Purzelnde Rekorde + Updates

Im August, September und Oktober hat die globale Durchschnittstemperatur die bestehenden Höchstmarken überschritten. Auch in Deutschland gibt es neue Rekorde. Trotzdem: Wenn China, EU und USA jetzt ein Klimaabkommen schnüren, kann die globale Erwärmung noch unter der 2-Grad-Marke bleiben.

So warm wie in diesem Jahr war der Zeitraum Januar bis Oktober in Deutschland noch nie, wie der Deutsche Wetterdienst kürzlich feststellte. Das Gleiche gilt auch für die mittlere globale Temperatur. Der Oktober war auf unserem Planeten der wärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen, der September gleichfalls der wärmste September, der August der wärmste August. Das Klimadatenzentrum der USA erwartet, dass 2014 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen wird, wenn der Rest des Jahres weiterhin so warm bleibt. Die global bislang wärmsten Jahre waren 2010 gefolgt von 2005.

Rang
1.
2010
2010
2010
2010
2.
2005
2005
2005
2005
3.
2007
1998
1998
2007

Tabelle: Die wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert in den verschiedenen Datensätzen der globalen oberflächennahen Temperatur.

Die Washington Post schrieb kürzlich, es gäbe inzwischen derart viele solcher Rekorde, dass die Leute dazu nur noch mit den Achseln zucken. Die abgelaufenen 356 Monate waren alle ausnahmslos wärmer als die mittlere Temperatur im 20. Jahrhundert. Diese Rekorde sind eine logische Folge der globalen Erwärmung: die mittlere globale Temperatur ist seit dem 19. Jahrhundert um ein knappes Grad gestiegen. Drei Viertel dieser Erwärmung fanden seit 1980 statt.

Eine interessante Frage ist, wie viele Rekorde man eigentlich in Anbetracht der globalen Erwärmung erwarten würde? Die Antwort lässt sich aus dem Verhältnis von Erwärmungstrend zu „Rauschen“ (also zufälligen wetterbedingten Schwankungen) errechnen. Für die globale Mitteltemperatur ergibt sich, dass bei stetigem Erwärmungstrend in etwa alle vier Jahre ein neuer Rekord zu erwarten ist. Das entspricht dem, was auch tatsächlich beobachtet wird. Es kann auch mal länger oder kürzer dauern – so war das Jahr 1998 ein besonders warmer Ausreißer durch ein Rekord-El-Niño Ereignis; danach hat es sieben Jahre gedauert, bis die Temperatur dann 2005 getoppt wurde.

In den örtlichen Temperaturen, also etwa in Deutschland, sind Rekorde erheblich seltener, weil das „Rauschen“ lokal um ein Mehrfaches größer ist als global. Denn zufällige Wetterschwankungen gleichen sich im globalen Mittel weitgehend aus. Dennoch treten lokale Wärmerekorde in den Monatstemperaturen bereits fünfmal so häufig auf, als das in einem stabilen Klima der Fall wäre. Auch hier stimmen Beobachtungsdaten gut mit der theoretischen statistischen Erwartung überein.

Die Frage, wann genau ein neuer Rekord erreicht wird, hängt von den Schwankungen ab, die sich dem globalen Erwärmungstrend überlagern, und dabei spielt das El Niño Phänomen im tropischen Pazifik die wichtigste Rolle. Es handelt sich um eine natürliche, unregelmäßige Klimaschwingung. Während El-Niño-Ereignissen erschlaffen die Passatwinde und der Pazifik gibt Wärme ab, die dort zuvor zwischengespeichert wurde. Diese Ereignisse treten alle paar Jahre auf und halten typischerweise ein halbes Jahr an, häufig über Weihnachten hinweg – El Niño wurde von peruanischen Fischern daher nach dem Christkind benannt.

In der Folge steigt die globale Temperatur etwas an, am wärmsten ist sie etwa drei Monate nach dem Höhepunkt des El Niño. Deshalb werden neue Temperaturrekorde meist nach einem El Niño erreicht – so war es auch bei den letzten drei Rekordjahren 1998, 2005 und 2010. In diesem Jahr könnte ein Rekord sogar ohne El Niño eintreten. Auf jeden Fall wird 2014 deutlich das wärmste Jahr ohne El-Niño werden, denn selbst wenn der erwartete El Niño jetzt noch beginnen sollte wird er seine Wirkung erst 2015 entfalten.

TempCP3Grafik: Die globale Jahrestemperatur von 1880-2014 in den NASA-Daten. Der Wert für 2014 ist vorläufig und beruht auf den bislang verfügbaren Daten für Januar bis Oktober. Ob 2014 einen neuen Rekord setzen wird, hängt noch von den beiden fehlenden Monaten ab. Die roten Linien (abschnittsweise lineare Trends) zeigen das Ergebnis einer objektiven Change Point Analysis – Details dazu bei Realclimate. Grafik: Niamh Cahill, School of Mathematical Sciences, University College Dublin.

Die fortschreitende Erwärmung widerlegt die wissenschaftlich unseriösen „Klimaskeptiker“, die immer wieder behaupten, die globale Erwärmung sei vorbei, oder die gar (wie der frühere RWE-Manager Fritz Vahrenholt) eine Abkühlung vorhergesagt haben. Statt die globale Erwärmung mit fadenscheinigen Argumenten wegzudiskutieren, sollten wir das Problem rasch anpacken. Zum Glück setzt sich diese Einsicht inzwischen durch. Immer mehr Menschen denken über ein gutes und nachhaltiges Leben nach, bei dem es nicht nur um mehr Konsum geht. Und dass nun die EU, die USA und China konkrete Minderungsziele ihrer Klimagas-Emissionen auf den Tisch gelegt haben, macht Hoffnung für das globale Klimaschutzabkommen, das im kommenden Jahr in Paris abschlossen werden soll. Noch kann es gelingen, die globale Erwärmung zumindest auf 2 Grad zu begrenzen.

p.s. Der Statistiker Grant Foster hat in seinem Blog gerade nocheinmal gezeigt, dass es in keinem der globalen Temperaturdatensätze (weder in Satellitendaten aus der Troposphäre noch in den oberflächennahen Temperaturen) eine statistisch signifikante Abschwächung des Erwärmungstrendes in letzter Zeit gibt. Mit anderen Worten: alle Variationen in kurzfristigen Trends bewegen sich im Rahmen der üblichen kurzfristigen Schwankungen und belegen daher keine Veränderung des Erwärmungstrends. Dieses Ergebnis der reinen Statistik stimmt überein mit zahlreichen Studien, die die physikalischen Mechanismen der Schwankungen untersucht haben und zu dem Schluss kommen, dass sie hauptsächlich durch das El Niño Phänomen im tropischen Pazifik verursacht werden – also durch eine natürliche, stochastische Schwankung, die dem anthropogenen Erwärmungstrend überlagert ist. Wir haben das mehrfach ausführlicher in der KlimaLounge diskutiert, zuletzt hier.

p.p.s. Realclimate feiert den 10-jährigen Geburtstag! 914 Artikel, 172.000 Leserkommentare (14,277 davon beantwortet). 35 Millionen page views. Mehr dazu:

Ten years of Realclimate

Ten years of Realclimate: Thanks

Ten years of Realclimate: By the numbers

Update 15.12.: Die NASA hat heute den Novemberwert veröffentlicht: eine im Vergleich zu den drei Vormonaten eher kühle Anomalie von 0,65 Grad. Damit liegt 2014 (Jan-Nov) jetzt bei 0,67. Das bisherige Rekordjahr 2010 lag bei 0,66. Es wird also sehr knapp – beide Jahre liegen praktisch gleichauf. (Auch wenn der Dezember nur bei 0,57 landet wird dabei 2014 hauchdünn vorne liegen.)

