Putzen mit Plasma

Zündspannung

Plasmas sind nicht nur an und für sich spannende Studienobjekte, sondern man kann mit ihnen auch jede Menge nützliche Dinge machen, z.B. sie in der Medizin einsetzen.

Eine weitere Anwendung ist die Reinigung mit Plasmas. Dazu wird an der dreckigen Oberfläche ein Plasma erzeugt, also ein Gas, in dem ein Teil der Atome in Ionen und Elektronen zerlegt ist.

Das Plasma strahlt UV-Licht aus. Dessen energiereichen Photonen zerbrechen große organische Bindungen in leichtere, die dann in dem niedrigen Druck des Plasmas verdampfen können. Dasselbe wird durch "Bombardieren" mit Ionen erreicht: Die elektrische geladenen Teilchen werden zu der Oberfläche hin beschleunigt, wo sie den Dreck quasi in kleine Teilchen zersprengen. So können Verunreinigungen einfach weggeätzt werden.

Besonders gut reinigt ein Plasma aus Sauerstoff, bei dem ein weiterer Effekt genutzt wird: die Sauerstoffionen reagieren direkt mit den Dreck-Atomen, bilden dabei flüchtige Moleküle, die verdampfen und dann einfach weggepumpt werden können.

Selbst große und fragile Dinge wie der Spiegel des Very Large Telescope können mit Plasmen gereinigt werden. Wie der ganze Prozess funktioniert, wird eindrucksvoll in diesem ESOCast-Video gezeigt.

Wäre das nicht eine Idee für die nächste Badezimmerspiegel-Reinigung?


Kudos: imeik

Weitere Informationen: Wikipedia

Mierk Schwabe

Veröffentlicht von

Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

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