Übersteuerungsmanagement

Manager haben bekanntlich Freude am Fahren, wobei man besten noch einen Vorsprung durch Technik nutzen kann. Schleudern macht Spaß! Man saust mit Affengeschwindigkeit los, bremst stark und reißt das Steuer herum – da steht das Auto andersherum und hat eine Menge Feinstaub erzeugt. Nun wieder zurückbrausen! Mitarbeiter sehen das oft im Management, sie sagen: „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln.“ Zuerst wilde Innovation und Geld für Agilität, aber ach, wenn das Quartalsergebnis leidet, sofort wieder „zurückrudern“. Sie sagen das so im Management: „Zurückrudern.“

Unternehmen werden jedoch niemals mit Autos verglichen, sondern immer mit Schiffen, öfter noch mit schweren Tankern. Wenn blutige Anfänger ein Segelschiff steuern und die Richtung ändern wollen, neigen sie fast immer zum starken „Übersteuern“. Das Schiff reagiert nämlich nicht so gut wie ein Auto, es ändert die Richtung langsamer als ein Porsche. Das irritiert den Anfänger, daher reißt er das Steuer zu stark in die gewünschte Richtung. Wenn man Pech hat, schlingert es, wird schwer beherrschbar oder steht quer zum Wind, was beim Segeln dazu führt, dass sich die nasse Crew anschreit.

Wenn sich eine Fähre dem Ufer nähert, stoppt man sie lange vorher ab, sie gleitet sanft aus und lässt sich nicht mehr so gut steuern, als wenn sie flott geradeaus fährt – da bemerkt man die Kunst des Fährmannes.

Im Management geht es eigentlich immer nur darum, wohin man will. Und wenn das klar ist (das kommt seltener vor, als Sie denken), dann soll es sofort wahnsinnig schnell gehen! Schnell in eine andere Richtung! „Wir müssen das Steuer energisch herumreißen!“, ruft das Management den Mitarbeitern zu und tut das auch. Das ist die Übersteuerung. Aus der geplanten Kurve oder Wende gibt es erst einmal ein Trudeln und vielleicht einen Stillstand oder einen Kenterversuch. Gut, dann geht es irgendwie weiter, aber das Management wird bei einem Stillstand leider sofort ausgewechselt, und die neue Führung überlegt sich erst einmal wieder die richtige Richtung, in die es will. Danach reißt es das Steuer herum und will ganz schnell werden. Die Manager ahnen nicht, dass nicht nur die Richtung stimmen muss, sondern der Steuermann gewisse Qualitäten haben sollte.

Wer einen schweren Tanker steuert und die Richtung ändern will, muss das Steuer leichter und viel früher einschlagen. Wenn man will, kann man das schon vorausschauend oder fast nachhaltig nennen. Es ist aber nur Steuerungskunst!

Quelle: Adobe Stock Photo

Im Jahre 2018 berichtete eine Bertelsmann-Studie, dass bis zum Jahre 2025 in Deutschland etwa 35.000 Lehrer fehlen. Das haben bestimmt Akademiker in mühevoller Kleinarbeit herausgefunden. Ich würde es anders machen. Ich schaue einfach nach, wie viele Kinder in 2018 geboren werden, addiere sechs Jahre drauf und weiß, wie viele Schüler eingeschult werden und dividiere ein bisschen. Nun gut, wenn es Akademiker erarbeiten, kommt es im Fernsehen als Sensation. Woher bekommt man nun die Lehrer, die dann wohl fehlen? Dazu müssen auf der Stelle 35.000 Abiturienten das Lehrerstudium beginnen. Das Steuer muss sofort herumgerissen werden. Man geht auf die Straße und bitte erfahren aussehende Leute als brauchbare Lehrer hinein…

Kurz: Man steuert erst, wenn der Eisberg physisch in Sicht ist. Politiker handeln immer erst dann, wenn eine große Volksmehrheit den Eisberg sehen kann, dann verlieren sie keine Stimmen, wenn sie handeln und das Schiff in Harmonie mit dem Volkswillen per Übersteuerung versenken.