Update 17.12.: Hot off the press: Nach einer neuen Datenauswertung kombiniert mit umfangreichen Computersimulationen war 2014 sehr wahrscheinlich das wärmste Jahr in Europa seit mindestens 500 Jahren. Die mittlere Temperatur (Jan-Dez) von 10,5 °C übertraf den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2007 um volle 0,3 °C. Die Wahrscheinlichkeit für ein derart warmes Jahr läge ohne Klimaerwärmung bei weniger als 1:10.000.

Derweil ist auch der NOAA-Wert für November jetzt raus (0,65) – in den NOAA-Daten ist damit höchst wahrscheinlich, dass 2014 einen neuen Jahresrekord setzen wird.

Update 16.1. 2015: Die New York Times zum global wärmsten Jahr: 2014 Was Hottest Year on Record, Surpassing 2010

[Dieser Kommentar erschien in etwas kürzerer Form in der Umweltzeitschrift Zeo2. Das ist derzeit die Zeitschrift für alle, die sich für nachhaltigen Lebensstil, Natur und Umwelt- und Klimapolitik interessieren. Das aktuelle Heft ist jetzt neu am Kiosk, oder einfach mal mit einem Probeabo reinschnuppern? Zeo2 erscheint 4x jährlich.]

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

57 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. alle „Rekordjahre“ der letzten 20 Jahre befinden sich in etwa auf gleichem Niveau. Die Erwärmung stagniert, auch wenn 2014 in dem einen oder anderen Datensatz knapp das mildeste Jahr wird.
    Auch das sollte man nicht übersehen, bei der Suche nach Rekorden. Dieser Ausdruck hat in der Wissenschaft meiner Ansicht nach auch nichts verloren.

    • Die Statistik von Rekorden ist (ganz unabhängig von Wetter und Klima, zB auch in Börsendaten oder im Sport) ein ganz normales Forschungsfeld, auf dem in Deutschland z.B. am Lehrstuhl von Prof. Krug in Köln gearbeitet wird (mit ihm gemeinsam ist der oben verlinkte Spektrum-Artikel „Klimarekorde“ entstanden). Wissenschaft ist zum Glück frei, auch darin, die Dinge beim Namen zu nennen.

      • richtig,
        Börsen, Spiel und Sport, da geht es um Rekorde.

        Ich meinte viel mehr die Klimatologie, wo mir dieses Wort eher fremd erscheint.

        Wenn man hier von Monaten oder Jahren redet, welche vielleicht um hundertstel oder 1/10°C milder oder kühler sind als andere, sollte man auch berücksichtigen, dass sich alles innerhalb der Messgenauigkeiten bzw. den Fehlerintervallen abspielt.

        Das Jahr 2014 wird mild (um 15°C im globalen Mittel) und nicht heiß und ändert nichts an der Stagnation seit 15-20 Jahren, je nach Datensatz.

        Diese Anhäufungen von Superlativen sind auch etwas seltsam.

        • 15 Grad wären „mild“ als Temperatur vor Ort – im globalen Mittelwert sind wir damit wahrscheinlich schon über den Erfahrungsbereich des Holozäns hinausgegangen, wir haben die wärmste globale Mitteltemperatur seit Jahrtausenden erreicht, mit erheblichen Auswirkungen auf Ökosysteme, Gletscher und Eismassen, Extremereignisse etc. „Mild“ halte ich daher gelinde gesagt für einen Euphemismus.

          • > wir haben die wärmste globale Mitteltemperatur seit Jahrtausenden erreicht

            Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,
            woher nehmen Sie diese Erkenntnis? Doch hoffentlich nicht von der berüchtigten Kurve aus Marcott et al. (2013), bei der Marcott selbst einräumte, dass die Extrapolation ins 20. Jhdt. „nicht robust“ sei.

            Ihnen dürfte bewusst sein, dass man kurzzeitige Schwankungen von Messwerten einer zeitlichen Auflösung von Tagen bzw. Monaten (z.B. HadCRUT) nicht vergleichen kann mit denen aus Paläodaten mit einer zeitlichen Auflösung von mehreren Jahrhunderten.

            Paläodaten lassen keinerlei Aussagen über kurzzeitige Klimaschwankungen innerhalb von Jahrzehnten zu. Deshalb bitte ich um einen Beleg Ihrer Behauptung. Eisbohrkernen zufolge (z.B. GISP2, Grönland) lag die Temperatur während des Holozän-Optimums deutlich höher als heute. Dass dies nicht nur ein lokaler Effekt war, zeigt beispielsweise auch der Vostok-Eiskern in der Antarktis.

          • Lieber Herr Kohl, niemand „extrapoliert“ Daten ins 20. Jh., sondern für das 20. Jh. haben wir gute Messdaten und brauchen die Proxydaten aus Sedimenten nicht. Die Daten von Marcott sind bestenfalls bei „Klimaskeptikern“ „berüchtigt“, die alles, was nicht in ihr politisches Konzept passt, derart abtun. Die Frage, inwieweit diese Sedimentdaten kurzfristige warme Peaks in der Temperatur mangels Auflösung verpasst haben könnten haben wir seinerzeit hier im Blog ausführlich diskutiert. Übrigens: selbst wenn es im Holozänen Optimum noch ein wenig wärmer als heute gewesen wäre, würde meine Aussage stimmen, ich habe sie bewusst vorsichtig formuliert – die wärmsten Temperaturen seit zwei oder drei Jahrtausenden dürften es sicher sein. Wenn es jetzt wärmer als das Holozän-Optimum ist (wofür einiges spricht), haben wir ja sogar die wärmsten Temperaturen seit rund 100,000 Jahren.

          • Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,
            mit „berüchtigt“ meine ich sicherlich nicht Marcotts Dissertation, die eine sehr schöne Analyse der Temperaturentwicklung während des Holozän darstellt. Ich kritisiere dagegen das Anstückeln moderner Messdaten im 20. Jahrhundert in der nachfolgenden Publikation Marcott et al. (2013), die nicht vergleichbar sind mit den zeitlich gering aufgelösten Proxys der Marcott-Arbeit.

            Für „berüchtigt“ halte ich die daraus entstandene Grafik
            http://skepticalscience.com/marcott-hockey-stick-real-skepticism.html
            in Skeptical Science mit der Extrapolation bis 2100.

            Der Peak im 20. Jhdt. aus HadCRUT-Messdaten verleitet genau zu der Aussage, die Sie getroffen haben und ist meines Wissens nach mit bisherigen Forschungsergebnissen nicht belegbar.

          • Selbstverständlich kann man verschiedene Datensätze für verschiedene Zeiträume zusammen in einer Grafik zeigen; sie sind farblich auch klar unterschieden. Wenn Sie der Übergang vom langfristigen Abkühlungstrend in die globale Erwärmung im 20. Jh. interessiert, sind dafür übrigens die Daten aus dem PAGES 2k Projekt noch besser geeignet, die wir hier in der KlimaLounge diskutiert haben, denn sie reichen näher an die Gegenwart heran und sind höher aufgelöst als die Marcott-Daten. Ergebnis ist das Gleiche.

          • Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,
            sicherlich kann man verschiedene Datensätze zusammenstückeln.
            Jedoch macht es dann keinen Sinn, Vergleiche zwischen 2 Datensätzen mit einer zeitlichen Auflösung anzustellen, die nur in einem Datensatz erfüllt ist.

            Kurzzeitige Temperaturpeaks, die während des Holozän aufgetreten sein mögen, wären in den Marcott-Daten kaum nachweisbar. Deshalb ist sind Rekordmeldungen aus HadCRUT nicht haltbar, solange es keine besser aufgelösten und zuverlässigen Paläodaten gibt.

            „Pages 2k“ ist sicherlich zeitlich besser aufgelöst als die Marcott-Daten. Jedoch reicht die Analyse nur 2000 Jahre zurück. Zur Verifizierung eines Holozän-Rekords taugt diese daher nicht. Außerdem findet Pages 2k (2013) um das Jahr 500 herum höhere Temperaturen als im 20. Jhdt.

