Spannung im Kontrollzentrum

BLOG: Zündspannung

Blick über den Plasmarand
Zündspannung

Wie berichtet, hatten wir mit unserem Experiment auf der ISS ein Problem mit dem Evakuieren der Plasmakammer. Nach einer Vorbereitungs- und Wartezeit am Freitag Nachmittag haben wir dann Unterstützung vom russischen Experten für Vakuumtechnik bekommen, der Freitag um 18 Uhr noch zu uns gekommen ist, erst alles besprochen hat und dann auch mit im Kontrollzentrum beim Gespräch mit dem Kosmonauten geholfen hat.

Wir haben tatsächlich am Freitag noch einmal Kosmonautenzeit zugeteilt bekommen, was wirklich hilfreich und absolut nicht selbstverständlich war. Die russischen Experten haben dann gemeinsam mit dem Kosmonauten Sergey Volkov das Problem mit der Vakuumleitung gelöst, und dann hat das Abpumpen wieder wunderbar funktioniert. Sehr beruhigend, dass nicht irgendwo ein Leck war, das eventuell das gesamte Experiment verhindert hätte.

Danach hatten wir dann sogar noch für das eigentlich für den  Nachmittag geplante Software-Update Zeit, das ebenfalls tadellos funktioniert hat. Jetzt steht den Experimenten ab Montag nichts mehr im Wege, und wir können beruhigt das Wochenende mit etwas Sightseeing in Moskau verbringen. 

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Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

5 Kommentare

  1. Eine laienhafte Frage:

    Ist es nicht so, daß man auf der ISS gar kein Problem mit dem Evakuieren einer Plasmakammer haben kann, weil dort schon ein Rohrleitung in den Weltraum genügt?

  2. @ Bednarik

    Das habe ich mich auch schon gefragt. Aber vielleicht war das Leck in der Apparatur und dann würde ja ständig Luft aus der Raumfähre gezogen werden.

  3. Leitung zum Weltraum

    Genau, der erste Schritt bei der Evakuierung ist es auch, einfach eine Leitung zum Weltraum zu öffnen. Erst wenn der Druck in der Kammer dann entsprechend gefallen ist, wird noch eine Turbomolekularpumpe dazugeschaltet. Bei uns war das Problem, dass die Leitung zum Weltraum verstopft war.
    Danke für die guten Wünsche übrigens. In einer guten halben Stunde geht das erste Experiment los.

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