War Sharing

BLOG: WILD DUECK BLOG

Wahrheiten als Querdenkerisches verkleidet, von Gunter Dueck
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Was ist eigentlich der Zweck einer Armee? Na, das Angreifen und Verteidigen, in Deutschland nur das Verteidigen. Es stellte sich in der letzten Zeit die Frage, ob uns die Bundeswehr überhaupt verteidigen kann. Die Antwort ist wohl: „Nein.“

Es ist herausgekommen: Die Waffen sind nicht einsatzbereit. Wahrscheinlich hat man aus Geldmangel keine Ersatzteile mehr kaufen können und bei jedem Defekt eben die Teile aus anderen Flugzeugen oder Hubschaubern entnommen. Dann sind manche der Waffen noch gebrauchsfertig, andere sind schon ganz ausgeweidet. Bestimmt aber stehen sie als vollwertige Waffen in der Bilanz, was bei einem Unternehmen Bilanzbetrug wäre (hier muss das bestimmt zur Abschreckung von äh, weiß nicht, erlaubt sein – man zeigt den fremden Geheimdiensten die blank geputzten Waffen, als wären sie in Ordnung, das glauben die dann schon). Wie viele Waffen müssen denn eigentlich unbedingt gebrauchsfertig sein? Na, man braucht mindestens ein paar Systeme zur Ausbildung – auch nicht so ganz. Die Panzer müssen zur Ausbildung ja nur im Dreck fahren und getarnt werden – sie müssen nicht schießen. Getarnt werden dürfen sie auch nicht wirklich, weil dann der Übungsplatz in kurzer Zeit entlaubt wäre. Die Großwaffensysteme müssen also im Frieden nur zum Teil für ein bisschen Krieg spielen oder zum Paradieren für Fotos mit der Verteidigungsministerin herhalten können.
Man könnte im Frieden im Prinzip mit Holzgewehren üben…

Was machen wir eigentlich, wenn es nicht nur in der Ukraine Unruhen gibt, sondern näher dran? Dann müssen wir wieder einmal die US-Streitkräfte bitten. Die helfen, wenn sie gut bezahlt werden…

Und wir können uns fragen: Muss den überhaupt jedes Land eine Armee haben? Dieselbe Frage verneinen die jungen Leute heute schon bei Autos. Man nutzt die Autos gemeinsam, weil die Einzelnen ihre Autos nur wenig brauchen – weniger als zehn Prozent der Tageszeit. Wenn wir die Autos gemeinsam nutzen, sparen wir sehr viel Geld! Die neue Bewegung heißt Car Sharing. Warum denken wir diese Idee nicht zu Ende? Muss den jedes Land eine Armee haben? Die meisten Armeen haben nichts zu tun. Ihr Nutzungsgrad ist erbärmlich gering. Die deutsche Armee führt keine Kriege, kostet aber jedes Jahr gut 30 Milliarden Euro. Kann man nicht War Sharing einführen? Die Länder zahlen Geld ein und lassen dann bei Bedarf die gesharte Armee kämpfen. Diese gesharte Armee ist gerade so groß/klein, dass sie immer genug zu tun hat, also ganz genau ausgelastet ist, so wie die eingesetzten Lokomotiven der Bahn.

Bei War Sharing muss man den Krieg nicht selbst führen! Das hat große Vorteile. Wenn Sie nämlich selbst in den Krieg ziehen, kommen Sie vielleicht so angesengt wie damals mein Vater zurück, dem man einen Flammenwerfer vor das Gesicht gehalten hatte. Krieg ist kein Spaß, wir trauen uns ja nicht einmal die Schlachthöfe von Tieren zu besuchen, aus Furcht, dann keine mehr essen zu können. Wir trauen uns kaum einen Blick in bestimmte Fabriken in Asien zu werfen, die für uns sehr billige Produkte herstellen. Und dann sollten wir höchstpersönlich selbst unter ernster Körpergefahr kämpfen wollen? Wofür denn? Diese Frage stellt man sich, wenn man zum Loskämpfen weggebracht wird. Wenn etwas Sinnloses weit weg ist, kann man es ertragen. Wenn es uns aber selbst trifft, stellen wir die Sinnfrage sofort.
War Sharing ist die Lösung! Die Idee gab es früher schon, aber man verwarf sie, weil Söldner und gemietete Waffen im scharfen Gegensatz zu einer eigenen Armee als unzuverlässig erschienen. Es gab Bedenken, dass ein Staat beim War Sharing eine gemietete Armee zwar teuer bezahlt, die dann aber mit schlechten oder alten Waffen kämpft. Diese Zweifel sind nun vom Tisch, weil ja unsere eigenen Waffen so schlecht und alt sind wie Autobahnbrücken. Wir könnten sie also der Europäischen Zentralbank als Sicherheit für Kredite stellen, wo doch ohnehin gerade jeder Ramsch beliehen oder aufgekauft wird.

