Blog-Teleskop #49

Zündspannung

Wie man unschwer an so einigen Beiträgen in meinem Blog merken kann, interessiert mich – neben der Plasmaphysik – auch besonders die Astrophysik. Gerne verfolge ich da auch einige der vielen tollen deutschsprachigen Blogs zu diesem Thema. Eine schöne Tradition in den Astroblogs ist das Blog-Teleskop, in dem alle zwei Wochen vorgestellt wird, was sich in der deutsche Astro-Blog-Szene so alles tut. Und diese Woche habe ich das Vergnügen, das Teleskop bei mir aufstellen zu können.

Ein großes Thema ist es gerade, dass Merkur im Moment am abendlichen Himmel zu sehen ist, ganz in der Nähe der Venus, so z.B. im Astroblog Bad Lippspringe, in Astrofan 80’s Blog, im Heuchelheimer Himmelsfähnchen, in Skyweek Zwei Punkt Null und in Astrodicticum Simplex. In Asterythms wird dazu ein schönes Foto gepostet.

Auch andere Sternformationen werden besprochen, z.B. Orion-Nebel in Skyweek Zwei Punkt Null und das Sternbild Einhorn bei Lichtecho. Währenddessen spekuliert Andreas Müller bei Einsteins Kosmos über Dunkle Sterne: Sterne, die teilweise aus Dunkler Materie entstehen und daher Energie gewinnen.

Auch der LHC hat es mit seinem neuen Energierekord in die Astroblogs geschafft, unter anderem zu Astrodicticum simplex, Skyweek Zwei Punkt Null, Solscape und Einsteins Kosmos.
Ebenfalls etwas fachfremd, aber schön anzusehen sind die Vulkanausbrüche auf Island, wie Solscape und Astrodicticum Simplex zeigen.

Im Clear Sky-Blog wird ein Video zum astronomischen Wissen der Bronzezeit vorgestellt. Schon der Bronzezeit war z.B. bekannt, dass die Sonne ihre Position am Himmel im Laufe des Jahres ändert. Die Figur, die sie dabei am Himmel abläuft, wird bei Astrodicticum Simplex beschrieben.

Bei Clear Skies widmet sich Stefan Oldenburg der Vergänglichkeit von Daten am Beispiel der Lunar Orbiter Missionen.
Apropos Mond: Dort wurde jetzt der russische Mondrover Lunachod 2 mithilfe von Bildern des Lunar Reconnaissance Orbiters wiederentdeckt, der 1993 von den Russen in New York versteigert wurde. Darüber wird bei Der Orion und Astra’s Spacelog berichtet.
Ein weiteres Bild vom Lunar Reconnaissance Orbiter zeigt jetzt auch den Krater, den die Saturn-Stufe von Apollo 13 (geplant) auf dem Mond machte, wie in Astrodicticum Simplex berichtet. Der ehemalige Apollo-Mond-Spaziergänger Buzz Aldrin wird bei Alles Was Fliegt wieder einmal diskutiert, da er seine Meinung zur Klimadebatte kundgetan hat

Über eine andere Möglichkeit, im All zu Geld zu kommen, als die, alte Hardware in exotischen Orten zu verkaufen, wird am 1. April in Go For Launch spekuliert, und zwar in Form des Asteroiden 2010 AU79, der zu mindestens 10% aus Gold bestehe. Einer anderen Entdeckung am selben Datum widmet sich Andreas Müller in Einsteins Kosmos: Er berichtet, dass der Planck-Satellit ein Paralleluniversum nachgewiesen habe. Ein Hindernis bei weiteren bahnbrechenden Entdeckungen dürfte allerdings der am selben Datum entdeckte und bei Astrodicticum simplex gemeldete Protonenmangel am LHC sein.

Um Geld geht es auch bei den Flügen von Virgin Galactic, mit denen Touristen ins All gebracht werden sollen. Eugen Reichl berichtet in Astra’s Spacelogs über den Temperaturverteilung des Saturn-Mondes Mimas, die der Pac-Man-Figur gleicht. Mehr oder weniger aus der Nachbarschaft, nämlich vom Saturn, kommen Radiosignale, die bei Astrodicticum Simplex vorgestellt werden.

Eins meiner absoluten Lieblingsbilder, nämlich das Hubble Deep Field, wird von Carolin Liefke in Astronomers Do It At Night diskutiert, gemeinsam mit anderen Deep Surveys.

Jan Hattenbach berichtet in den Himmelslichtern währenddessen über eine eher irdische Veranstaltung, nämlich die DPG-Frühjahrstagung in Bonn. Carolin Liefke währenddessen hat den MNU-Kongress besucht, bei dem es um naturwissenschaftlichen Unterricht ging. Währenddessen wird im Blog zum Internationalen Jahr der Astronomie 2009 eine Bilanz gezogen.

Ludmila Carone macht sich in Hinterm Mond Gleich Links Gedanken über Wege, wie Wissenschaftler auf ihren belastenden Arbeitsalltag aufmerksam machen könnten und eventuelle Streiks ablaufen können. Nicht nur für Astrophysiker lesenswert! Ebenfalls mit der Arbeit der Wissenschaftler zu tun hat ein anderes Paper, das Florian Freistetter bei Astrodicticum Simplex bespricht: Es scheint so, als würden Autoren häufiger zitiert, deren Namen mit Buchstaben beginnen, die weit hinten im Alphabet liegen. Da hätte ich ja mal eher Glück.

Von einem Jubiläum wird in Solscape berichtet: Vor 50 Jahren wurde der erste Wettersatellit gestartet. In Supernova werden diverse Feierlichkeiten zur diesjährigen Yuri’s Night vorgestellt, mit der jedes Jahr am 12.4. der erste Weltraumflug eines Menschen gefeiert wird.

Der kommende Shuttlestart wirft außerdem bei Lichtecho seine Schatten voraus, während in Der Orion von dem Sojuz-Start letzten Freitag berichtet wird Ein weiteres Ereignis wird in Uhura Uraniae besprochen, nämlich Ostern. Dazu passt auch das Bild der Osterinseln, das der deutsche Satellit TerraSar-X aufgenommen und das bei Alles Was Fliegt gezeigt wird. Und Florian Freistetter hat sogar den Osterhasen auf dem Mars entdeckt! In dem Sinne, ein frohes Fest!

Mierk Schwabe

Veröffentlicht von

Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

3 Kommentare

  1. Hochspannend!

    Mir war nicht bewusst, dass es so viele Blogs im wissenschaftlichen Bereich gibt. Man entdeckt doch immer wieder Neues, wenn man sich mal abseits der ausgetretenen Pfade bewegt. Leider tun das die wenigsten Menschen und sind auch selten offen für Neue Ideen. Selbst in der Wissenschaft, wo zur Zeit beispielsweise alternative Klimathesen einen schweren Weg haben, überhaupt Beachtung und Kritik zu erhalten.

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