Beim Fachkräftemangel, der schon lange vorhergesagt wurde, ist es ähnlich. Der Eisberg wird erst wahrgenommen, wenn ihn so etwa jeder sehen kann – und was nun? Tesla wurde verspottet und verhöhnt, aber jetzt machen sie seit sechs Monaten Gewinn. Plötzlich fällt den Autoproduzenten („den besten der Welt“) ein, sie müssten langsam mit der Forschung beginnen. Das Problem dabei ist, dass Tesla nun schon lange geübt hat und Jahre Vorsprung hat. Da scheinen die Unternehmen so zu rechnen: Eigentlich braucht man 1000 Leute, die schon zehn Jahre eingearbeitet sind. Das dauert zu lange, da nehmen sie 10.000 Leute für ein Jahr. Das ist Übersteuerung.

In der Schule gab es die Aufgabe: „Wenn 1000 Soldaten in einem Tag eine Festung erobern können, wie lange braucht ein Soldat?“ Darüber haben die Manager damals als Schüler herzlich gelacht. Aber: „Wenn ein Ei fünf Minuten lang kocht, wie lange kochen fünf Eier?“ Diese Frage beantwortet das Management mit „eine Minute“. Sie glauben wirklich, dass ungeheuer viele Menschen schneller lernen als wenige. Man spricht von Teamarbeit. Jeder belegt eine Vorlesung im Fach und zusammen bestehen sie nach einem halben Jahr das Diplom. Oder: Wie bringt man ein Segelschiff auf zehnfache Geschwindigkeit? Man kauft zehnmal größere Segel.

Und alle schauen den geduldigen Dickbrettbohrern zu, die über viele Jahre üben. Und lachen: sie selbst würden ja nicht einmal ein Jahr des Übens finanzieren wollen. Und hinterher wundern sie sich, dass Google oder Amazon in nur (!) zwanzig Jahren so groß wurden. Tesla ist erst 2003 gegründet worden. Schauen Sie in vier Jahren einmal, was dann gesagt wird.

Unternehmen müssen gesteuert werden – nicht von Amateuren, die immer noch übersteuern und das bei ihrem Auto machohaft genießen.

Es ist Mode geworden, eindringlich zu sagen: „Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen.“ Leute, das klingt wieder nach Übersteuerung. Dorothee Bär hat es gerade wieder versucht: „Es muss ein digitaler Ruck durch Deutschland gehen.“ Fabelhaft kraftvoll und bierzeltbewährt. Vielleicht wird sie dafür befördert, das kann schon sein. Aber sie ist doch eigentlich dazu da, gut und nachhaltig zu steuern?

Gunter Dueck

Veröffentlicht von

www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

16 Kommentare

  1. Klang wieder sehr weise, danke.
    Nett auch dies hier – ‘Wer einen schweren Tanker steuert und die Richtung ändern will, muss das Steuer leichter und viel früher einschlagen.’ -, große Unternehmen, große Vorhaben generell bedürfen der Weitsicht, auch die Lenkung von Staaten ist gemeint.
    Auch sehr lustig : ‘Wenn 1000 Soldaten in einem Tag eine Festung bauen [Dr. W hat hier mal ersetzt] können, wie lange braucht ein Soldat?’
    A: Er braucht relativ deutlich weniger Zeit, ist effizienter, aber wird in praxi die Festung oft nicht bauen können.

    So ähnlich ist es mit dem gemeinten “Öl-Tanker”, die Zeitnähe bzw. besser Zeitferne, die am Ruder erforderlich ist, kann in einer Demokratie eigentlich nicht aufgebracht werden, dennoch funktioniert die Lenkung im Grundsatz schon, selbst wenn viele Lenker nur ihr eigenes Süppchen zu kochen scheinen.
    Keines weiß genau, warum es doch halbwegs gut funktioniert, oder doch?

