Corona – Das Hirn dient dem Instinkt

Der Mensch denkt: Sein Hirn lenkt.

Oh nein. Das Hirn denkt, aber der Instinkt lenkt.

Anders kann ich mir die extremen Haltungen in der Coronakrise nicht erklären.

Frage: Wie hat Ihr Instinkt zu allererst reagiert, als Corona aus China/Italien zu uns kam?

  • Es naht ein Unglück.
  • Da wird Panikmache betrieben.

 

Hat sich diese Instinktreaktion („Gefahr“ – „keine Gefahr“) von März bis Juli verändert? Ich sehe bei allen Diskussionen bei Twitter & Co., dass fast alle Leute, die sich mit mir streiten, bei ihrer ersten Reaktion bleiben. Ich stelle einmal detaillierte Fragen:

  • Soll man Masken tragen?
  • Hoffe ich auf einen Impfstoff?
  • Soll man eher später lockern?
  • Ist Corona schlimmer als Grippe?
  • Sehen Sie sich durch den Infektionsanstieg in den USA bestätigt?
  • Haben Sie anfänglich darauf gesetzt, dass Hitze im Sommer das Virus verdrängt?
  • Sorgen Sie sich eher um Menschenleben als um Wirtschaftskonsequenzen?
  • Nehmen Sie die Virologen ernst?
  • Verurteilen Sie maskenlose Demonstrationen?

Neigen Sie da zu vielen JA oder zu vielen NEIN? Das deutet auf eine JA-oder-NEIN-Instinktreaktion hin. Sie beantworten dann verschiedenste Lebensfragen immer im Sinne der ersten Reaktion, die Sie nach einer Sekunde hatten: Gefahr JA-NEIN.

 

Quelle: Adobe Stock, https://stock.adobe.com/de/images/business-instinct/118056413?prev_url=detail

Ob Maskentragen bei der Abwehr des Virus hilft, ist aber eine Sachfrage, keine des Instinktes. Die Wissenschaftler haben erst stark bezweifelt, ob es hilft, jetzt aber, nach vier Monaten, sind sie sicher. Sie haben die Ersteinschätzung revidiert. Wissenschaftler haben im Winter die These vertreten, dass sich das Virus, wie auch das Grippe-Virus, im Sommer zurückzieht. Das ist nicht der Fall, wie man an den Infektionszahlen in den arabischen Ländern und im Süden der USA sieht; in Israel wütet das Virus gerade neu. Wissenschaftler müssen also die These fallenlassen, dass Corona unter Hitze fast verschwindet. Wissenschaftler stellen Thesen auf und prüfen sie. In einem plötzlichen Ansteckungschaos gibt es viele Thesen und nur wenige Wahrheiten, die gefunden werden müssen.

Unser Instinkt aber revidiert eher nicht. Er hat nach eine Sekunde entschieden: Gefahr JA-NEIN. Er lenkt uns weiterhin. Er weiß weiterhin: Angst oder „Nur Panikmache!“.

Wir vom Instinkt Getriebene wundern uns daher sehr, dass Wissenschaftler ihre Meinung manchmal fast ins Gegenteil ändern! Wir entrüsten uns fast: „Mal so, mal so! Was denn nun? Bekommen die Geld von einer anderen Seite?“, fragen so viele. Hey, Wissenschaftler haben keine Meinungen, sondern sie stellen Hypothesen auf, deren Überprüfung langsam in Wahrheitsfindung mündet. Das wird nicht verstanden, nicht einmal von Akademikern. Wer es nicht versteht, muss es anders erklären. Aber wie? Er hört eine Sekunde lang auf seinen Instinkt. Der flüstert uns ein:

  • „Es geht um Interessen, Profite und Wählerstimmern der Krisengewinner. Die lügen und betrügen, wie sie nur können. Das ist die wirkliche Gefahr, in der wir schweben. Wir sind ihnen ausgeliefert.“

Wer Wissenschaft nicht versteht, kann immerhin aus seiner Sicht hemmungslos spekulieren, wer welche Interessen vertritt. Auf diesem Feld scheint überhaupt jeder qualifiziert zu sein, wie bei Erziehung und Fußball. Es wird seitdem kaum mehr über Wahrheiten und Richtiges gestritten. Man verdächtigt sich gegenseitig, für spezielle Interessen zu arbeiten. Der eine „Nur-keine-Panik“-Ministerpräsident zeigt nicht etwa eine verantwortungsvolle Haltung, nein, er will offenbar nur seine Kanzlerschaftsambitionen gegen den „Bleiben-wir vorsichtig“-Ministerpräsidenten hochhalten. Sie suchen aus der Reaktion unseres Instinktes nicht nach guten Entscheidungen, sondern nach Wählerstimmen. Und wir als Zuschauer schauen wie bei einem Endspiel zu, wie sich unsere Instinktvertreter schlagen. Wer gewinnt? Unser Instinkt? Der Instinkt der Anderen? Das Lasche? Das Schwedische? Die harte Haltung? Trump? Südkoreas Kompromisslosigkeit?

Unser Instinkt will, dass seine Haltung gewinnt.

Das Hirn soll beweisen, dass der Instinkt richtig lag und liegt.

Um Wahrheit geht es dem Instinkt nicht.

Oh nein. Das Hirn denkt, aber der Instinkt lenkt.

Gunter Dueck

Veröffentlicht von

www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

76 Kommentare

  1. @ Gunter Dueck

    Anders kann ich mir die extremen Haltungen in der Coronakrise nicht erklären.

    Es gibt noch eine andere Erklärungsmöglichkeit: Institutionen können Vertrauen heute sehr schnell verspielen.

    Das RKI als zuständige Bundesbehörde hat das Katastrophenpotenzial von COVID-19 bis Ende Februar verschwitzt. Manche sagen: geleugnet, vielleicht weil es eher eine politische Behörde ist, jedenfalls kein unabhängiges wissenschaftliches Institut.

    Wer sich damals enttäuscht vom RKI abgewendet hat, hat bis heute wahrscheinlich kein neues Vertrauen aufgebaut und wird Verlautbarungen nicht mehr so schnell glauben.

    • Denkbar wäre auch, in diesem Sinne :

      Oh nein. Das Hirn denkt, aber der Instinkt lenkt.

      Anders kann ich mir die extremen Haltungen in der Coronakrise nicht erklären. [Dr. Dueck, Artikeltext]

      … dass unzureichend fertile Gesellschaften einen Erwartungshorizont entwickeln könnten, der sich eben durch (Kurz-)Zeitlichkeit und mangelnder Nachhaltigkeit kennzeichnet, sondern durch das (meist individuelle) Bemühen halbwegs sozusagen über die Runden zu kommen, böse formuliert : in die Urne.
      Wäre eine Erklärung, oder?

      MFG – WB (der wohl schon viele derartige Epidemien, er ist schon ein wenig älter, kennengelernt hat, die aber, auch mangels : Testmethoden, nie breit (und womöglich gar hysterisch) kommuniziert worden sind, Dr. W ist seit den Sechzigern dabei, danke)

      • *

        einen Erwartungshorizont entwickeln könnten, der sich eben durch (Kurz-)Zeitlichkeit und mangelnde[] Nachhaltigkeit kennzeichnet


        “Opi” hat in den letzten zehn Jahren kaum Deutsch gesprochen.

  2. @ Tim : Sie sollten sich in die Behörde hineinversetzen. Was würden Sie tun, wenn Sie der Boss wären? “Alarm schlagen?” Was passiert dann? Jeder würde doch zuerst einmal schnell Infos suchen und überall herumtelefonieren etc. Es woird ja NOCH JETZT von einem Fehlalarm gesprochen (siehe die ausufernde Kommentierung der Vorkolumne). Wenn Sie länger Boss gewesen wären, hätten Sie auch noch den Fehlalarm der Schweine- und Rinder- und Hühnergrippen in den Knochen… Warum verlieren Sie das Vertrauen? Wenn Sie sich vorstellen, Sie hätten entscheiden müssen…???