            Übrigens war in Pages 2k (2013) die Auswertung von Proxys teilweise fehlerhaft (z.B. „Upside-Down“-Problem; gefunden u.a. von Steve McIntyre), so dass es 2014 eine Revision gab. Diese Revision kam zu dem Ergebnis, dass die globale Temperatur während der MWP ähnlich wie im 20 Jhdt. war:
            http://climateaudit.org/2014/10/28/warmest-since-uh-the-medieval-warm-period/

            Laut McIntyre sind aber auch in der Revision nicht alle Upside-Down-Probleme gelöst, z.B.:
            http://climateaudit.org/2014/11/25/new-data-and-upside-down-moberg/

          • Diese Diskussion dreht sich jetzt im Kreis – wie gesagt haben wir bei dem Artikel zu den Marcott-Daten ja schon ausführlicher diskutiert, ob sich darin kurzfristige Peaks verstecken könnten, und drei gute Gründe genannt, warum ich das für äußerst unwahrscheinlich halte – u.a. die Tests des Statistikers Grant Foster mit künstlich eingebauten Erwärmungspeaks.
            Was PAGES 2k angeht: der letzte Datenpunkt dort ist ja der Mittelwert 1971-2000, wir befinden uns aber seit den 1970ern in einer rapiden globalen Erwärmung, sodass die Temperaturen der letzten fünfzehn Jahre da bereits so weit drüber liegen, dass der nächste 30-Jahres-Mittelwert 2001-2030 selbst bei der extremen Annahme einer plötzlichen Umkehr der globalen Erwärmung so hoch liegen wird, dass er alle vorherigen 30-Jahresmittel in PAGES 2k übersteigt.
            Im übrigen würde ich mich auf die begutachtete Fachliteratur verlassen und nicht auf irgendwelche „Klimaskeptiker“-Blogs – McIntyre, der übrigens aus der Bergbauindustrie kommt, hat ja nun leider eine lange Vorgeschichte von Falschbehauptungen.

      • > Wissenschaft ist zum Glück frei, auch darin, die Dinge beim Namen zu nennen.

        Was hat es mit Wissenschaft zu tun, wenn über Rekorde im Hundertstel-Grad-Bereich spekuliert wird, wenn die Messfehler im Zehntel-Grad-Bereich liegen? Das ist doch eher der Bereich der Politik und Sensationspresse.

        Im übrigen ist die genannte November-Anomalie des GISS von 0,65 Grad auch ein Fantasiewert, wenn man sich vor Augen hält, dass hier ein Glättungsradius von 1200 km verwendet wurde:

        http://data.giss.nasa.gov/cgi-bin/gistemp/nmaps.cgi?sat=4&sst=3&type=anoms&mean_gen=11&year1=2014&year2=2014&base1=1951&base2=1980&radius=1200&pol=rob

        Hier wird eine fast vollständige Abdeckung der Erde suggeriert, die einer genaueren Überprüfung nicht standhält. Ein Glättungsradius von 250 km – der ebenfalls eine bessere Abdeckung suggeriert, als tatsächlich vorliegt – zeigt den Flickenteppich der Messlücken:

        http://data.giss.nasa.gov/cgi-bin/gistemp/nmaps.cgi?sat=4&sst=3&type=anoms&mean_gen=11&year1=2014&year2=2014&base1=1951&base2=1980&radius=250&pol=rob

        Der direkte Vergleich zeigt, dass einzelne Messstationen (besonders in den arktischen Regionen) stellvertretend für riesige Gebiete ohne einen einzigen Messwert herangezogen werden. So suggeriert die Glättung über 1200 km eine Anomalie bis zu 11 Grad über einen Großteil der Arktischen See. Die Glättung über 250 km zeigt aber, dass hier praktisch keine Messwerte gibt. Das gleiche gilt für Grönland.

        Die Glättung über 250 km ergibt eine mittlere Anomalie von 0,59 Grad. Das sind 0,06 Grad weniger als bei einer Glättung über 1200 km!
        Dies allein zeigt, dass der Glättungsalgorithmus die globale Anomalie massiv beeinflusst.
        Und dann reden wir über mögliche Temperaturrekorde im Bereich von 0,01 Grad.

        • Wenn Sie meine Beiträge zum Thema lesen, werden Sie feststellen, dass ich stets darauf hinweise, dass es auf die robusten Langzeittrends ankommt und nicht auf kurzfristige Schwankungen. Es ist in der Praxis egal, ob 2014 nun ein paar Hundertstel wärmer oder kälter als das bisherige Rekordjahr 2010 ist – und ich habe ja auch geschrieben „beide Jahre liegen praktisch gleichauf“.
          Was die Glättungsradien angeht: die 1200 km basieren auf der beobachteten räumlichen Autokorrelation der Daten, siehe die Papers die diese Daten beschreiben. Wenn Sie Gegenden mit Datenlücken einfach „weglassen“ statt zu interpolieren, dann ist das gleich der Annahme, dass in diesen Gegenden die globale Mitteltemperatur herrscht. Diese Annahme ist mit Sicherheit wesentlich schlechter als eine Interpolation von den Rändern her.
          Optimal haben Cowtan & Way das Interpolationsproblem gelöst, mithilfe von Kriging und Satellitendaten sowie geprüft mit zahlreichen weiteren Daten „on the ground“ aus der Arktis, die nicht in die regelmäßigen Monatswerte eingehen, weil sie nur über begrenzte Zeiträume vorhanden sind. Das Resultat liegt nahe bei den NASA-Daten, wir haben das hier ja auch schon ausführlich diskutiert.

    • Es ist mir schön öfters aufgefallen, dass in Deutschland in Hinblick auf Wissenschaftsvermittlung ein manchmal sehr puristisches Sprachverständnis herrscht. Kürzlich habe ich einen Kommentar gelesen, der die Verwendung von „Todeszone“ für anoxische ozeanische Bereiche als „reißerisch“ kritisierte. Dabei sind „Dead Zones“ in der englischsprachigen Fachliteratur ein absolut gängiger Begriff, den man sowohl als „Totzone“ (für ein sauerstofffreies Milieu) als auch als „Todeszone“ (für diejenigen, die versehentlich in selbige hineinschwimmen) verwenden kann.

      Somit kann man ruhigen Gewissens auch Rekorde als das bezeichnen, was sie sind: nämlich Rekorde.

      ,

  2. Vielleicht als Ergänzung dazu:

    “ 8 December 2014 – The chances of extreme hot summers across parts of Europe have increased dramatically since the early 2000s, according to a new study by the Met Office…

    Updated model projections of future changes suggest that by the end of the century summers as hot as 2003 will be considered unusually cool… The paper is published in Nature Climate Change.“

    http://www.metoffice.gov.uk/news/releases/archive/2014/heatwave-increase

  3. Sehr geehrter Herr Rahmstorf, die Globaltemperatur steigt nicht beschleunigt an, im Gegensatz zu den CO2-Emissionen, sondern stagniert seit ca. 15 Jahren, wie diese NOAA-Grafik zeigt:

    https://www2.ucar.edu/sites/default/files/news/2014/201301-201312.png

    Selbes zeigen die HadCrut4-Daten

    http://www.cru.uea.ac.uk/cru/data/temperature/HadCRUT4.png

    Die aktuell hohe Globaltemperatur geht u.a. auf den positiven ENSO-Index/ NINO3.4-Index, positiven PDO-Index und positiven AMO-Index zurück. Also Wärmeanomalien der Ozeane. Eine anthropogene Quelle ist hier nicht nachweisbar.

    Sie schreiben:

    Immer mehr Menschen denken über ein gutes und nachhaltiges Leben nach, bei dem es nicht nur um mehr Konsum geht.

