Was ist los mit der Atlantikzirkulation?

Trend der Meeresoberflächentemperatur im Atlantik seit 1993.

Heute möchte ich ein paar aktuelle Gedanken zur Abschwächung und zum Kipppunkt der atlantischen meridionalen Umwälzzirkulation (AMOC) zusammenfassen. Ich habe vorletzte Woche an einer zweitägigen AMOC-Sitzung auf der IUGG-Konferenz in Berlin teilgenommen, es gibt interessante neue Fachpublikationen, und im Lichte dieser Erkenntnisse habe ich meine Einschätzung etwas geändert. Hier sind zehn Punkte, angefangen bei den Grundlagen, so dass ihr leicht zu den Aspekten springen könnt, die euch interessieren.

Abbildung 1. Ein sehr grobes Schema der AMOC: warme nordwärts gerichtete Strömung in Oberflächennähe, Tiefenwasserbildung, tiefe südwärts gerichtete Rückströmung in 2000 – 3000 Metern Tiefe. Im Hintergrund der vom Copernicus-Satellitendienst seit 1993 beobachtete Trend der Meeresoberflächentemperatur (SST), der die unten diskutierte “Kälteblase” im Nordatlantik westlich der Britischen Inseln zeigt. Grafik von Ruijian Gou.

1. Die AMOC ist für das Klima von großer Bedeutung. Die atlantische meridionale Umwälzbewegung (Atlantic meridional overturning circulation, AMOC) ist eine großräumige Umwälzbewegung des gesamten Atlantiks, vom Südpolarmeer bis zum hohen Norden. Sie bewegt etwa 15 Millionen Kubikmeter Wasser pro Sekunde (d. h. 15 Sverdrup). Die AMOC fließt mit dem Golfstrom auf einem Teil ihrer viel längeren Reise, trägt aber nur den kleineren Teil zu seinem Gesamtstrom von etwa 90 Sverdrup bei. Die AMOC wird durch Dichteunterschiede angetrieben und ist eine tief reichende vertikale Umwälzung des Atlantiks; der Golfstrom ist eine oberflächennahe Strömung in der Nähe der US-Atlantikküste und wird hauptsächlich durch Winde angetrieben. Die AMOC transportiert jedoch den größten Teil der Wärme in den nördlichen Atlantik und ist daher für das Klima von großer Bedeutung, da die südwärts gerichtete Rückströmung sehr kalt und tief ist (der Wärmetransport ist die Strömungsmenge multipliziert mit der Temperaturdifferenz zwischen der nordwärts und südwärts gerichteten Strömung). Der windgetriebene Teil des Golfstroms trägt viel weniger zum Nettowärmetransport nach Norden bei, weil dieses Wasser an der Oberfläche des Ostatlantiks mit einer Temperatur nach Süden zurückkehrt, die nicht viel kälter ist als die des nordwärts gerichteten Stroms, so dass er im Norden nur wenig Wärme zurücklässt. Für die Klimaauswirkungen ist also die AMOC ausschlaggebend, nicht der Golfstrom.

2. Die AMOC hat in der jüngeren Erdgeschichte wiederholt größere Instabilitäten gezeigt, z.B. während der letzten Eiszeit, was zu Bedenken hinsichtlich ihrer Stabilität bei künftiger globaler Erwärmung führte, siehe z.B. Broecker 1987, der vor “unangenehmen Überraschungen im Treibhaus” warnte. Große abrupte Klimaveränderungen in der Vergangenheit hatten mit AMOC-Instabilitäten zu tun, darunter Dansgaard-Oeschger-Ereignisse und Heinrich-Ereignisse. Mehr dazu in meinem Review Paper in Nature.

3. Die AMOC hat sich in den letzten hundert Jahren abgeschwächt. Wir haben keine direkten Messungen über einen so langen Zeitraum (erst seit 2004 im Rahmen des RAPID-Projekts), aber verschiedene indirekte Hinweise. Wir haben in Caesar et al. 2018 die zeitliche Entwicklung der oben gezeigten “Kälteblase” anhand von Meerestemperatur-Beobachtungen seit 1870 verwendet, um die AMOC zu rekonstruieren. In diesem Artikel diskutieren wir auch einen “Fingerabdruck” einer AMOC-Verlangsamung, der auch eine übermäßige Erwärmung entlang der nordamerikanischen Küste beinhaltet, wie sie in Abbildung 1 zu sehen ist. Dass dieser Fingerabdruck auch in historischen Läufen mit CMIP6-Modellen mit der AMOC korreliert, wurde kürzlich von Latif et al. 2022 gezeigt, siehe Abbildung 2.

Abbildung 2. Korrelation von SST-Schwankungen (links) mit AMOC-Schwankungen (rechts) in historischen Läufen mit CMIP6-Modellen, aus Latif et al. 2022.

Andere haben Veränderungen im Florida-Strom seit 1909 oder Veränderungen im Salzgehalt des Südatlantiks verwendet, um vergangene AMOC-Veränderungen zu rekonstruieren – Einzelheiten finden Sie in meinem damaligen Kommentar dazu im Spiegel.

4. Die AMOC ist jetzt schwächer als je zuvor im letzten Jahrtausend. Mehrere Gruppen von Paläoklimatologen haben eine Vielzahl von Methoden verwendet, um die AMOC über längere Zeiträume zu rekonstruieren. Wir haben die AMOC-Rekonstruktionen, die wir finden konnten, in Caesar et al. 2021 zusammengestellt, siehe Abbildung 3. Falls Sie sich fragen, wie die Rekonstruktionen der Proxydaten im Vergleich zu anderen Methoden für die jüngste Variabilität seit 1950 abschneiden, können Sie dies in Caesar et al. 2022 nachlesen (meine Meinung: recht gut).

Abbildung 3. Eine Zusammenstellung von 9 verschiedenen Proxyserien für die AMOC-Entwicklung. Die Standorte der Daten sind in der Karte eingezeichnet. Aus Caesar et al. 2021.

5. Der langfristige Abschwächungstrend ist vom Menschen verursacht. Zum einen entspricht er im Wesentlichen dem, was Klimamodelle als Reaktion auf die globale Erwärmung vorhersagen, auch wenn sie das Tempo anscheinend unterschätzen (siehe Punkt 8 unten). Eine aktuelle Studie von Qasmi 2023 hat Beobachtungen und Modelle kombiniert, um die Rolle der verschiedenen Einflussfaktoren zu isolieren, und folgert für die Region der “Kälteblase”: “In Übereinstimmung mit den Beobachtungen wird mit der Methode eine anthropogene Abkühlung in den letzten Jahrzehnten (1951-2021) im Vergleich zur vorindustriellen Periode diagnostiziert.”

Außerdem scheint es insbesondere nach der Mitte des 20. Jahrhunderts dekadische Schwankungen zu geben. Dabei kann es sich um natürliche Schwankungen oder um Schwingungen in Reaktion auf die moderne Erwärmung handeln, da es eine verzögerte negative Rückkopplung im System gibt (eine schwache AMOC führt zu einer Abkühlung der “Kälteblase”-Region, wodurch sich die Wasserdichte dort erhöht, was dann die AMOC wieder stärkt). Eine zunehmende Oszillationsamplitude könnte womöglich auch ein Frühwarnzeichen dafür sein, dass die AMOC an Stabilität verliert (siehe Punkt 10 unten).

Die sehr kurzfristige SST-Variabilität (saisonal, zwischenjährlich) in der Cold-Blob-Region wird wahrscheinlich vom Wetter dominiert, d. h. von der Erwärmung und Abkühlung durch die Oberfläche, und ist kein Hinweis auf Veränderungen der Meeresströmungen.

6. Die AMOC hat einen Kipppunkt, aber es ist höchst unsicher, wo dieser liegt. Dieser Kipppunkt wurde erstmals von Stommel 1961 in einem sehr einfachen Modell beschrieben, das eine grundlegende Rückkopplung beschreibt. Dort wo im nördlichen Atlantik das Wasser der AMOC absinkt, ist es ziemlich salzhaltig, weil die AMOC salziges Wasser aus den Subtropen in diese Region bringt. Wird es durch den Zufluss von Süßwasser (Regen oder Schmelzwasser vom schmelzenden Eis) weniger salzig, wird das Wasser weniger dicht (weniger “schwer”), sinkt weniger ab und die AMOC verlangsamt sich. Dadurch kommt weniger Salznachschub in die Region, was die AMOC weiter verlangsamt. Dies wird als Salztransportrückkopplung bezeichnet. Jenseits einer kritischen Schwelle wird dies zu einem sich selbst verstärkenden “Teufelskreis” und die AMOC kommt zum Stillstand. Dieser Schwellenwert ist der Kipppunkt der AMOC. Stommel schrieb: “Dieses System ist von Natur aus voller Möglichkeiten für Spekulationen über klimatische Veränderungen.”