    • Mein Instinkt sagte: Gefahr.
      Deshalb hat mein Hirn, was von Bewusstsein und NICHT vom nun “freiheitlichen” Wettbewerb gesteuert wird gesagt: Jetzt muß die reine Vernunft einsetzen und vorbildlich-nachahmenswert muß alles bis auf’s Überlebenswichtige heruntergefahren werden, niemand darf Mietzahlungen und/oder Zahlungsausstände einfordern, ALLE bekommen HartzIV, bis …

      Doch weil unser instinktiv-wettbewerbsbedingtes “Zusammenleben” von “Wer soll das bezahlen?” und “Arbeit macht frei”, mit gleichermaßen-gepflegter Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und “Individualbewusstsein” auf steter/zeitgeistlich-reformistischer Schuld- und Sündenbocksuche, symptomatisch-konfusioniert funktioniert, ist wohl eher der nächste Weltkrieg schneller als gedacht näher gerückt!?

  3. @ Gunter Dueck

    Es ging ja nicht darum, wie ich entschieden hätte, sondern warum manche Leute das Vertrauen verloren haben.

    Aber wenn Sie schon danach fragen: Eine Behörde, deren Aufgabe die Seuchenbekämpfung ist, muss ihre Entscheidungen natürlich an der Seuchenlage orientieren, nicht an der Stimmung in der Bevölkerung.

    Wie man so etwas professionell macht, hat Taiwan gezeigt – ein Land, das in der Krise weltweit deutlich an Statur gewonnen hat. Das RKI kann sich nicht mit einer widerspenstigen Bevölkerung herausreden. So unregierbar ist Deutschland nicht.

  4. Jetzt wäre es die rechte Zeit den anderen inzwischen hirnlosen Thread zu schließen.
    Beim hier weitermachen auch もし、ロペス先生を知っていますか。verzichtbar.

  5. Ich lerne hier viel. Kennen Sie das Buch Eristik von Schopenhauer? “Die Kunst, Recht zu bekommen”. Ich sollte mal ein neues Buch “Die Kunst, kein Unrecht…” versuchen?

    • @Dueck

      Mit unserer unwahrheitlichen Welt- und “Werteordnung”, wäre das tatsächlich eine Kunst, so wie alles künstlich/sinnlos ist was durch den “Einzelnen” nur als Versuch und im Ganzen wirkungslos bleibt 😎

  6. “Ob Maskentragen bei der Abwehr des Virus hilft, ist aber eine Sachfrage, keine des Instinktes. Die Wissenschaftler haben erst stark bezweifelt, ob es hilft, jetzt aber, nach vier Monaten, sind sie sicher.”

    Schon Wahnsinn wenn man überlegt, wieviel Geld bisher für teuere Seuchenschutzanzüge inklusive Gasmasken ausgegeben wurde (~1000 Euro pro Stück), obwohl ein einfaches Stofftuch im Materialwert von wenigen Cents genauso vor tödlichen Viren schützt.

      • Das muss ja ein magischer Stoff sein, der Viren nur in eine Richtung hindurchlässt. Früher brauchte man dafür spezielle Ventile aber auch die sind natürlich völlig unnötig wie wir heute wissen.

        • Sehen Sie, ihr Instinkt sagt Ihnen Masken schützen nicht. Ihr Gehirn findet einen auf den ersten Blick guten Grund warum Masken sinnlos sind. Und dann hören Sie auf weiter zu denken.

          Ein an Wahrheit interessierter würde sich jetzt natürlich fragen warum seine auf seinen Instinkt aufbauenden Gedanken denen der meisten Wissenschaftler widersprechen, und würde zB auf folgende Abbildung stoßen:

          https://ncase.me/covid-19/pics/masks.png

          Aha, Masken verhindern das Austreten großer Tröpfchen beim Ausatmen (kann jeder bestätigen: Masken werden ja nach einiger Zeit nass). Und halten dabei auch die Virenlast in diesen großen Tröpfchen auf. Ohne Maske des Ausatmenden würden diese Tröpfchen in der Luft zunehmend feiner verteilt, und könnten dann nur wenig von den Masken des einatmenden Gegenüber aufgehalten werden.

          Genau deswegen gelten Masken eher als Fremdschutz denn als Eigenschutz, was für bestimmte Persönlichkeitstypen leider so gut wie keine Motivation darstellt sie zu nutzen.

          • Warum verteilt die Regierung nicht einfach Masken, die auch den Träger schützen? Das wäre doch eigentlich viel sinnvoller, denn wenn der Träger geschützt ist, steckt er auch niemand anders an.

            Bei einer echten Pandemie wäre es unverantwortlich, eine unwirksamen Stoffmaske zu empfehlen. Die Leute würden sterben wie die Fliegen.

          • Das Problem liegt doch darin, daß man die Erkenntnisse der Wissenschaft weitgehend ignoriert.
            Laut Prof. Hendrick Streeck erfolgt die Ansteckung vor allem, wenn wir mit Infizierten längere Zeit eng zusammen sind. Bei flüchtigen Kontakten erfolgt keine Infektion! Wir dürfen uns das nicht so vorstellen, daß ein Virus sich auf ein Tröpfchen im Mund schwingt und dann wie Baron Münchhausen zum Nächsten reitet, in den eindringt und sich dann in dessen Körper explosionsartig vermehrt. Um sich zu infizieren benötigt der Körper eine gewisse Virenmenge, die direkt über die Schleimhäute eindringt.
            Wenn Sie also durch die Nase atmen und sich in der Öffentlichkeit aufhalten, dann stellen sie eine äußerst geringe Gefahr für andere dar. Und Anhusten anderer ist normalerweise nicht Bestandteil einer guten Kinderstube. Wobei es Untersuchungen gibt, die zeigen, daß es beim direkten Anhusten keinen Unterschied macht, ob mit oder ohne Maske.

            Naja, und wenn wir dazu noch davon ausgehen, daß ca. 95% aller Infizierten keine bis geringe Symptome zeigen, ja die Erkrankung oft gar nicht bemerken und das Medianalter der Verstorbenen bei über 80 Jahren liegt und von denen nur 4% keine Vorerkrankungen hatten, dann wird das Ganze irgendwie surreal. Und dann sollten wir noch berücksichtigen, daß sich in vielen Ländern bis zu zwei Drittel aller Todesfälle in Pflegeeinrichtungen passierten.

            Mein Problem ist, daß ich Daten- und Zahlenfetischist bin. Und die Zahlen geben gar keinen Grund zur Hysterie. Der regelmäßige Alarm aus dem Robert-Koch-Institut bezieht sich in der Regel auf die positiv getesteten Personen und nicht auf die Erkrankten (s.o. 95%). Und wenn dann noch vom RKI gefordert wird, die Zahlen und Daten nicht zu hinterfrage, dann stellen sich mir alle Nackenhaare auf. Ein Wissenschaftler, der fordert, nicht zu hinterfragen, macht sich für mich unglaubwürdig!

            Und, wir sollten folgenden Satz berücksichtigen: “In der Wissenschaft entscheidet die Wahrheit und nicht die Mehrheit. Wissenschaft ist keine Demokratie.”

    • Beim Grillen braucht man keinen Feuerwehrschutzanzug. Bei einem Großbrand wären die Feuerwehrleute aber mit Grillhandschuhen wohl nicht zufrieden.

  7. “Schon Wahnsinn wenn man überlegt, wieviel Geld bisher für teuere Seuchenschutzanzüge inklusive Gasmasken ausgegeben wurde (~1000 Euro pro Stück), obwohl ein einfaches Stofftuch im Materialwert von wenigen Cents genauso vor tödlichen Viren schützt.”

    Wie kommen Sie denn darauf? Die Schutzanzüge brauchen Leute, die sehr viele Kontakte mit Infizierten oder Potentiell Infizierten haben.

