Wer ist unethischer? Maschine oder Mensch?

Derzeit ergötzen sich offenbar Journalisten, uns vor unethischen maschinellen Entscheidungen zu warnen. Das ist vielleicht ganz gut oder sogar notwendig, damit das nicht geschieht. Aber irgendwie geht nun die Furcht vor unethischer Programmierung mit den selbsternannten Fachleuten durch, finde ich, denn manches Geschriebene klingt nach einem Aufruf, lieber gar keine Maschinen zu nutzen, sondern sich nur noch auf den grundguten Menschen zu stützen und zu verlassen.
Insbesondere fürchten sich die Journalisten und irgendwie wohl tendenziell die Geisteswissenschaftler und Philosophen, dass Selbstfahrautos eher Arme als Reiche überfahren werden und dass sie vor allem gehackt werden können, ohne dass der Täter entdeckt werden kann. Das ist ein interessantes Feld für wilde Spekulationen, zumal die ersten Selbstfahrautos ja nicht so sicher gegen Hacker sein können (es ist ein Unterschied, ob man erste Versuche damit macht oder ob die ganze Welt damit fährt – das allererste Selbstfahrauto wird ja nicht vorher durch eine Armada von IT-Spezialisten abgeschirmt).
Aber solange nicht alles zu tausend Prozent sicher ist, wollen die Kritiker sich nicht mit „Robotern“ befassen.

In Deutschland sterben ca. 3.000 Menschen jährlich im Verkehr. 67.000 werden pro Jahr schwer verletzt, rund 400.000 erleiden Verletzungen. Warum? Die meisten schweren Unfälle werden durch missachtete Vorfahrt, zu geringen Abstand, zu hohe Geschwindigkeit, Fahruntüchtigkeit (Müdigkeit, Alkohol, Ablenkung), waghalsiges Überholen, Übersehen von Menschen beim Parken oder Anfahren etc. verursacht. Surfen Sie einfach kurz im Netz – müssen Sie aber gar nicht, denn Sie WISSEN es.
Warum regen Sie sich dann über Selbstfahrautos auf?
Alle die genannten Ursachen fallen selbst beim lausigsten Programm für Autos weg. Abstand halten oder Geschwindigkeiten beachten? Das können Algorithmen doch offensichtlich besser als Menschen!? Nein, so meine ich es nicht. Menschen können ja im Prinzip genauso gut wie Maschinen fahren, aber sie tun es nicht, weil sie oft unethisch, leichtsinnig oder selbstüberschätzend fahren. Arme Menschen werden auch heute im Verkehr eher getötet als reiche, denn die Reichen stoßen per SUV („Sport Utility Vehicle“) auf einen Punto oder Lupo. Sie kommen quasi wie ein Panzer oder LKW auf uns armen Normalautofahrer zu.
Lesen Sie sich einmal in das Problem ein:
https://www.welt.de/motor/article137037284/Das-gefaehrlichste-Auto-Amerikas.html

Und? Na klar, in der Stichprobe starb im SUV „keiner“, aber zum Beispiel bei den KIA-Rio-Fahrern gab es 149 Tote. „Das Ausmaß des SicherheitsPlus überrascht“, heißt es sinngemäß. Und? Regt sich der Journalist auf? Ich parke ja oft im Frankfurter Flughafen, und da verstopfen die SUVs die Parkplätze oder scheinen nach dem unethischen Fahrerverständnis der Reichen eingeparkt zu sein, dass die Parkplatzlinie unter der Fahrzeugmitte zu sein hat… Ich will sagen: Die Reichen haben doch heute schon ihren impliziten Algorithmus: Arme sterben. SUVs töten. Die Werbung sagt: „SUVs schützen.“ Aber sie töten eben. Wozu sind Autos gut, deren Stoßstange auf Augenhöhe der Billigautos reinrammt? Wo ist die Chancengleichheit im Verkehr?

Aber nein, man schreibt sich die Finger wund, dass Selbstfahrautos potentiell böse sind. Natürlich wird es wahrscheinlich irgendwann betrügerische Trickserei geben wie beim Diesel. Aber so unethisch wie Menschen und Großautos werden Selbstfahrautos nicht sein. Und Selbstfahr-SUVs der Reichen töten ja nicht, weil sie eben normal programmiert werden. Usw. Alles klar? Könnten wir einmal mit den Dauerbedenken auf dem Teppich bleiben?

