Ein Experiment, das seinem Namen Ehre macht

BLOG: Zündspannung

Blick über den Plasmarand
Zündspannung

Heute hat der momentane Kommander der ISS, Alexander Skvortsov, die 13. Mission unseres PK-3 Plus -Experiments begonnen. Wir haben währenddessen in "unserem" Raum im russischen ISS – Kontrollzentrum TsUP Stellung bezogen.

Beim ersten Experiment-Tag von PK-3 Plus machte das Plasmakristall-Experiment seinem Namen alle Ehre: Es ging um Kristallisation von kleinen Teilchen in dem Niedertemperaturplasma. Um diesen Vorgang genau untersuchen zu können, wurde das System erst zum Schmelzen gebracht. Während die Teilchen danach wieder kristallisieren, verschieben wir den beleuchtenden Laser und die Kamera gemeinsam horizontal. So beleuchten wir verschiedene Ebenen nacheinander und können später ein dreidimensionales Bild rekonstruieren – so ähnlich wie bei einem Tomographen.

Während Alexander Skvortsov das Experiment auf der Raumstation durchführte, haben wir dasselbe zur Kontrolle gleichzeitig auf dem Boden gemacht. Hier sieht man den Aufbau bei uns im Kontrollzentrum.

Heute hat alles sehr gut geklappt, wir haben sehr schöne Kristallisation im Live-Bild beobachten können. Der nächste Lauf findet morgen statt. Dabei handelt es sich um das französisch-russische Experiment zur Entladung von Teilchen, nachdem das Plasma ausgeschaltet wurde.

Mierk Schwabe

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Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

1 Kommentar

  1. Interessanter Artikel über den Wissenschaflter-Alltag. Der Artikel gibt einen schönen Einblick und ich bin auf weitere Berichte über das Projekt gespannt.

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