Wer ist Mutter Natur?

BLOG: Vom Hai gebissen

Notizen aus dem Haifischbecken
Vom Hai gebissen

Hier mal ein Artikel über eine youtube-Diskussion. Leider lief diese Diskussion über den privaten Nachrichten-Bereich und ich habe bis heute keine Antwort auf meine Anfrage bekommen, ob ich denn Teile der Argumentation veröffentlichen dürfe. Deshalb verzichte ich auch auf Zitate und gehe lediglich in ungeordneter Reihenfolge auf die Gedanken meines Diskussionspartners ein.

Der Haupttenor seiner Ansicht lag dabei in der Argumentation, dass alles Natürliche gut sei. Auch mein Einwand, dass sämtliche Krankheiten schließlich auch natürlich seien, wurde als Bestätigung seiner These ausgelegt. Schließlich dienten Krankheiten der Auslese, was wiederum die Populationen begrenzte. Nun, das mag nicht ganz falsch sein. Aber wer möchte zB freiwillig an der Pest erkranken? Oder wer ist schon ganz scharf darauf, in einigen Jahren an Krebs zu sterben? Niemand. Und weil das so ist, hat der Mensch schon seit Jahrtausenden geforscht, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen – in den letzten 100 Jahren übrigens mit beeindruckendem Erfolg. Dafür lohnt sich aber schon fast wieder ein eigener Eintrag. Kommen wir zurück zu meinem Diskussionspartner, der immer wieder die gute Mutter Natur erwähnte. Gleichzeitig befürwortete er eine Symbiose zwischen Mensch und Natur. Aua. Das hatten wir viele Jahrtausende lang. Eine Zeit, in der die Menschen gar keine Zeit hatten, um sich derlei philosophische Dinge Gedanken zu machen, da sie im Alter heutiger Abiturienten schon wieder tot waren. Und das lag nicht unwesentlich daran, dass es keine medizinische Versorgung gab und auch die Ernährung war eher bescheiden. Aber nicht nur der Mensch kämpfte – und tut es leider noch heute in einigen armen Ländern – mit den Widrigkeiten, die die gute Mutter Natur ihm auferlegte. Gerade im Frühling kann man immer wieder beobachten, wie die Kleinsten der geschlüpften Vogelkinder einfach von den Geschwistern aus dem Nest geschubst werden und kläglich verhungern. Selektion und Population hin oder her: für das kleine Küken dürfte das ziemlich grausam sein. Spontan fallen mir noch Opfer eines Waranbisses ein, die dann aufgrund des giftigen Speichels einige Tage später an einer Blutvergiftung sterben. Schön? Nicht wirklich! Ein weiter spannender Punkt meines virtuellen Gegenüber war, dass Tiere lediglich funktionieren, während der Mensch einen freien Willen hätte. Natürlich könnte man zu dem Schluss kommen, wenn man sich ausschließlich mit Schmetterlingen beschäftigt (als Beispiel). Hier könnte man jetzt eine ewig lange Liste mit Tierarten einsetzen, die diese gewagte These widerlegen oder einfach eine Reihe von skurrilen Anekdoten aus dem Tierreich erzählen.  Nehmen wir mal Elefanten. Diese Tiere sind unbestritten sehr intelligent und legen großen Wert auf soziale Bindungen. Sie haben ein sehr gutes Gedächtnis und helfen sich auch gegenseitg. Von Funktionieren kann da keine Rede sein. Leider kommt es auch hier vor, dass “Elefantenkinder” die langen Wanderungen nicht überstehen und langsam dahinsiechen. Für derartige Situationen hat der Mensch doch durchaus komfortablere Lösungen, die beim Menschen selbst aber noch umstritten sind, wenn es tatsächlich nichts mehr zu retten gibt.

Wie sollen wir also mit der Natur verfahren? Fakt ist, dass wir nicht ohne sie leben können. Wir sollten sie aber auch nicht zu sehr als den ausschließlich guten Gegensatz zum Menschen glorifizieren, denn die Natur kann ebenso atembraubend schön wie unglaublich grausam sein.

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Wissenschafts- und Agrarblogger seit 2009 – eher zufällig, denn als „Stadtkind“ habe ich zur Landwirtschaft keine direkten Berührungspunkte. Erste Artikel über Temple Grandin und ihre Forschungen zum Thema Tierwohl wurden im Blog dann allerdings meiner überwiegend ebenfalls nicht landwirtschaftlichen Leserschaft derart positiv aufgenommen, dass der Entschluss zu einer stärkeren Beschäftigung mit der Landwirtschaft gefallen war. Auch spätere Besuche bei Wiesenhof und darauf folgende Artikel konnten die Stimmung nicht trüben. Seit 2015 schreibe ich auch gelegentlich für das DLG-Blog agrarblogger.de, teile meine Erfahrung in der Kommunikation als Referent und trage nebenbei fleißig weitere Literatur zum Thema Tierwohl zusammen. Auf Twitter bin ich unter twitter.com/roterhai unterwegs.