    Bei den einfachen “Volksmasken” überwiegt der Fremdschutz den Eigenschutz. Sie schützen nicht mit sehr hoher Sicherheit, aber hinreichend, um in der Masse den Effekt einer Verlangsamung der Ausbreitung zu erreichen.

    • “Die Schutzanzüge brauchen Leute, die sehr viele Kontakte mit Infizierten oder Potentiell Infizierten haben”

      Dann sollten wohl die Kassierer im Supermarkt solche Anzüge tragen, denn die haben jeden Tag mit hunderten potentiell Infizierten zu tun. Komischerweise tragen die meist noch nicht einmal eine “Volksmaske”.

        • Und die Luft kommt nicht um die Scheibe herum? Was nützt es wenn der Kunde eine Maske auf hat, aber der Kassierer ein Superspreader ist?

          • Der Kunde hält sich nicht lange in der Nähe der Kassiererin auf. Masken verringern das Ansteckungsrisiko, aber sie beseitigen es nicht.

          • @Paul Stefan

            “Der Kunde hält sich nicht lange in der Nähe der Kassiererin auf. ”

            Aha, wie lange muß denn der Kontakt sein, damit es gefährlich wird?

          • “Aha, wie lange muß denn der Kontakt sein, damit es gefährlich wird?”

            Das hängt von der Virenlast ab, der man ausgesetzt ist. Masken und Plexiglasscheiben reduzieren das, weil sie Tröpfchen abfangen. Gegen Aerosole hilft Lüften oder eine Klimaanlage, die die Luft austauscht.

          • @Paul Stefan

            “Das hängt von der Virenlast ab, der man ausgesetzt ist”

            Wie hoch darf die Virenlast denn maximal sein, damit ein durchschnittlicher Kassiervorgang noch ungefährlich ist?

          • “Wie hoch darf die Virenlast denn maximal sein, damit ein durchschnittlicher Kassiervorgang noch ungefährlich ist?”

            Probieren Sie es doch aus, machen Sie empirische Feldforschung, geben Sie ein Anzeige auf, Suche Sie einen Infizierten für ein Experiment auf Ihre Kosten.

  8. Die Klugscheisser kommen immer erst hinterher aus den Löchern, wenn die Experten schon die ersten Diskussionsrunden hinter sich haben. Dann picken sie sich das heraus, was ihren Vorurteilen am besten genügt.

    Das am liebsten benutzte logische Schema der Klugscheisser ist die Abduktion. Das ist die Schlussfolgerung von der Wirkung auf die Ursache. Dabei wählen sie diejenige Ursache, die ihrem Instinkt, ihrem Vorurteil oder ihrem Weltbild genügt, und schmücken sie noch passend aus. Andere mögliche Ursachen werden kategorisch ausgeblendet.

  9. Als im März wegen der Lock-downs die Börsenkurs fielen, habe ich Aktien gekauft – aktuell 38 % Kurssteigerung.

    Auch dies ist eine Reaktion – welche zeigt, dass ich davon ausgehe, dass man wegen Covid-19 nicht in Panik verfallen braucht.

    • Keine Panik – Na dann warte mal ab KRichard, bis es wegen der Rückzahlung der Kredite nach China heißt: “Wir spielen nun nicht mehr Monopoly, sondern Mensch ärgere dich nicht”!

    • Sie haben völlig recht. Wenn “man” im künstlichen Koma liegt, muss “man” nicht in Panik fallen.

  10. Wissenschaft: COVID-19 ist zwischen 5 bis 10 Mal tödlicher als eine durchschnittliche Grippe. Aber COVID-19 hinterlässt im Gegensatz zur Grippe einige mehr oder schwer geschädigte Genesene.

    Es kann keinen Zweifel geben, dass sehr viel gefährlichere virale Infekte denkbar sind als COVID-19. Aus Angst vor COVID-19 zu sterben oder Suizid zu begegnen ist jedenfalls alles andere als rational.

    Länder die früh reagiert haben wie Südkorea, Taiwan, Hongkong haben alles richtig gemacht, Europa und die USA aber haben vor allem den Fehler gemacht zuzuwarten. Zuwarten ist bei einer Epidemie/Pandemie eine schlechte Idee oder Reaktion. Schwedens „softer“ Lockdown hat den Schweden mehr Infizierte und schwer Erkrankte, aber auch ein freieres Leben gebracht. Unterm Strich hat sich Schwedens Weg aber nicht gelohnt, weil Schwedens Wirtschaft trotzdem stark gelitten hat, denn der Austausch von Gütern und Dienstleistungen mit anderen Ländern litt wegen Corona trotzdem. Schweden kann also keine Insel (der Glückseligen?) sein. So etwas muss die Politik beim Festlegen von Massnahmen berücksichtigen.

    • Häh??
      Laut den neuesten immunologischen Studien liegt die Letalität von Covid-19 bei ca. 0.3% und damit im Bereich einer starken Influenza (Grippe).
      In Ländern wie den USA, UK oder auch Schweden (ohne Lockdown) liegt die Gesamt­mortalität seit Jahresbeginn im Bereich einer starken Grippesaison; in Ländern wie Deutschland und der Schweiz liegt die Gesamtmortalität bisher im Bereich einer milden Grippesaison.
      (Quelle https://swprs.org/studies-on-covid-19-lethality/#overall-mortality)

      • Corona hat eben keine Saison, das wird hier nicht thematisiert. Sie vergleichen einen Grippewinter mit den paar Monaten Corona. Wann gibt es Grippetote? Wenn wegen wechselnden Wetters im Winter (eiskalt/warm-stürmisch) die Immunsysteme abbauen, dann grassieren auch Schnupfen & Co. DANN kommt die Grippe! Sie können sich hier alles sonst was für Gedanken machen – Sie müssen doch warten, bis mal Corona auf geschwächte Immunsysteme trifft. Das ist ab Nomvember – und wir gehen dann nicht in eine nach und nach aufkeimende Grippesaison, die erst noch anschwillt, sondern mit zur Zeit 1000 Corona Neuinfektionen am Tag, die die meisten hier gerne auch um ihrer Demokratie/Freitheit/Lust willen bei 4000 tolerienen würden (im hier gerühmten Schweden sind es derzeit 350 pro tag bei einem Achtel der Einwohner, also in D wären es 2800 pro Tag, was für Frau Lopüez hier mehrfach als “fast Null” bezeichnet wird. Übrigens könnten Sie alle einmal auf der RKI Seite lesen, dass man die Grippetoten leider nicht zählen kann, weil sie zu selten gemeldet werden – also hat man die gesamte Übersterblichkeit der Grippe zugeschlagen! Das würde ich einmal dikutieren wollen. Wenn die Toten EIGENTLICH durch geschwächte Immunsysteme zustande kommen, dann nicht nur durch Grippe – bei alten Menschen reicht auch eine schwere Erkältung für einen Abschied. Diese laxe Annahme (Grippetote = Übersterblichkeit) macht hier alle etwas seltsam, oder? Warten Sie doch erst auf den Winter, der kommt schneller als die Wissenschaft. ich schreibe dann noch einmal eine Kolumen und zitiere dies hier.

  11. Wer eine Entwicklung nur vom status quo rückwärts betrachtet, unterliegt automatisch vielen Irrtümern. Der größte Irrtum ist, den status quo als Endzustand der Entwicklung zu betrachten. Bemerkenswert ist zur Zeit, dass der Begriff “Dunkelziffer” aus den Medien verschwunden ist. Gerade jetzt aber kommt die Dunkelziffer voll zur Geltung, weil Leute mit Infektion aber ohne Symptome von Reisen, von Menschenansammlungen oder von Parties zurückkommen.

    Dieses Virus bleibt hochgefährlich, weil es sehr infektiös ist und sich daher schnell durch die Bevölkerung frisst, siehe die Schlachtbetriebe oder die Gemüsehöfe in Bayern. Wir werden in den nächsten Tagen sehen, wie sich die Demo in Berlin auf die Infektionszahlen auswirken wird, mit Verspätung eben. Ein “contact tracing” ist dabei unmöglich und wird die Zahlen zwangsläufig weiter erhöhen.