Hmmh. Ich verliere gerade den Faden im Gewühl der Sinnlosigkeit. Hilfe, was geschieht mit den 30 Milliarden im Jahr?
Im Grunde ist es eine teure Form von Pazifismus – einen Haufen nicht einsetzbarer Waffen von vielen Soldaten treu putzen zu lassen, als wären sie heil. Es ist wohl auch Pazifismus, die Autobahnbrücken so marode zu halten, dass Deutschland nicht effektiv mit schweren Panzern angegriffen werden kann…

Veröffentlicht von

www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

11 Kommentare

  1. Die Bundeswehr ist nicht “betriebsfähig”?

    hm, …

    Vielleicht ist das ja auch nur eine Strategie, um gerade jetzt eben nicht deren Einsatzfähigkeit zu demonstrieren. Also die Weltöffentlichkeit in ein falsches Bild zu setzen. Sowas is immer für was gut.
    Ausserdem ist die politische Lage derzeit so brisant, aber undurchsichtig, dass man gar nicht weiß, wo es überhaupt wirklich Sinn macht, durch Krieg Krieg zu schlichten…
    Da belebt man die ohnehin bestehenden zivilen Fähigkeiten – die da hier aus Deutschland durchaus bekannt sind.

    Nur die scheinen auch nicht so richtig zu funktionieren.

    Ist eben totales Chaos – für den Laien und Flachbildschirm-Fenster-in-die-Welt-gucker völlig undurchschaubar. Was gut an deren Impulsen auf jeweilige Eskalationen zu erkennen ist. “Empörung” … und das klappt sogar mit dem Infokrieg – hat nur noch keiner so richtig mitgekriegt. Eine atomar verseuchte und entsprechend neuro-getunte Öffentlichkeit, die man auf eine Thematik “hetzt”, hat eine Wirkung. Und die ist besser und effektiver, als eine Armee mit konventionellen Waffen.

    Ist es zu ihnen noch nicht durchgedrungen, wie das mit dem Atomzeitalter und Bewusstseinsbeeinflussung funktioniert? Dazu war jetzt über 6 Jahre zeit – ein Lehrstück in moderner Kriegsführung mittels Neuromanipulation.

    Mir ist in diesem Zusammenhang auch endlich klar, wie man Deutschland am Hindukusch verteidigen kann.

  2. Übrigens: Car-Sharing für alle funktioniert nicht, wenn man einen Berufsverkehr hat und den nicht vermeiden kann.

    Das mal eben auf eine Armee übertragen, ergibt auch eine gewisse “Unmöglichkeit”. Soll man sich für den Krieg einen Termin geben lassen, zu dem es dann am besten passt?

  3. War-Sharing gibts doch schon lange und funktioniert so: Der Westen (Europa, Japan, Australien, Nordamerika) lässt die USA für den Westen in den Krieg ziehen, kritisiert die USA vordergründig aber dafür, folgt aber im Endeffekt den “Anweisungen” des aktuellen US-Präsidenten. So schliessen sich die westlichen Staaten US-Sanktionen an, praktisch als Entgelt für den mitlitärischen Einsatz den die USA hin und wieder leisten. Das Problem: Für die USA werden die Kriegslasten zu hoch, weshalb Obama auch nur noch im Notfall intervenieren wollte. Wie die jüngste Entwicklung zeigt scheint das aber nicht zu funktionieren. Gewisse Kreise propagieren deshalb wirklich eine Söldnerarmee für die USA.

    Das obige Klagelied hat als Ursprung den finanziellen Schmerz von 30 Milliarden Euro pro Jahr. Dieses Geld wird für die unnötige deutsche Armee ausgegeben glaubt der Autor. Doch das stimmt doch schon lange nicht mehr. In Wirklichkeit sind die 30 Milliarden Euro pro Jahr nichts anderes als eine PR-Massnahmen: Damit zeigt Deutschland seinen Bürgern und den andern Staaten, dass es auch in militärischer Hinsicht gewappnet und souverän ist – unter Berücksichtigung der militärischen Bündnisse . Hei, 30 Milliarden sind ein Pappenstiel. Gemessen am BIP Deutschlands von 3600 Milliarden sind es weniger als 1%. Mit diesen 1% erreicht Deutschland sehr viel: Es zeigt sich den anderen vermeintlich in voller Kriegsmontur mit den Feind beeindruckender Kriegsbemalung. Dumm nur, wenn sich wieder einmal zeigt, dass die Kriegsbemalung ganz billige Schminke ist, die bei schlechten Wetter zerrinnt. Das braucht dann wieder einige Zeit, bis dieser PR-Schaden behoben ist.

