„Ich habe nichts zu verbergen!“ Doch, denk nach – und empöre dich!

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Wahrheiten als Querdenkerisches verkleidet, von Gunter Dueck
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„Die amerikanische Spähaktivität der NSA ist für mich persönlich nicht gefährlich. Ich habe nichts zu verbergen. Bei mir können sie ruhig suchen. Ich schlafe ruhig. Da meckern jetzt nur diese Piraten ganz aus Prinzip, die anderen Parteien haben ja auch nicht viel dabei gefunden, wenn sie wissen, wie oft ich telefoniere oder so. Ich sehe nicht, dass es eine Gefahr für mich ist. Ich bin nur enttäuscht von der Regierung, weil sie nicht einmal mit der Faust auf den Tisch haut. Man darf den Amis gegenüber nicht so schwach gegenübertreten. Ich wünsche mir ein starkes Deutschland.“

So etwas habe ich oft gehört, ich fühle mich mit meiner eigenen Empörung allein. Ich habe ja auch nichts zu verbergen…
Ich will Sie jetzt einfach einmal anstubsen, damit Sie doch besorgt sind. Ich zähle Ihnen auf, was die NSA über uns wissen könnte.

•    Steuerbetrug – Zinsen im Ausland, kleine Einnahmen schwarz ohne Sozialversicherung nebenher, sie bezahlen Handwerker schwarz – da müssten doch schon bald die Hälfte von uns etwas zu verbergen haben?
•    Krankfeiern – sie gehen vielleicht zu etlichen verschiedenen Ärzten und lassen sich unberechtigt Hustensaft verschreiben bis hin zu einer Kur mit Schatten. Die Ärzte dazu kennt die NSA natürlich auch.
•    Überziehen der Pausen am Arbeitsplatz (bei Bildschirmarbeitsplätzen ist die NSA perfekt informiert – wegen der Tastaturaktivität)
•    Ehebruch – Sie haben einen anderen Lebensabschnittspartner, mit dem Sie auch mal telefonieren (weiß die NSA) und mit dem es Momente gibt, bei denen zwei Handys auf einem Nachttisch liegen (per GPS, daraus schließt die NSA etwas)
•    Prostitution – in der Wikipedia heißt es „Nach Schätzungen könnte es 400.000 oder auch weniger Prostituierte in Deutschland geben.“ Wenn eine Prostituierte 200 Tage im Jahr arbeitet und an jedem Tag fünf Freier hat, dann ergibt es pro Prostituierter 1000 bezahlte Beischläfe im Jahr, also insgesamt 400 Millionen. In Deutschland gibt es 40 Millionen Männer, davon sind fast die Hälfte zu jung oder zu alt. Es kommen dann vielleicht nur 25 Millionen Männer „infrage“, das ergibt pro Mann 16 bezahlte Beischläfe pro Jahr im Durchschnitt. Da ich selbst dafür kein Geld ausgebe, sind es noch mehr.
•    Missbrauch von Kindern – in der Wikipedia heißt es (ich surfe jetzt nicht ausufernd, steht alles im Netz): „In den USA wird davon ausgegangen, dass jede vierte Frau und 3 bis 9 % der Männer in ihrer Kindheit sexuelle Gewalt erfahren haben. Der Missbrauch findet im Mittel in einem Alter zwischen sieben und elf Jahren statt. Der Missbrauch dauert durchschnittlich drei bis fünf Jahre an, ist also als Wiederholungstat zu werten.“ Zu den 25 % missbrauchten Frauen müssen ja wohl so ungefähr 25 % missbrauchende Männer gehören, weil die meisten Missbrauchsfälle unter sich bekannten Personen ereignen.
•    Besuch von Pornowebseiten, besondere von bezahlten mit wahnwitzigen Inhalten. 41 % der Internetnutzer schauen da rein (mehr auf nacktetatsachen.at)
•    Schulschwänzer und Schummler
•    Waffenbesitz
•    Spielsüchtige – Millionen!
•    Alkoholsüchtige – die Drogenbeauftrage: „9,5 Mio. Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Etwa 1,3 Mio. Menschen gelten als alkoholabhängig.“
•    Fahren unter Alkohol
•    Drogeneinwerfer
•    Radikalwähler
•    Mobber
•    Unethisch hohe Rücksendungsquote bei Internetbestellungen
•    Internettrolle und Spammer
•    Falschparker, überhaupt Verkehrssünder, wenn der Satellit ein Fahrtenbuch aufzeichnet
•    Versicherungsbetrug, beim Schadensfall oder wegen nicht angegebener Krankheiten
•    Die Höhe Ihrer Schulden ist bei der NSA bekannt, auch die Guthaben auf allen Konten, die Sie verheimlichen
•    Einnahme von Viagra
•    Wegwerfen von Essen
•    Alle Ihre Gesundheitsdaten
•    Ihre Telefongespräche
•    Ihre schlechten Äußerungen über derzeitige Politik (die sind gerade heute sehr berechtigt, aber sie stehen in einer Datenbank und werden in so zehn Jahren kontextfrei, wenn man sich nicht mehr an heute erinnert – dann steht da nur noch „Ketzer“)
•    Alle Ihre Zeugnisse, Abgeschriebenes
•    Was Sie so im TV sehen, wie lange etc.
•    Ihre Kriminaltaten, z.B. Ladendiebstähle – aus der Wikipedia: „Nach einer Studie aus dem Jahr 2008 bleiben in Deutschland pro Jahr etwa 30 Millionen Ladendiebstähle (…) unentdeckt.“ Die NSA kennt die!

Ich werde des Brainstormings müde. Ich kann die Liste ja verlängern, weil sich in den Kommentaren sicher weitere Sichten eröffnen. Haben Sie immer noch nichts zu verbergen? Liebe Leute, es werden heute nicht nur Linke oder Leute mit hoher Intelligenz in Listen geführt, weil sie der Regierung gefährlich sein könnten. Es wird einfach alles gespeichert und irgendwann bei Bedarf gegen Sie verwendet.

Und Sie wissen für sich selbst, was gespeichert ist! Und Sie sind immer noch nicht empört?? Okay, Sie haben nichts zu verbergen, aber Sie könnten trotzdem empört sein.

  • Veröffentlicht in:
Gunter Dueck

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www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

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