Der Unterschied zwischen Wissenschaftlern und normalen Leuten

BLOG: Zündspannung

Blick über den Plasmarand
Zündspannung

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TOTH: Peter Huber

 

  • Veröffentlicht in: Spaß
Mierk Schwabe

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Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

11 Kommentare

  1. yinyang

    Bitte noch den Kartoon nachliefern, wo die Berührung des Hebels positive Wirkung hat und die normale Person aufgibt, wenn Wiederholung keinen unmittelbaren Erfolg hat, während der Wissenschaftler herauszufinden versucht, wie sie sich reproduzieren lassen kann.

    Ist sonst irgendwie ein bißchen negativ, und unser Motto ist doch: Yes we can!

  2. Grins

    Hallo,
    sehr lustig, kann das in der letzten Konsequenz nicht unterschreiben.
    Die Wissenschaftler haben nur ihre eigenen Hebel. 😉

    Gruß Uwe Kauffmann

  3. @Bednarik

    Haben Sie Belege für diese Behauptung? Ich nehme ganz stark an, dass den Militärs klar war, dass keine Fusion im Meer stattfinden würde, und diese Tests ansonsten nicht durchgeführt worden wären. So wird der zuständige Kommander auf dieser Webseite zitiert mit “The bomb will not start a chain-reaction in the water converting it all to gas and letting the ships on all the oceans drop down to the bottom.”

    Man hat sich im Zusammenhang mit Atombomben z.B. auch sehr viele Gedanken darüber gemacht hat, ob aus Versehen eine Kettenreaktion in der Atmosphäre ausgelöst werden könnte. So weit reicht die Neugierde der Wissenschaftler dann doch nicht.

  4. @ Schwabe

    Wenn das Militär sich so viele Gedanken gemacht hat frage ich mich allen ernstes, warum in aller Welt unzählige Testbomben an allen nur möglichen Orten gezündet wurden.

    Hinsichtlich der aktuellen Erderwärmungsdiskussion und Debatten um Schutzmöglichkeiten wird diese Frage noch interessanter.

    Mein Fazit : Wissenschaft ist mit icherheit ein enorm wichtiges Feld, nur leider gibt es genügend Menschen die auch bereit sind Ihr Leben lang nur einen Hebel immer und immer wieder umzulegen, egal welche Konsequenz es hat.

  5. Hallo Mierk Schwabe,

    Ich habe meinen Beitrag bewußt etwas scherzhaft formuliert.

    Es ist aber auch so, daß die Militärs zumeist etwas risikofreudiger als der Durchschnittsmensch sind.

    Außerdem können bei neuen, unerforschten Energiedichten, Materiedichten, oder Materialzusammensetzungen auch völlig unerwartete, neue nichtlineare Effekte auftreten.

    Das passierte dann beim Castle-Bravo-Test, bei dem der Tritium-Bonus die Sprengkraft von den theoretischen 6 Megatonnen TNT Äquivalent auf 15 Megatonnen erhöht hat.

    http://nuclearweaponarchive.org/…sts/Castle.html

    Deshalb sollte man seine Nuklearwaffen immer zuerst in einem kleinen See testen.

    Interessant wäre auch, was passiert, wenn man in den tieferen Schichten der Jupiteratmosphäre eine Wasserstoffbombe zündet.

  6. Das größte Spielzeug:

    Das größte Spielzeug:

    http://www.youtube.com/watch?v=16cewjeqNdw

    Erläuterung:

    Ich wurde im Jahre 1946 geboren, und bin daher in der heißen Phase des kalten Krieges aufgewachsen.

    Damals war es nicht die Frage, ob es einen weltweiten Atomkrieg geben würde, sondern es war nur die Frage, wann es den weltweiten Atomkrieg geben würde.

    Jeder halbwegs vernünftige Mensch wünschte sich einen Atombunker, nicht nur in der Kuba-Krise im Jahre 1962 schwebten die Finger fünf Millimeter über den Feuerknöpfen, und die zahlreichen Kernwaffentests wurden grundsätzlich in der Atmosphäre abgehalten.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kernwaffen-Effekt

    Eine physikalische Frage:

    Wenn man eine Nuklearwaffe in 10000 m Wassertiefe zündet, dann stehen jedem Quadratzenzimeter der Druckwelle 1000 kg Masse gegenüber.

    Wasser ist schlecht komprimierbar, aber es wird in Atomkere und Elektronen zerlegt werden.

    Durch diesen massiven Trägheitseinschluß müßte eigentlich eine hohe Dichte energiereicher Protonen entstehen.

    Ob wohl dann eine Kernfusion einsetzt?

    Danke für die Antwort im Voraus.


  7. Herr Bednarik, ohne mich in das Thema einzuarbeiten, kann ich Ihre Frage zu den Atomwaffen tief im Meer leider nicht genau beantworten.

    Ich denke aber, dass auch unter diesen Bedingungen keine Fusion des Meerwassers stattfinden würde, da in der sich ausdehnenden Gasblase die notwendigen Bedingungen nicht aufrechterhalten werden können (es handelt sich zudem ja auch nicht einmal hauptsächlich um Deuterium und Tritium, wie bei denen von Ihnen erwähnten Trägheitsfusionsexperimenten, sondern um normalen Wasserstoff, der für Fusion einen niedrigeren Wirkungsquerschnitt hat).

    Für eine genaue Berechnung wenden Sie sich am besten an einen Kernphysiker (oder suchen selbst in einem entsprechenden Buch, wenn Sie die Zeit und das Interesse haben).

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