Veröffentlicht von

www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

25 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Selbstfahrende Autos verändern sehr vieles, nur nicht das womit sich gemäss Gunter Duck Journalisten beschäftigen – gehört Gunter Duck also zu denen, die sich jeden Tag Fake News in Form seriöser Zeitungen reinziehen?
    Was verändern selbstfahrende Autos nun zum Negativen? Hier ein Versuch:
    – sie vermindern irgendwann die Zahl der Strassentoten und führen damit zu einem Mangel an Transplantationsorganen
    – sie eliminieren irgendwann ganze Berufsgattungen – von Lastwagenfahrern bis Taxifahrern
    – sie ermöglichen irgendwann den Billigtransport und eröffnen damit eine neue Freizeitbeschäftigung: das Herumreisen für jeden und jede fast unabhängig vom Budget, das zur Verfügung steht.
    Frage: haben sich die Journalisten mit all diesen negativen Aspekten des zukünftigen Verkehrs, der von selbstfahrenden Fahrzeugen geprägt ist, beschäftigt?

  2. Und jetzt noch eine seriöse Spekulation über die Zukunft der selbstfahrenden Autos in den USA: Selbstfahrende Taxis werden möglicherweise häufig von Gruppen von wildfremden Personen geteilt werden, denn in Gruppen zu reisen ist die günstigste Art um von A nach B zu kommen. Doch das wird wohl auch von Kriminellen ausgenutzt werden, die die anderen Mitglieder der Reisegruppe ausrauben. In den USA könnte ich mir als Lösung dieses Problems vorstellen, dass selbstfahrende Autos dort irgendwann mit Schusswaffen ausgestattet werden und das selbstfahrende Auto mit einer Schusswaffe sich und die anderen Fahrgäste verteidigt. Das wiederum könnte dann der Anlass sein, selbstfahrenden Autos das US-Bürgerrecht zukommen zu lassen – und das noch vor Robotergärtnern oder Sexrobotern -, denn jemand, der sich und die ihm Anvertrauten mit einer Waffe verteidigen kann ist doch ein US-Bürger, verdient jedenfalls die US-Bürgerschaft – oder etwa nicht?

  3. Ist Gunter Dueck ein besserer Autogefahren-Journalist als die, deren Kolumnen er scheinbar häufig liest?
    Das wollen wir hier mal auf die Probe stellen. Er schreibt: Die Reichen haben doch heute schon ihren impliziten Algorithmus: Arme sterben. SUVs töten. Die Werbung sagt: „SUVs schützen.“ Aber sie töten eben. Wozu sind Autos gut, deren Stoßstange auf Augenhöhe der Billigautos reinrammt? Wo ist die Chancengleichheit im Verkehr?
    Was ist die (gesellschaftliche) Logik hinter diesem Text? Wohl kaum die, dass es durch SUV’s mehr Unfälle gibt, eher die, dass SUV’s im Falle eines Unfalls bessere Chancen haben einem Totalcrash zu entgehen und dass SUV-Fahrer besser wegkommen als die Fahrer des gegnerischen (?) Fahrzeugs, falls dieses Fahrzeug ein Kleinwagen ist.
    Auch bei Gunter Dueck geht es also wie bei sehr vielen Deutschen – unter anderem auch bei Geisteswissenschafltern und Journalisten – um Gerechtigkeit: Es ist ungerecht, im Kleinwagen bei einem Unfall kleinere Überlebenschancen zu haben als im SUV.
    Dass Gerechtigkeit wichtiger ist als vieles oder fast alles andere, das hat Gunter Dueck in seiner Argumentation also gemeinsam mit sehr vielen anderen Deutschen.
    Hier auf scilogs hat sogar ein Kommentator einmal argumentiert, aus Gerechtigkeitsgründen hätten die Iraner genau das gleiche Recht auf Atomwaffen wie die Grossmächte, wie also die USA, die den Iranern das Recht auf Atomwaffen verwehren. Klar: die ungerechte Verteilung von Atomwaffen ist für einen guten Deutschen wohl schlimmer als die Auslöschung der Menschheit in einem Atomkrieg, denn die Auslöschung der Menschheit in einem Atomkrieg muss nicht ungerecht sein (ist vielleicht sogar verdient), die ungleiche Verteilung von Atomwaffen aber – die ist mit Sicherheit ungerecht.