Dass dieser Kipppunkt existiert, wurde seit Stommels Aufsatz von 1961 in zahlreichen Modellen bestätigt, darunter ausgefeilte dreidimensionale Ozeanzirkulationsmodelle sowie vollwertige gekoppelte Klimamodelle. Wir haben 2005 einen frühen Modellvergleich dazu veröffentlicht. Die große Unsicherheit besteht jedoch darin, wie weit das gegenwärtige Klima von diesem Kipppunkt entfernt ist. Die Modelle weichen in dieser Hinsicht stark voneinander ab, und die Lage scheint empfindlich von den feineren Details der Dichteverteilung des Wassers im Atlantik abzuhängen. Ich habe die Situation mit einer Fahrt in unbekannte Gewässer verglichen, bei der man weiß, dass sich unter der Oberfläche gefährliche Felsen befinden, die das Schiff ernsthaft beschädigen könnten, aber man weiß nicht, wo sie sind.

7. Standard-Klimamodelle haben gezeigt, dass das Risiko in diesem Jahrhundert relativ gering ist. Als Beispiel kann man in die IPCC-Berichte schauen. Der Sonderbericht über den Ozean und die Kryosphäre beispielsweise kommt zu dem Schluss:

Die AMOC wird im 21. Jahrhundert unter allen RCPs schwächer werden (sehr wahrscheinlich), obwohl ein Zusammenbruch sehr unwahrscheinlich ist (mittleres Vertrauen). Auf der Grundlage der CMIP5-Projektionen ist ein Zusammenbruch der AMOC bis 2300 etwa so wahrscheinlich wie nicht für Szenarien mit hohen Emissionen und sehr unwahrscheinlich für Szenarien mit niedrigeren Emissionen (mittleres Vertrauen).

Ich bin seit langem der Meinung, dass “sehr unwahrscheinlich”, d. h. weniger als 10 % im kalibrierten IPCC-Unsicherheitsjargon, überhaupt nicht beruhigend ist für ein Risiko, das wir eigentlich mit 99,9 % Wahrscheinlichkeit ausschließen sollten, wenn man die verheerenden Folgen eines Zusammenbruchs bedenkt.

8. Aber: Die Standard-Klimamodelle unterschätzen wahrscheinlich das Risiko. Dafür gibt es zwei Gründe. Sie ignorieren weitgehend den Eisverlust in Grönland und den daraus resultierenden Süßwassereintrag in den nördlichen Atlantik, der zur Schwächung der AMOC beiträgt. Und ihre AMOC ist wahrscheinlich zu stabil. Es gibt eine Diagnose für die Stabilität der AMOC, nämlich den Süßwassertransport der Umwälzzirkulation, den ich 1996 in einer Publikation auf der Grundlage von Stommels Modell von 1961 vorgestellt habe. Wenn die AMOC Süßwasser aus dem Atlantik exportiert, würde eine Abschwächung der AMOC zu einem weniger salzigen Atlantik führen (mehr Süßwasser aus Niederschlägen etc. bleibt zurück), was die AMOC weiter schwächen würde. Die Daten deuten darauf hin, dass die reale AMOC Süßwasser exportiert, doch in den meisten Modellen importiert sie Süßwasser. Dies ist immer noch der Fall und wurde auch auf der IUGG-Konferenz diskutiert.

Hier ein Zitat aus Liu et al. 2014, das das Problem sehr schön zusammenfasst und einige Literatur dazu angibt:

Wenn man den ozeanischen Süßwassertransport in Verbindung mit der Umwälzzirkulation als Indikator für die Bistabilität der AMOC verwendet (Rahmstorf 1996), deuten Analysen heutiger Beobachtungen ebenfalls auf eine bistabile AMOC hin (Weijer et al. 1999; Huisman et al. 2010; Hawkins et al. 2011a,b; Bryden et al. 2011; Garzoli et al. 2012). Diese Beobachtungsstudien deuten auf eine potenziell bistabile AMOC in der realen Welt hin. Im Gegensatz dazu zeigen Sensitivitätsexperimente in CGCMs tendenziell eine monostabile AMOC (Stouffer et al. 2006), was auf eine Voreingenommenheit des Modells gegenüber einer monostabilen AMOC hinweist. Diese monostabile Verzerrung der AMOC in CGCMs, auf die zuerst Weber et al. (2007) hinwiesen und die später von Drijfhout et al. (2011) bestätigt wurde, könnte mit einer Verzerrung des nordwärts gerichteten Süßwassertransports im Südatlantik durch die meridionale Umwälzzirkulation zusammenhängen.

9. Standard-Klimamodelle zeigen die beobachtete “Kälteblase”, aber erst später. Hier sind einige Grafiken aus dem aktuellen IPCC-Bericht AR6.

Abbildung 4. Beobachtete vs. simulierte historische Erwärmung (normalisiert auf 1 °C). In diesem Stadium ist die “Kälteblase” im Modelldurchschnitt noch nicht zu erkennen. Quelle: IPCC AR6

Abbildung 5. Simulierte Erwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts. Jetzt erscheint die “Kälteblase” in den CMIP6-Modellen.

10. Es gibt mögliche Frühwarnsignale (Early Warning Signals, EWS). Neue Methoden aus der nichtlinearen Dynamik suchen nach solchen Warnsignalen bei der Annäherung an Kipppunkte in Beobachtungsdaten, von der Kosmologie bis zu Quantensystemen. Sie nutzen die kritische Verlangsamung, zunehmende Varianz oder zunehmende Autokorrelation in der Variabilität des Systems. Es gibt eine Arbeit meines PIK-Kollegen Niklas Boers (2021), der acht verschiedene Datenreihen verwendete (Abbildung 6) und zu dem Schluss kam, dass es “starke Anzeichen dafür gibt, dass sich die AMOC tatsächlich einem kritischen, durch Bifurkation verursachten Übergang nähert.”

Abbildung 6. Frühwarnsignale in vier temperatur- und vier salinitätsbasierten AMOC-Rekonstruktionen. Beachten Sie, dass der Kipppunkt erreicht ist, wenn die Linien einen Lambda-Wert von Null erreichen. Aus Boers 2021.

Eine weitere Studie, diesmal unter Verwendung von 312 paläoklimatischen Proxydatenreihen, die ein Jahrtausend zurückreichen, ist Michel et al. 2022. Sie argumentieren, eine “robuste Abschätzung gefunden zu haben, die sich auf ausreichend lange Beobachtungen stützt, wonach sich die atlantische multidekadische Variabilität nun einem Kipppunkt nähert, nach dem das atlantische Strömungssystem einen kritischen Übergang durchlaufen könnte”.

Und heute ist eine dritte vergleichbare Studie von dänischen Kollegen erschienen, Ditlevsen & Ditlevsen 2023, die den Kipppunkt schon um 2050 erwartet, mit einem 95%-Unsicherheitsbereich in den Jahren 2025-2095. (Dazu mein Spiegel-Kommentar.) Einzelne Studien haben immer Schwächen und Grenzen, aber wenn mehrere Studien mit unterschiedlichen Daten und Methoden auf einen bereits recht nahen Kipppunkt hinweisen, sollte man dieses Risiko meines Erachtens sehr ernst nehmen.

Schlussfolgerung

Der Zeitpunkt des kritischen AMOC-Übergangs ist nach wie vor höchst ungewiss, aber die Anzeichen deuten zunehmend darauf hin, dass das Risiko in diesem Jahrhundert weit über 10 % liegt – und sogar schon für die nächsten Jahrzehnte beunruhigend hoch ist. Die konservative IPCC-Schätzung, die auf Klimamodellen beruht, die zu stabil sind und nicht den vollen Süßwasserantrieb beinhalten, ist meiner Ansicht nach inzwischen überholt. Ich schließe mich dem jüngsten Bericht der OECD über die “Climate Tipping Points” an, der dazu rät:

Die derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse sprechen jedoch eindeutig für beispiellose, dringende und ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen, um die Risiken von Kipppunkten im Klimasystem zu bewältigen.

