Gute Neuigkeiten (PK-3 Plus Mission 10)

BLOG: Zündspannung

Blick über den Plasmarand
Zündspannung

Heute nur gute Nachrichten: Auch der zweite Tag der 10. Mission unseres Experiments auf der Raumstation war erfolgreich. Das Zudrehen des Ventils beim Manometer hat den Anstieg des Drucks gestoppt, sowohl in der Experiment-Tonne als auch im Manometer selbst. Dies spricht dafür, dass das Ventil in der offenen Stellung leckt. Für den Moment bleibt das Ventil erst einmal zu, was letztendlich geschehen wird, ist unsicher, da damit natürlich das Manometer nicht zu verwenden ist und nur die Elektronik den Druck innerhalb der Tonne anzeigen kann.

Soweit wir das mitbekommen haben, sind die Experimente heute gut gelaufen. Wir haben beim ersten Experimentteil etwas Videozeit gehabt und konnten den Anfang wieder direkt beobachten. Die Bildung der Spuren der Teilchen, die in die schon vorhandene Teilchenwolke injiziert wurden, war eindeutig erkennbar. Nur gegen Ende dieses Experiment-Teils erschien wieder die "Heartbeat"-Instabilität, die auch schon bei der letzten Mission gestört hat.

Bei dem Experimentteil über Blasen und der danach folgenden Mischung von Argon und Neon – Gas konnten wir nicht mehr live zuschauen; für weitere Informationen müssen wir auf die Festplatten warten, die im Laufe des Frühlings zurück auf die Erde gebracht werden. Nur die Logdateien, in denen Parameter wie Druck, Stromstärke usw. aufgezeichnet werden, werden wir vermutlich schon morgen von der Raumstation zurückgefunkt bekommen.

Morgen ist der letzte Experiment-Tag dieser Mission, danach gibt es dann eine Party zur Feier des Jubiläums.

Übrigens: Auf den Seiten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das unser Experiment fördert, gibt es einen Bericht über unsere Forschung mit weiteren Infos und Zukunftsaussichten. Ist auf alle Fälle lesenswert!

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Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

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