Auf die Plätze….schaufel!

Kreuzungen. In seinem Leben befindet sich jeder von uns mal an einer. Man steht da auf der Straße und muss man sich immer wundern: Welche ist die richtige Richtung, wo muss ich jetzt hin, wo will ich jetzt hin? 
Es war ein kühler Montagsmorgen und wir standen an so einer Kreuzung, aufgeregt, hoffnungsvoll und auch froh darauf, dass wir es auf noch eine Ausgrabung geschafft haben. Die letzten Monate waren für die Mehrheit (wenn nicht alle) eine besondere und unruhige Zeit und eine Ausgrabung steht also auch als Zeichen: Wir sind da, das Leben geht weiter und schöne Zeiten kommen noch.

Gestern war auch unsere erste Nacht in der Pilgerherberge in Barsikow. Nach einer kurzen Führung durch die alte Kirche, Maritas Einleitung und einen schönen Abend mit Wein und Nudeln gingen alle eher früh ins Bett und genossen ein paar Stunden Ausruhen und Schlafen – morgens wird schon früh aufgestanden. Man kann beim Sonnenaufgang das Licht durch die Fenster der Kirche kommen sehen und genießen, wie sie den ganzen Raum mit bunten Farben füllt.

Einigen von uns war es heute auf dem Feld kalt, das Wetter soll auch die ganze Woche eher kühl bleiben. Wir gucken auf den Boden um die Kreuzung und wundern uns, was für Geheimnisse und Funde auf uns warten. Die Schaufeln und Kratzen werden ausgepackt, die ersten Erdschichten werden mithilfe des engagierten Eigentümers des Grabungsareals entfernt. Lieben Dank an Herrn Gottschalk und seine Baggerfahrkünste! Die ersten Vermessungen sind schon fertig und auch die ersten Funde sind eingetütet. Auf die Plätze, fertig…

Am Ende des ersten Grabungstages wurden die Mühen belohnt und wir konnten die ersten Befunde verzeichnen. Zwischen Schaufeln und Ausgraben hatten wir nette Besucher, darunter auch eine freundliche Feldmaus. Sowohl Maus als auch das Team sind wohlauf.

Auch Frau Zimmermann vom Wegemuseum Wusterhausen, der wir heute die vielversprechenden Ausgrabungsergebnisse in Sondage 5 und überhaupt die Möglichkeit dieser Lehrgrabung verdanken, ist hoffentlich vom Muskelkater verschont geblieben.

Wir konnten unseren ersten Tag auf der  Ausgrabung mit einer heißen Tasse Kaffee, viel Schokolade und guter Gemeinschaft abschließen. Hier gilt unser Dank der zauberhaften Ortsvorsteherin Frau Gülde aus Nackel. Und als wir nachmittags von der Kreuzung zurück Richtung Barsikow fuhren, könnte der heutigen Tag als ein Zeichen dafür wahrgenommen werden, dass man auch den Weg zu seinem Ziel genießen sollte.

Ioanna

Marita Genesis

Zu meiner Person: Dr. phil., Historikerin/Archäologin M.A. Schwerpunkt: Rechtsarchäologie, archäologische und historische Richtstättenerfassung

1 Kommentar

  1. Hallo liebes Grabungsteam. Der erste Bericht macht Lust auf mehr. Auf das sich die Arbeit mit Schaufeln und Kratzern lohnt. Ich bin echt neugierig darauf, ob es Euch gelingt so manch gut gehütetes Geheimnis, das da im Boden steckt, zu lüften. Marita, Dein roter Weinbecher kommt auf Fotos immer sehr gut zur Geltung – sehr elegant! Viele Grüße von Mario aus Dresden (heute mal ohne Schaufel und Eimer)

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