  12. Die Blog-Überschrift ´das Hirn dient dem Instinkt´ beschreibt eine Arbeitsweise des Gehirns:
    wenn wir neue Informationen aufnehmen – dann ist die erste Reaktion schnell/instinktiv: Wir REAKTIVIEREN Erfahrungen, welche zu dem neuen Reiz passen können.
    Diese erste Reaktion ist eine Überlebensfunktion des Gehirns: Schnelligkeit geht vor

    Wenn aber eine superschnelle Reaktion nicht erforderlich ist, dann haben wir eine zweite Möglichkeit: wir können NACHDENKEN.
    Dabei können wir verschiedene Möglichkeiten abwägen, wie man am besten mit einer neuen Situation umgeht – und dazu unser Handeln entsprechend angepasst ausrichten.

    Prof. Kahnemann hat diese zwei Arbeitsweisen des Gehirns mit seiner ´thinking fast and slow´-Theorie beschrieben.

  13. Hier wird Instinkt als etwas Negatives dargestellt, als Gegensatz zu rationaler Vernunft.
    Das stimmt doch so nicht. Instinkt ist die Summe aller Erfahrungen und sie kann blitzschnell Entscheidungen treffen.
    Die Leute haben sich in der Krise richtig verhalten, sie haben Lebe3nsmittel gehamstert, Klopapier gekauft, das ist nicht negativ.
    Das Tragen des Mundschutzes ist auch positiv zu bewerten.

    Das Hirn dient dem Instinkt, das ist eine gute und positive Einsicht, weil man seine Instinkte schulen soll und muss.
    KRichard auf ihre Aktienkäufe brauchen Sie nicht stolz sein. Hinter jeden Börsengewinnler steht ein Verlierer. Denken Sie mal daran.

    • Der NASDAQ Index ist plus 30 in den letzten 12 Monaten, also gewinnt das Aktionärskollektiv so viel, 30%. Davon gewinnen manche mehr, manche weniger. Also ist Ihr Satz ist falsch. Da alle gemeinsam gewinnen, gewinnen eher die meisten! Sie vergessen, dass sich der Aktienmarkt historisch immerfort nach oben bewegt.

      • Der NASDAQ Index ist plus 30 in den letzten 12 Monaten, also gewinnt das Aktionärskollektiv so viel, 30%.

        Das ist ein häufiger Trugschluss. Börsenkurse bilden keine realen Werte ab. Die Aktien eines Investors mögen zum Zeitpunkt X 30 % höher sein, aber wenn das “Aktionärskollektiv” seine Aktien kollektiv verkauft, bleibt von den 30 % nur ein Teil übrig. Wieviel, kann man vorher nicht sagen.

  14. Zu K Richard
    Also ihre Instinkttheorie kommt bei mir nicht an. Bsp. : Hätte es den Corona-Virus zu DDR Zeiten gegeben, hätte mein Instinkt auf dieses Problem weder hysterisch, hektisch oder paranoid reagiert, da ich – wissend das ich eingemauert war – also vom Rest der Welt isoliert war, mit diesem Virus kaum in Kontakt kommen würde. Mein Instinkt -jeder Instinkt- scheint mir also auf der Basis von bereits bestehenden Mustern(Realitäten) zu funktionieren. Primär ist der Bedrohungseffekt, der- an meinem Beispiel- in der DDR so gut wie nicht gegeben war, da diese Grenze lückenlos überwacht wurde. INSTINKT scheint also für mich das Ergebnis von subjektiven Empfindungen basierend auf die erlebte Umwelt/Realität. Mein Instinkt damals hätte sich sofort geändert, wenn ich dem Westfernsehen, was ja damals bei vielen Meinungsbildend war, geglaubt hätte. Um dem zu glauben, hat mich aber wiederum ein INSTINKT, nämlich der, das Medien in Ost und West die Menschen im Interesse der Mächtigen manipulieren wollen- abgehalten. Instinkt scheint evolutionär determiniert und bezieht sich auf die unbewusste Bewertung der Umwelt/Realität. Wir leben in einer Realität die unsere Instinkte steuert /manipuliert bzw. in der Informationen Ware sind mit denen man Geld verdienen kann und muss. Hysterie ist also geschäftsfördernd.

  15. Gunter Dueck
    Die Höhe der Aktienkurse sind nicht zu beanstanden wenn sie den realen Wert einer Firma darstellen. Dann kann man tatsächlich sein Geld in Aktien anlegen und das ist auch demokratisch.
    Tatsächlich ist aber der Aktienkurs zu einer Lotterie verkommen, wo es nicht um Geldanlage geht, sondern als Gegenstand zum Spekulieren.
    Ich warte nur noch darauf, dass Immobilien auch an einem Tag 10 x gekauft und wieder verkauft werden können.

    • Sie haben gemeint, dass es quasi ein Nullsummenspiel ist, dass also einem Gewinn immer ein Verlust gegenübersteht. Das ist falsch, weil es kein Nullsummenspiel ist: die Summe der Gewinne ist höher als die Summe der Verluste, weil die Aktien insgesamt steigen. Könnten Sie da Ihre Meinung revidieren?
      Wenn Sie aber alles für eine Lotterie halten, ist die Teilnahme eine freiwillige Hinwendung zum Glücksspiel; dann bedauern Sie bitte die Verlierer nicht.

    • Ich warte nur noch darauf, dass Immobilien auch an einem Tag 10 x gekauft und wieder verkauft werden können.

      -> Was ja praktisch möglich ist. Bedingung? Besitz von Aktien einer Immobiliengesellschaft.

    • Die Höhe der Aktienkurse sind nicht zu beanstanden wenn sie den realen Wert einer Firma darstellen. Dann kann man tatsächlich sein Geld in Aktien anlegen und das ist auch demokratisch.
      Tatsächlich ist aber der Aktienkurs zu einer Lotterie verkommen, wo es nicht um Geldanlage geht, sondern als Gegenstand zum Spekulieren.

      So in etwa, Kommentatorenfreund Herr Wied.
      Dr. Webbaer mag den Begriff ‘verkommen’ nicht so, aber nicht falsch, was Sie schrieben.
      Auch sind Sie gebeten über den “realen Wert” von Unternehmen ein wenig nachzudenken, über die Realität, die Realitas und so.

      Die Entwicklung der Shares, der Teilhabe an wirtschaftlicher Veranstaltung, ist spekulativ, sozusagen ein ga-anz großer Spekulatius, und ‘Lotterie’ war auch nicht schlecht.

      Allerdings mehren sich Werte im Rahmen zugelassener möglichst freier unternehmerischer Veranstaltung (für deren Zulässigkeit die Liberale Demokratie garantiert, nur diese als Gesellschafts- oder Herrschaftsform) auf lange Sicht und die große Menge von Shares meinend kontinuierlich und erfahrungsgemäß (es gibt hierzu solide Datenlagen); der Grund dafür liegt darin, dass unternehmerisches Handeln Werte schafft, die sich auch letztlich auf dem Bankkonto involvierter Teil- bzw. Shareholder ausdrücken können, im Depot mit aktuellem Wert oder direkt, nach Verkauf, auf dem sozusagen grund-stupiden Bankkonto von Individuen.

      Von Nichts kommt nichts.
      Niemand würde sich unternehmerisch und derart möglichst frei bemühen, wenn die obigen Schilderungen, die im Speziellen nicht immer trefflich gewesen sein könnten, im Generellen nicht zutreffen würden.

      Mit freundlichen Grüßen
      ,Dr. Webbaer (der schon bittet zwischen Kritik an der Marktwirtschaft (“mit oder ohne Attribut”) und Kritik an Gegenmaßnahmen i.p. “Corona” grundsätzlich zu unterscheiden zu suchen, Bonmot und SCNR : Herr Dr. Dueck (der sich dankenswerterweise auch im Kommentariat ein wenig bemüht, dafür die Zeit findet, zunehmend, womöglich) hat immer recht!)