    Der Klimaschutz und das EEG haben in Deutschland neben Dänemark zu den höchsten Strompreisen in der EU und auf der Welt geführt. Der Strompreis hat sich seit 2000 verdoppelt und ist doppelt so hoch wie in Frankreich und dreimal so hoch wie in den USA. Unterdessen steigen seit einigen Jahren die CO2-Emission in Deutschland wieder an, weil der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Ausstieg aus der Atomkraft dazu führen, dass zur Versorgungssicherheit vermehrt auf Kohlekraft gesetzt wird. Teure Gaskraftwerke werden unterdessen verdrängt. Das ist alles andere als nachhaltig.

    Nachhaltig ist nur, dass durch diese Klimaschutzpolitik immer mehr Konzerne ins Ausland abwandern und die Energiepreise in Deutschland immer weiter steigen. Die Anzahl der Stromabschaltungen nimmt immer weiter zu und der keine Mann darf die Klimaschutzpolitik über Abgaben finanzieren. Unterdessen steigen die CO2-Emissionen weiter an, auch in Deutschland und die Globaltemperatur stagniert und steigt kaum messbar an. Es geht hier um 1/100 °C!

    • Ich fürchte ihr optischer Eindruck trügt – rechnen Sie doch einmal den linearen Trend über die letzten 15 Jahre aus, der ist positiv (für 3 Datenreihen habe ich Ihnen hier eine Grafik gemacht). Ausführlicher habe ich diese Trends gerade bei Realclimate diskutiert – und siehe auch mein p.s. oben.
      Die von Ihnen verlinkten Grafiken zeigen höchstens ab 2001 oder 2002 annäherd stagnierende Temperaturen, aber der Punkt ist, das derart kurzfristige Trends starken Schwankungen unterliegen, weshalb sie immer mal steiler und mal flacher sind, ohne dass dies eine statistisch signifikante Änderung im Trend darstellen würde.
      Den Rekordjahren 2005 und 2010 ist jeweils in El Niño vorangegangen – 2014 kommt sogar ohne El Niño auf vergleichbares Niveau, wie oben bereits angemerkt.
      In einem Punkt haben Sie natürlich recht – für die Wärme eines einzelnen Jahres kann man natürlich nie eine „anthropogene Quelle“ nachweisen, sondern die anthropogene Erwärmung tritt natürlich erst bei längerfristigen Trends (etwa über 30 Jahre) deutlich aus dem „Rauschen“ der natürlichen Schwankungen hervor.
      Die ganze Diskussion über die Trends der letzten Jahre ist daher einfach eine Diskussion über natürliche, kurzfristige Schwankungen, also über die Natur des „Rauschens“, und lehrt uns nichts über Klimatrends, also über das „Signal“ der globalen Erwärmung.

    • Ich beziehe mich auf Ihren Satz „Der Klimaschutz und das EEG haben in Deutschland neben Dänemark zu den höchsten Strompreisen in der EU und auf der Welt geführt.“
      Sie sollten sich selbst informieren, bevor Sie derartige Behauptungen aufstellen. Dann wüssten Sie nämlich auch, dass der Strompreis mit weit unter 4 Ct/kWh an der EEX-Handelsbörse so gering wie seit zig Jahren nicht mehr ist (http://www.pressebox.de/pressemitteilung/bhkw-infozentrum-gbr/Sinkende-Stromhandelspreise-machen-Stromeinspeisung-unattraktiv/boxid/688780). Und eben genau aufgrund des Zuwachses an erneuerbaren Energien, die im Gegensatz zu fossilen, thermischen Kraftwerken keine Brennstoffkosten haben und auch nicht vom Öl/Gasmarkt abhängig sind. Sie hätten recht, wenn Sie geschrieben hätten, dass die Abgaben von Kleinverbrauchern für den Strombezug gestiegen sind – hierfür ist aber die Politik schuldig und nicht die erneuerbaren Energien.
      Sie sollten bedenken, dass nach wie vor fossile Energien wie Kohle und Atomenergie höher subventioniert werden als erneuerbare Energien (siehe hier: http://www.greenpeace-energy.de/uploads/media/Stromkostenstudie_Greenpeace_Energy_BWE_01.pdf). Aber: Im Gegensatz zu den erneuerbaren Energien erscheinen diese Mehrbelastungen für den kleinen Bürger nicht auf der Stromrechnung sondern werden durch Steuern finanziert.
      Man könnte damit fast der Regierung unterstellen, durch die Einführung einer EEG-Umlage auf den Strompreis bewusst eine Ablehnung in der Bevölkerung gegen erneuerbare Energien hervorrufen zu wollen, solange die Subventionen an fossile Energien im allgemeinen Steuersumpf weiterhin vertuscht werden. Gäbe es zum Beispiel eine Fossile Energieumlage, läge die bei ca. 8 Ct/kWh und dann würde Braunkohle und Atomkraft auf einmal gar nicht mehr so billig kommuniziert werden können.

      • Liebe/r FannyK,

        als Belegbezug verweisen Sie unter anderem auf eine sogenannte Studie, die im Auftrag von „Greenpeace Energy EG“ und dem „Bundesverband für Windenergie e.V“ (BWE) vom sogenannten „Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft“ (FÖS) erstellt wurde.

        Ein Verweis auf solche Arten von „Studien“ scheint mir problematisch. Aus meiner Sicht ist der Verweis auf eine Quelle jeder beliebigen Lobbygruppe im Grundsatz für Diskussionen aller Art unbrauchbar – als Beispiel genommen könnte im Gegenzug irgendjemand eine „Studie“ vom Heartland „Institute“, von SEPP, CFACT oder EIKE benennen (oder EXXON…), deren Aussage denjenigen von „Greenpeace“ u.vglb. diametral gegenübersteht.

        Bitte verstehen Sie diese meine Ansicht nicht als Kritik an Ihrer Meinung oder an dem Inhalt der „Studie“. Der Inhalt kann z.B. bis auf den einzelnen I-Punkt hinunter richtig und alles akkurat dargestellt sein – man müßte ihn mangels irgendeines review-Prozesses (da nicht in einem anerkannten Journal veröffentlicht) nur eben selber Zahl für Zahl, Methodik-Schritt für -Schritt und Aussage für Aussage selber prüfen, um irgendeine Form von Zustimmung erteilen zu können. Da die „Studie“ aber selbst Minimalansprüchen wissenschaftlicher Publikationen nicht genügt (Zitationen etc.), würde selbst das so schwierig sein, dass es letztlich einfacher wäre für einen Einzelnen, aus allgemeinem VWL-Sekundärmaterial und veröffentlichten Daten zur staatlichen Förderung sich eine Übersicht über Subventionen und steuerliche Förderungen selber zusammenzuschreiben.

        Deshalb ist so etwas als Bezugsquelle leider unzureichend.

  4. @Nico Stern

    Nachhaltig ist nur, dass durch diese Klimaschutzpolitik immer mehr Konzerne ins Ausland abwandern und die Energiepreise in Deutschland immer weiter steigen.

    Nun ja, die vier grossen, zentralistischen Energiekonzerne jedenfalls sind leider immer noch hier in Deutschland, trotz EEG. Aber Sie haben natürlich Recht, die sind wirklich unverschämt teuer. Ich empfehle Ihnen, zu einem EE- Anbieter zu wechseln, die sind wesentlich preisgünstiger und schädigen lange nicht so sehr Umwelt und Politik, wie das Viererkartell hierzulande^^

  5. Die Diskussionen um die „Klimapause“ haben nicht nur die Öffentlichkeit beschäftigt, sondern auch viele Leute aus der Klimagemeinde und nicht wenige Wissenschaftler aus diesem Umfeld haben ihre Zurückhaltung aufgegeben und sind vorgeprescht mit ihren Einschätzungen. Es sind nicht nur eher kritisch zum IPCC Eingestellte wie Judith Curry (Motto auf einem ihrer Blogeinträge: Sixteen years into the mysterious ‘global-warming hiatus’, scientists are piecing together an explanation. – Jeff Tollefson) oder Personen aus dem Umfeld von Hans von Storch, sondern auch viele IPCC nahe, die sich Gedanken dazu machten (z.B. «Klimapause» als kommunikative Knacknuss).

