Brian Cox’ Wunder des Sonnensystems

Wissenschaft verständlich, spannend, ja sogar inspirierend darzustellen, ist eine Kunst, die wohl niemand so gut beherrschte wie Carl Sagan. So langsam beschleicht mich allerdings das Gefühl, dass Brian Cox auf dem beste Wege ist, ein würdiger Nachfolger Sagans zu werden.

Ich habe hier ja bereits über den TED-Vortrag des britischen Physik-Professors berichtet. Jetzt habe ich mir seine neue BBC-Serie "Wonders of the Solar System" auf DVD gekauft (leider bisher nur auf Englisch erhältlich, aber ich bin ziemlich sicher, dass die Serie es über kurz oder lang auch ins deutsche Fernsehen schaffen wird). Um es kurz zu machen: Ich bin begeistert!

Wonders of the Solar System

Die Idee der Serie ist es, die Wunder der Sonnensystems anschaulich und verständlich zu machen. Dazu wird gezeigt, wie die zugrunde liegenden Prinzipien die Erde um uns herum formen. Cox stellt also Phänomene auf der ganzen Welt vor, die sich so oder ähnlich auch im Sonnensystem abspielen. Die Saturn-Ringe zum Beispiel vergleicht er mit treibenden Eisschollen – danach wird wohl niemand wieder vergessen, dass die Ringe aus Eisbrocken bestehen. Dabei reist er zu wunderschönen und sehr interessanten Orten, die schon an und für sich phänomenal sehenswert sind.

Die Dinge, die nicht direkt mit solchen Vergleichen visualisiert werden können, werden mit Originalbildern und State-of-the-Art-Simulationen sichtbar gemacht, die ebenfalls ein Genuss sind. Nur manchmal hätte ich es mir gewünscht, die Simulationen deutlicher von den Originalbildern abzugrenzen, so dass da keine Missverständnisse aufkommen können.

Brian Cox führt dabei als Moderator durch die Sendung. Seine Begeisterung ist absolut ansteckend und authentisch – und sie liegt nicht nur daran, dass er die Welt bereisen und lauter spannende
Dinge machen darf (wobei er auch dabei offensichtlich viel Spaß hat).

Er ist fasziniert davon, dass wir heutzutage die Möglichkeit haben, das Sonnensystem direkt zu erkunden und zum Beispiel Sonden zum Saturn zu schicken. Noch fesselnder findet er, dass unsere Kenntnis der Gesetze der Physik tatsächlich dafür verwendet werden kann, zu verstehen, was auf diesen fremden Welten vor sich geht.

Diese Faszination kommt sehr gut rüber, wenn er die Vorgänge erklärt. Dies wirkt dabei sehr spontan und unkompliziert, pragmatisch – häufig verwendet er Alltagsgegenstände, um etwas anschaulich zu machen. Und immer wieder bringt er einen zum Staunen, zum Weiterdenken, zum Wundern. Diese Serie sollte meiner Ansicht nach Pflicht in allen Schulen werden!

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Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Brian Cox vs. Harald Lesch

    Für Mierk Schwabe,

    hallo Mierk,

    kennst du die Sendungen von Prof. Dr. Harald Lesch ? Er ist Astrophysiker und Phylosoph.
    Aktuell ist er regelmäßig in BR Alpha in der Sendung Alpha Centauri oder in SpaceNight zu sehen.
    Von diesem Menschen und seiner ausserordentlichen, Fähigkeit komplexeste Zusammenhänge, selbst absoluten Laien verständlich zu vermitteln, bin ich ähnlich fasziniert wie Du es von Brian Cox bist.

    Vielleicht wäre Harald Lesch die deutssprachige Alternative zu Brian Cox.

    Deine Meinung hierzu würde mich sehr interessieren.

  2. Harald Lesch…

    … kenne ich natürlich auch. Herr Lesch macht tatsächlich eine sehr schöne Sendung, und man merkt ihm seine Begeisterung für die Themen auch deutlich an.

    Allerdings finde ich diese Sendungen nicht so begeisternd wie die Wunder des Sonnensystems von Brian Cox. Das mag einerseits an der offensichtlich aufwändigeren Machweise (und dem sicherlich auch viel höheren Budget) von Cox’ Sendung liegen, in der beispielsweise weite Reisen und wunderschöne Animationen möglich sind.

    Andererseits finde ich die Art und Weise, mit der Cox mithilfe einfachster Methode die Dinge nicht nur erklärt, sondern auch anschaulich macht, genial. Da wird beispielsweise die scheinbare rückläufige Bewegung der Planeten mithilfe von Steinen und einem Stock in der Wüste erklärt.

    Trotzdem ist es natürlich auch gut, dass es etwas nüchternere Sendungen wie die von Herrn Lesch ebenfalls gibt, für diejenigen Zeitgenossen, die die Wunder des Sonnensystems für ein wenig übertrieben halten.

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