    MFG
    Dr. Webbaer

  2. Das Beispiel mit den Lehrern ist gut. Wie lange muss man da vorher planen ?
    Fangen wir hinten an. Für die Lehrerausbildung braucht man Professoren und Dozenten.
    Die sollten mindesten 25 Jahre alt sein. Nach weiteren 21 Jahren können die Lehramtsanwärter ausbilden.
    Jetzt haben wir schon 46 Jahre. Bis also Lehrernachwuchs zur Verfügung steht , brauchen wir 46 Jahre +4 Jahre Studium des Lehramtsanwärters. . So lange arbeitet kein verantwortungsbewusster Beamter. Der Nachfolger fühlt sich nicht berufen und auch nicht verpflichtet, die Arbeit des Vorgängers weiterzuführen. Was in der Politik ja die Regel ist.
    Also, langfristige Politik steht auf wackeligen Füssen. Deswgen haben wir ja Lehrermangel.

  3. Gunter Dueck,
    mit Ihrer Erlaubniss führe ich hier einen test durch, weil ihr blog zu den wenigen gehört, die noch direkt bedient werden.
    1. Test &Arr
    2. Test &hArr

  4. Gunter Dueck,
    mit Ihrer Erlaubniss führe ich hier einen test durch, weil ihr blog zu den wenigen gehört, die noch direkt bedient werden.
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    3. Test &rArr

  5. Ich denke dieses System ist nicht nur übersteuert sondern auch stark überhitzt. Der Tanz um das Goldene Kalb ist kein Volkstanz sondern ein hysterischer Tanz unter der Droge: Gewinn um jeden Preis. Wer diesen Druck nicht aushalten kann fliegt oder landet in der Psychiatrie. Planung kann es da kaum geben, da der Markt ,wo es ums Überleben geht, Flexibilität verlangt. Manager handeln auch nur nach den Spielregeln dieser übersteuerten Gesellschaft. Sie sind ihr Spiegelbild. Schauen sie mal aus dem Fenster: Da draußen geht es um Geld, nur um Geld.

  6. Seit es Tesla gibt machen sie Verluste, gegen 1 Millarde/Jahr seit etwa 10 Jahren. Der kleine Gewinn in einem Quartal ist lächerlich dagegen.
    Tesla wird es in 4 Jahren nicht mehr geben, da mittlerweile bessere Fahrzeuge am Markt sind, Tesla ist schlecht g gebaut

  7. Warum gibt es Tesla schon 10 Jahre mit Verlust, und warum verschwinden Sie plötzlich, wo sie jetzt die Produktion im Griff haben und etwas Gewinn machen?

  8. Hier kommt doch sehr deutlich die Unternehmensphilosophie zum Ausdruck. Und die ist in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. Noch in den 70ziger und 80ziger Jahren des letzten Jahrhunderts habe ich Unternehmen erlebt, die gesagt haben, “Leben und leben lassen”. Es reichte, wenn man in Deutschland oder in Europa einen guten Namen und einen stabilen guten Marktanteil hatte. Diese Unternehmen haben über Generationen stabil funktioniert und nur sehr wenig oder gar nicht übersteuert. Ein großer Teil derartiger Unternehmen existiert heute nicht mehr. Sie wurden von Unternehmen aufgekauft, die den Weltmarkt beherrschen wollen. Unternehmen, die durch das Aufkaufen aller am Markt tätigen Mitbewerber (Konkurrenz) eine Monopolsituation erzeugen wollen. Wachsen bis es nicht mehr geht ! Das ist in meinen Augen eine US-amerikanische Unternehmensphilosophie. Deutsche Unternehmen haben früher einen sehr stabilen Stamm von Fachkräften (Arbeiter, Konstrukteure, Organisatoren) im Unternehmen gehalten. Jeder entlassene gute Mitarbeiter war auch ein Stück verlorenes Firmen-Know-How. Die amerikanische Methode,je nach Marktlage einzustellen und zu entlassen (hire and fire), war in Deutschland nicht so verbreitet. Bei einigen amerikanischen Firmen hat man den Eindruck, dieses Firmen-Know-How zählt überhaupt nichts. Und der soziale Frieden, der durch die Hire-and-fire-Politik gefährdet wird, zählt in US-amerikanischen Unternehmen auch fast nichts.