    Meine Schlussfolgerung ist, dass auch Klimawissenschaftler sich von Medien beeinflussen lassen und ihren Zeithorizont auf die typische mediale Aufmerksamkeitsspanne verkürzen. Der Fehler mit den bis 2030 schmelzenden Himalaya-Gletschern im vorletzten IPCC-Klimabericht wird damit plötzlich gut erklärbar: Nicht nur die Laien, auch die Klimawissenschaftler liessen sich wohl vom Gefühl beeinflussen, der Klimawandel sei ein akutes und aktuelles Geschehen und man müsse mit dramatischen Änderungen des Klimas in den nächsten Jahren rechnen. Deshalb lasen wohl viele den falschen Satz im Bericht ohne ihn in Zweifel zu ziehen.

    Das scheint mir ein grosses Problem für die Politik und die Gesellschaft zu sein: Der Klimawandel passiert zwar schnell wenn man klimarelevante Zeiträume betrachtet, aber dennoch zu langsam um ständig im Fokus des medialen Interesses bleiben zu können. Das bewirkt, dass bei einigen das Interesse nachlässt oder schon nachgelassen hat. Einige von diesen sagen sich wohl bereits, dass der Klimawandel sie wenig anginge.

  6. Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    besten Dank für diesen Artikel! Ich bin wie immer begeistert und stimme mit Ihnen größtenteils überein – selbst bis hin zu „fadenscheinigen Argumenten“, die ich nicht unbedingt von Kritikern dieses Blogs, aber sonst tausendfach auf „Klimaleugner“ (Skeptiker trifft auf eine Minderheit zu)-Seite gewohnt bin.
    Allerdings; was ich liebe, das kritisiere ich gerne auch.
    Daher möchte ich das Feedback geben (ohne Sie von irgendetwas abbringen zu wollen, einfach nur meine Sichtweise), dass mir persönlich Dinge wie die Werbung für zeo2 nicht sonderlich neutral vorkommen – ich bin überzeugt, dass Ihre Wissenschaft exzellent und zutreffend ist, lediglich die Präsentation hier wirkt für mich nicht durchweg neutral. Eine zumindest zeitweise Distanziertheit vom Forschungsthema ist Voraussetzung für die Wissensgewinnung (ähnlich wie für gerechte Gerichtsurteile). Zweitens bezweifle ich, dass „ein gutes und nachhaltiges Leben nach, bei dem es nicht nur um mehr Konsum geht“, die einzige Lösung für unsere Probleme inkl. Klimaänderung darstellt. Das ist mE persönliche Weltanschauung oder Politik. Ich kann mir gut eine Welt vorstellen, in der es keine Natur mehr gibt und ein industriell-agrarer Komplex inklusive Klimaengineering die gesamte Welt überzieht, mit einer Bevölkerung von 1 Billion Menschen. Ob das erstrebenswert wäre, ist eine andere Frage – was ich ausdrücken will ist dass es trotz Erwärmung sicherlich mehrere mögliche Entwicklungspfade für die Menschheit gibt.

    • @Wizzy

      in der es keine Natur mehr gibt und ein industriell-agrarer Komplex inklusive Klimaengineering die gesamte Welt überzieht, mit einer Bevölkerung von 1 Billion Menschen. Ob das erstrebenswert wäre, ist eine andere Frage…“

      Das ist weder erstrebenswert, noch machbar, denn Climate Engineering ist ein Bumerang, der die Sache nur beschleunigen würde, da sind sich die Wissenschaftler inzwischen ebenso einig, wie den anthropogenen Klimawandel insgesamt betreffend^^

    • Vielen Dank für die freundliche Kritik! Ein Blog sollte m.E. etwas persönlicher sein als ein wissenschaftlicher Aufsatz. Ich denke schon, dass man da auch einmal ein Buch oder eine Zeitschrift empfehlen oder eine persönliche Ansicht äußern kann oder sogar sollte. Ich meine, unsere Leser können solche persönlicheren Elemente auch problemlos von den fachlichen Argumenten unterscheiden – und sie ignorieren, falls der Mensch hinter dem Forscher sie einfach nicht interessiert, was ich auch in Ordnung finde.

  7. @FannyK, Nemesis

    Zum Thema Nachhaltigkeit und EEG.

    Ein Überangebot von Erneuerbaren bei viel Wind und Sonne führt zu Börsenstrompreisen, die sogar ins Negative gehen. Das wird über eine steigende EEG-Umlage auf die Stromkunden umgelegt. U.a. aus diesem Grund haben wir in Deutschland neben Dänemarkt die höchsten Haushaltsstrompreise der Welt. EON hat gerade kapituliert und seine Bad-Energys (Kohe, Atomkraft) ausgegliedert. Das wird auch der Steuerzahler tragen dürfen. Viele Konzerne verlagern ihre Produktions ins Ausland. Handwerker und Gastronomen, etc. geben die steigenden Strompreise an die Kunden weiter. Die Zahl der Stromabschaltungen steigt und steigt in Deutschland. Unterdessen steigen mit den Ausbau der Erneuerbaren die CO2-Emissionen in Deutschland wieder an.

    Gerade erst hat Patrick Graichen, der führende Förderer der Erneuerbaren bekanntgegeben:

    Wir haben uns geirrt bei der Energiewende. Nicht in ein paar Details, sondern in einem zentralen Punkt. Die vielen neuen Windräder und Solaranlagen, die Deutschland baut, leisten nicht, was wir uns von ihnen versprochen haben…“ „…die Energiewende, so wie sie jetzt angelegt ist, macht die Luft nicht sauberer, sondern dreckiger…“ „… Doch die Energiewende hat auf eine Kombination von Technologien gesetzt, die sich unter Marktbedingungen selbst zerstört…“ In den Niederlanden hatte man den Mechnismus bereits 2011 erkannt: „Wer es wissen wollte, der konnte es wissen, auch damals schon. Aber wer wollte es wissen? Rund um die Branche der Erneuerbaren ist in den vergangenen Jahren ein regelrechter politisch-industrieller Komplex der Erneuerbaren herangewachsen…“ „All das muss man wissen, um zu verstehen, warum die Regierung nun in aller Eile ein neues „Klimapaket“ verabschiedet. Es geht längst nicht mehr um das Klimaziel – sondern nur noch darum,
    eine Blamage in Grenzen zu halten.“

    http://www.vernunftkraft-hessen.de/content/agora-energiewende-schmutziger-irrtum-party-bald-vorbei

    Damit ist klar, die deutschen Klimaschutzziele sind nicht zu erreichen. Deutschlands Klimaschutzpolitik war teuer und unnütz. Gehen die USA und China den selben Weg, dann werden sich die CO2-Emissionen weiter erhöhen. Das 2°C-Ziel des IPCC und der Klimaschutzpolitik wird nicht zu halten sein, wenn die Szenarien der Klimaforscher stimmen sollten. Und es werden weitere Rekorde purzeln aufgrund der verfehlten Klimaschutzmaßnahmen. Ausgegeben wurden aber Billionen, die anders hätten investiert werden können.