Wenn ihr mehr über dieses Thema erfahren möchten, könnt ihr euch den Kurzvortrag von der Klima-Kipppunkte-Konferenz in Exeter letzten Herbst ansehen, oder die längere und etwas aktuellere EPA Climate Lecture im Dubliner Mansion House vom vergangenen April.

Link

Zu den Folgen eines Versiegens der AMOC habe ich in diesem Deutschlandfunk-Interview einiges gesagt.

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Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

61 Kommentare

  1. Lieben Dank Herr Rahmstorf! Bitte machen Sie genau so weiter. Ich verfolge Ihre Beiträge und Publikationen schon einige Jahre. Es ist so wichtig, dass Sie dies in die Gemeinschaft tragen (auch wenn diese nicht immer zuhört…). Bitte lassen Sie sich nicht unterkriegen.
    Ich wünsche Ihnen viel Kraft 💪🏻

    • Hier möchte ich meine Gedanken zum Globalen Förderband der Meer einmal darlegen:

      Ich denke die Strömungsgeschwindigkeit hängt auch signifikant mit den Änderungen des Bodenprofiles am Meeresgrund zusammen. Sei es durch gesunkene Schiffe oder tektonische Plattenbewegungen durch Vulkanismuss am Meeresgrund. Oder auch durch die von Menschen gemachten Änderungen am Meeresgrund durch Erdöl- und Erdgas- Mangan- und andere Förderungen am Meeregrund. Denn durch die Entnahme von Öl und Gas aus dem Boden ändert sich auch die Struktur und das Profil des Meeresbodens durch einbrechen der Kammern und Höhlräume die durch die Entnahme von Öl und Gas entstehen. Vor allem an Küstennahen Gebieten. Der Mensch greift sehr viel ein im Gefüge des Klimas ohne zu hinterfragen, welche Auswirkungen hat das für unsere Zukunft. Der Mensch denkt er ist Schlau und er kann alles Korrigieren was er einmal verändert hat. Aber dem ist nicht so. Ich möchte Ihnen ein Beispiel geben: Blasen Sie einen Ballon auf oder füllen Sie in mit Wasser anstatt Öl verschließen Sie den Ballon mit einem regelbaren Ventil, legen Sie den Ballon unter Sand in ein ein Aquarium und füllen Sie dies mit Wasser. Was passiert wenn Sie nun das Ventil öffnen?? Durch die Änderungen am Meeresboden ändert sich auch die Fließgeschwindigkeit der Strömung des AMOC. Wir müssen die Meere säubern auch von den Schifffracks, die da unten liegen. Das ist Zeug, was da nicht hingehört. Ein weiterer Punkt könnte sein das die Schifffahrt den Oberflächenstrom auch beeinflusst. Denn wenn man die Menge an Schiffen bedenkt die Mittlerweile auf den Meeren unterwegs sind. ist das eine Gefahr nicht nur für die Fische an sich, sondern auch für die Durchmischung der Meere. Wir wissen es noch nicht genau, da noch zu wenige Messwerte vorliegen, wie unsere ganze Schiffahrt weltweit da hinein spielen. Fest steht das die Menschheit auf jedenfall dafür mit verantwortlich ist, das sich das Globale Förderband der Meere abschwächt. Es gibt noch zuviele ungeklärte Untersuchungen der Daten die schon vorliegen oder die erst noch ausgewertet werden müssen. Die müssen dann auch im Zusammenhang mit anderen Klimadaten betrachtet werden. Denn die Welt besteht nur im Zusammenhang aller Funktionen im gesamten Netzwerk des Globalen Klimas. Denn wenn eine Funktion ausfällt hat das Globale Auswirkungen auf die anderen Globalen Wetter- bzw. Umweltsysteme. Das steht schon jetzt fest.

        • sorry, das ich diese stelle wähle, um Ihnen nochmals zu schreiben.

          ich schrieb ausführlich nochmals zur leichten sprache. verschwand im nirwana, weil ich auf einen noch nicht freigegeben kommentar antwortete…grrr sage ich da als programmierer…

          egal, jetzt kürzer:

          1. ja, es ist nicht Ihre aufgabe in leichter sprache zu schreiben, sondern sachlich richtige artikel zu schreiben.

          2. ich verstehe diese artikel (nur) einigermaßen, weil ich mich seit jahrzehnten mit dem thema auseinander setze

          3. in SPON sollen doch gerade “die massen” erreicht werden, nicht die wissenschaftler, nicht die nerds

          4. SPON wird sicherlich jemanden finanzieren können auf Ihren wunsch hin, der/die/das/es Ihre artikel in leichte sprache übersetzt.erhöht ja auch die reichweite…und “übersetzung” ist der richtige begriff: so, als würde man Ihre artikel in eine fremdsprache übersetzen.

          5. Ihre (hoffentlich lol) wissenschaftlich korrekten artikel sind dann ein schutzschild für die übersetzungen in leichte sprache. denn, natürlich werden die aussagen dann dort benutzt von den gegnern, um verlogen und unredlich “Ihre” behauptungen zu diskreditieren. na und?

          6. wie sind denn da so die lesenzahlen ihren artikel, bei SPON? leichte sprache heißt ja nicht einfach inhaltlich falsch. juristen und verwaltung denken das aber übrigens auch. hmm, ein wenig elitär…oh, wie ist es eigentlich mit leichter sprache in der mathematik LOL

          p.s.: per email würde Sie dies doch erreicht haben, oder?

      • ” Sei es durch gesunkene Schiffe”

        klar,die vielen im bermuda dreieck gesunkenen schiffe sind schuld!11elf!

        kann man sich echt nicht mehr ausdenken, zu welchen verrenkungen menschen im kopf in der lage sind, um sich nicht der realität zu stellen.

    • Die Theorie der Kippunkte ist äußerst umstritten. Die Modellberechnungen sind sehr sensibel auf Parameter und damit ebenfalls sehr grob. Dass Grönland vor 400.000 Jahren eisfrei war, hat mit der Strömung zu tun, ist aber nicht auf den Menschen zurück zu führen. Daher sind einige erhebliche natürliche Effekte bei Ihnen in keiner Weise berücksichtigt.

      • Gerade das verhalten von Grönland in früheren Warmperioden – aufgrund der bekannten Erdbahnzyklen – wird von unserem Klimamodel simuliert und wurde schon vor vielen Jahren dazu genutzt um zu bestimmen, in welchem Temperaturbereich der Kipppunkt des Grönlandeises liegt.
        Die Kipppunkte sind längst in den Konsens der Wissenschaft eingegangen und in den IPCC-Berichten wird eindringlich davor gewarnt.

        • vermutlich bezieht sich der forist auf einen beitrag Ihres alten freundes “a.b.” auf welt.de, wo dieser behauptet, kipppunkte seien in die debatte getricks worden.

          okay, Sie können nicht zugeben, den artikel gelesen zu haben, wäre nämlich zuviel der ehre für den autor, aber ich bin sicher, Sie kennen den artikel. 😉

          und da ich schon schreibe:

          bitte, schreiben Sie auf SPON einfacher! für “normale” leute. wer mehr wissen will, den verweisen Sie halt hierher.

          der gegner, wie z.b. “a.b.”, ist sich ja auch nicht zu schade, einfach zu schreiben. aber bei denen heißt einfach halt einfach verlogen.

          hmm, vielleicht suchen Sie sich eine person, die Ihre beiträge in einfache sprache übersetzten muß? dann gibt es halt zwei versionen: Ihre und die in einfacher sprache?

          für die foristen hier, da ich davon ausgehe, Sie selbst wissen, wovon ich spreche:

          https://de.wikipedia.org/wiki/Einfache_Sprache

          • Siehe https://twitter.com/rahmstorf/status/1636001606607990786?s=20
            Er hat übrigens den Artikel nachträglich korrigiert und die Falschbehauptung entfernt, die der Kern seiner bizarern These war: nämlich dass unser PNAS Paper angeblich nicht peer-reviewed gewesen sei. Kurze Nachfrage bei PNAS hätte das im Vorfeld geklärt, aber wäre halt Recherche gewesen.
            Das mit der einfachen Sprache sehe ich schon, aber ist vielleicht doch eher Aufgabe von Journalisten? Jedenfalls sehe ich die Aufgabe meiner Spiegel-Kolumnen schon eher so, die fachlichen Zusammenhänge etwas genauer und tiefer (und auch mit Links zu Fachliteratur) zu erläutern, als es meist in journalistischen Artikeln geschieht. Meine Stärke ist ja nicht einfache Sprache sondern Fachwissen als Forscher, und ich schreibe für eine Zielgruppe, die genau dies interessiert.

