PK-3 Plus – Mission 10 auf der Raumstation

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Blick über den Plasmarand
Zündspannung

Es nähert sich nach dem 10. Geburtstag der Internationalen Raumstation ein weiteres Jubiläum – das deutsch-russische Plasmakristall-Experiment PK-3 Plus auf der ISS wird nächste Woche zum 10. Mal durchgeführt.

Zur Vorbereitung sind wir – eine Gruppe vom Max-Planck-Institut in Garching, bestehend aus einer Ingenieurin, einem Theoretiker, dem Projekt-Wissen-schaftler und mir – gestern wieder nach Moskau geflogen. Der Flughafen hier war vollkommen verschneit, als wir gelandet sind, und obwohl die Piste laut Pilot bei der Landung geräumt war, stäubte der Schnee nur so auf. Überall hängt noch Weihnachts-dekoration, das orthodoxe Fest ist ja noch nicht lange her.

Wir wurden wieder von unseren russischen Partnern am Flughafen abgeholt und direkt im Stau um die Millionen-Stadt herum zum Hotel in Korolyov gefahren. Heute sind wir dann zum Kontrollzentrum, dem ZUP, gefahren. Dort haben wir das Kontrollexperiment erfolgreich aufgebaut und unsere alten Bekannten im Kontrollzentrum wieder begrüßt. Der Zugang zum Kontrollzentrum war wie schon bei der letzten Mission, bei der ich mit hierher nach Moskau durfte, leicht, wir waren von unserem russischen Partnerinstitut schon angekündigt worden.

Den Rest des Tages haben wir damit verbracht, die Experiment-Prozeduren auszuprobieren. Es wird bei dem Experimentverlauf wieder viel automatisch eingestellt, was natürlich besonders ausgiebig und mit möglichst vielen Eventualitäten getestet werden muss, da der Kosmonaut nicht eingreifen kann. Wir haben noch einige Verbesserungen gefunden, die in die Prozeduren eingearbeitet wurden. Morgen werden wir die gesamten Experimente wieder testen.

Bei den Experimenten geht es zum Beispiel um Kristallisation, Spur-Bildung von Teilchenströmungen – und auch wieder ein Experiment, das für meine persönliche Forschung wichtig ist: Wir werden versuchen, die Teilchen-Blasen, um die es auch schon in der letzten Mission teilweise ging, in der Schwerelosigkeit zu erzeugen – allerdings dieses Mal in Neon, nicht in Argon. Auch falls die Blasen nicht direkt entstehen – auch wenn wir "nur" einen guten Bereich entdecken, bei dem wir uns diesem Phänomen weiter nähern können, sind wir schon einen Schritt weiter.

Die 10. Mission des PK-3 Plus – Experiments verspricht auf alle Fälle wieder spannend zu werden. Ich werde hier weiter berichten.

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Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

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