    • @Nico Stern

      Gesetzt den Fall, sie hätten Recht mit den gescheiterten Erneuerbaren und Sie hätten ebenso Recht mit dem Verfehlen des 2°- Ziels, ja hoppla… was bleibt denn dann Ihrer Meinung nach noch? Vielleicht Beten… ? 🙂

    • Na ja. Da ich Patrick Graichen persönlich kenne war ich neugierig und habe mal die Quelle nachgeschaut. Da sehe ich, dass die Zitate gar nicht O-Ton Graichen sind, sondern von einem Journalisten stammen, der so Graichen in seinen Worten wiedergibt. Einem Journalisten, mit dem ich selbst einschlägige Erfahrung gemacht habe, bei der ich mich nicht gerade so wiedergegeben fühlte, wie ich es gesagt hatte und wie es meinen Überzeugungen entspricht. Aber ganz abgesehen davon geht es bei den Zitaten darum, dass es bei der Energiewende Fehlanreize gibt, sodass nicht die dreckigen Kohle- sondern zuerst die eher saubereren aber teureren Gaskraftwerke abgeschaltet werden. Das hat mit dem aufgrund der zu reichlich verteilten Zertifikate zu niedrigen CO2-Preis im EU Emissionshandel zu tun – dass dieser Emissionshandel dringend repariert werden muss, sagen Experten seit langem (u.a. vom PIK). Aus diesen Problemen folgt aber keineswegs, dass die Energiewende generell eine schlechte Idee ist oder dass die Klimaziele nicht zu erreichen sind.

      • Sehr geehrter Herr Rahmstorf, vielen Dank für Ihren Reply. Ich weiss nur eins:

        Es geht um die Zukunft (nicht nur) des Menschen auf diesem Planeten, es geht um die Zukunft unserer etwaigen Nachkommen. Und da betrachte ich Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit als zwingend notwendig. Sowohl an Ihrer Ernsthaftigkeit, als auch an Ihrer Aufrichtigkeit hege ich nicht den geringsten Zweifel. Ich möchte Ihnen meinen ausdrücklichen Respekt und meinen Dank für Ihre sicher nicht immer angenehme Arbeit aussprechen. Keep up the good work!

      • Übrigens wird der besagte Zeitartikel bezeichnenderweise auch auf EIKE zur Diskreditierung der Energiewende genutzt:

        “ Energiewende Hauptakteur Graichen gesteht: Wir haben uns geirrt!“

        http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/energiewende-hauptakteur-graichen-gesteht-wir-haben-uns-geirrt/

        Es sehe es schlicht so: Es gibt reichlich Leute in Wirtschaft und Politik, die mit allen Mitteln um die Zukunft unseres Planeten schachern. Diese Leute schiessen sich ins eigene Knie, ohne es zu merken, denn auch sie und ihre etwaigen Nachkommen werden, wenn es richtig heiss wird, nicht mal eben auf einen anderen Planeten ausweichen können. Es heisst immer, die Hoffnung stürbe zuletzt, aber das ist wohl nicht ganz richtig:

        Zuletzt sterben Dummheit und Ignoranz.

    • genau: über 300GW Windenergie und fast 140GW Photovoltaik weltweit im Jahre 2013 sparen nullkommanull co2 ein…weil die ganzen Kohlekraftwerke ja weiterlaufen, um den Mond zum Leuchten zu bringen, oder wie?

      und in 10 Jahren werden es locker 700GW Wind sein und 600GW Sonne. heutige Zubauraten angenommen – also äusserst konservativ. wird aber auch nix bringen, der Mond hat ja leider auch ne Rückseite…

      im ernst jetzt: wie kann man, wenn einen das Thema Klimawandel beschäftigt, nur so tief im eigenen Suppenteller hocken?

    • @ Nico Stern

      Sie schreiben das viele Konzerne ihre Produktion ins Ausland verlagern. Das mag in Teilen durchaus zutreffend sein, allerdings stellen sie die Hypothese auf das dies an den hohen Energiepreisen liegt. Bitte machen sie sich bewusst das eine Korrelation zwischen zwei Variablen nicht bedeutet, dass die Variablen kausal miteinander zusammenhängen.

      Sie glauben nur das Konzerne aufgrund der hohen Energie Kosten auswandern. Der Beleg dürfte schwer fallen. Welche Konzerne haben Deutschland aufgrund der hohen Energiepreise verlassen, die Produktion verlagert oder wie viele planen aufgrund dies deshalb zu tun? Und wie viel habe diese Konzerne tatsächlich real pro kWh bezahlt? Was hätten sie zahlen müssen, damit sich ein verbleib in Deutschland lohnt?

      Ich stelle nämlich mal frech die Behauptung in den Raum, das energieintensive Unternehmen für den Strom heute Inflationsbereinigt weniger Zahlen als noch zu Zeiten des Wirtschaftswunders.

      http://infografik.ea-nrw.de/graph/graph_PFD002.jpeg (als Appetizer)

      Es kann viele Gründe geben, warum Firmen ihre Produktion ins Ausland verlegen. Um ihnen auch einen zu nennen. In Deutschland haben wir über einen langen Zeitraum betrachtet das Problem stagnierender Reallöhne.

      http://www.bpb.de/cache/images/7/61767-1×2-article620.gif%3FFF212

      Das heißt etwas vereinfacht ausgedrückt, das die Kaufkraft der Bundesbürger gleichfalls stagniert. Ebenso wie es aktuell die europäischen Märkte tun.

      Wenn sie sich mal die reale Entwicklung der Einzelhandelsumsätze anschauen, werden sie feststellen das diese stagnieren.

      https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/Grafiken/BinnenhandelGastgewerbeTourismus/2011/EinzelhandelStart09.gif%3F__blob%3Dposter

      Der Markt in Deutschland stagniert also. Gleichzeitig nimmt aber unsere Produktivität zu. Da sich deshalb Investitionen in Deutschland nicht lohnen, einfach weil die Nachfrage stagniert, wird die Produktion ins Ausland verlagert.

      http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Monatsberichte/2014/03/Bilder/b03-abb05-bruttoanlageinvestitionen-privater-sektor.jpg%3F__blob%3Dposter%26v%3D2 (Bruttoanlageinvestitionen privater Sector)

      Ihre Theorie ist aus ökonomischer Sicht viel zu einfach gestrickt.

      MfG

  8. Ich beschäftige mich schon seit 3 Dekaden mit dem Klima und Wetter, ausserdem mit prähistorischen Ereignissen.

    Da ich Pragmatiker bin, weiss ich aus meinen Recherchen, dass es immer Schwankungen gegeben hat, die teilweise wesentlich einschneidender waren als das, war momentan passiert. Stichwort ‚Piri Reis‘ Karte, in der die Antarktis mit einer detaillierten Küstenlinie und absolut eisfrei gezeichnet wurde. So präzise, wie wir es immer noch nicht können, weil wir nicht den gesamten Eispanzer per Sonar untersuchen können.

    Interessant daran: Die Menschheit hat es überlebt. Immerhin war das irgendwann vor max. 10.000 Jahren.

    Ooops, wie passt DAS ins Bild?

    Nein, ich bin wahrlich kein Klimaleugner oder Schönredner, aber wenn das Klima wissenschaftlich untersucht wird, dann bitte nicht nur über 100 Jahre, sondern über 10.000, um die grossen Schwankungen mit einzubeziehen.

    Wer sich für die Civilization One, d.h. die Menschen vor unserem historischen Gedächtnis interessiert, sollte sich das Buch zulegen. Auch dort sind viele Hinweise auf Klimaabweichungen, die stärker waren als die heutigen.

    Last but not least denke ich, dass wir die Klimakatastrophe eh nicht mehr erleben werden. Einfach mal die Dokumentation der Rede ‚The Legacy‘ von Dr. David Suzuki ansehen:

    https://www.youtube.com/watch?v=S2b7SpLpN5A

    Dann wird dem Betrachter klar, dass die Klimaveränderung nur für das Abzocken herhalten soll, weil sie greifbar ist. Die anderen Katastrophen sind den dummen Menschen (allgemein gesprochen) nicht so direkt nahezubringen, daher werden sie von den Medien ignoriert.