    Die Übersteuerung ist in meinen Augen eine direkte Folge US-amerikanischer Unternehmensphilosophie. Leider machen die Chinesen den Amerikanern alles nach. Und so wird der soziale Unfrieden in der ganzen Welt verteilt. Wie die Menschen leben, ist völlig uninteressant, nur der Profit zählt. Und insofern halte ich auch die Folgen der Globalisierung der Wirtschaft für problematisch. Vielleich sollte man in dieser Richtung über politische und wirtschaftliche Normen nachdenken. Die Bevölkerung eines Landes muß wirtschaftlich lebensfähig sein !

    Ein konkretes Beispiel : Mein Vater hat sich in den 1960ziger Jahren eine elektrische Heckenschere gekauft. Von Black & Decker. Diese Heckenschere hat nur wenige Heckenschnitte überstanden. Danach war die Heckenschere mechanisch verschlissen und mein Vater mußte sich eine neue Heckenschere kaufen. Von Hugo Boss, Wuppertal. Diese Heckenschere funktioniert heute noch, nach 50 Jahren. Aber fragen sie mal nach, was aus dem Unternehmen Hugo Boss, Wuppertal, geworden ist ? Black & Decker gibt es noch !

  9. Entschuldigung, Das Unternehmen aus Wuppertal hieß Hugo Freund !

    Und ein anderes deusche Unternehmen mit typisch deutscher Unternehmensphilosophie war z.B. Carl-Zeiss-Jena bis 1945.

  10. Leser,
    die hire and fire Methode hat sich bei uns eingebürgert. Aber wer weiß denn, welche Firmen mit deutschem Namen schon amerikanische Eigentümer haben. Langfristig gesehen funktioniert die Methode nicht. Das sieht man am Beispiel General Motors. Die haben nur im Hinblick auf Gewinn geplant und verkauft. Irgendwann geht einer Firma das Know How abhanden, weil nur noch unqualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen.
    Die mittelständischen Unternehmen mit Firmenethos haben Bestand, wenn ihnen die Ideen nicht aus Fernost geklaut werden.

  11. @ bote19

    Die hire-and-fire Methode hat sich nur bei amerikanisch dominierten Unternehmen eingebürgert. Ich kenne noch viele mittelständige deutsche Unternehmen, in denen auch gute deutsche Unternehmenskultur herrscht. In Technologiebereich. Nur so kann man sich gute engagierte Mitarbeiter halten. Ich habe sogar erlebt, wie engagierte Mitarbeiter aus der Führungsebene von einem Chef (gut 75 Jahre alt und ohne Nachfolger) das Unternehmen übernommen und weitergeführt haben. Hut ab vor denen ! Und ich erlebe heute noch Unterschiede zwischen der Unternehmenskultur Ost und der Unternehmenskultur West.

    Aber es gibt auch krasse Gegenbeispiele. Die Deutsche Telekom handelt z.B. überhaupt nicht entsprechend einer deutschen Unternehmenskultur. Da hat man möglicherweise BWLer eingestellt, die in den USA studiert haben. So was findet man modern. Dabei geht aber deutsche Unternehmenskultur verloren. Bei der Deutschen Telekom hat man (meines Erachtens nach) die fähigen (teureren) Mitarbeiter entlassen und nur noch billige (unfähige) Mitarbeiter beschäftigt. Das merkt man schon an dem, was die deutsche Telekom als “Service” bezeichnet. Das hat nichts mit Kundendienst zu tun, das ist Kundenabwimmelei. Die Telekom handelt auch nicht, um Kunden einen Dienst zu erbringen, sondern nur um Geld zu verdienen. Ob der Kunde die Leistung, die man ihm verkaufen möchte, auch benötigt oder haben möchte, das wird gar nicht gefragt. Mich haben die nach vielen Jahren verloren. Und ich würde auch jedem raten, der Aktien hat : abstoßen ! Ein solches Unternehmen lebt von der Substanz und kann nicht dauerhaft funktionieren ! Und jetzt fangen die auch noch an mit Fernsehen. Aber Fibre to the home (Glasfaser ins Haus) machen sie immer noch nicht !

