Lesetipps für trübe Lockdown-Tage

Nun haben wir ihn also wieder – den Lockdown. Zwar ist es diesmal nur ein so genannter „Lockdown light“, aber das ist nur ein schwacher Trost. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir gehen so langsam die Beschäftigungsmöglichkeiten aus. Der Aufenthalt im Freien, sei es zum Spazierengehen, Radfahren oder Sport treiben, macht bei einstelligen Temperaturen, Regen und Dunkelheit dann doch etwas weniger Spaß als noch in Frühling und Sommer. Und nach einem ausgiebigen Wanderjahr kennt man dann doch auch die Umgebung einschließlich der einheimischen Flora und Fauna so gut, dass man zumindest nicht mehr in Verzückung ob der landschaftlichen Schönheit gerät. Auch das Bücherregal ist abgearbeitet, Streamingportale gefühlt „leergeschaut“, Brote wurden gebacken und das Zuhause im Rahmen der handwerklichen Fähigkeiten optimiert. Daher freue ich inzwischen noch viel mehr als im Frühjahr, wen ich im Internet auf interessante und unterhaltsame Informationen stoße, mit denen man sich sinnvoll die Zeit vertreiben kann.

Ein paar dieser Infoseiten – natürlich mit einem Bezug zur Chemie – möchte ich Ihnen an dieser Stelle einmal kurz vorstellen. Vielleicht ist ja auch für Sie etwas Interessantes dabei.

  1. Bereits im März eingeführt und im Sommer vorläufig abgeschlossen wurde die Linksammlung der Gesellschaft Deutscher Chemiker www.gdch.de/chemistryathome. Während der Schulschließungen und des Lockdowns im Frühling entstand eine umfangreiche Sammlung von Beiträgen aus allen Themenbereichen der Chemie. Neben allgemeinverständlichen Infothemen finden sich dort auch Rätsel und Unterhaltsames.
  2. Immer einen Tipp wert ist natürlich die namensgebende Seite für diesen Blog https://faszinationchemie.de. Seit 2019 liefert die GDCh dort Fakten, Meinungen und Unterhaltsames rund um die Chemie. Der Schwierigkeitsgrad der Artikel variiert von „leichtverständlich“ bis hin zu „chemieaffin“ – auf komplizierte chemische Formeln wird weitgehend verzichtet. Die Beiträge greifen spannende Aspekte der Chemie, aktuelle Kontroversen und auch „Fun Facts“ aus der Chemiewelt auf. In diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt auf dem Thema Polymerchemie in Wissenschaft und Praxis.
  3. Schon lange kein Geheimtipp mehr ist der YouTube-Kanal der großartigen Mai Thi Nguyen-Kim „maiLab“. Die promovierte Chemikerin und Wissenschaftskommunikatorin erklärt Wissenschaft so, dass auch Nichtfachleute einen guten Einstieg ins Thema bekommen.
  4. Wer etwas tiefer in Chemiethemen einsteigen möchte, dem seien die „Nachrichten aus der Chemie“ empfohlen. Zwar sind die meisten Beiträge der GDCh-Mitgliederzeitschrift nur für Mitglieder frei abrufbar, doch jeden Monat werden einige Beiträge komplett freigeschaltet. Im November beispielsweise waren dies ein spannender Artikel zu den diesjährigen Chemie-Nobelpreisträgerinnen „Nobelpreis: Biochemikerin trifft Mikrobiologin“ und ein lesenswertes Interview zur Chancengleichheit mit GDCh-Präsident Prof. Dr. Peter R. Schreiner und Dr. Hildegard Nimmesgern, Vorsitzende der Kommission Chancengleichheit der GDCh. Im Oktoberheft können Sie in den Beiträgen „Digitalisierung – Perspektiven für den Chemieunterricht“ , „Um die Erstsemester machen wir uns große Sorgen“, „Crispr-Cas9 in der Anwendung“ und „Wege zu weniger CO2“ schmökern.

Vielleicht finden Sie bei meinen Tipps etwas, das Ihr Interesse weckt. Alternativ bleiben ja immer noch Spaziergänge bei Wind und Wetter. Denn wie wir alle wissen, gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund!

Veröffentlicht von

Maren Mielck ist Wissenschaftskommunikatorin aus Überzeugung. Sie begeistert sich für die Naturwissenschaften und insbesondere die Chemie. Selbst nicht vom Fach, sondern mit klassischer Kommunikations- und Journalismusausbildung, möchte sie im Namen der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) auch anderen ihre Faszination für Chemie näherbringen.

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