        • Sie:

          “Er hat übrigens den Artikel nachträglich korrigiert und die Falschbehauptung entfernt, die der Kern seiner bizarern These war: nämlich dass unser PNAS Paper angeblich nicht peer-reviewed gewesen sei.”

          Er, also “a.b.”:

          “Mit jener Publikation von 2008 machte der Begriff „Kipppunkt“ Karriere, Massenmedien berichteten weltweit, und mittlerweile verlinken 63 Wikipedia-Artikel auf den Aufsatz. Der Wikipedia-Artikel über Kipppunkte selbst liest sich fast wie eine Kopie der PIK-Arbeit. Das Problem: Sie genügte nicht den Standards einer wissenschaftlichen Studie.

          Die Umfrage der PIK-Forscher war zwar im Wissenschaftsmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) erschienen, dem Magazin der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA (NAS). Es war aber keine normale begutachtete Studie, sondern ein „Einstandsartikel“, den neu gewählte NAS-Mitglieder einreichen dürfen, „um sich den Lesern von PNAS vorzustellen“. 2005 war Schellnhuber in die NAS aufgenommen worden, die Kipppunkte-Umfrage war seine erste PNAS-Veröffentlichung.

          PNAS veröffentlichte den Kipppunkte-Beitrag als eine „Perspective“. Im Gegensatz zu Studien genügen „Perspectives“ schwachen Kriterien: Solche Texte brauchen laut PNAS lediglich „ein kritisches wissenschaftliches Problem identifizieren, eine Bewertung auf dem neuesten Stand der Technik liefern und neue Einsichten oder einen neuen Ansatz zu seiner Lösung bieten“.
          Schellnhuber und das „Bauchgefühl der Wissenschaft“

          Es reicht also ein interessanter Überblick über ein relevantes Forschungsthema. Ob es wissenschaftlich substanzielle Belege gibt für die dargelegten Phänomene, ist für eine „Perspective“ nicht von Belang. So gelangte die Kipppunkte-Warnung in ein renommiertes Wissenschaftsmagazin. ”

          DAS nennen Sie korregiert? hat er da echt einfach nur einen satz rausgenommen, der aussagte, da sei nix peer reviewed? faktisch behauptet er das doch immer noch.

          kern: “Das Problem: Sie genügte nicht den Standards einer wissenschaftlichen Studie.”

          was ja wohl nicht stimmen kann, wer der/die/das peer review erfolgreich war.

          also: entweder Sie irren, wenn Sie denken, es wurde korregiert. oder aber Sie lesen falsch. oder ich. 😉 ich lese sowas nicht wissenschaftlich, sondern politisch…

  2. Vielen Dank für Ihren spannenden Beitrag und die ausführlichen Erläuterungen auch im Spiegel.
    Das hört sich im Endergebnis katastrophal an, bleibt allerdings wieso oft finde ich noch zu unkonkret, um die breite Masse an Menschen wirklich zu erreichen. (Siehe Nikotinabusus, eventuell bekommt man Krebs oder auch nicht in weiter Ferne). Könnten Sie ganz konkret am in einem Beispiel der Stadt, Hamburg und München darlegen, was dann auf uns zukommt? Auch wenn dies im Bereich des eventuellen liegt, könnte eine Darstellung das Ganze greifbarer machen, zum Beispiel welche Art von Stürme , welches Ausmaß, Klimaveränderung, etc. herzlichen Dank.

    • Dazu werden sie nichts seriöses bekommen. Kein Wissenschaftler kann etwas über die Folgen aussagen. Es ist wie Hr. Rahmstorf es eingehend schildert eine Fahrt durch unbekannte Gewässer mit Felsen unter der Oberfläche. Man kann kollidieren und nur eine Schramme einstecken, man kann auch sinken. Es kann auch nichts passieren. Die Appelle der Wissenschaftler beziehen sich auf die Tatsache, dass wir hier uns auf Terrain zubewegen, dass niemand kennt und die Folgen für die Menschheit nicht abzuschätzen sein werden und vermutlich unumkehrbar. Das sollte uns allen Antrieb genug sein es unbedingt zu vermeiden. Wir haben keinen Reset Knopf.

      • gut erklärt Johann,

        ich denke es verhält sich ähnlich unserer Wettermodelle. Für die nächsten 5 Tage ziemlich gut – danach wird es immer ungefährer. Das 100%-Klimamodell gibt es garantiert nicht. Es gibt ja noch Einflußgrößen des Menschen, die nicht exakt prognostizierbar sind. Ebenso natürliche Phänomene, wie z. B. Sonnenflecken oder – ganz banal – vulkanische Ereignisse mit Ascheeintrag in die Atmosphäre.

  3. Mich interessiert, was für weltweite Änderungen eine weitere Schwächung der atlantischen Zirkulation haben würde. Von Klimaleugnern wir oft argumentiert, dass sich die Erwärmung des europäischen Klimas durch den Wegfall des Golfstroms kompensiert würde. Das ist aber nur ein kleiner Teil der Konsequenzen. Können Sie dazu einen Kommentar geben?

  4. Aus diesseitiger Sicht ist die Datenlage so :

    -> https://data.giss.nasa.gov/gistemp/tabledata_v4/GLB.Ts+dSST.txt (eine sozusagen simple Text-Datei, eine simple Matrix liegt vor, von dem Institut von Jim Hansen (some know him) beigebracht und generiert worden ist, sich die Datenlage auf die Jahre 1880 bis 2023 bezieht)

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. W (der also eine ca. Globalerwärmung von + 1 K je Jahrhundert als empirisch nachgewiesen anzunehmen hat)

  5. Mensch, lasse es nicht drei Grad werden

    Ausstieg aus den Fossilen leider nunmehr relativ hutigst

    Svante Arrhenius hat anno dazumal den Klimawandel eher positiv gesehen für die Zivilisation. Doch schon seit Jahrzehnten ist klar, dass der Klimawandel eine Bedrohung ist. Eine Bedrohung, die von der Klimawissenschaft eher unter- als überschätzt wird. Und auch jetzt mit der Warnung eines höheren Risikos, dass der AMOC kippt, stehen Klimaforscherinnen und Klimaforscher vor großen Herausforderungen, die Projektionen genauer zu machen.

    Was ja auch mehr als okay ist, denn Klimawissenschaft ist nicht von naturwissenschaftlicher Pappe. Meinen Respekt haben sie jedenfalls. Und Arrhenius konnte ja auch nicht wissen, dass die Menschheit in einem klimageschichtlichen Wimperschlag so dermaßen viel Treibhausgase emittiert innerhalb weniger Jahrzehnte.
    Stefan Rahmstorf jedenfalls ist ein leuchtendes Beispiel, wenn es darum geht, den Klimagau abzuwenden mit seiner ausgezeichneten Forschung, aber auch wenn es darum geht, Laien aufzuklären über die Dringlichkeit, leider nunmehr relativ hurtigst auszusteigen aus den Fossilen. Danke dafür.

    Das, was die Klimawissenschaft an Erkenntnissen gewonnen hat schon im letzten Jahrtausend, hätte ausreichen sollen, um schon früher eine viel ambitioniertere Klimapolitik zu machen. Mensch lasse es nicht drei Grad werden, denn eine solch von Rahmstorf beschrieben Welt wünsche ich keiner und keinem. Höchst unwahrscheinlich, dass er übertreibt.

  6. Vielleicht ist es erforderlich, dass die AMOC kippt, damit die Mächtigen die notwendigen Entscheidungen treffen.

    Inzwischen boomen Solar, Wind und Akkus, leider nicht in dem Tempo welches ich mir wünschen würde. Die weltweiten CO2-Emissionen folgen weiterhin einer Exponentialfunktion.

    • Die Mächtigen dieser Welt- und “Werteordnung” haben grad weder Zeit für Verantwortungsbewusstsein noch den Kopf für wirklich-wahrhaftige Vernunft, sie pokern unveränderlich um den Weltkrieg.