  16. Gunter Dueck
    Was geschieht, wenn der Aktienindex insgesamt steigt ?
    Der Wert wird höher und damit indirekt die Geldmenge.
    Wenn sich aber die Geldmenge erhöht ohne dass sich die Wertschöpfung erhöht in der Form von höherer Produktivität oder höherer Warenmenge, dann ist das eine versteckte Inflation.
    Die bezahlen dann die Leute, die keine Aktien besitzen.

    Sie betrachten die Aktienkurse aus internationaler Sicht. Dann erhöht sich tatsächlich das Bruttosozialprodukt eines Landes, weil
    der Firmenwert höher wird und jeder ausländische Käufer Devisen ins Land bringt. Wer ist jetzt der Verlierer ? Der ausländische Aktienkäufer, der die Aktien zu einem höheren Preis erwerben muss.

    Es bleibt ein Nullsummenspiel, weil beim Verkauf und Kauf von Aktien nichts produziert wird, nur die Eigentümer wechseln.

  17. ..mal so zur Orientierung,
    insbesondere die Börsenentwicklungen der letzten Jahre bilden die Inflation ab. Real haben die meisten Unternehmen keinerlei substanziellen, nachhaltigen Mehrgewinn geschaffen…Der Kunstcharakter sprich der »Glaubenswert der Währungen« dominiert, wie das enden wird ist eigentlich gut bekannt…

    zur Sache Hirn und Instinkt…

    Herr Dueck,
    ich bin immer wieder erstaunt, daß Sie erst einmal „instinktiv“ interessante »Reflexionskeime« in Ihren Artikeln zum Nach- respektive Mit-Denken aktivieren, aber letztendlich sich leider sehr eindimensional in Allerwelts-Affirmationen Ihrer denkverwandten Kommentatoren verlieren.

    Glauben Sie, Sie hätten eine realistische Chance in einer objektiv gut moderierten Live-Diskussion (somit u.a. ohne Vormoderation und nachträglichen einseitigen Löschungen) argumentativ bestehen zu können?

    Wie auch immer…

    Verständigungsgrundlage
    Um das Wesen der Corona-Virus-Panik respektive Corona-Virus-Hysterie zu verstehen ist das Werk »Psychologie der Massen« (1895) von Gustave Le Bon (1841 – 1931) ein Muß.

    Zur Orientierung mit anderen Worten: Wenn jemand in einer -mehr oder weniger – abstrakten Analogie nicht weiß, wer Marcel Duchamp war respektive was er für die Kunst aus inhaltlicher und kunsthistorischer Bedeutung verkörperte, ist eine Diskussion über die Begrifflichkeit und u.a. konzeptionelle Aussage des »readymade« und weiterführend der Konzeptkunst im Rahmen von Moderner Kunst nicht möglich.

    Ich bin mir auf Grund meiner bisherigen veröffentlichen Kommentarausführungen, die im Kern analytisch auf veröffentlichten „Zahlenmaterial“ basieren ziemlich sicher, daß auch weitere rationale Beiträge Sie und Ihre denkverwandten nicht erreichen werden. Da der ein oder andere „still und unerkannt“ mitliest, schreibe ich realitätsorientiert für diese Interessierten…

    Ich versuche es nachfolgend alternativ mal mit einem – teils satirischen – Kommentar-Beitrag, der in dieser Form bereits unzensiert an anderer „Stelle“ im Netz veröffentlicht wurde.

    Kulturelle Peinlichkeiten im Spätalter der Aufklärung
    Die Gesellschaft löst sich von innen auf, nicht durch eine Bedrohung von außen. Voltaire würde nicht an Covid-19 erkranken, er würde aus Verzweiflung über die Corona-Hysterie „kotzen“. Dieser »Kultur-Kotzerei« würden sich Le Bon, Nietzsche und Fontane anschließen.

    »Schwachsinnige« (… und hier liegt die Betonung auf der rationalen Feststellung, daß die Betreffenden „schwach im Sinn“ sind) – mit der Lizenz zu regieren – befehlen »Gehorsamen«, mehrheitlich gleichfalls »Schwachsinnigen« (ohne Lizenz zu regieren „aber“ mit der Order »die mit Lizenz« fürstlich zu alimentieren) ihre Freiheit und selbst ihre notwendige wirtschaftliche Existenz brachial zu gefährden. Mit Natürlichkeit hat dieses Verhalten nichts zu tun. Zur Erinnerung: In der Natur gilt uneingeschränkt: Leben ist egoistisch. Auch für jeden Wurm. In der naturbasisbefreiten Massen-Gesellschaft Anfang des 21.Jahrhunderts blüht die volle Pracht emotionalisierter Unterdurchschnittlicher, die jeden Furtz ihres jämmerlichen Daseins digitalisieren ohne auch nur im Ansatz einen klaren Gedanken fassen zu können, warum ihnen das technisch möglich ist…

    Minister werden nicht nach Sachkompetenz sondern meist ohne jegliche Kernkompetenz willkürlich von der »Regierung im Amt« ermächtigt. Kein Wunder also, daß auch der gemeine Bürger sehr gerne ohne Qualifikation erfolgreich leben möchte.

    Neuzeitmenschen leben die Illusion wichtig und beliebt zu sein, weil sie nicht zwischen ihrer FratzenbuchBlaseWelt und ihrer bescheidenen Lebenswelt unterscheiden können. Verlorene, die einen blauen Strich in weiter Entfernung am Horizont als Meerblick romantisieren, die es einen „Scheiß“ interessiert, ob die Bediensteten des Massen-Hotels, in dem sie sich befinden, ohne regulären Arbeitsvertrag bis aufs Blut ausgebeutet werden.

    Der »Staat«, vertreten durch Politiker und Lobbyisten, tut alles, damit die Dummen noch dümmer werden, das nennt sich sozialistisch »Alle sollen gleich sein«. Gleich sein bedeutet u.a.: Kaum lesen und schreiben zu können, eine mathematische Null sein, so genannte Haustiere zu kasernieren, fett zu füttern und dann in der Tierklinik „moderne Medizin“ zukommen zu lassen, während die tierliebe Familie Billigfleisch aus Massentiertötungslagern bis zum eigenen Herz-Kreislauf-Versagen in sich hinein stopft.

    Ginge es nur um diese verblödeten Selbstsüchtigen, so bekommen sie, was sie verdient haben. Gut so. Aber: Das Problem war und ist der Umstand, daß die Dummen immer schon deutlich in der Mehrheit waren, in der Mehrheit sind und nun die wenigen Nicht-Dummen ihrer Rückzugsgebiete mehr und mehr beraubt werden, so daß noch mehr Dumme überall „gleich sein dürfen“…

    Sollten „hier“ Leser der englischen Sprache mächtig sein, so ist das „Theaterstück“ von dem 2008 verstorbenen Komiker und Sozialkritiker George Carlin mit dem Titel »Saving the planet« https://www.youtube.com/watch?v=7W33HRc1A6c ein äußerst amüsantes acht minütiges Lehrstück zum Thema einer vollkommen desorientierten Gesellschaft. Das Transkript befindet sich „unter“ https://scrapsfromtheloft.com/2019/08/22/george-carlin-saving-planet-transcript/
    Siehe „ab“… See, I’m not one of these people who’s worried about everything

  18. @Wied @Querdenker: zu Instinkt
    Das Gehirn reaktiviert als Reaktion auf einen neuen Reiz SOFORT (instinktiv) eine möglichst vergleichbare Erfahrung aus dem Gedächtnis, um eine schnellste Reaktion zu ermöglichen.
    Diese reflexartige Arbeitsweise unseres Gehirns ist ein grundlegender Überlebensmechanismus um die eigene Existenz zu schützen. Allerdings muss diese schnellste Reaktion nicht optimal sein, sie kann sogar falsch sein, wenn unser Wissensvorrat ungeeignet ist.
    z.B. ging einer unserer Vorfahren um Dschungel und sah vor sich im Gras ein längliches Objekt – dann
    A) sprang er möglichweise zurück bzw. zur Seite
    – was diese längliche Objekt eine Giftschlange – dann hat er so sein Leben gerettet
    – war dieses längliche Objekt ein Aststück – dann hat er sich geirrt
    B) hat er nicht reagiert und das längliche Objekt war eine Giftschlange, dann wurde er gebissen – von solchen Vorfahren stammen wir nicht ab

    Beim Thema Covid-19 ist eine schnellste Reaktion in der Regel nicht notwendig. Wir haben genügend Zeit um uns aus verschiedenen Quellen gut zu informieren, über diese Informationen nachzudenken oder diese mit Bekannten zu diskutieren. Dann können wir entscheiden, wie wir handeln.