  4. Danke! Hinter diesen Anti-Selbstfahrer-Artikeln stehen zwei typisch deutsche/österreichische Dinge: Technikfeindlichkeit und Autobesessenheit.

  5. Susanne,
    Technikverliebtheit würde ich vermuten und Imponiergehabe .
    Ganz rational betrachtet, kaufe ich mir ein Auto mit einer Mindestgröße um bei einem Crash eine Überlebenschance zu haben und weil du an einer Kreuzung mit unklarer Vorfahrtslage einfach die besseren Karten hast.
    In südlichen Ländern ist das ganz klar geregelt, Mann fährt vor Frau, LKW fährt vor PKW.
    Mit den selbstfahrenden Autos kommen wir da in einen Konflikt. Die einfache Vohrfahrtsregel ist aufgehoben, wenn das Auto entscheidet, wer fährt. Also, da gebe ich das Steuer nicht aus der Hand. Und deswegen werden sich Autos ohne Lenkrad auch nicht durchsetzen. Das Auto ist die Verlängerung des Egos.

    • @hmann: Und deswegen [weil Autofahrer entmachtet werden] werden sich Autos ohne Lenkrad auch nicht durchsetzen. Ja, für viele schon lange Auto Fahrende, dürfte es schwierig sein, dem Auto das Fahren zu überlassen. Für die nächste Generation allerdings – also die Jungen -, entfällt dieses Problem möglicherweise, weil sie gar nicht mehr Autofahren lernen.

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  7. Martin Holzherr,
    kennst du das Buch mit Vollgas in den Dauerstau ?
    Der wird nicht zu verhindern sein. Und ich vermute, man wird das Autofahren so teuer machen, dass sich nur noch die 2/3 Mehrheit der Gesellschaft sich das leisten kann .
    Andererseits gibt es Lichtblicke. E-Bikes z. B. mit eigenen Fahrspuren in den Großstädten wären eine platzsparende Möglichkeit. Breitenbegrenzungen bei KFZ’s z. B. 1,50 m für PKW, da könnte man leicht eine weitere Fahrspur für die E-Bikes dazugewinnen. Verlagerung vieler Arbeitsplätze nach Hause, man muss ja nicht physisch in der Firma präsent sein.
    Was die Ethik angeht, ich verstehe die Frage nicht, dann wäre ja jeder automatische Kühlschrank auch schon unethisch.

    • @hmann: Ja, Strassenfahrzeuge sind für Kurz- und Mittelstrecken die effektivsten Verkehrsmittel, doch gerade das führt zur Übernutzung, zum Dauerstau. Die Lösung ist aber offensichtlich: Mehr Personen in weniger Fahrzeugen. Mit anderen Worten Kleinbusse und Gruppentaxis anstatt Individualfahrzeuge. Fahrräder sind leider keine allgemeine Lösung, denn bei schlechtem Wetter werden sie kaum genutzt.
      Autonome Kleinbusse mit 6 bis 20 Plätzen, die billig und universell verfügbar sind, sind die Lösung. In der Zukunft wird der Mobilitätsnutzer auf seinem Smartphone nur noch den Zielort eingeben und dann erscheint spätestens in 5 Minuten ein autonomer Kleinbus oder ein Gruppentaxi in der Nähe seines Standorts. Auf dem Weg zum Ziel muss er dann eventuell mehrmals umsteigen, aber er erreicht das Ziel ohne Stau und sehr schnell. Mobility as a Service ist die Lösung (Zitat, übersetzt von DeepL): Unser Ziel ist es, den Menschen eine Alternative zum Auto zu bieten – eine Alternative, die nicht nur gleich gut, sondern viel besser ist. Indem wir alle Reisebedürfnisse der Menschen erfüllen, ergänzt durch attraktive Mehrwertdienste, ermöglichen wir eine einfache, effiziente und nachhaltige Mobilität der Zukunft.
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  8. Aber solange nicht alles zu tausend Prozent sicher ist, wollen die Kritiker sich nicht mit „Robotern“ befassen.

    Ganz so einfach ist es nicht.

    Dr. Webbaer ist bspw. ebenfalls Kritiker des selbstfahrenden Automobils, schätzt es aber als Verkehrs-Unfälle (potentiell, wenn die Software OK ist, die Hardware darf ebenfalls dbzgl. tauglich sein) eher vermeidend als der schlichte Bär oder Mensch am Steuerrad.