    Ich kenne deutsche Unternehmen, die von US-amerikanischen Unternehmen gekauft wurden. Dort mußten dann amerikanische Batterieklemmen eingesetzt werden, weil die einen Cent billiger waren. bei einem Produkt, was deutlich über 100 Euro kostet. Ob die den büroktratischen Mehraufwand auch mitgezählt haben ? Ich glaube nicht ! Das betreffende Unternehmen ist heute schon wieder weiterverkauft. So kommt nie Sicherheit in eine Entwicklung und Produktion !

  12. “Hire & Fire” heißt ja nur, dass Arbeitsverträge vertraglichen Pflichten folgend gekündigt werden können, jederzeit, ohne dass ein gesetzlich aufgesetztes Brimborium zu beachten ist, das in der BRD ja auch nur deshalb vorliegt, weil sozialistische Kräfte stets eine gewisse Macht behielten, als die aufklärerische Gesellschaftsform, die Liberale Demokratie eingeführt worden ist.

    Selbstverständlich sind arbeitsrechtliche Regelungen wie in der BRD auch Anstellungshindernisse.

    Und hierzu – ‘Dort mußten dann amerikanische Batterieklemmen eingesetzt werden, weil die einen Cent billiger waren. bei einem Produkt, was deutlich über 100 Euro kostet.’ – Jajaja, lol, der Außenstehende hat da oft nicht den Einblick in Entscheidungen des Managements, muss sich von den Verlautbarungen des Managements nicht täuschen lassen, es mögen andere Gründe für diese Entscheidung vorgelegen haben.

    MFG + schönen Tag des Herrn noch!
    Dr. Webbaer

  13. Dr.W.
    hire and fire ist nicht streng rechtlich gemeint gewesen, sondern der Trend, das ein Arbeitsplatzwechsel heute als positiv gewertet wird, weil der Bewerber damit seine Dynamik beweist. Firmentreue gibt es aber im ländlichen Raum immer noch und da bewährt sie sich auch.

    Leser,
    so ist es, mit dieser rein ökonomisch bewerteten Firmenpolitik werden unsere Firmen nicht überleben. Die Asiaten können preisgünstiger produzieren.
    Wir können uns nur über das Know How von ihnen distanzieren. Das lässt sich nämlich nicht auf Knopfdruck erzeugen.
    Die Firma Harley Davidson wäre beinahe Konkurs gegangen, weil der neue Firmeninhaber glaubte, verchromte Schrauben durch vernickelte Schrauben ersetzen zu können. Da haben die Käufer nicht mitgemacht und der Absatz ging steil nach unten.
    Es ist schon paradox, wenn der Kunde die Firma kontrollieren muss.

  14. Firmentreue gibt es auch in den Staaten, denn einerseits mögen viele Mitarbeiter ihre Firma und die Arbeitsbedingungen und andererseits schätzt die Firma auch den Wert eingearbeiteter und als verlässlich bewährter Mitarbeiter.

    “Hire & Fire” meint eigentlich nur das Trennungs-Procedere, das, wie einige finden, möglichst (arbeits-)vertragsgemäß erfolgen darf und nicht durch tradiertes Arbeitsrecht, gar im kollektivistischen Sinne, Gewerkschaften, sog. paritätische Mitbestimmung und was sich die Sozen da alles erlaubt haben durchzudrücken, primär : zum Sozenglück der Funktionäre, überschrieben und belastet werden muss.