    Bei Covid-19 gab es am Anfang weder ausreichend gute Informationen, noch eine gute Struktur zur ärztlichen Versorgung, noch ein Hygiene-Konzept. Daher musste der Staat zunächst auf Verdacht reagieren – was mit dem Lock-Down geschehen ist. Mittlerweile hat man die anfänglich sehr hohen Infektionszahlen (bis zu 6000 pro Tag) so in den Griff bekommen und deutlich reduziert – weil der größte Teil der Bevölkerung umsichtig und intelligent handelte. Aus diesem Grund kann man jetzt versuchen, die lock-down-Maßnahmen Schritt für Schritt zu reduzieren.

    Noch eine Anmerkung zum Thema ´niedere Instinkte´:
    Es gibt Leute, welche die Maßnahmen gegen Covid-19 lauthals ablehnen – mit der Begründung – dass Covid-19 für die meisten Leute relativ ungefährlich sei, da daran hauptsächlich nur ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen daran sterben.
    Diese Argumentation erinnert mich an das 3. Reich, wo man Kranken und Behinderten auch ein Lebensrecht absprach

    @Wied
    mit dem Beispiel ´Aktienkauf´ zeigte ich, wie man auch auf die Covid-Situation reagieren kann.
    Es gab auch Leute, welche sich an die Nähmaschine hockten, Mundschutz nähten und dann für gutes Geld am Wochenmarkt verkauften.
    Es gibt aber auch Leute, welche nichts tun, außer zu jammern wie schlimm die aktuelle Situation ist

    off topic
    So wie unser Wirtschaftssystem funktioniert, gibt es ständig eine Inflation, durch welche Geldvermögen ständig weniger wert werden.
    Bei Aktien und Sachwerten wird aber in der Regel der Wert höher, weil er sich um den Anteil der Inflation erhöht.

    Aus diesem Grund steigen Aktienkurse langfristig und der Wert von Sparvermögen sinkt – weil hier die Inflation abgebildet wird.

  19. Wenn man wissen will, wie die Entwicklung ohne staatliche Maßnahmen verlaufen wäre, dann muss man sich nur die Entwicklung in USA und Brasilien anschauen. Dort regiert der reine Instinkt, wobei man hier Instinkt nicht im biologischen Sinn verstehen darf, sondern als Bauchgefühl, gelegentlich wohl auch als Unterbauchgefühl.

  20. Zu Anton Reutlinger
    Sehr richtig, Herr Reutlinger- hier handelt es sich um ein “Bauchgefühl”. Dieses Bauchgefühl kommt aus dem Enterischen Nervensystem, was sich als Nervenfaserkomplexe im Magen und Darmbereich befindet und u. a. verantwortlich ist für Intuition und Instinkte . Herr Dueck liegt also falsch wenn er behauptet “Das Hirn dient dem Instinkt”, denn diese neuronalen Aktivitäten finden dann nicht im Hirn statt sondern als synaptisch Verschaltungen im Bauch. Der bekannte Neurowissenschaftler A. Domasio dazu : Zuerst war der Körper und dann das Gehirn. Im Prinzip scheinen alle Primaten /Menschen nach diesem Prinzip zu handeln, sie merken es nur nicht, da es unbewusst stattfindet und der Verstand (das Ego) so arrogant ist dass er meint er würde das alles selbst können.

  21. Ich habe nicht verstanden, worauf Sie hinaus wollen, aber in der Formulierung

    Der »Staat«, vertreten durch Politiker und Lobbyisten, tut alles, damit die Dummen noch dümmer werden,Der »Staat«, vertreten durch Politiker und Lobbyisten, tut alles, damit die Dummen noch dümmer werden

    könnte man ‘Staat’ durch ‘Dirk Freyling’ ersetzen und es wäre gleichviel sinnbefreit oder -voll.

  22. Dies bezog sich natürlich auf einen Kommentar von D.F.
    Die Schachtelung funktioniert hier wohl nur manchmal.

  23. zu ´Instinkt/Bauchgefühl´:
    Wenn sich am Wochenende viele Menschen in der Sonne zu Demos kommen und sich an Badestränden ohne Maske aufhalten – wird bestimmt wieder von einigen Leuten mit dem Gebrauch des Begriffes ´Covidioten´ Panikstimmung zur Entstehung von Hotspots verbreitet.
    Ich empfehle folgendes Experiment: Gehen Sie in die Sonne, hauchen Sie Ihre Sonnenbrille an und achten Sie darauf wie lange es dauert bis das Kondenswasser verschwunden ist: ca 3 Sekunden.
    Die Physik hat dafür gesorgt, dass die kondensierte Feuchtigkeit schnell verdampfte.
    Ähnliches ist mit der Feuchtigkeit von Ausatemluft zu erwarten. Indem diese Feuchtigkeit verdampft, wird eventuell darin enthaltenen Covid-Viren eine Existenzgrundlage entzogen. Den Rest besorgt das UV-Licht der Sonne.

    Es ist aus physikalischen Gründen deshalb nicht zu erwarten, dass Badestrände und Demos zu Hotspots für die Virenverbreitung werden.
    Genießen Sie den Aufenthalt in der Sonne!

    • Die Feuchtigkeit in der Atemluft ist bereits Wasserdampf. Viren brauchen diesen Wasserdampf nicht zum Überleben. In Bodennähe sind die Viren in höherer Konzentration vorhanden. Die Leute müssen auch mal zu gewissen Örtchen.

      Wir werden sehen, ob Ihre Theorie mit der Praxis übereinstimmt. Ich jedenfalls werde auf dieses riskante Experiment verzichten.

  24. @Reutlinger
    Corona-Viren werden mit der feuchten Atemluft transportiert (Aerosole). Wenn die Feuchtigkeit verdampft, ist das Transportmedium weg. Trockenheit schadet den Viren. Zusätzlich kann das UV-Licht der Sonne negativ auf die Viren einwirken.

    Ich habe das Experiment mit dem Anhauchen eines Brillenglases gestern Nachmittag nochmals gemacht. Es ging ein leichter Wind und daher war das Kondenswasser sofort vom Brillenglas verschwunden (< 1 Sekunde).

    Ich bin dafür, dass Schutzmaßnahmen gegen mögliche Ansteckung durch den Corona-Virus durchgeführt werden.
    Ich bin aber auch dafür, dass man sein Hirn und den kritischen Verstand benutzt – um z.B. über die Lebensdauer von Aerosolen/Viren nachzudenken.
    Wenn ich recht habe, dann dürften sich viel mehr Menschen in der Sonne im Freien etwas näher kommen, als es aktuell erlaubt ist.

  25. Und was ist, wenn Sie nicht recht haben? Viele Menschen begegnen sich auf dem Weg vom/zum Auto auf kurze Distanz. Aerosole brauchen keinen Wasserdampf und können sich lange in der Luft halten. Sicher ist das Risiko im Freien geringer als in geschlossenen Räumen, aber es ist immer noch deutlich größer als null, besonders wenn die Regeln nicht eingehalten werden.

