Jetzt schlägt’s 13…

Nach der Nobelpreisträgertagung in Lindau geht es gleich spannend weiter: mit der 13. Mission des Plasmakristall-Experiments PK-3 Plus auf der Raumstation ISS. Meine Kollegen waren so nett, die Vorbereitungsarbeit letzte Woche allein zu übernehmen, so dass ich die Lindau-Tagung besuchen konnte. Das heißt, die Prozeduren (also die vorprogrammierten Abläufe des Experiments) sind bereits getestet, und alles ist so weit vorbereitet, dass es heute losgehen kann.

Nachdem vorgestern das Andocken des Progress-Frachters an die ISS geglückt ist, bleibt die Planung unseres Experiments unverändert: Heute nachmittag um 16 Uhr Moskauer Zeit wird es zum ersten Mal durchgeführt. Es geht wieder um Kristallisation der Mikroteilchen in dem Plasma.

In dieser Mission stehen insgesamt vier Experimenttage an. Das ist einer mehr als normal: Es gibt anlässlich des Jahrs der russisch-französischen Freundschaft ein zusätzliches Experiment unser Kollegen aus diesen Ländern. Auch unsere japanischen Kollegen sind wieder mit dabei, sie waren bei einem der "normalen" Experimenttage beteiligt.

Ich werde hier weiter berichten.

Update: Das Experiment läuft, es sieht alles sehr gut aus. Wir können auf dem Live-Bild schöne Kristallisation beobachten. 

Update 2, 18:03 Ortszeit: Das Experiment ist beendet, ist anscheinend sehr gut gelaufen. Morgen geht es mit dem russisch-französischem Experiment weiter.

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Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das klingt ja interessant

    Ihr Bericht hört sich wirklich sehr interessant an. Mir als Laie fehlt leider etwas der Durchblich, was die Kristallisation von Mikroteilchen in Plasma angeht. Haben Sie vielleicht einen Link, den Sie uns Lesern empfehlen können, damit wir es besser verstehen?

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