Berkeley

Wie ich ja schon nebenbei erwähnt habe, bin ich mittlerweile an der Universität von Kalifornien in Berkeley angekommen. Ich bin für zwei Jahre für eine Postdoc-Position hier – obwohl meine offizielle Position “Visiting Scholar” ist, weil meine Stelle durch die EU finanziert wird, nicht durch die Universität. Mein Umzug hierher hat mich doch sehr in Anspruch genommen, deshalb auch die lange Stille im Blog.

Nun möchte ich kurz berichten, wie der Start hier gelungen ist. Am Anfang hatte ich natürlich viel an Verwaltungssachen zu erledigen. Beispielsweise muss man, wenn man Autofahren will, als Einwohner Kaliforniens eigentlich innerhalb von 10 Tagen den kalifornischen Führerschein machen. Das ist für Ausländer aber unmöglich, denn man sollte bei der Anmeldung eine Sozialversicherungsnummer haben. Die aber kann man erst zwei Wochen nach Ankunft überhaupt erst beantragen…

An der Uni lief die Adminstration jetzt nach Ankunft relativ glatt – da wurde auch sehr viel schon vorher in einem sehr langfristigen Prozess geregelt. Ich konnte mir nach ein paar Tagen dann auch schon meine ID-Karte der Uni abholen – die CAL-1-Karte. Die Eins im Namen kommt daher, dass man mit dieser Karte alles machen kann – sie dient als Bibliotheksausweis, als Nachweis für die kostenlose Shuttlebusse und auch als Eintrittskarte für den Unisport.

Die Sport-Anlage ist sowieso im Vergleich zu den Unianlagen in Deutschland, die ich kenne, allererste Sahne. Es gibt diverse Fitnessgeräte, ein großes Kursangebot und mehrere Schwimmhallen. Und für Studenten kostet das ganze satte $10 im Semester (die zahlen ja aber auch ihre Studiengebühren, muss man bedenken).

Interessant finde ich übrigens die “Occupy-Cal” Proteste. Da geht es den Studenten darum, gegen hohe Studiengebühren und für bessere Studien-Bedingungen zu protestieren. Letzten Herbst ist das wohl ein wenig eskaliert, aber jetzt geht es eher beschaulich zu. Ein paar Zelte stehen an wechselnden Orten am Campus, bevölkert von einer kleinen Zahl von Demonstranten. Im Moment sind sie noch von der Uni-Leitung geduldet, wobei die auch immer wieder daran erinnert, dass das Zelten auf dem Unigelände illegal ist. Ich nehme fast an, dass sich das im Sande verlaufen wird, aber man wird sehen.

Ansonsten ist der Campus sehr schön, mit vielen imposanten Gebäuden und immer wieder mal einem tollen Blick auf die Bucht von San Francisco, Richtung Golden Gate Brücke. Die Labote und Büros der Doktoranden, Postdocs usw. sind dann aber genau wie an Unis in Deutschland, vollgestellte und betriebssame Arbeitsplätze.

Auffällig ist allenfalls noch, wie international die Universität ist. Es sind beispielsweise sehr viele asiatische Gesichter zu sehen. Auf jeden Fall ein sehr spannendes Umfeld!

 

Veröffentlicht von

Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Karte Mach 1

    Die Eins im Namen kommt daher, dass man mit dieser Karte alles machen kann

    Toll! So eine will ich auch. Die BRD-1-Karte mit der ich in Deutschland alles machen kann. 😉

  2. BRD-1-Karte

    Hihi, aber wenn man den Verwaltungsaufwand dann hochskaliert, wäre so eine Karte zwar theoretisch total praktisch, aber in der Realität kaum zu bekommen. 😉

Schreibe einen Kommentar