    Zu Anfang der Pandemie waren Masken noch nicht verfügbar, da wäre es sinnlos gewesen, eine Maskenpflicht einzuführen. Bekanntlich wurden damals Masken u.a. mit Flugzeugen der Bundeswehr aus China geholt. Manche der Masken waren nicht zu gebrauchen, manche wurden nicht geliefert oder fielen Betrügern zum Opfer. Auch hier siegte also der Instinkt (Habgier) über das Hirn.

    • “Zu Anfang der Pandemie waren Masken noch nicht verfügbar, da wäre es sinnlos gewesen, eine Maskenpflicht einzuführen.”

      Hätte man damals nur gewusst, dass einfache sebstgenähte Stoffmasken genauso vor Viren schützen…

      • “Hätte man damals nur gewusst, dass einfache sebstgenähte Stoffmasken genauso vor Viren schützen…”

        “Genauso” behauptet keiner.
        Woanders war es übrigens schon ziemlich schnell klar. In Tschechien hat sich die Bevölkerung im März innerhalb von zwei Wochen mit selbstgenähten Masken versorgt.

  26. Howdy!

    Gute Frage(n), danke :

    Frage: Wie hat Ihr Instinkt zu allererst reagiert, als Corona aus China/Italien zu uns kam?

    Es naht ein Unglück.
    Da wird Panikmache betrieben.

    Hat sich diese Instinktreaktion („Gefahr“ – „keine Gefahr“) von März bis Juli verändert?

    Der i.p. Moden erfahrene schon ein wenig ältere Webbaer, auch epidemiologisch erfahren, und war medial-politisch in Anbetracht der Gefahr (es liegt erst einmal kein Risiko vor, sondern Gefahr, Luhmann legte auf diese Unterscheidung stets viel Wert), hat zeitnah zu der besten Ehefrau von allen gesagt, sinngemäß und in etwa : “Da wird jetzt wieder etwas hochgekocht, Interessenvertreter (vs. Mandatsträger) werden nun ihr Süppchen kochen und zwar monatelang (vs. jahrelang)!”

    So ist es gekommen, allerdings hat Dr. W, der ja pessimistisch-schlau ist, bauernschlau und abgefeimt, schon ein kleines Lebensmittellager angelegt, auch Gesichtsmasken sind frühzeitig beschafft worden und der baldige, wenn auch unwahrscheinliche Exitus qua “Corona”, eigentlich wird das Ding, von dem es viele Varianten gibt (“Good luck bei der Entwicklung eines Impfstoffes!”) ja ‘COVID-19’ genannt, ist in Betracht gezogen worden. [1]

    Nun abär deutlich weniger, die Datenlagen werden immer klarer, vergleiche mit den Datenlagen für Europa (“EUROMOMO”), für die US (“https://www.cdc.gov”) und für die BRD (“Statistisches Bundesamt”) und es sieht nicht mehr sonderlich gefährlich aus, denn die sog. Übersterblichkeit ist eher gering und übersteigt nicht die von sog. Grippewellen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der insofern zur möglichst schnellen Zurückführung vieler Gegenmaßnahmen rät, auch im Sinne von “Die Remedität darf nie die Gefahrenwirkung i.p. Schaden überwiegen!”)

    [1]
    Niemand ist gerne beim eigenen Sterben dabei, Woody Allen.

  27. @ Kommentatorenfreund ‘Querdenker’ und hierzu kurz :

    Herr Dueck liegt also falsch wenn er behauptet “Das Hirn dient dem Instinkt”, denn diese neuronalen Aktivitäten finden dann nicht im Hirn statt sondern als synaptisch[e] Verschaltungen im Bauch.

    ‘Synaptisch’ könnte hier ein gutes Wort sein, die Biochemie funktioniert beim nicht nur hier gemeinten Primaten sozusagen gesamtheitlich, den gesamten Körper meinend, gar den Schwanz (Webbaeren dürfen dies so schreiben).
    ‘Neuronal’ ist letztlich das Hirn verantwortlich.
    Das Hirn dient dem Instinkt.

    Gesellschaftspsychologisch ist diese Sache, diese “Corona”-Sache, sehr interessant, sie stellt die Resilienz von Gesellschaften (“Liberaler Demokratien”) in Frage, wenn schon bei derartig augenscheinlich minderschwerer epidemiologischer Lage derart hysterisch (ein womöglich böses Wort, Dr. W weiß dies) reagiert wird.
    Dr. med. Thomas Grüter, eine bei den hiesigen SciLogs.de vorrätige (vs. ‘vorrättige’) Kraft, weiß womöglich mehr, seine Sicht zum Sachverhalt, zur Gefahrensituation, wird hiermit, sozusagen ganz offiziell von Dr. Webbaer angefordert.
    Jawoll!

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der es nicht immer so-o ernst meint, gerne auch ein wenig experimentelle Nachricht bereit stellt)

  28. Stimme denjenigen Vorrednern zu, die Instinkt nicht negativ bewerten, schließlich basiert ein erheblicher Teil der Maßnahmen auf Instinkt. Es mag nach einer Binse klingen, aber gerade in einer Notsituation macht es immer die Mischung, Intuition und Verstand plus Wissen.
    Auch bei anderen Folgen der Pandemie ist es eine Mischung, weder haben diejenigen Recht, die nur den Lebensschutz sehen, noch die die von reiner Machtpolitik sprechen- beides ist der Fall, wer das für eine V-Theorie hält, möge sich klarmachen, daß es nicht die Ausnahme , sondern der Normalfall ist, daß Politik zu einem Festhalten und Übertreiben neigt, wenn Notstandsmaßnahmen einmal etabliert sind
    Das gilt besonders in einer Dauerkrise wie der aktuellen, bei der covid 19 eigentlich “nur” ein weiteres Symptom darstellt.
    Zur medialen Eskalation tragen dabei beide Seiten bei, etablierte Medien wie alternative, mit klarem Schwerpunkt bei den Etablierten, deren starker Einfluß weitaus verantwortungsvoller genutzt werden müßte.

  29. Trägt nicht auch der Bürger selber Verantwortung, sich zu informieren?

    Jeder Bürger hat die Möglichkeit, verschiedene Medien zu nutzen. Manche Bürger, Linke wie Rechte gleichermaßen, scheinen zu glauben, die Medien sollten nur ihr jeweiliges Weltbild bestätigen. Das ist logischerweise unmöglich. Also werden sie giftig und schreien “Lügenpresse”. Es ist eine infantile Haltung, die offenbar zur Mode geworden ist. Selbstverständlich machen Medien auch indirekt und auch unabsichtlich Politik, durch Auswahl und Darstellung von Nachrichten und Berichten. Der Vorwurf der “Gleichschaltung” von Medien und Medienvertretern ist angesichts ihrer Vielfalt aber nichts anderes als primitive Unterstellung und das Eingeständnis eigener Unfähigkeit, Medien zu nutzen.

    Die oft gehörte Forderung nach “Ausgewogenheit” der Medien kann wohl nicht bedeuten, dass Mörder und Opfer gleich behandelt werden müssen. Es gibt ethische Grundsätze, die für Rechts wie für Links gelten und nicht verhandelbar sind. Dazu gehört das Recht auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit, das höherwertiger ist als Meinungsfreiheit und das durch fahrlässiges oder egoistisches Verhalten gewisser Leute gefährdet wird, z.B. durch Weitergabe einer Infektion.

  30. Zwischen dem Recht auf körperliche Unversehrtheit und Meinungsfreiheit besteht kein Widerspruch, im Gegenteil, Einschränkungen der MF sind erst geboten, wenn Gesetze verletzt werden, und auch dann immer nur verhältnismäßig. Wer weiß denn schon absolut, wie das Recht auf kUv umgesetzt werden könnte, und wer weiß absolut, was dieses Recht überhaupt bedeutet?
    Der sich anmaßt, den einzig wahren Weg zu kennen, torpediert dieses Recht sogar, wobei es immer wieder verwunderlich ist, daß Meinungsfreiheit so oft gleichgesetzt wird mit Werterelativismus.
    Zu freien Meiden gehört es auch, Stuß zu entlarven, anstatt prophylaktisch jeden dumm anzumachen, der nicht der Regierungsmeinung folgt, und damit auch und gerade denjenigen einen Opfermythos zu schenken, die seltsames Zeug absondern.
    Genau letzteres tun aber erhebliche Teile der Medien, die können sich die Hand reichen mit Teilen der Alternativmedien, irgendwie scheint da einer vom anderen zu leben.

