Zeit der Sternschnuppen

Was sind Sternschnuppen? – Ich habe mich mal an einem poetischen PodCast probiert. Sehen Sie mir bitte nach, dass noch ein paar Stotterer drin sind und in einem Nebensatz einmal die Stimme etwas absackt: Unpayed First Trial halt, in Handyquallität… mach ich künftig besser oder lasse es durch Profis produzieren. Erfahren können Sie aber auch so schon etwas. 😉

Für Astronomen ist IMMER Sternschnuppenzeit und nicht nur im August. Nutzen Sie doch die Zeit, die man jetzt abends hat und nach HomeOffice auch dringend zum Abschalten benötigt, für einen Blick in die Sterne!

Von den Lyriden, die bis Ende April aktiv waren, geht es weiter zu den Eta Aquariden, die morgen (4. Mai) ihr Maximum erreichen sollten. Etwa 30 Sternschnuppen pro Stunde werden im Maximum erwartet. Es gibt keine bevorzugte Richtung, in der sie auftreten, das kann wirklich überall am Himmel geschehen. Allerdings sind die Chancen für Sternschnuppen in der zweiten Nachthälfte größer, weil sich dann unser Standort auf der vorausfliegenden Seite der Erde befindet. Das muss man sich vorstellen wie wenn Sie mit dem Auto durch einen Mückenschwarm fliegen: Es landen mehr Mücken auf der Frontscheibe als auf dem Heck oder den Seiten.

Der Name der Sternschnuppenströme sagt überhaupt nichts über die Beobachtbarkeit aus. Er ist “akademisch”, in folgendem Sinn: Stellen Sie sich vor, Sie stellen sich eine Nacht lang nach draußen und tragen alle Sternschnuppen in eine Karte ein. Wie Mikadostäbe sieht das dann aus – zufällig über den ganzen Himmel verteilt.

Foto-Montage: Mikado-Stäbe über einer historischen Sternkarte:
Sternkarte ist die Kometenkarte aus dem Faksimile-Print des Doppelmayer-Atlas (1742) aus dem Albireo-Verlag, das Mikado-Bild stammt von der Münchner Firma “Holz-Leute”, die das Spiel verkauft.

Wie bei Mikadostäben sieht man aber einen gewissen Trend, ein “Zentrum”, aus dem sie alle zu kommen scheinen. Der Name des Stroms sagt, wo dieses Zentrum liegt.

Ihr lokales Planetarium oder Tageszeitungen werden Ihnen gewiss eine Aufsuchkarte zur Verfügung stellen, um die Sternbilder der Saison bestens aufzufinden.

Susanne M. Hoffmann

Veröffentlicht von

"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Die Autorin ist seit 1998 als Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik, Wissenschaftsgeschichte und Fachdidaktik (neue Medien). Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde.

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