    • “…funktioniert so: Der Westen (Europa, Japan, Australien, Nordamerika) lässt die USA für den Westen in den Krieg ziehen, kritisiert die USA vordergründig aber dafür, folgt aber im Endeffekt den “Anweisungen” des aktuellen US-Präsidenten. So schliessen sich die westlichen Staaten US-Sanktionen an…”

      hmmm, was schlussfolgere ich nur daraus, wenn ich darüber nachdenke…

  4. Ich war heute zu Leipzig im Zoo. Da gab es Geheul bei den Schimpansen als irgend so ein Alphavieh hereinstolperte. Ich bin müde. Wir haben die Sprache, warum nutzen wir sie nicht? Der Gegner versteht uns nicht? Warum haben wir nicht bessere Übersetzer? Er versteht nur die eine Sprache? Warum lernte er nicht, ein andere zu sprechen? Ist er ungebildet? Warum verstehen wir es nicht, Menschen zu bilden denn auszubilden? Sind sie zu weit weg? Warum sind sie uns nicht näher? Gehören sie gar einer anderen Gruppe an? Dann sind wir nicht besser als die Affen im Leipziger Zoo. Hier schließt sich der Kreis!

  5. Die Bundeswehr war wohl schon immer dafür da die Rüben hinzuhalten bis eine richtige Armee kommt.

    MFG
    Dr. W

    • PS:
      Äh, zum Thema vielleicht noch, also sowas wie UberArmy oder Rentawar wären gar natürlich keine so schlechten Ideen…

  6. Zwei Punkte zu denen ich etwas beitragen möchte:
    1. Die Bundeswehr war auch zu Zeiten der “aktiven” Verteidigung, also mit Wehrpflicht und real existierenden Sowjetsoldaten auf der anderen Seite der Zonengrenze, nur bedingt einsatzbereit. Ich hatte damals eine Schar Panzer verwaltet und im Friedensfall durften bedingt durch Defekte oder fehlende Teile nur 20..30 Prozent legal auf bundesdeutschen Straßen fahren.
    2. Der Übergang von Söldnerheeren zu Staatsheeren. Dies ist in Deutschland den Preussen zuzuschreiben, weil sie nach den Wirrungen des 30-jährigen Krieges feststellten daß eine erfolgreiche Kriegsführung mit Leuten “aus dem Land” sehr viel besser zu organisieren ist. Last not least gibt es bei Söldnerheeren immer die Möglichkeit daß diese zu Selbstläufern werden ..

    • Entstanden ist die Idee des Volksheeres wohl in Frankreich nach den revolutionären Wirren entstanden, so wurde es hier jedenfalls gelernt, die Kriegsführung über die Masse ging denn auch recht “gut”. – Heute müsste die Masse nicht mehr relevant sein, wenn allerdings Heere mit professionellem Personal unterhalten werden, wie jetzt auch in der BRD, müsste die Einsatzfähigkeit an sich schon sichergestellt werden, korrekt.

  7. Ein Land, das gegen eine Vielfache Übermacht Krieg führte, vor dem hat man auch in der NATO immer noch Angst. Daß die Bundeswehr so desolat ist, hat auch mit dieser difusen Angst der angloamerikanischen Kriegsgegner zu tun. Wir sind schließlich die Teutonen, die das Kriegführen in ihren Genen verankert haben – wenigstens werden wir in einigen Ländern so dargestellt. Da paßt es ganz gut, daß unsere Söldnerarmee, genannt Bundeswehr, nur bedingt einsatzbereit ist. So werden die ängstlichen Gemüter beruhigt.

    Ich bin der festen Überzeugung, daß wir Deutschen keine Armee brauchen – wenn ja, dann bitte nur eine Art erweiterte Polizeitruppe. Aber jetzt werden medial wieder die Russen als Gegner aufgebaut und damit besteht die Notwendigkeit, daß wir Deutschen uns vor den bösen Russen schützen müssen. Und so ist auch der Zeitpunkt passend, an dem über den desolaten Zustand der deutschen Verteidigungsarmee berichtet wird. Und wenn ich Gauck und v.d.Leyen vom Einsatz für das Vaterland faseln höre, wird mir, als ehemaliger überzeugter Soldat, nur übel. Demnächst wird man uns wieder den Heldentod als erstrebenswertes Ziel verkaufen wollen.

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