EPS Konferenz Tag 1

BLOG: Z├╝ndspannung

Blick ├╝ber den Plasmarand
Z├╝ndspannung

Die größte europäische Konferenz über Plasmaphysik, die Konferenz der Europäischen Physikalischen Gesellschaft, findet momentan in Hersonisos auf Kreta statt, ein kleiner Ort, der nicht viele Ablenkungen außer dem Strand hat. ­čśë

Diese Konferenz ist so groß, dass viele gleichzeitig stattfindende Vorträge nötig sind, nur wenige Plenarvorträge für alle finden statt. Ich bin natürlich am meisten an dem Teil über Tieftemperatur-Plasmen interessiert, die meisten Vorträge handeln allerdings von Fusionsplasmen.

Am ersten Tag sprach zuerst Liu Chen über Alfvén-Wellen in Plasmen, das sind Wellen, die in magnetisierten Plasmen entstehen. Von diesem Vortrag hatte ich mir eigentlich viel versprochen, da es sich um den Vortrag zu einer Preisleihung handelte, war aber ein wenig enttäuscht, da viel Vorwissen nötig war.

Als nächstes besuchte ich die beiden Plenarvorträge für den Tag. Besonders interessiert war ich natürlich an dem Vortrag von Prof. Piel von der Universität Kiel, der einen Überblick über das Gebiet der Komplexen Plasmen gab. Ich fand diesen Vortrag sehr gelungen, auch besser verständlich als viele der anderen Plenarvorträge, die ja nicht nur für die absoluten Experten gedacht sind. Allerdings ist es schwierig, sich mein Fachwissen "wegzudenken" und zu versuchen zu überlegen, wie dieser Vortrag z.B. auf einen Fusions-Plasmen-Physiker gewirkt hat. Nach der im Internet versurften Mittagspause (das Essen ließ ich wegen des reichhaltigen Frühstücks im Hotel und der kreatianischen Hitze ausfallen) kam die Postersession. Obwohl ich mir alle Poster einmal kurz angeguckt habe, blieb ich natürlich wieder bei den staubigen Plasmen hängen. Hier fand ich ein Poster eines russischen Kollegens besonders interessant, der Komplexe Plasmen in Magnetfeldern untersucht und die auftretenden Effekte ziemlich anders als bisher erklärt hat.

Schließlich folgten weitere kürzere Vorträge, über Plasmadeposition für biomedizinische Zwecke, Teilchenwachstum in Plasmen, eine neuartige Plasmakammer (nicht mehr so ganz neuartig, immerhin gibt es schon seit einigen Jahren ein Patent darauf) und die Prozesse, die beim Zünden der Plasmaentladung auftreten.

Abends dann der Empfang mit viel griechischem Wein und Essen, leider ohne Gemüse. Dafür war das Restaurant direkt am Meer, in einer wunderschönen Lage, und die Gespräche natürlich interessant. Bin gespannt, wie der Rest der Konferenz wird.

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Erh├Âht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gez├╝ndet, die Z├╝ndspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zus├Ątzlich Mikrometer gro├če Teilchen in das Plasma, erh├Ąlt man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zun├Ąchst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut f├╝r extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley besch├Ąftige. In diesem Blog m├Âchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch ├╝ber den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

2 Kommentare

  1. Konferenzhopping

    Ui, da bist Du ja st├Ąndig unterwegs. Wie ist das, wenn Du wieder nach Hause kommst? So Konferenzen m├╝├čten doch f├╝r ein Motivationsschub sorgen, oder? Hat Dir der Input durch die anderen Kollegen auch schon etwas gebracht?

  2. @Martin

    Na ja, zwei Konferenzen im Jahr sind bei uns so die Richtlinie, das war es dann auch f├╝r 2008… ­čśë

    Prinzipiell st├Ârt es nat├╝rlich schon den Arbeitsfluss, wenn man weg ist. Zwischen den beiden Konferenzen habe ich nicht viel f├╝r die Doktorarbeit geschafft. Andererseits finde ich Konferenzen sehr motivierend. Man bekommt viele neue Ideen und normalerweise auch einiges an Input.

    Dieses Mal ist mein Poster leider erst Freitag Nachmittag, ich hoffe, dass ich dann ├╝berhaupt noch Besucher bekomme. Bisher gab es f├╝r mich nicht so viel direkt verwertbares, aber ich finde es auch wichtig, ein wenig ├╝ber den Tellerrand zu gucken und auch Dinge aus angrenzenden Fachbereichen zu lernen.

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