    Gags ergeben sich hier zuvörderst im Sittlichen, moralphilosophisch gilt es also in Auto(!)-Software nunmehr einzugießen.
    Wie kann dies gelingen, was meinen Sie in concreto, lieber Herr Dr. Dueck?
    Wer darf I.E. bevorzugt überfahren oder im Straßenverkehr bevorzugt endgültig sozusagen ausgehebelt werden?!

    Muss hier nicht der Staat ran und sozusagen ganz tief in die Software eintunken?

    MFG + schöne Endwoche,
    Dr. Webbaer

    PS:
    E-Fahrzeuge, Fahrräder, Motorräder wie auch E-Autos oder “Hybride” sind schon eine Gefahr des Alltagslebens, wenn sie keine Laute von sich geben, nicht einmal röhren, wenn sie beschleunigen.
    Muss diesbezüglichen Transportmitteln ein Lärm-Output (staatlicherweise) zugewiesen werden?

  9. @Dr. Webbaer : Gegenfrage: Wie möchten Sie das programmieren? Bei einem Unfall haben Sie ein paar Millisekunden Reaktionszeit. Gut: Dann analysiert also erst einmal ein Programm das Dilemma, dass es sich jetzt entscheiden muss. Dann schaltet es die Gesichtserkennung ein (am besten durch eine spiegelnde Windschutzscheibe, was zB Polizei-Blitzer ohne Blitzlicht offenbar gar nicht können), dann fragt es im Netz bei einem Server nach den Namen der potentiellen Opfer. Nun holt es Scores ein: Sind diese Kunden der gleichen Autofirma, privat versichert, reich – dazu fragt es etliche Datenbanken im Netz ab. Dann berechnet es den Score und muss aber während der Millisekunden immer noch schauen, ob sich die Situation geändert hat, wie viel das Umfahren kostet, wer welche Verletzungen erhielte und wie hoch der finanzielle Schaden bei der Versicherung ist etc etc.
    Merken Sie vielleicht, dass es gar nicht richtig geht? Dass die Gesichtserkennung sehr fehlerhaft sein muss? Dass man aus Statistiken, wer umgefahren wurde, im Nachhinein das Verbrechen des Scorings (wenn es denn ginge) aufdecken könnte? (Man testet doch so die Google-Search-Engine, wie sie scorings errechnet!)
    Dann sehen Sie ja auch wohl klar, dass die befürchtete Software nicht einfach so ein Dieselschummelkleinstprogramm ist, sondern große Datensammlungen braucht, die doch nicht so ganz geheim entstehen und gepflegt werden können usw. usw.

    Versuchen Sie doch einmal, sich selbst das ganze Programm in concreto vorzustellen, und dann werden Sie vielleicht über Ihre Befürchtung etwas lächeln können.

    • Lieber Herr Dr. Dueck und Forderung :

      Software sog. selbstfahrender Automobile muss verstaatlicht werden und insofern dann als öffentliches Transportmittel gelten.

      Dr. Webbaer, der selbst ordoliberal oder “sozialliberal” ist, an Verstaatlichung an sich keine Freude ableiten kann, wüsste nicht wie hier anders, als sozialisiert werden könnte, rechtliche Pflichten ableitend, Verfahrensfehler meinend und das dann zivilisatorisch neue Beförderungsziel meinend.

      Klar, Dr. W ist sozusagen cowboy-liberal, sieht abär keine andere Möglichkeit.

      Hierzu noch – ‘Merken Sie vielleicht, dass es gar nicht richtig geht?’ -, da weiß Opi W nicht so – wo und wie genau ergibt sich hier möglicherweise Dissens?

      MFG
      Dr. Webbaer

  10. @ Dr. Webbaer
    Ich wollte sagen, dass es wegen der Zeitrestriktion vom Millisekunden programmiertechnisch nicht wirklich gut geht, unmoralisch und unentdeckbar (!) zu programmieren. Das ist ein Sachargument. Sie können das nicht wegwischen, wenn Sie das nicht nachvollziehen können, oder? Das tun aber zB die vielen Journalisten und schreiben und schreiben. JEDER weiß doch, das die Flugzeuge automatisch fliegen… da ist zwar noch einer da, ja. Aber der fliegt faktisch so wenig selbst, dass wir Glück haben, wenn der bei Sturm dann genug Übung hat. Immer dieselbe Angestdiskussion, die keine Physik hören will.

