Abschluss der Winter-Mission

BLOG: Zündspannung

Blick über den Plasmarand
Zündspannung

Heute wurde bereits das letzte Experiment der 14. Mission durchgeführt. Dieses Mal ging es um Wellen, die wir zunächst extern angeregt haben, um die Reaktion des Systems darauf zu untersuchen. Außerdem entstehen Wellen unter bestimmten Bedingungen von selbst.

Wellen in PK-3 Plus
Wellen in PK-3 Plus

Heute hatten wir wieder fast durchgehend Video über die russischen Bodenstationen und den NASA-Satelliten. Zwischendrin haben wir gesehen, dass die Teilchendichte wieder nicht hoch genug war – vielleicht leeren sich mittlerweile merklich unsere Teilchenreserven. Wir sind dann wieder in den Kontrollraum zurückgegangen und haben gefragt, ob Aleksandr Kaleri eventuell noch einmal ungeplant die Teilchendichte erhöhen kann. Er wurde dann an das Experiment gerufen und hat uns geholfen. Danach haben wir super Ergebnisse erzielt, es hat sich wirklich gelohnt.

Außerdem haben wir heute wieder gemeinsam mit unseren japanischen Kollegen versucht, uns dem Kritischen Punkt des Komplexen Plasmas zu nähern. Ob das gelungen ist, wird erst eine genaue Analyse der Daten zeigen.

Die Festplatten mit unseren Daten werden vermutlich bei der Soyuz-Landung im März zurück auf die Erde gebracht. Ein paar Wochen darauf bringen unsere russischen Kollegen sie dann mit nach Deutschland, und wir werden sie gemeinsam anschauen und das weitere Vorgehen planen.

Heute abend sind wir dann noch zum Roten Platz nach Moskau reingefahren und dort Schlittschuh gelaufen. Ein schöner Abschluss der diesjährigen Winter-Mission!

Roter Platz im Schnee Roter Platz

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Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

2 Kommentare

  1. Kritischer Punkt

    Der kritische Punkt ist der Punkt im Phasendiagramm, ab dem ein Phasenübergang, z.B. zwischen Flüssig und Gasförmig, verschwindet. Wir werden ihn vermutlich mit unserem System auf der Raumstation nicht erreichen können, aber es könnte Hinweise darauf geben, dass wir uns ihm nähern (die Fluktuationen der Teilchenpositionen sollten dann auf eine bestimmte Art zunehmen).

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