Gastbeitrag: Die 17. Mission

BLOG: Zündspannung

Blick über den Plasmarand
Zündspannung

Während ich noch damit beschäftigt bin, mich nach meinem Umzug nach Kalifornien einzuleben, sind meine Kollegen vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik wieder nach Russland gefahren, um dort unser Experiment auf der Internationalen Raumstation zu betreuen. Dr. Peter Huber war so nett, einen Gastbeitrag für diesen Blog zu schreiben:

Wieder einmal ist es Zeit für eine Mission von PK-3 Plus auf der ISS. Die siebzehnte. Es ist die dreißigste Mission eines Plasmakristallexperiments mit der dreißigsten permanenten Crew der ISS. Auf jeden Fall ein Grund zum Feiern. Mierk Schwabe hat unser Institut in Richtung USA verlassen, so bin ich in das Team aufgerückt, das die Experimente plant und im Kontrollzentrum betreut. Mierk hat mich eingeladen, diesen Gastbeitrag zur Mission in Ihrem Blog zu schreiben und ich will diese Ehre gerne annehmen.

Der Fokus dieser Mission liegt darin, Kristallisation unter verschiedenen Bedingungen zu beobachten. Zuerst haben wir uns die optimalen Bedingungen gesucht und das Experiment immer wieder durchgeführt, um eine gute Statistik zu bekommen. Die Kristallisation hat so gut geklappt, dass es schon schwierig war, das System wieder zu schmelzen. Heute ist eine neue Idee an der Reihe, wo wir Thermophorese verwenden, um die Kristallisation zu unterstützen. Dabei wird eine Elektrode der Kammer mit Hilfe von Heizwiderständen erwärmt. Der Temperaturunterschied schiebt dann die Teilchen zur kälteren Elektrode hin. Dadurch werden die Teilchen zusammengedrückt und ihre Wechselwirkung erhöht.

In wenigen Minuten wissen wir, ob die Idee in der Praxis ihre Wirkung zeigt. Die Raumstation fliegt gerade über den südlichen Atlantik. Sobald sie Afrika erreicht, haben wir ein Videobild und können die Prozedur starten.

Gerade komme ich wieder vom Kontrollraum hoch. Es klappt wieder bestens. Die Thermophorese tut beste Dienste. Dann können wir heute wieder zur Entspannung einen kleinen Spaziergang machen. Gestern sind wir nach Feierabend in einem kleinen Umweg zurück zum Hotel gegangen. Dabei sind wir an dem Platz vorbei gekommen, an dem vor einigen Jahren Eisskulpturen aufgebaut waren. Heuer steht dort nur einer von den typischen russischen Weihnachtsbäumen und eine Figur von Väterchen Frost. Und irgendwie ist auch Mierk bei dieser Mission doch dabei.

PK-3 Plus Team bei der 17. MissionEin Teil des PK-3 Plus Teams in Korolyov

Morgen kommt dann wieder ein Experiment ohne Thermophorese dran. Es wird sich zeigen, wie gut die Kristallisation dann klappt. Vielleicht habe ich auch noch die Möglichkeit, mir Moskau anzuschauen. Ich war zwar schon vor 6 Jahren bei einer Mission dabei, aber von Moskau habe ich bisher noch nichts gesehen. Weihnachten wäre sicher nicht schlecht geeignet. Andererseits sind im Moment halt auch Unruhen in Moskau. Vielleicht ergibt sich ja ein andermal noch die Gelegenheit.

TeilchendirigentDer “Teilchendirigent” Alexei Ivlev

Autor: Dr. Peter Huber

Mierk Schwabe

Veröffentlicht von

Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

1 Kommentar

  1. Soso, Mierk weilt also im Kalifstaat Ornien.

    Der Fokus dieser Mission liegt darin, Kristallisation unter verschiedenen Bedingungen zu beobachten.

    Geht das diesmal live oder müßt Ihr wieder auf die Videos warten?

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