Parabelflug – Wrap-Up

BLOG: Zündspannung

Blick über den Plasmarand
Zündspannung

Michael 500Gestern sind wir wieder aus Bordeaux zurück nach München gekommen – die Parabelflugkampagne ging dann, nach der vielen Vorbereitung, wirklich schnell vorbei.

Am letzten Flugtag hatten wir noch etwas Stress, da derjenige, der die meisten Experimente für diesen Tag (Anregung von einzelnen Wellen im komplexen Plasma) vorbereitet hatte, am Vorabend plötzlich krank geworden ist. So mussten wir mit einem Ersatzteam fliegen und uns genau an die Arbeitsanweisungen halten, auf denen die Parameter festgehalten waren, die eingestellt werden sollten. Teilweise sind wir dann aber doch von den geplanten Werten abgewichen, da uns nach den Beobachtungen andere Dinge sinnvoller erschienen – hoffentlich im Sinne des Erfinders.

Der Flug selbst war wieder toll – mit jedem Tag gewöhnt man sich besser an die Schwerelosigkeit und den Arbeitsablauf, und jeden Tag macht es mehr Spaß. Meine Kollegen haben es mir netterweise ermöglicht, eine Parabel auszusetzen (indem sie meine Arbeit kurz mit übernommen haben), und ich konnte eine Parabel im Cockpit verbringen. Darüber schreibe ich vielleicht noch einen eigenen Blog-Beitrag, das war wirklich ein eindrucksvolles Erlebnis.

Auch einer meiner Kollegen, Michael Kretschmer, hatte ein besonderes Erlebnis – er flog seine 500. Parabel. Auf dem Foto oben rechts sieht man ihn während einer Parabel mit der gebastelten 500, die an dem Rack befestigt war (und natürlich nie so geschwebt ist, dass man sie hätte erkennen können 😉 ). 

Flugteam Tag 3Nach Ende des Flugs entstand dann das Foto links, das die Flugteams der beiden Experimente von unserem Institut zeigt (erste beiden Reihen, ganz links) hinten: Markus Thoma, Hubertus Thomas, ich, vorne: Christian Deysenroth, Sebastian Albrecht, Michael Kretschmer). 

Am Ende des dritten Flugtags – des letzten für unser Experiment – wurde die Hardware wieder ausgebaut und alles in Kisten verpackt. Am nächsten Morgen wurde es von der Spedition abgeholt, um wieder nach Deutschland gefahren zu werden.

Wir hatten an dem Morgen dann noch die Gelegenheit, den Start des A300-Zero-G mit einem anderen Experiment zu beobachten (und zu wünschen, auch dann mitfliegen zu können). Das war das erste Mal, dass ich das Flugzeug ohne Gangway sehen konnte – ein schöner Anblick.

A300 Zero G A 300 - Zero G

Insgesamt ist die Parabelflug – Kampagne für uns gut gelaufen – die Hardware hat sehr gut funktioniert, und wir haben im Großen und Ganzen bis auf kleinere Pannen (z.B. das Weg-Schweben am ersten Tag) auch alle geplanten Experimente durchgeführen können. Die Daten müssen wir uns natürlich noch genauer anschauen… ich bin auf alle Fälle schon gespannt auf die Auswertung.

Mierk Schwabe

Veröffentlicht von

Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

1 Kommentar

  1. Experimente anderer Leute

    Tja, die Experimente der Kollegen durchzuführen, kann schonmal problematisch werden…
    Arbeitet ihr eigentlich auch mit den Kollegen aus Kiel viel zusammen? Weil die staubigen / komplexen Plasmen dort ja auch ein großes Thema sind?

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