    MFG
    Wb

  15. @ Dr.Webbaer

    Ich empfinde ein sehr eigenartiges Gefühl bei ihrem Kommentar. Teil der “guten deutschen Unternehmenskultur” war auch das Bewußtsein der Führungsstruktur, Verantwortung für die Mitarbeiter zu tragen. Und ich kenne Unternehmen in Deutschland, wo das heute noch so ist. Bei Carl-Zeiss-Jena war das schon im 19.Jahrhundert so. Ich hasse das Leiharbeitertum. Damit wird deutsche Unternehmenskultur umgangen und das Hire-and-fire gefördert. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ein Grundpfeiler des sozialen Friedens im Unternehmen. Mit Leiharbeitern werde ich aber nie einen Stamm fähiger engagierter Mitarbeiter erhalten. Ich hasse es auch, wenn Mitarbeiter immer nur auf zwei Jahre Probezeit eingestellt werden. Probezeit ist gut, aber maximal 3 bis 6 Monate je nach Tätigkeit. Wenn man mehr Probezeit benötigen sollte, dann hat die Firma kein vernünftiges Personalwesen. Menschen, die ständig so arbeiten müssen, bietet man keine Lebensperspektive. In dem Augenblick, wo sich denen (auch im Ausland) eine Perspektive bietet, sind die weg !

    Man kann als Unternehmen auch selbst dazu beitragen, daß die Wirschaft in Deutschland floriert. Warum muß man eine Dienstleistung nach China oder in die USA vergeben, wenn es auch in Deutschland Firmen gibt, die diese Dienstleistung gut erbringen können. Qualitätsprobleme kann es auch mit deutschen Firmen geben. Aber der Weg der Verständigung ist kurz, und die meisten Firmen sind sehr interessiert, Qualitätsprobleme zu beseitigen. Wenn nicht, dann war es der letzte Auftrag an diese Firma, denn Qualitätsprobleme eines Lieferanten haben Mehrkosten in der eigenen Firma zur Folge. Deshalb sind gute Beziehungen zu Partnerfirmen wichtig. Ich habe mich mal über den Preis eines Standardbauteils aufgeregt. Der Preis war, obwohl das Bauteil in China von Arbeiterinnen gefertigt wurde, die nicht wissen was sie tun, unangemessen hoch. Ich habe in Deuschland ein vergleichbares Bauteil nur für mich (eigene Spezifikation) herstellen lassen und habe zur ein Drittel des Preises bezahlt.

    Bei den SPDlern von “Sozen” zu reden, und sie herunter zu machen, halte ich für unangebracht. Den Wählerwillen, wie in einer Demokratie gefordert, setzt die SPD nicht um, und die CDU auch nicht. Die CDU verkauft das im Augenblick nur besser. Und nicht einmal in unserem Grundgesetz steht drin, daß der gewählte Abgeordnete verpflichtet ist, die Interessen der Mehrheit der Wähler seines Wahlkreises zu vertreten. Die SPD knapst daran, daß sie vor 20 Jehren nicht die Interessen ihrer Wähler vertreten hat. Und auch daran, daß sie kein vernünftiges Personal hat. So ein Ausspruch von Frau Nahles “Und dann mach ich mir die Welt wiede-wiede-wie sie mir gefällt” (nach einem Kinderlied) oder “Und dann gibts in die Fresse” passen einfach nicht zu einem führenden Politiker. Willy Brand hätte sich zu solchen Äußerungen nicht hinreißen lassen. Und vergleichbares, wie den legendären Kniefall von Willy Brand in Warschau traue ich keinem heutigen SPDler zu. Aber wir bräuchten dringend ein soziales Korrektiv in unserer Parteienlandschaft. Wenn es so etwas geben würde, wäre die AfD am Ende. Vielleicht bräuchten wir ein Gesetz, daß auf Wahlplakaten nur das stehen darf, was im Wahlprogramm der Partei steht, und was auch (finanziell) erfüllbar ist. Also keine unsinnigen nicht erfüllbaren Wahlversprechen mehr. Und keine unsinnige Stimmungsmache.

    mfG ein engagierter Leser

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