    • Mit dem Journalismus, der sich bei “selbstfahrenden” Automobilen wohl (noch) ein wenig schwer tut, will Dr. Webbaer nichts zu tun haben, denn er erkennt ja die Sinnhaftigkeit des neuen Beförderungsmittels an.
      Bleibt aber ein Kritiker (vs. beständig Gegenredender), der sich um die Moral sorgt, die es nun ins Auto (!) einzugießen gilt, wobei so eine stets fortlaufende gesellschaftliche Diskussion erforderlich wird.

      Hierzu noch kurz :

      Ich wollte sagen, dass es wegen der Zeitrestriktion vom Millisekunden programmiertechnisch nicht wirklich gut geht, unmoralisch und unentdeckbar (!) zu programmieren.

      Negativ, die IT ist schnell, bestmöglich schnell in ihrer Anwendung sozusagen.

      Aber der [Flieger] fliegt faktisch so wenig selbst, dass wir Glück haben, wenn der bei Sturm dann genug Übung hat. Immer dieselbe Ang[]stdiskussion, die keine Physik hören will.

      Ganz genau, ‘Angstdiskussionen’ sind hier etwas für die anderen.

      MFG + schöne Endwoche noch,
      Dr. Webbaer

      • “Negativ, die IT ist schnell, bestmöglich schnell in ihrer Anwendung sozusagen.”

        Wenn es um die Abfrage und den Abgleich großer Datenmengen geht, ist die IT keineswegs schnell. Erst Recht wenn sie in Größe und Leistungsfähigkeit beschränkt ist, wie es in einem Auto nunmal der Fall ist.

        Es muss auch keine staatliche Moral einprogrammiert werden. Das Endergebnis wird das gleiche sein wie es das heute schon ist.
        Prio 1 ist der Schutz des Insassen.
        Prio 2 ist der Schutz von Personen außerhalb des Fahrzeugs.
        Prio 3 ist der Schutz von Eigentum

        Dabei wird keine Unterscheidung nach irgendwelchen anderen Merkmalen (Alter, Geschlecht etc.) vorgenommen. Sollte es zu einem Entscheidungskonflikt kommen, der äußerst unwahrscheinlich ist, entscheidet ein Zufallsgenerator.

        Ach ja Prio 1 ist heute bereits geschriebene und gelebte Norm. Selbstschutz geht immer vor

        • Nun, in einer Sekunde lässt sich mit den Mitteln der IT sozusagen unendlich viel machen, Kommentatorenkollege ‘tobmat’, es könnten bspw. auch außerhalb des Autos stehende Rechner abgefragt werden, was sich in dieser Zeit machen ließe, es könnten auch Ausweichmanöver anderer selbstfahrender Autos angeleitet, angefordert werden.
          Gar staatlich für Spezialfälle vorgesehene Regelmengen, die das Auto nicht kennt, die -wegen ihrer Größe und Pflege- dezentral gehalten werden.
          Hier :

          Es muss auch keine staatliche Moral einprogrammiert werden. Das Endergebnis wird das gleiche sein wie es das heute schon ist.
          Prio 1 ist der Schutz des Insassen.
          Prio 2 ist der Schutz von Personen außerhalb des Fahrzeugs.
          Prio 3 ist der Schutz von Eigentum

          …wird Dr. Webbaer übrigens nicht happy, denn die drei benannten Prioritäten lassen sich sozusagen unendlich weiter aufschlüsseln.

          Also, aus diesseitiger Sicht wird das selbstfahrende Automobil zwingend zu einem öffentlichen Verkehrsmittel.

          ‘Selbstschutz geht immer vor.’ – nunja, ein Gedankenexperiment geht bspw. so :
          Ein indisponierter Fußgänger betritt die Fahrbahn, es kann ihm nur dadurch ausgewichen werden, indem auf die Gegenfahrbahn gesteuert wird.
          Heutzutage würde der Fahrer des Autos gar nicht die Zeit haben abzuwägen, die “IT” könnte dies aber, benötigte dafür, gerade die Risiken für den Fahrer meinend, möglichst umfängliche moralische Regelmengen.

