Hochleistungsexperiment

BLOG: Zündspannung

Blick über den Plasmarand
Zündspannung

Für den heutigen Durchlauf unseres Experiments auf der Raumstation hatten wir eigentlich das zweite Kristallisations-Experiment vorgesehen, und für morgen ein weiteres Experiment, unter anderem mit hohen Leistungen. Der Grund für diese Reihenfolge war es, dass einer unser japanischen Kollegen, Hiroo Totsuij, erst heute anreisen konnte. Nun hat Aeroflot leider seinen Flug komplett gestrichen, und er schafft es auch bis morgen nicht mehr herzufliegen.

Da einige Mitglieder unser Gruppe morgen schon abreisen, haben wir nun die Reihenfolge der beiden übrigen Experimente umgedreht und heute das neuere Hochleistungsexperiment durchgeführt. Diese kurzfristige Änderung hat ohne Probleme funktioniert, unser russischer Kollege spricht sowieso mit dem Kosmonauten, der das Experiment durchführt. Er hat ihn einfach gebeten, ein anderes als das geplante Experiment zu starten. Da beide Experimentläufe in etwa dieselbe Länge und Anforderungen an den Zeitaufwand des Kosmonauten haben, gab es kein Problem.

 

Wir konnten wieder das Live-Bild anschauen, und haben so also gesehen, was abgelaufen ist: Der erste Teil des Hochleistungsexperiments hat super geklappt. Ein typisches Video sieht man oben. Später, nachdem die Teilchendichte erhöht wurde, ist dann allerdings leider das Plasma ausgegangen. 

Die übrigen Teile des Experiments haben dann wieder funktioniert, unter anderem zu der Penetration von zwei Teilchenwolken unterschiedlicher Größen. Morgen steht dann ein weiteres Kristallisationsexperiment an.

Mierk Schwabe

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Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

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