    • Ein Kipp-Punkt ist ein Kipp-Punkt. Das bedeutet: es gibt dann keine (!!!) Veränderung zurück zur vorherigen Situation. Falls nach dem Erreichen eines Kipp-Punktes die “Mächtigen” anfangen, die notwendigen Entscheidungen zu treffen, ist es bei Weitem zu spät.
      Unter Kipp-Punkten versteht man sich selbst verstärkende Prozesse. Beispiel: Eis das schmilzt (Gletscher) wird dunkler. Dadurch wird die Sonneneinstrahlung nicht mehr so stark wie normalerweise reflektiert, das bedeutet, dass das Eis noch stärker schmilzt, was zur Folge hat ….. siehe oben.

      • Kipp-Punkt ist die eher ungenaue/unkorrekte Bezeichnung für Bifurkation. Sie erinnert an das Kippen eines Körpers und soll diese gedankliche Verbindung wohl auch assoziieren. Dies aber würde nicht zu dem Bild passen, das sie zeichnen. Einen umgefallenen Körper kann man wieder aufstellen.
        Eine Bifurkation (korrekte Bezeichnung) oder Verzweigung ist eine qualitative Zustandsänderung in nichtlinearen Systemen unter Einfluss im einfachsten Fall eines Parameters. Als leicht verständliches Beispiel lässt sich das Knicken eines Stabes unter Wirkung einer Druckkraft anführen. Sobald eine Abweichung vom geraden Stab auftritt, kommt es zum Knicken und das vorher lineare Veralten ändert sich “sprunghaft”. Beulen dünnwandiger Rohre ist ein anderes Beispiel. Das grundsätzliche Problem besteht darin, dass der Zeitpunkt bzw. die Größe der Belastung, die zu diesen Zustand führen, von einem Parameter wie Unrundheit – Abweichung von der idealen Geometrie – abhängt. Dies ist schon bei den noch relativ einfachen mechanischen Systemen sehr schwierig berechenbar und mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Hier hat man aber den Vorteil, dass man gezielte Experimente durchführen kann und somit die Berechnungen und Annahmen überprüfen kann. Dies geht beim Klima so nicht …

  7. Ich würde mal gerne eine Fachdiskussion von Ihnen mit Herrn Jochem Marotzke hören. Er erweckt oft den Eindruck, die Situation weniger dramatisch zu bewerten, ich weiß aber nicht warum.

    • Diese Diskussion zu Kipppunkten hatten wir erst vor einigen Wochen, mit ein Paar weiteren Kollegen. Was die konkreten Fakten angeht sehe ich gar keinen großen Unterschied. Zur AMOC hat er ja auch öffentlich gesagt, er hält nach wie vor die Einschätzung des letzten IPCC-Berichts für richtig (dessen Koautor er ist), wonach das Risiko den AMOC-Kipppunkt in diesem Jahrhundert zu überschreiten kleiner als 10 Prozent ist. Bis vor wenigen Jahren habe ich das auch so gesehen, habe auch öffentlich gesagt, dass ich es im einstelligen Prozentbereich einschätze. Inzwischen sehe ich es angesichts der neueren Studien aber pessimistischer. Wir werden sehen wie der nächste IPCC-Bericht das bewertet.
      Marotzke hat auch z.B. in einem von ihm mitverfassten Abschnitt des Hamburg Climate Futures Outlook 2023 geschrieben: “Should the goals of the Paris Agreement not be reached, more and more tipping points in the ice sheets will be crossed regionally, and the long-term committed global mean sea-level rise will increase greatly.”
      Ich denke der Unterschied liegt hier eher in der Wertung, z.B. ob man ein Risiko des AMOC-Kollapses von bis zu 10% für einen Grund zu großer Sorge oder zur Beruhigung hält.

    • “Ich würde mal gerne eine Fachdiskussion von Ihnen mit Herrn Jochem Marotzke hören. Er erweckt oft den Eindruck, die Situation weniger dramatisch zu bewerten, ich weiß aber nicht warum.”

      klassiker: jetzt ist es ein marotzke, vor jahren war es ein von storch. und andere, die ich vergessen habe…

      was mit denen ist? die werden dann hervorgeholt, wenn jemand deutlicher warnt. um die warnung herunter zu spielen.

      altbekanntes vorgehen.

      Sie, Paul Stefan, schreiben ja noch nicht einmal, warum Sie solche “fachdiskussion” gerne hören würden wollen. hauptsache ausgestreut, die situation sei ja gar nicht so dramatisch, würden auch andere wissenschaftler so sehen…

      echt, altbekanntes vorgehen. beim thema klima seit jahrzehnten, gelernt von lungenkrebs, dioxin, blei, fckk etc.pp…

      • “Sie, Paul Stefan, schreiben ja noch nicht einmal, warum Sie solche “fachdiskussion” gerne hören würden wollen. hauptsache ausgestreut, die situation sei ja gar nicht so dramatisch, würden auch andere wissenschaftler so sehen…”

        Da interpretieren Sie mich falsch. Ich befürchte, dass manche Forscher beruhigender klingen, als es angebracht wäre. Das sind nur Nuancen, aber die Abwiegler lauern auf solche Äußerungen, um sie als Argumente anzuführen.

        Hans von Storch hat meines Erachtens Ressentiments, vor allem gegen die Klimaaktivisten, die seinen wissenschaftlichen Blick deutlich trüben.

  8. Vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel. Ich habe dazu ein paar Fragen: Unabhängig von Erwärmung und Eisschmelze ist das Wasser am Äquator weiterhin wärmer und damit weniger dicht als das Wasser an den Polen. Es wird also weiterhin einen Drang geben, dieses Ungleichgewicht durch Strömung auszugleichen. Der Süßwasserzufluss aus der Eisschmelze wird temporär (bis das Eis geschmolzen ist…) dieser Strömung und dem Dichtegradienten entgegenwirken, hat aber selbst einen Drang den Unterschied im Salzgehalt auszugleichen. Gibt es Überlegungen und Modelle wie diese Ungleichgewichte durch ggf dann andere Strömungen ausgeglichen werden, zB einer “verkürzten” AMOC bis in Bereiche an denen der Salzgehalt noch hoch genug ist und zusätzlich einer Zirkulation an der Oberfläche der nördlichen Breitengeraden die den geringen Salzgehalt des Schmelzwassers ausgleichen?

    • Ich verstehe ihre Frage so, dass eine neue Situation ohne Tiefenwasserbildung nicht auf Dauer stabil sein kann. Da haben Sie Recht! Das Ende der Tiefenwasserbildung ist eine Folge einer Erwärmung – die dazu führt, dass dei Tiefsee noch voll ist mit schwererem Wasser, als es dann in dem wärmeren Klima in der Nähe der Pole gebildet werden kann. Im Laufe der Jahrhunderte wärmt sich die Tiefsee dann aber auf durch Vermischung, bis irgendwann eine neue Tiefenzirkulation anspringt. Das ist auch in den Klimamodellen so.

  9. Ein täglicher fossiler Zug mit 11.000 km Länge!

    Gemäß verfügbarer Quellen verbrennt die Welt derzeit pro Tag:

    Erdöl: 13,2 Millionen Tonnen
    Erdgas: 8,1 Millionen Tonnen
    Kohle: 22 Millionen Tonnen

    Hätten wir keine Pipelines und Transportschiffe und müssten wir diese Mengen (43,3 Mio. t/Tag) in Güterwaggons mit einer Länge von 15 m und einer Nutzlast von 60 Tonnen auf die Schiene bringen, so wäre dieser tägliche fossile Zug knapp 11.000 Kilometer lang.

    Dies entspricht der Entfernung zwischen London und Singapur.

    Unsere hauchdünne Atmosphäre und unsere Meere sind begrenzte physikalische Systeme, die die Natur über sehr viel Zeit in faszinierende und selbstregelnde Kreisläufe gebracht hat.

    Wer massiv Energie und Schadstoffe in solche komplexen Systeme einbringt, wird Folgewirkungen auslösen!

    Und dann sind wir – wie von Prof. Rahmstorf ausgeführt – über Änderungen globaler Kreisläufe, Stürme, Gletscherschwund, Hochwässer, Dürren, Wassermangel, Migration….erstaunt?

    Die technologieoffene Reduktion der Verbrennung fossiler Energieträger muss oberste Priorität erlangen und die Diskussionen um die subjektive Schönheit von PV-Anlagen, Windrädern, Stromleitungen und Speichern ein Ende finden. Je länger wir zuwarten, desto prekärer wird unsere Lage werden!