  31. Das Grundrecht auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit ist sehr eindeutig. Niemand darf vorsätzlich oder grob fahrlässig getötet, verletzt oder z.B. durch Infektion krank gemacht werden. Bei Demos oder Versammlungen ohne Schutzmaßnahmen gegen Infektionen wird dieses Grundrecht verletzt. Manche Leute verstehen Meinungsfreiheit und Demonstationsfreiheit synonym, weil sie bei Meinungsfreiheit von Ort und Zeit abstrahieren. Das Recht auf Leben ist jedenfalls höherwertig als Demonstations- oder Versammlungsfreiheit.

    Selbstverständlich gibt es viele gute Gründe, die Medien zu kritisieren. Es geht aber nicht an, dass Medien als “Lügenpresse” verleumdet und verurteilt werden, nur weil sie das individuelle Weltbild nicht bestätigen und infrage stellen. Auch die Medien haben Meinungsfreiheit. Aber nicht alles ist Meinung, was manche Bürger mit Meinungsfreiheit verstehen. Beleidigungen, Verleumdungen, Beschimpfungen, Hetze, Drohungen und dergleichen sind keine Meinungen!

    • @anton reutlinger

      Grundrechte sind Abwehrechte des Bürgers gegen den Staat und nicht eine Waffe des Staates gegen “Abweichler”, wie Sie es anscheinend gerne hätten.

      Zitat: “Es geht aber nicht an, dass Medien als “Lügenpresse” verleumdet”

      Es geht auch nicht an, selbstdenkende Menschen als “Covidioten”, “Verschwörungstheoretiker” oder “Nazis” zu verleumden.

      • Mit dem “selbstdenken” hapert es aber bei vielen Menschen, wenn sie nur obskure Quellen kopieren oder zitieren. Sie verwechseln das mit selbstschwafeln. Die Verschwörungstheorien sind vielmehr Verschwörungsmythen, erfundene Erzählungen ohne jede objektive Grundlage. Der Begriff “Theorie” hat deutlich höhere Ansprüche, die von Wissenschaftlern immer wieder eingefordert werden. Was den Populisten und Verschwörungsgläubigen immer fehlt, das ist die gesunde Skepsis und Selbstkritik, die sie immer bei Wissenschaftlern, Politikern und bei ihren Kritikern vermissen. Dummschwätzer wie der Exfußballer Berthold sind nicht selbstdenkend, sie glauben das nur von sich, wenn sie dümmliche Satzfetzen von Populisten, Ideologen oder Demagogen nachplappern.

        • Selbstdenken ist vielleicht nicht immer perfekt aber immer noch besser als sich einfach vor die Glotze zu setzen und jeden Schwachsinn zu glauben, den einen die Propagandamedien auftischen. Wenn man allerdings keinen gesunden Menschenverstand hat, bleibt einem wohl nichts anders übrig.

      • Grundrechte sind auch Abwehrrechte gegen liebe Mitbürger, die nur die eigenen Vorteile anstreben. Das Recht auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit findet seinen Gegenpart im Strafrecht als Mord, Totschlag oder Körperverletzung. Eine vorsätzliche oder grob fahrlässige Infektion eines Mitbürgers ist nichts anderes als entsprechende Körperverletzung. Wer wissentlich infiziert ist und sich nicht an Schutzmaßnahmen wie z.B. Quarantäne oder Mund-Nasen-Schutz hält, kann sich strafbar machen, ob mit oder ohne staatlichen Lockdown und Maskenpflicht.

        Wer am Straßenverkehr teilnehmen will, muss sich an die Regeln halten, das ist doch eine unumstrittene Selbstverständlichkeit. Nur die “Covidioten” sehen das anscheinend anders, warum, das wissen sie wohl selber nicht. Die Grundrechte taugen hier nicht als Waffe gegen den Staat. Das ist nur vorgeschoben, um die eigene Dummheit zu vertuschen.

        • Na dann können Sie ja bei der nächsten Grippe-Welle die Leute zu tausenden wegen Körperverletzung und versuchtem Totschlag anzeigen. Mal sehen was Ihnen die Polizei erzählen wird.

  32. Wer juristisch argumentiert, muß auch den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit berücksichtigen.
    Mal abgesehen davon, daß unsere “freien” Medien keinerlei Probleme haben mit den Demos der “guten” Antirassisten, wäre die Auflösung nur mit völlig überzogenen Mitteln möglich.
    Auch ein Verbot kommt nicht infrage, die Gefährlichkeit des Virus im Freien gibt das nicht her.
    Sollten Demos im Freien überraschend zu Infektionsherden werden, kann sich das ändern.

  33. Etwas kritische Zusammenfassung der Thematik:

    Aha: Wenn im Frühjahr einige von den Regierung abhängige “Wissenschaftler” die Politik- Instikt- getriebene Parole ausgaben, dass Masken und vor allem Einfachmasken “nichts nützen”, dann nennt man das “wissenschaftliche Hypothesenbildung” ??
    Sogar dann, wenn an dieser “Hypothesenbildung” kaum etwas wissenschaftlich war? Diese “Hypothesenbildung” war schon damals offensichtlich nicht konsistent. Denn der Schluss, dass eine Maske , die Erreger nicht 100% Prozent sondern z.B. nur 50% filtert “nutzlos” sei , ist eben mal ein offensichtlicher Fehlschluss. Wenn nicht gar eine bewusste Fehlinformation. Schon damals wiesen Spötter in sozialen Netzwerken ironisch darauf hin, dass sich die physikalischen Eigenschaften der Masken nach deren genereller Verfügbarkeit auf wundersamen Weise über Nacht ändern werden. Auch war es damals schon hochwahrscheinlich, dass Masken in anderen Weltgegenden einen erheblichen Beitrag zur Eindämmung des Virus geleistet hatten.Hiesige “Wissenschaftler” gaben nach derartiker Kritik als wahrscheinlichen Grund für asiatischen Maskengebrauch aber das “asiatische Bleichheitideal” an.

    Ebenfalls schon im Frühjahr wurde (oft von “Laienkritikern” ) eindringlich auf die offensichtlichen Schwächen der damals “wissenschaftlich” verbreiteten “Sommer- Virenkiller- Hypothese” hingewiesen. Auch mit Hinweis auf die damalige epidemische Virenausbreitung in (damals) warmen bis heißen Regionen. Und selbst der Alltagsverstand musste bei der von Wissenschaftlern medial verbreiteten Behauptung ins Stolpern kommem, dass bei uns im Sommer die Virenausbreitung geringer sein müsse, da man zu dieser Jahreszeit ja nicht so eng “drinnen” beisammensäße. Als wenn es im Sommer (draußen)weniger “Massenansammlungen” mit engen Kontakten gäbe , als im Winter (“drinnen”).

    Um es abzukürzen:
    Es gab z. B. in Bezug auf “Masken” keine wissenschaftliche Hypothesenbildung und seithehr auch keine aktiven Verifikations- oder Falsifikationsforschungen, sondern die Unhaltbarkeit der meisten (angeblichen) “Hypothesen” wurde durch die realen Abläufe für fast jeden Interessierten offensichtlich.
    Würden “Esoteriker ” (d.h. Außenseiter) so argumentieren, hätte man sie von Seiten der SC schon längst mit dem Aluhammer in Grund und Boden verdammt.

    Es ist (nicht nur wissenschaftlich) unredlich, politisch interessengeleitete Narrative als ehrliche und unabhängige wissenschaftliche Hypothesenbildung mit anschließender fachgerechter aktiver “Falsifikation” darzustellen.

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