen Themen des Islam. Seine Schwerpunkte sind Muslime in Deutschland, Interreligiöser Dialog, Humor im Islam sowie Einführungen in die Grundlagen, Quellen und Geschichte des Islam. Zudem ist er Mitglied des Runden Tischs Islam von Integrationsministerin Bilkay Öney in Baden-Württemberg. Hamdan hat sich in den letzten Jahren in verschiedenen Bereichen des interreligiösen und interkulturellen Dialogs engagiert. Von 2004-2007 moderierte er in Tübingen den Arabisch-Amerikanischen Dialog. Aktuell ist er Vorstandsmitglied des Bendorfer Forums.

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Grüße!

    Auch Dir und Deiner Familie ein gesegnetes Ramadanfest, Hussein – und danke für den Link zur Fastenbroschüre! Die kannte ich echt noch nicht… 🙂

  2. @Michael

    Vielen Dank lieber Michael.
    Freut mich, dass Du etwas mit der Broschüre anfangen kannst. Mir hat sie sehr gut gefallen.
    Wünsche euch wunderschöne Tage!

  3. Der Islam

    Am Wochenende wurden in islamischen Länder fast 300 Christen getötet, nachweislich von Islamisten.
    Wie steht ein islamischer Wissenschaftler dazu ?

  4. @ Sarah

    Eigentlich gehe ich auf solche Kommentare nicht ein, manchmal lösche ich sie auch. Aber einen Satz möchte ich Ihnen schreiben:
    Ihre Frage bewerte ich als Unverschämtheit, weil sie impliziert, dass ich mich über diese Ereignisse gefreut haben könnte.

  5. Das impliziert die o.g. Frage

    nicht.

    Die Frage zielte nicht erkennbar auf Ihre Stimmung.

    MFG
    Dr. W (der auch gerne mal was von Ihnen was lesen würde – wenn Sie dahin gehen könnten, wo Stuff stattfindet sozusagen, wäre das nett)

  6. @Hussein

    Gut, dass Du Dich da eindeutig positioniert hast – nach meiner Erfahrung bringen solche Debatten auch einfach mehr Lesende. 🙂

    Und ärgere Dich nicht zu sehr: Die Islamophoben sind einfach frustriert, dass sie wieder mal bei allen Wahlen (Bayern, Hessen, Bund) grandios abgeschmiert sind. Ihr intoleranter Hass und ihre Ängste – in denen sie den islamistischen Radikalen so ähnlich sind – haben in unserem Land wieder einmal nicht verfangen. Stattdessen hat nun auch die CDU mit Cemilie Giousouf ihre erste muslimische Bundestagsabgeordnete:
    http://www.zeit.de/2013/38/cdu-bundestag-muslimin

    Klar, dass sie sich die Islamophoben grämen und nun eben versuchen, online und anonym hilflos und gemein zu provozieren. Lass sie ruhig: Deinen Blog machen sie damit nur stärker! 🙂

  7. Request for Comments

    Das war ein Request for Comments zu den bekannten allgemeinen Entwicklungen, gerichtet an den werten Herrn Wissenschaftler und/oder Imam. [1]

    MFG
    Dr. W

    [1] das hat der Schreiber dieser Zeilen noch nicht herausbekommen

    PS: Fällt zu den Entwicklungen in Ä denn was ein?

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