    Diese überlebenswichtigen Aufgaben zur Bekämpfung der Ursachen werden – neben Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauches und der Effizienzsteigerung – besser früher als später von Nationen, Gesellschaften und Regionen übernommen werden müssen.

  10. Danke für den sehr informativen Beitrag
    Meine Überlegungen gehen sehr in die Richtung der Dichteunterschiede des Meerwassers durch Süsswassereintrag, z. B. durch abschmelzende Eismassen in Grönland. Vermutlich sind diese Sachverhalte nicht hinreichend in den einschlägigen Rechenmodellen “eingepreist”. Im Resultat sollte es doch zu kühleren Wintern für Europa kommen mit einem eher ausgeprägten Kontinentalklima, meint kälteren und längeren Wintern und (noch) heißeren Sommermonaten. Das würde doch aber auch in Verbindung mit mehr Wasser in der Atmosphäre (wegen höherer Verdunstung der Weltmeere) zu vermehrtem Schneefall und erneuter Gletscherbildung in den Alpen führen. Die Frage ist dann ob die Gletscherzuwächse in den heißeren Sommermonaten wieder aufgezehrt werden. Aber ich denke das hat heute noch kein Rechenmodell auf dem Schirm.

  11. Oberflächenwasser nimmt bekanntlich viel CO2 auf. Wirkt sich das auf die Dichte und die beschriebenen Effekte aus, ähnlich dem Salzgehalt?

  12. In der Berliner Zeitung erschien ein Artikel zum Thema: “Die Panik der Letzten Generation: Nein, das Weltklima „kippt“ nicht plötzlich!” , in dem auch Herr Marotzke u. a. Wissenschaftler zu Wort kommen, die deutlich vorsichtiger formulieren und den Begriff “Kipppunkte” hinterfragen. Eine Diskussion mit selbigen wäre sicher interessant – aber wird wohl leider nicht zustande kommen.

  13. Das könnte genau die Wettersituation (ist noch kein Klima!) des Jahres 2023 erklären: Auf der ganzen Erde wird es deutlich wärmer – nur in Deutschland feuchter und kälter. Bereits zum zweiten Mal hat sich eine Situation eingestellt, in der Jetstream über Monate so liegt, dass polare Tiefs in dichter Folge Regen, Stürme und Kaltluft vorrangig nach Deutschland führen, während südlich stabile Hochs jegliche Niederschläge fernhalten und Heissluft aus Afrika heranführen.

    Spanien, Süditalien und Griechenland stöhnen unter Saunatemperaturen, während wir hier im Regen bibbern. Während es weiter in den östlichen Lagen deutlich gemäßigter zugeht und sogar im Baltikum etwas wärmer ist. Auch das eine Folge des menschengemachten Klimawandels! Dieser überlagert sich nach meinem Eindruck mit der Warmphase eine etwa 1000-jährigen natürlichen Zyklus.

    Diese Zusammenhänge sollten deutlich herausgearbeitet werden und auch der Allgemeinheit deutlich dargestellt werden.

  14. Auch das Anthropozän ist endlich und wahrscheinlich schon bald, wenn der Verstand der Menschen noch mehr verblödet.
    Entweder bekommt der Mensch den Klimawandel hin, oder er wird daran eingehen wie die Dinos. Die Erde wird noch lange bestehen mit veränderten Wesen, ehe sie verglüht.

  15. ok, einer von vielen sehr detailierten Fachartikeln. Um als Ingenieru dort ein zu steigen braeuchte ich Wochen …. Daher fuer den eiligen oder oberflaechlichen Leser:
    – Vergleiche uber die Geschichte (jahrhundert oder mehr) mit der menschlichen (industriellen) Entwicklung – wieviel ist nur Korrelation (kein Beweis an sich), wieviel sind echte Modellzusammenhaenge, Verkopplungen (Energieaustausch) ?
    – Auswirkungen bleiben fuer mich unklar . Wenn das AMOC-Stromsystem fuer einen grossen Teil des Waermetransportes nach Europa verantwortlich ist (vermutlich auch aus der Temperaturdifferenz im Unterschied zum Golfstrom) und in der Zukunft zurueck gehen sollte, so muss der Golfstrom mehr uebernehmen, auskuehlen und es wird in Europa kaelter werden, eine neue Eiszeit ? Da man in Canada auch gut leben kann, werden wir das in Europa wohl auch, auch wenn die Ostsee vielleicht zufrieren sollte.
    ? Wenn’s im Norden kaelter wird, wird Groenland weniger abschmelzen ?
    ? Wird Nordafrika wieder ein gruener, dichtbewachsener Siedlungsraum werden ?
    ? Wo sind da die Denk-, Folgerungsfehler ?

    • ” Um als Ingenieru dort ein zu steigen braeuchte ich Wochen ….”

      tipp: nehmen Sie sich die zeit!

      “Daher fuer den eiligen oder oberflaechlichen Leser:”

      inwiefern soll der denn Ihre fragen beantworten können?

      oder soll der oberfächliche leser nur Ihre fragen wahrnehmen und dann zu dem schluß kommen: oh, ist alles so kompliziert, so fraglich, so zweifelhaft?

      wie? ich unterstelle eine absicht bei Ihnen?

      na, zitat:

      “? Wo sind da die Denk-, Folgerungsfehler ?”

      bei Ihnen! auch wenn Sie suggerieren wollen, bei den klimatologen.

      was für eine frechheit…

  16. Wie kann man im Kontext obigen Artikels folgende beiden Beobachtungen verstehen?

    (a) Gegenwärtig liegen die tagesaktuellen Werte der antarktischen Meereisausdehnung beträchtlich unterhalb aller entsprechenden Messwerte seit 1981, s. https://nsidc.org/arcticseaicenews/charctic-interactive-sea-ice-graph/ sowie https://www.meereisportal.de/ .

    (b) Gleichzeitig übersteigt die tagesaktuelle mittlere Oberflächentemperatur des Nordatlantik alle entsprechenden Werte seit 1982, s. Abbildung in https://www.spektrum.de/news/was-der-warme-atlantik-mit-dem-wetter-macht/2154948?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE .

    Frappierend ist in beiden Fällen, dass die Abweichungen anscheinend nicht aus einem über mehrere Dekaden reichenden Trend erwachsen sind. Im Gegenteil, sie scheinen sich binnen eines Jahres ausgebildet zu haben.

    Herr Rahmstorf, wie interpretieren Sie diese Phänomene?

    Welche dazu alternativen Interpretationen werden von Ihren Kollegen diskutiert?

  17. Auch in diesem Artikel wird mehrmals behauptet, der Klimawandel sei menschengemacht, ohne jedoch den geringsten Beweis oder eine Begründung zu geben. Beweisen wird man es nicht können, aber wenigstens eine Liste von Argumenten zur Glaubhaftmachung wäre wünschenswert. Nichts von alledem findet man hier.

    • Das ist nicht Thema dieses Artikels. Dass die moderne Erwärmung zu 100 % vom Menschen verursacht wurde ist z.B. in den IPCC-Berichten von 2014 (5. Bericht) und 2021 (6. Bericht) ausführlichst belegt und sollte eigentlich inzwischen allgemein bekannt sein. Ein wesentlicher Grund ist, dass wir die Energiebilanz der Erde und deren Veränderung messen und verstehen, wir wissen wo die Energiemenge herkommt, die die Erwärmung verursacht. Siehe meine kurze Erklärung im Spiegel: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimawandel-woher-die-gewaltige-energie-der-erderhitzung-stammt-a-692ebf01-faf1-4ffe-828a-16493d24715b

      • Das war bisher auch mein Wissen, dass man die globale Erwärmung heute am Besten aus der Energiebilanz der Erde, der EEI (Earth’s energy imbalance) erkennen bzw. daraus ableiten kann. Doch die Aussage in diesem neuen Bericht “The First 30 Years of GEWEX” lautet dahingehend, dass es bisher noch nicht möglich ist die EEI mit der dazu erforderlichen Genauigkeit zu messen:
        “…none of the techniques available today enable us to estimate the EEI with the perceived required accuracy less than ±0.3 W m−2, let alone with an spirational accuracy of ±0.1 W m−2. Significant improvements in existing observing systems are necessary to achieve this target.”
        Dieser Bericht wurde von einem großen Team von Wissenschaftlern erstellt und stellt offensichtlich keine Einzelmeinung dar.
        Steht es wirklich so schlecht um die EEI?

