Karrieremodelle und Professionalisierung des Hochschulnachwuchses

BLOG: Über das Wissenschaftssystem

Betrachtungen von Menschen und Strukturen in Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen
Über das Wissenschaftssystem

Die Wissenschaft lebt davon, dass immer wieder neue Generationen in den Wissenschaftsbetrieb eintreten, und doch sind es gerade die Jüngeren, deren Karrierepfade von Unsicherheit, Komplexität und Ambivalenz geprägt sind. Die Transformationen der Hochschullandschaft – vorangetrieben durch technologischen Fortschritt, Globalisierung, demografischen Wandel und ökonomischen Druck – verändern nicht nur Forschung und Lehre, sondern auch die Rahmenbedingungen der Arbeit selbst. Karrieren in der Akademia entstehen heute in einem Spannungsfeld aus Metrifizierung, Mobilitätsanforderungen und sich wandelnden Rollenbildern. Dabei kommt es zu einer paradoxen Verdichtung von Anforderungen: Junge Forschende sollen disziplinär exzellent und zugleich interdisziplinär anschlussfähig sein, international mobil und gleichzeitig lok

al-regional verankert, forschungsstark, drittmittel fähig, didaktisch versiert und kommunikationsgewandt – und das zumeist auf befristeten Stellen, bei steigender Arbeitsverdichtung und in wachsender Konkrrenz. Ähnlich vielfältige – wenngleich andersgeartete – Anforderungen zeigen sich im Wissenschaftsmanagement.

Das gerade erschienene Themenheft der Zeitschrift für Hochschulentwicklung (ZFHE) “Karrieremodelle und Professionalisierung des Hochschulnachwuchses”, herausgegeben von Corinna Geppert, Elena Wilhelm und mir, nimmt sich dessen aus drei komplementären Perspektiven an: Es beleuchtet den strukturellen Wandel im akademischen Beschäftigungssystem, rekonstruiert subjektive Karriere-Erfahrungen und stellt institutionelle Strategien zur Förderung, Gestaltung und Professionalisierung von Hochschulkarrieren und Karrieremodelle vor. Die forschungsbasierten und praxisnahen Beiträge zeigen, wie wissenschaftliche Laufbahnen im 21. Jahrhundert vielfältiger, aber auch prekärer geworden sind. Sie analysieren, wie neue Rollenprofile entstehen, alte Pfade ihre Selbstverständlichkeit verlieren und Hochschulen gezielt an ihrer Attraktivität als Arbeitgeber:innen arbeiten. Hierbei wurde im Unterschied zur sonst oft anzutreffenden Fokussierung auf Karrierepfade zur Professur bzw. in die Wissenschaft hier bewusst eine Erweiterung auch auf das Wissenschaftsmanagement vorgenommen.

Das Themenheft ist als Open Access Publikation frei verfügbar auf der Webseite der ZFHE: https://www.zfhe.at/index.php/zfhe/issue/view/92

 

 

 

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Dr. René Krempkow bloggte zunächst seit 2010 bei den academics-blogs, nach deren Einstellung zog er zu Scilogs um. Er studierte Soziologie, Kommunikationswissenschaft und Psychologie an der Technischen Universität Dresden und der Universidad de Salamanca. Nach dem Studium baute er zunächst am Institut für Soziologie, dann im Kompetenzzentrum Bildungs- und Hochschulplanung an der TU Dresden u.a. eine der ersten hochschulweiten Absolventenstudien in Deutschland auf und erarbeitete den ersten Landes-Hochschulbericht. Nach seiner Promotion 2005 zum Themenbereich Leistungs- und Qualitätsbewertung an Hochschulen arbeitete er am Institut für Hochschulforschung Wittenberg am ersten Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (BuWiN) mit. Danach war er im Rektorat der Universität Freiburg in der Abteilung Qualitätssicherung tätig, wo er die Absolventen- und Studierendenbefragungen leitete und eines der ersten Quality Audits an einer deutschen Hochschule mit konzipierte. Von 2009 bis 2013 leitete er am iFQ Bonn/Berlin (jetzt Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung - DZHW) ein bundesweites Projekt zur Analyse der Wirkungen von Governance-Instrumenten (v.a. Leistungsorientierte Mittelvergabe an Hochschulen) und arbeitete im Themenbereich wiss. Nachwuchs und Karrieren mit. Anschließend koordinierte er im Hauptstadtbüro des Stifterverbandes u.a. das Projekt zur Personalentwicklung für den wissenschaftlichen Nachwuchs und den Gründungsradar; an der HU Berlin u.a. ein hochschulweites Projekt zur Kompetenzerfassung, sowie an der HTW Berlin die Wirkungsanalyse und Evaluation des Curriculum Innovation Hub. Derzeit ist er als Senior Manager und Senior Scientist an der Brandenburgischen Technischen Universität tätig, sowie als Dozent im Studiengang Bildungs- und Wissenschaftsmanagement der Universität Oldenburg. Er berät seit etlichen Jahren Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Ministerien und lehrt im Studiengang Bildungs- und Wissenschaftsmanagement der Universität Oldenburg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Leistungs- und Qualitätsbewertung an Hochschulen; Akademische Karrieren und Nachwuchsförderung; Indikatorenentwicklung, Evaluationsforschung; Hochschul-, Wissenschafts- und Bildungsforschung.

3 Kommentare

  1. Ihr Beitrag enthält ja interessante Aspekte,
    Leider führt der Link am Ende des Artikels ins Nirwana,
    ebenso wie die auf der Eingangsseite avisierten 5 Kommentare.

    • Vielen Dank für den wertvollen Hinweis, der Link wurde nun korrigiert und sollte jetzt problemlos funktionieren. 🙂

      Einzelne Kommentare mussten leider moderiert werden, da sie am Thema des Blogbeitrages sehr weit vorbei gingen und z.T. Vorwürfe enthielten, die den Tatbestand der Beleidigung erfüllen könnten. Dies ist leider manchmal notwendig, ich hoffe weitere Kommentare beziehen sich stärker auf den Bloginhalt, ansonsten müsste ggf. noch stärker moderiert werden.

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