          Und natürlich wird sich hier ein gesellschaftlicher und nie enden währender Diskurs entwickeln.

          MFG + schönes Wochenende,
          Dr. Webbaer

          • Wir redeten nicht von einer Sekunde sondern von Milisekunden. Da wird es mit einem Datenbankabgleich für eine Gesichtserkennungssoftware die ein bewegtes Ziel versucht zu erkennen schwierig. Erst Recht wenn die Programmierung eine unmoralische Entscheidungsfindung dabei gekonnt verstecken soll.

            Die Prios werden auch nicht weiter aufgeschlüsselt. Das passiert heute schon nicht und ist auch nicht notwendig. Es wird schließlich keine perfekte Lösung gesucht sondern eine praktikable.

            Aus ihrer Argumentation heraus wäre jedes Auto heute schon öffentlich. Warum ist dem nicht so? Weil die Gesellschaft es nicht will.

            Ihr Gedankenexperiment wird von den Prios voll abgedeckt. Selbstschutz geht auch hier vor. Das mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen ändert daran nichts.

            Und ob der Fiskurs je endet ist irrelevant. Denn die praktikabelste Lösung wird umgesetzt lange bevor der Diskurs sich je entscheiden kann. Einfach weil die Vorteile zu groß sind. Und danach kommt learning by doing.

          • Negativ, “wir” reden über die Reaktionszeit, die sich für selbstfahrende Autos ergibt, und die in Relation zu setzen ist mit der Reaktionszeit möglicher humaner oder ursischer Fahrer.
            Eine Sekunde bleibt hier “sehr viel”.Sie Ahnung auch, welche Probleme Sie hier haben, werter Kommentatorenkollege ‘tobmat’, die Moralphilosophie hier eingepflegt zu sehen, alternativ die realiter gepflegte Sittlichkeit.

            Sie irren, nagen zurecht an der Praktikabilität, um die es abär geht.

            Bei ‘Fiskurs’ musste Dr. Webbaer erst einmal nachschauen, das F liegt wohl auf vielen Tastaturen neben dem D, mmh, die Praktikabilität bedeutet die Sittlichkeit.

            MFG
            Dr. Webbaer

          • Die Probleme sind vielfältig. Das erste ist überhaupt eine Moralphilosophie zu finden auf die sich eine große Mehrheit einigen kann. Das zweite ist zu bestimmen wie detailiert sie einzupflegen ist. Das dritte ist welche Detailtiefe das Auto überhaupt umsetzen kann.

            Es gibt aber eine simple Lösung. Man lässt das alles weg und nimmt die Lösung die man auch bei Menschen anwendet. Habe ich ja oben beschrieben.

            Praktikabilität und Sittlichkeit haben nur bedingt mit einander zu tun. Es wird hingegen in Zukunft unsittlich sein selber zu fahren, da man dadurch eine Gefahr für andere darstellt.

          • Es wird hingegen in Zukunft unsittlich sein selber zu fahren, da man dadurch eine Gefahr für andere darstellt.

            Klingt gut und konsensfähig.
            Das Automobil darf verstaatlicht werden, auch wenn Dr. W kein Freund derartiger Maßnahme ist.
            ‘Für [sich und] andere’ ginge ebenfalls.

            Allerdings, allerdings kann hier eben um einen langanhaltenden gesellschaftlichen Diskurs nicht herumgekommen werden.
            Derartige Diskurse sind dann wiederum von der dafür vorgesehenen und sich immer in einem Rahmen, bspw. in einem nationalstaatlichen, befindlichen Kultur abhängig.

            MFG + schönen Tag des Herrn noch,
            Dr. Webbaer

          • Wenn man tausende Leben retten kann, wird niemand auf einen gesellschaftlichen Diskurs warten, der sich nur mit einer Handvoll Unfälle beschäftigt.

          • Abgesehen von den Software-Ingenieuren, die politische Maßgabe erwarten, ansonsten ihr Pflichtenheft sozusagen selbst entwerfen müssten.

  11. In manchen Punkten muss ich leider widersprechen. Ich sehe hier definitiv nur Vorteile. Die Nachteile, die genannt wurden, werden langfristig kein Problem mehr darstellen. Die Menschen sind halt Gewöhnungstiere und kommen daher nicht mit allen Veränderungen zurecht.

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