        • Da geht es um die “imbalance”, also das verbleibende Ungleichgewicht. Die Ursache der Erwärmung ist der Strahlungsantrieb.
          Der Strahlungsantrieb des CO2-Anstiegs alleine beträgt schon über 2 Watt pro Quadratmeter.

      • ==> Zur Info: Die Vorschau funktioniert leider nicht!

        Energieverbrauch vs. CO2-Emissionen
        @ Stefan Rahmstorf

        Mit Blick auf Ihren o. a. Artikel im Spiegel vom 25.01.2020 (“Woher die gewaltige Energie des Klimawandels stammt”) eine Rückfrage zum Stichwort “Energieverbrauch der gesamten Menschheit”.

        Kürzlich las ich im web die folgende Aussage:
        “Im Jahr 2014 betrug der Weltenergiebedarf 540 Exajoule. […] Bei der Nutzung dieser Energie wurden ca. 32,4 Mrd. Tonnen Kohlenstoffdioxid freigesetzt.[1]”
        Fußnote 1 =
        http://large.stanford.edu/courses/2017/ph241/kwan1/docs/KeyWorld2016.pdf#page=45

        (Die oben genannten Zahlen hab ich mittels weiterer Quellen überprüft und für OK befunden.)

        Hier nun meine Frage:

        Gemäß der Reaktionsgleichung gilt für die Verbrennung von Kohlenstoff zu CO2 folgendes
        C + O2 —> CO2 | delta H = – 394 kJ pro Mol

        (1 Mol CO2 = 44 g)

        In den globalen Maßstab “übersetzt” folgt aus der Reaktionsgleichung mithin
        folgender Sachverhalt (ich hoffe, dass mir hierbei kein Rechenfehler unterlaufen ist!?!):

        Bei der Produktion von 44 Gt CO2 wird (demzufolge) Energie in Höhe von 394 Exajoule frei.
        (Wer das Folgende mittels Kopf-Rechnung überprüfen möchte, kann hier auch einen Zahlenwert von rund 400 Exajoule nehmen: 44 Gt CO2 entsprechen rund 400 EJ )

        Laut KeyWorld2016 (siehe den Link oben) betrug die globale CO2-Emission im Jahr 2014 rund 33 Gt CO2.
        Diese 33 Gt CO2 entsprechen gemäß Reaktionsgleichung einer Energie in Höhe von rund 300 Exajoule (der exakte Wert: 294,75 Exajoule).

        Der Weltenergiebedarf – mit anderen Worten: der Energieverbrauch der Menschheit – betrug im Jahr 2014 rund 540 ExaJoule.
        Rund 45 Prozent dieser 540 Exajoule haben wir bei der Nutzung der fossilen Energieträger in Form von CO2 in die Atmosphäre gepustet (33 Gt CO2 entsprechen einer Energie in Höhe von 294,75 EJ).
        Bleibt die Frage, wo die andere Hälfte (also die übrigen 55 Prozent) unseres Energieverbrauchs “sich versteckt” (Abschmelzen der Eisschilde und Gletscher / Erwärmung der Ozeane etc.) …

        Die konkrete Frage an Sie, lieber Herr Rahmstorf:
        Ist meine Rechnung richtig oder falsch?

        P.S.:
        Diese Aussagen bezüglich der Nutzung fossiler Energien kann ich gedanklich nicht nachvollziehen (verstehe ich nicht):
        https://web.archive.org/web/20091120202407/www.mpimet.mpg.de/presse/faqs/ist-die-abwaerme-der-menschen-wichtig-fuer-das-klima.html

        ***

    • waren Sie 30 jahre in kryostase?

      würde Sie die sache interessieren, dann hätten Sie sich doch schon lange auf den weg machen können, nach den argumenten zu suchen.

      also, auch hier wieder einmal: altbekannte, dümmliche methoden des zweifels säen…

  18. Unter der Voraussetzung, dass diese Überlegungen im Wesentlichen mit der tatsächlichen Situation übereinstimmen, stellt sich die Frage, ob die weltweit angestrebten Klimaziele und Maßnahmen zum Klimaschutz ausreichend sind, um einen signifikanten Wandel in dieser Lage herbeizuführen.

    Wie verhält es sich mit dem Kosten/Nutzen-Faktor, den viele Kritiker wiederholt ansprechen und kritisch beurteilen?

    • Genau das, der von Ihnen angesprochene signifikante Wandel als Ergebnis des Klimaschutzes bzw. der Reduzierung der CO2- / Treibhausgas- Emissionen wird bisher nicht mit Zahlen und Prognosen öffentlich beschrieben. Es wird immer nur auf die Notwendigkeit hingewiesen oder, dass wir evtl. noch die Chance haben das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.
      Doch was passiert laut Modellrechnungen denn nun laut Klimawissenschaft in welchen Zeitabläufen mit der Globaltemperatur und den damit zusammenhängenden Klimaveränderungen bei einem Stopp der nach wie vor stattfindenden Steigerungen der Emissionen und was nach einem massiven Senken der Emissionen?
      So grob habe ich in Erinnerung, dass bei einem sofortigen Stopp der Emissions-Steigerungen es zwischen 10 und 30 Jahre dauert bis auch das Ansteigen der Globaltemperatur endet und diese auf dem natürlich dann weiterhin hohen Niveau stehen bleibt. Wenn ich mich richtig erinnere hat das Herr Rahmstorf in einem Artikel im Spiegel geschrieben.
      Der nächste und wichtigste Schritt ist aber die Reduzierung der Emissionen. Da habe ich lange danach gesucht, wie dann die Wirkung sein werde. Gelesen habe ich mal, dass das Verschwinden des CO2 aus menschengemachten Quellen aus der Atmosphäre weit über 1000 Jahre dauern könne, die Globaltemperatur daraufhin erst nach 1000 oder noch viel mehr Jahren auf ihren “alten” Wert von der Zeit um das Jahr 1850 zurückgehen werde. Wenn ich den IPCC-Report AR6 an der richtigen Stelle gelesen habe, dann werde der Rückgang der CO2-Konzentration in der Atmosphäre nach einem massiven Rückgang der Emissionen auch erst nach über 100 Jahren beginnen und dann sich über tausend(e) Jahre fortsetzen. Zurück zum Klima der vorindustriellen Zeit kämen wir dann erst in über 1000 Jahren.
      Vielleicht kann Herr Rahmstorf diese Zusammenhänge in Kurzform nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft hier beschreiben.

        • Ich habe den Synthesebericht durchsucht, aber immer nur Daten und Aussagen bis zum Jahr 2100 gefunden. Zur Reaktion des Klimasystems auf CO2-Reduktion fand ich nur den “mageren” Satz “Deep, rapid, and sustained reductions in greenhouse gas emissions would
          lead to a discernible slowdown in global warming within around two decades, and also to discernible changes in atmospheric composition within a few years (high confidence).” im Teil SPM unter B.1.
          Deshalb bitte nur einen Tipp, wo im Bericht die langfristigen Wirkungen von Emissionsreduzierungen zu finden sind.

  19. Was weiß man eigentlich über das Ende der letzten Eiszeit und das Ende der davor liegenden letzten Warmzeit? Könnte es sein, dass es genau dieser Kipppunkt des AMOC ist, der das auslöst? Ich habe mal irgendwo gelesen, dass hochauflösende Eisbohrungen belegen konnten, dass die letzte Warmzeit in weniger als 20 Jahren in die letzte Eiszeit gekippt ist.