    Es sieht wirklich nicht gut aus für unseren Planeten…

    • Es ist immer wieder „erfrischend“, von offenbar Ahnungslosen belehrt zu werden, wie die Klimaforschung zu arbeiten hat. Wir erforschen in meiner Arbeitsgruppe das Klima nicht nur über die letzten 10.000 Jahre sondern über komplette Eiszeitzyklen über eine Million Jahre, ganz zu schweigen vom Klima des Archaikums. Auch hier im Blog ist Paläoklima ausführlich thematisiert worden – suchen Sie etwa mal zum Stichwort „Holozän“.

    • Ganz schön clever, der Piri Reis! Denn eine annähernd eisfreie Antarktis gab es zuletzt vor rund 18 bis 16 Millionen Jahren im Klimaoptimum des Mittleren Miozän.

      Es könnte natürlich auch sein, dass die Karte vielleicht doch nicht so toll ist, wie Sie es hier empfehlen. Wikipedia zeigt sich da eher skeptisch:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Karte_des_Piri_Reis

      Hier noch ein Beleg, dass das Klima über erheblich längere Zeiträume als 10.000 Jahre untersucht wird: Und zwar sehr detailliert und ausführlich.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4oklimatologie

    • „… Stichwort ‚Piri Reis‘ Karte, in der die Antarktis mit einer detaillierten Küstenlinie und absolut eisfrei gezeichnet wurde …“

      So etwas kann ganz unmöglich ernst gemeint sein.

      Selbst eine selber „unorthodoxe“ Quelle wie Wikipedia reicht schon hin, um so etwas in den „Däniken“-Bereich einzusorten (siehe dort), geschweige denn etwas ernsthaftes Überdenken.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Karte_des_Piri_Reis

  9. Sehr geehrter Herr Stern,
    wenn Sie beklagen, dass trotz bedeutender Anstrengungen in Deutschland keine deutliche CO2-Emissionsminderung eintritt, stimme ich Ihnen insoweit zu. Allerdings erwecken Sie den Eindruck, dass sich die Implementierung von EE-Stromerzeugungsanlagen nicht auf die CO2-Gesamtemission auswirke. Das ist irreführend und ist nur vor dem Hintergrund politischer Rahmenbedingungen und Finanzierungsmechanismen verständlich. Die Einschätzung von Patrick Graichen hingegen kommt in dem folgenden Beitrag zum Ausdruck.

    http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1363914.html

    Demnach reicht es zur Emissionminderung nicht aus, emissionsarme Kraftwerke zu fördern, sondern die entstandenen fossilen Überkapazitäten -aka Kohlekraftwerke- müssten zudem stillgelegt werden. Das geschieht aufgrund politischer Widerstände der Betroffenen nicht. Mithin emittieren sie bislang weiter und produzieren Strom, der exportiert wird, weil ihn hierzulande niemand braucht.

  10. wir leben in einem Klima Optimum!

    Die Kleine Eiszeit gilt als die kühlste Klima Depression des Holozäns, seit etwa 10.000a.
    Genau zum Ende dieser kühlen Epoche hin beginnen die instrumentellen T Aufzeichnungen bzw. setzen wird die vorindustrielle Zeit mitten in die LIA, wo wohl wegen extrem geringer Sonnenaktivität und ein paar größeren Vulkan Explosionen eben einige sehr kühle Dekaden auftraten.
    Bis heute kann man die Erwärmung, egal wie groß der anthropogene Anteil daran sein mag, als Erholung aus dieser unschönen Klimazeit deuten. Ich sehe nicht den geringsten Grund, dass heute angenehmere Klima als Katastrophe zu bezeichnen und wie es aussieht, wird sie die weitere Erwärmung eher am untersten Rand der Modellsimulationen bewegen. Das ominöse 2K Ziel dürfte auch ohne irgendwelche Maßnahmen erreichbar bleiben, wobei noch festzuhalten wäre, dass kein einziges Klima Treffen, kein einziger Klimavertrag bislang eine Verringerung der globalen CO2 Emissionen bewirken konnte, im Gegenteil, sie steigen schneller an, als vor dem Kyoto Protokoll und beinahe zeitgleich begann sich der Erwärmungstrend abzuflachen.

      • der anthropogene Anteil von vielleicht 0,5°C an der Erwärmung seit dem Ende der LIA fällt in natürliche Größenordnungen, welche über das Holozän immer wieder mal vorgekommen sind. Es ist wahrscheinlich, dass wir diese Variationen die nächsten 100a und weiter deutlich übertreffen werden, bislang ist das jedoch nicht der Fall. Derweilen darf man also die Kirche im Dorfe belassen.

        • Kleine Analogie:

          Sie springen also fröhlich aus dem dritten Stock, weil die ersten 1 Meter fuffzich auch nicht höher sind als das normale Auf- und Ab des Lebens?

  11. Merkwürdig ist nur, dass ich bisher noch nie über diese Dinge lesen konnte, zumindest nicht im Kontext der derzeitigen, angeblich extremen Klimaveränderung.

    Dabei wäre es ausserordentlich interessant zu wissen, wie die Menschen in der Zeit der eisfreien Antarktis gelebt und ihre Welt gestaltet haben. Nach heutigen Berechnungen müssen damals viele Küstenländer komplett unter Wasser gestanden haben, Deutschland z.B. bis Kassel. Dafür muss es doch Hinweise oder Spuren geben. Oder ist das Thema derart uninteressant, weil die Medien und die Politik nicht auf den ‚unwichtigen‘ Zug springen wollen?

    Nehmen Sie es nicht persönlich, aber mich interessiert das wirklich, ob Sie meine Betrachtungsweise nun ‚erfrischend‘ finden oder nicht. Übrigens bin ich nicht so ahnungslos, wie Sie es gern hätten. Mich stört nur die extrem eingeschränkte Sichtweise, die ausserhalb Ihrer Kreise kommuniziert wird.

    • Ich kann mit pauschalen Aussagen wie „extrem eingeschränkte Sichtweise, die ausserhalb Ihrer Kreise kommuniziert wird“ immer nichts anfangen, weil ich keine Ahnung habe, wer oder was damit gemeint ist. Die Paläoklimatologie ist ein prominenter Forschungszweig, gerade auch in Deutschland – schauen sie mal die „top ten“ Listen der meistzitierten Klimastudien von Deutschen Forschern aus den letzten 20 Jahren an.
      Was die eisfreie Antarktis angeht: da die Vereisung auf dem antarktischen Kontinent vor rund 35 Millionen Jahren begann und seit rund 15 Millionen Jahren permanent vorhanden ist, gab es zu Zeiten eisfreier Antarktis noch keine Menschen.

    • Dass Sie nicht ahnungslos sind, darf man wohl bezweifeln, sonst hätten Sie bessere Kenntnisse der Erdgeschichte. Da gab es so etwas wie Kontinentaldrift über viele millionen Jahre, die bis heute wirksam ist. Den Menschen gibt es round about seit einer million Jahre. Aus den Eiskernen, viele Jahrtausende alt, in denen Luftbläschen eingeschlossen sind, kann man ziemlich genau den Zustand der Atmosphäre rekonstruieren. Auch erdgeschichtliche Ereignisse wie Vulkanausbrüche lassen sich daraus erkennen. Die Geologie liefert wichtige Beiträge auch zur Klimageschichte, u.a. die Erdöl- und Erdgaslagerstätten. Bekannt ist, dass der Meeresspiegel während der Eiszeiten um bis zu 120m niedriger lag und Europa daher eine zusammenhängende Festlandseinheit bildete. Deshalb findet man Mammutstoßzähne am Grund der Nordsee. Innerhalb der Eiszeiten gab es mehrfach wieder wärmere Perioden. Manche Behauptungen der „Klimaskeptiker“ sind mehr als naiv.