  20. Im Interesse der gesamten Menschheit, der Klimawandel muss dringend erforscht werden, um die gravierenden Folgen für unsere Umwelt abzuwenden. Danke, Herr Prof. Rahmstorf, für Ihren Beitrag bei der Erforschung der Physik der Meere.
    Inwieweit können Sie Aussagen über die Physik der Landmassen, des auftauenden Permafrostbodens und der sich ändernden Zusammensetzung der Atmosphäre machen? Haben sie diese Dynamik ebenfalls modelliert und simuliert? Wie bewerten sie die Aussagekraft solcher Berechnungen?
    Der Ökologe Dr. Gert J. Radke, mein Vater, hat vor Jahrzehnten Klimaschwankungen anhand von Pollenanalysen in Hochmooren untersucht. Doch damals war die Erderwärmung noch nicht so signifikant…

  21. Jochen Marotzke sind das Ganze weit weniger dramatisch, das Konzept der “Kipppunkte” unterstützt er so nicht.

  22. Dieter B. fliegt heute nach Brasilien. Nicht weil er muss, nicht beruflich, weil er will; D. fliegt mit ‘ner Unmenge Kerosin und steuerbegünstigt in Brasilienurlaub! Und meine Anstrengungen zum Klimabeitrag sind auf einmal nur noch halb so viel wert, weil der Dieter in Brasilien urlauben muss. Welch ein Frevler! “Jeder wie er will!” ist Dieters schwabbeliges Argument. Welch ein Depp ist dieser Kerl? Ich bin überzeugt, dass D. nicht weiß, dass der Biber zurück ist an deutschen Flüssen, etwa am Neckar unterhalb von Wimpfen. Die Biber haben sich von Polen wieder herangekämpft an den Neckar. D. ist es wurstegal, wie es der Natur geht! Und weshalb setzten solche Leute Kinder in die Welt? Die haben sowieso keine Zukunft mehr auf dem Planeten Erde durch solche ignoranten Väter. Der nach Mitteleuropa ausschwingende Jetstraem bläst es uns alltäglich um die Ohren: Mensch halt ein! Mensch gib dir Mühe! Mensch wach auf und mach was, damit Leben weitergehen kann … ! Wenn jeder nicht nur seinem Egotripp folgte, wenn jeder sich etwas zusammennähme, seine Lebensgewohnheiten überprüfte, bräuchten wir anstatt derzeit 3 (!) Erden, bald “nur noch” 1 1/2 Erden, das allein wäre schon die Lebensgarantie für zukünftige Generationen und für das Überleben der Natur.

  23. Sehr gerne reihe ich mich bei Herrn Luczak ein und danke Ihnen Herr Rahmstorf und allen Medien, die Ihre wertvollen Informationen publizieren. Weiter danke ich auch Herr Guterres, seine Antrittsrede am COP 27 schaue ich regelmässig, wie auch Ihre Videos im Spiegel online oder auf youtube, dies mach mir Mut nicht zu verweifeln, gibt Kraft und Zufersicht, dass das Unsägliche gesagt wird von Ihnen.
    Mitten in der Schweiz, Emmental nehme ich seit einigen Jahren eine starke Zunahme der Südwest, West und Nordwestwinde war im Frühling und im Sommer, zusätzlich kommt bei uns die “Bise” Ost/Nord-Ostwind immer länger und häufiger im Winter. Weiter sind die Starkregen bei uns im Emmental/Oberaargau auch am Zunehmen wie die verherenden Unwetter in Eriswil, Wasen und Schangnau, in den vergangenen Jahren. Die Winde sollten uns veranlassen die Windkraftprojekte die bereits geplant sind und die Standorte die bereits bestimmt sind, sofort umzusetzen. Wir sind am Planen. Leider ist die Oposition gross, Bürgerwindparks sind meiner Meinung nach die Lösung, alle sollen davon “profitieren” dürfen.

  24. habe ihren beitrag gelesen und sage danke dafür.
    aber bei allen themen um das klima,habe ich immer nur gelesen,dass der mensch
    “mitschuldig ist”an der klimakatastrofe.mit autofahren heizen unsw.
    was aber ist denn mit der sonne??ich habe in einem “funkwetterbericht”gelesen,dass ende juni anfan juli auf der sonne in der sonnenfleckenregion 3354 eine ausdehnung in wenigen tagen ein sonnenfleck aufgetaucht ist der zehnmal größer ist als die erde u plasmawolken richtung erde ausstösst.dann hab ich gelen,dass je sauberer unsere luft wird die sonneneinstrahlung immer intensiver wird.da hört man auch nix in den täglichen meldungen.nur der kleine mann wird immer an das unheil erinnert,das er anrichtet.
    mit freundlichen grüßen von einem wetterfänomenlaien.

    • – Abnahme der Luftverschmutzung lässt tatsächlich mehr Sonnenlicht herein. Das wird ja gerade auch intensiv diskutiert für die aktuell sehr hohen Meerestemperaturen.
      – Langfristig hat die Sonnenaktivität seit 1950 eher leicht abgenommen und der vom Menschen verursachten Erderwärmung geringfügig entgegen gewirkt.

  25. …und die Leute kaufen fleißig noch neue Gasheizungen, bevor es keine mehr gibt. Ich habe neulich mal den Kauf einer Elektrotherme angeregt und wurde als doof erklärt. Rechnet sich nicht, viel zu teuer. Als ich das Klima ins Spiel brachte, wurde sofort die Gutmenschkarte gezogen. Jede Diskussion vergebens. Von daher wünsche ich mir, dass Wissenschaftler wie Sie den Leuten die Lage nicht nur sachlich erklären (niemand von denen würde Ihren heutigen Text lesen), sondern ihnen richtig Angst einjagen. Alles andere funktioniert nicht.

    • Aus gegebenen Anlass.

      Dass der AMOC durchaus kippen kann, hat die Klimageschichte gezeigt. Wir spielen also russisch Roulette. Ist nur noch nicht klar, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist. Ist auch nicht klar, wann respektive bei wie viel Grad Erderwärmung der Kipppunkt überschritten sein würde. Nur so viel dürfte klar sein: Mit jedem Zehntel Grad mehr wird sie höher.

  26. Sehr geehrter Herr Rahmstorf
    Unsere Test/Monitoring-PV-Anlage in steilem Gelände 3.1kWp, hat seit vergangenem November bereits 2.6 MWh elektrische Energie produziert, jedes der 8 Paneele ist mit einem Optimizer versehen, mit Solar Edge Wechselrichter auswertbar. Bis anhin haben wir 1.006 Tonnen CO2 Emissionen eingespart, respektive, 30 Bäume gepflanzt. Wenn alles gut geht dürfen wir diesen Herbst aufgrund der Daten der Testanlage, unsere 1.45MWp Freiflächenanlage bauen (ev. Einsprachen).
    Gerne möchte ich Sie anfragen Herr Rahmstorf wie viele Bäume, respektive Jahre ich die Testanlage noch laufen lassen muss, damit sich die 1400 schweizer Kinder und Jugendliche, die sich gerade in Soeul, Südkorea(Quelle SRF Radio 7.08.2023, 18.00h) vor einem Hurrikan evakuieren lassen müssen, aus dem Welttreffen der Pfadfinder/Scouts, nie Gedanken machen müssen über ihren Beitrag zum Klimawandel. Im Sinne des hin und Rückfluges und der generierten CO2 Emissionen. Von mir geschätzt, 1400 Kinder pro Flugzeug ca. 250 Kinder, ergibt 2x 5.6 Flugzeuge Zürich -Soeul und zurück.
    Passt nicht unbedingt in dieses Forum, trotzdem würde ich mich sehr interessieren für Ihre Berechnung.
    Beste Grüsse aus der Schweiz

  27. Und es gibt sie doch, hier nur einer

    Amazonas darf nicht kipppen

    Zur Kipppunkt-Debatte sei noch angemerkt, dass jetzt gerade ein Gewaltiger davon droht durch zu wenig Niederschläge und Umweltzerstörung – nämlich in der Region Amazonas. Sehr dicht dran, weil wegen Rodungen und Klimastress sich nicht mehr der Regenwald selbst mit Wasser zu versorgt durch Verdunstung. Wenn dieser Kipppunkt überschritten ist, ist es Essig mit dem Weltklima, weil dann eine Kipppunktkaskade in Gang gesetzt ist, die Zivilisationen dann auch kippen lassen werden mit sehr hohem Vertrauen, behaupte fern aller naturwissenschaftlichen Reputation icke.

    Korrekt? Selbst wenn nicht mathematisch beweisbar, sollte Europa mehr investieren und die südamerikanischen Staaten ein Abkommen zur Rettung des Regenwaldes schließen. Einfach, weil das Risiko zu groß ist, dass ein sterbender Amazonaswald alle Bemühungen zum Ausstieg aus den Fossilen als zu spät erweist aller von Energiewendegegnern oktroyierten Hysterie-, Religions-, Heuchler und Fake-Science-Debatten zum Trotz.

    https://www.tagesschau.de/wissen/klima/amazonas-klimawandel-101.html

  28. Ein weiterer Artikel zum Golfstrom und zur AMOC ist bei der Tagesschau veröffentlicht worden. In diesem Artikel kommt auch Ihr Kollege Niklas Boers (PIK) zu Wort. Interessant ist die Feststellung, dass auch andere Ozeanströmungen vom Klimawandel betroffen sein und langsamer werden könnten.