    • @der_fotograf

      Hier ein Link zum Projekt EPICA.

      http://www.awi.de/en/research/research_divisions/geosciences/glaciology/projects/epica/

      Im Rahmen dieses internationalen Forschungsprojekts wurde ein durchgehender Bohrkern aus dem Antarktischen Eisschild mit einem Gesamtalter von 900.000 Jahren geborgen, Anhand der Analyse dieses Bohrkerns ließen sich kleine und große Umweltveränderungen über die genannte Zeit im Detail feststellen (wie zum Beispiel die Kalt- und Warmphasen eines Eiszeitzyklus oder die Schwankungen der Kohlenstoffdioxid-Konzentration). Ein Abschmelzprozess der antarktischen Eismassen war allerdings nicht dabei – sonst hätte es den Bohrkern in dieser Form auch gar nicht geben können.

    • @ der fotograf

      Die Piri-reis-Karte stammt aus dem 16. Jh., zu dieser Zeit gab es keine eisfrei Antarktis. Kein Mensch hat je eine eisfreie Antarktis gesehen. Nicht alles, was auf alten Karten steht, ist auch real. Oder halten Sie Seemonster auf alten Karten auch für real? Der „Südkontinent“ geht auf eine antike Idee zurück, ohne dass jemand jemals so weit im Süden gewesen war.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Terra_Australis

      http://de.wikipedia.org/wiki/Antarktis#Entdeckung_und_Polerkundung siehe Abschnitt Geschichte

  12. die Hitzejahre 2005 und 2010 brachten in Europa kalte Winter
    der wärmste Winter bisher folgte nach dem kalten Winter 05/06
    der außergewöhnlichste Monat war der März 2013, wie kann ein März in Zeiten der Klimaerwärmung so kalt werden, das geht nur durch eine total gestörte Zirkulation, welche wir ja hatten. jetzt ist die Frage nach der Ursache dafür, der 1958er März war sogar noch kälter

  13. Pingback: 2014 wärmstes Jahr in Europa seit mindestens 500 Jahren › KlimaLounge › SciLogs - Wissenschaftsblogs

  14. 2014 wärmstes Jahr auch bei der NOAA, Dezember 2014 wärmster Dezember seit beginn der Aufzeichnungen:

    „The globally averaged temperature over land and ocean surfaces for 2014 was the highest among all years since record keeping began in 1880. The December combined global land and ocean average surface temperature was also the highest on record.“

    http://www.ncdc.noaa.gov/sotc/summary-info/global/2014/12

  15. Man sollte in der Diskussion zwei Fragen trennen:

    1) Ist eine globale Klimaerwärmung festzustellen?

    2) Kann der Mensch etwas daran ändern?

    Aus der Beantwortung der ersten mit Ja folgt nicht, dass die zweite auch mit Ja zu beantworten ist.

    Alle hier genannten Daten sprechen für 1).

    Für 2) hingegen gibt es plausible Alternativhypothesen (z.B. Lomberg), deren objektiver Untersuchung sich die Klimatologen widmen sollten, ohne in demagogisches Schwarzweißdenken (“Klimaskeptiker“ ist hier nur ein Schlagwort) zu verfallen. Die bisherigen Daten – weitere Erwärmung trotz aller Bemühungen – scheinen jedenfalls erstmal dagegen zu sprechen.

    “Mehr davon“ bei einem Medikament, das nicht hilft, hat zumindest die Medizin noch nie verfochten.

    • Bitte nennen Sie mit Quelle die „plausible Alternativhypothese (Lomberg)“, damit wir sie hier diskutieren können.
      Das „Medikament“ ist in diesem Falle die Beseitigung der Ursache, also eine Verringerung der globalen CO2-Emissionen. Dieses wurde bislang ja noch nicht verabreicht – sondern vor allem viel darüber diskutiert. Nur zu reden hilft auch in der Medizin in den wenigsten Fällen…

    • „weitere Erwärmung trotz aller Bemühungen“

      Bemühungen? Welche Bemühungen? Weltweit wird jedes Jahr mehr und immer mehr CO2 emittiert! Von einer Verringerung keine Rede!

    • Frau Müller-Plath, Ihre Ausführungen sind für mich schon rein sprachlich (vor allem die zweite Hälfte) fast völlig unverständlich. Ich würde mich als Ökonom inhaltlich dafür aber eventuell durchaus interessieren. Ein Buch von Lomberg habe ich im Keller liegen, es hat mich nicht sehr beeindruckt. Vielleicht erklären Sie knapp und präzise, worauf Sie eigentlich hinauswollen. Danke!

    • Frau Prof. Prof. Dr. Gisela Müller-Plath,

      wenn man die Treibhauszusammenhänge versteht, erscheint es mir unwahrschienlich, den menschlichen Anteil an der Erwärmung abzustreiten und damit auch die Möglichkeit der Beeinflussung durch den Menschen abzustreiten.

      Die Grundzusammenhänge zur Berechnung des Treibhauseffektes wurden schon 1906 von Schwarzschild aufgeschrieben und wahrscheinlich unabhängig davon von Ernest Gold erkannt (1908) – und die Folgerungen werden schon jahrzehntelang durch Messungen durch Wetterballons bestätigt.

      In der Troposphäre ist der durchschnittliche Temperaturgradient durch die Kondensationswärme (nicht durch den Treibhauseffekt!) des Wasserdampfes bestimmt und wird sich auch mit der Erwärmung kaum ändern.

      Dagegen muß sich Höhe und Temperatur der Tropopause ändern (Schwarzschild-Kriterium). Die Mengenänderung der Treibhausgase oberhalb der Tropopause muß liegen zwischen gar nicht und proportional der Konzentration. Die Messungen in Hohenpeißenberg über 47 Jahre bestätigen das und zwar so, daß die Zunahme ca. 2/3 der Konzentrationszunahme ist. Die Extrapolation dieser Änderung ergibt für Hohenpeißenberg eine CO2-Sensitivität von 3 K.

      MfG

    • Lomberg? Wer ist Lomberg?
      Meinen sie Lomborg? Der ist Politologe.
      Svensmark vielleicht, der ist immerhin Däne und damit fast derselbe wie der falsch geschriebene Lomborg. Gibt ja nur 5,5 Mio Dänen..
      Aber hauptsache den Prof. Dr. im Namen nicht vergessen.

      Unfassbar.

  16. 2015 geht so weiter wie 2014 aufgehört hat:

    Januar 2015 ist wärmster Januars seit Beginn der Aufzeichnungen beim GISS und der JMA; zweit-wärmstes bei der NOAA.

  17. So langsam, gaaanz langsam erreichen gewisse Fakten auch den Mainstream, das mit der 2° Marke wird langsam verdammt eng:

    22.4.2015 – Kann das Klima kippen? – Klimaänderungen vollziehen sich nicht nur schleichend, sondern mitunter auch sprunghaft

    Denn bei einer fortschreitenden Erhöhung der Weltmitteltemperatur könnten kritische Schwellen überschritten werden, jenseits derer unumkehrbare Vorgänge ablaufen…

    In der Folge sind großräumige Veränderungen der atmosphärischen Strömungen und damit der Witterungsablauf auch hierzulande wahrscheinlich, aber in ihrer Ausprägung kaum abzuschätzen. Eine Rückkehr zum vorherigen Zustand ist dann auf längere Sicht nicht mehr möglich, da die starke Erwärmung einen erneuten Eiszuwachs verhindert. Die kritische Belastungsgrenze liegt möglicherweise nur zwischen 0,5 und 2 Grad globaler Erwärmung. Seit der Industrialisierung hat sich bereits eine Erwärmung um ca. 1 Grad vollzogen, eine Temperaturzunahme um 2 Grad erscheint aus heutiger Sicht kaum noch abwendbar…

    http://wetter.tagesschau.de/wetterthema/2015/04/22/kann-das-klima-kippen.html