22 Kommentare

  1. unsichtbarer Text

    So, nun ist der Beitrag auch lesbar. Du hattest ein div-Tag verwendet mit einer CSS Anganbe, da wurde der Text nicht angezeigt. Im Quelltext hingegen war er vorhanden. Komisch, das habe ich noch nie gesehen.

  2. Mutter Natur

    Speziell an den “Diskussionspartner”:
    Schließlich hat “Mutter Natur” ja auch den Menschen hervorgebracht mit all seinen Möglichkeiten und Fehlern. Sollen wir ihn da immer gewähren lassen, weil “Mutter Natur” so gut ist?

  3. Sichtweise

    Wir sollten aufhören, die Natur zu vermenschlichen: Mutter Natur.
    Der Natur ist der Mensch egal. Umweltprozesse laufen nach physikalisch/chemischen Gesetzmäßigkeiten ab, ganz egal ob es den Menschen gibt oder nicht.

    Allerdings kann man die Abläufe manchmal beeinflussen: z.B. das Abholzen von Wäldern und das massive Verbrennen von fossilen Bodenschätzen beeinflusst die klimatischen Ereignisse.

  4. Nun ja, Natur inklusive deren Mutter ist das, was nicht von intelligenten Lebewesen geschaffen oder verändert wurde, also 99,99999999999999999999?% des Universums. Das Nichtnatürliche ist also sehr selten und sollte geschützt werden.

  5. komische Fragestellung

    Die Natur ist nichts, was wir von außen betrachten. Wir selbst sind Natur, zu 100%. Da gibt es keinen Gegensatz und die Natur ist alles: gut und böse, wunderschön und gleichzeitig an Grausamkeit kaum zu übertreffen.
    Die “gute Mutter Natur” ist nur ein Teilaspekt. Der Tod ist ein anderer Aspekt.

    Es wundert mich immerwieder, wie sich manche Leute als Gegensatz zur Natur sehen … komisch.

    Sogar ‘ne Plastiktüte ist Natur – was sonst? – Langkettige Polymere.

  6. Eins ist Alles- Alles ist Eins.

    In der Natur gibt es kein “gut” oder “schlecht”, “nützlich” oder “unnütz”, all diese Unterscheidungen entspringen nur unserem dualistischen Denken.

  7. Das Vermenschlichen der Natur indem man sie “Mutter” nennt ist schon das Hauptproblem. Damit macht man die Natur zu so einer Art Ersatzgöttin. Und als echte Göttin kann sie natürlich belohnen und bestrafen und ihr Wille ist unergründlich.

    Ich hoffe die Menschen werden endlich erwachsen.

  8. Danke Euch!

    Ui, gerade mal der zweite Artikel hier und schon eine Reihe von Kommentaren. Das freut mich.

    Damit es da keine Missverständnisse gibt: ich sehe die Natur auch nicht als Mutter, sondern eben wie die meisten hier als ein komplexes chemisches und biologisches System. Ich fand die Überschrift aber recht passend…

    @ Mona:
    Dass es in der Natur kein “gut” oder “schlecht” gibt, sehe ich ein wenig anders…wenn ein Tier an einer Krankheit stirbt oder fehlentwickelt ist, fühlt sich das Tier bestimmt nicht gut. Außerdem können fast alle Tiere Schmerz fühlen, der auch nicht gerade als Glücksgefühl bekannt ist.

  9. Nachhaltigkeit und mutter natur

    Ich stimme grundsätzlich mit deinen aussagen überein.

    Als naturwissenschaftler ist der Mutter-Natur-Begriff wie auch das gaia-konzept wertlos, weil es nichts erklärt. Aus ihr kann keine testbare hypothese abgeleitet werden, auch wenn ich für Lynn Margulis weg viel innere sympathie hege. (Die Homöostase ist kein aus­reichendes kriterium und recht umstritten.) Das gleiche gilt jedoch auch dafür, dass der mensch einen Freien-Willen habe.
    Das sind mentale konzepte und keine wissenschaftlichen. Wissenschaftliche konzepte sind zwar mental verankert, haben jedoch bewährte interpersonale konventionen, die nicht vereinbar sind mit Gaia, einer Seele oder dem Freien-Willen.
    Diese konzepte entspringen der personalen struktur, das soweit ich das sehe, ein altes mentales konzept ist, das vermutlich den sozialen umgang der menschen miteinander regelt. Vielleicht eine art vertragsbindung zwischen individuen.

    Wir sollten auf diese personalen konzepte im gesellschaftlichen umgang nicht verzichten, auch wenn sie keinen erklärungswert in wissenschaftlichen sinn haben.
    „Wir sollten den umgang mit der natur nicht vermenschlichen.“ ist eine aussage, die mit dem konzept, dass es keinen unterschied zwischen mensch und natur gib, nicht vereinbar ist, weil der mensch im kern natur ist. Trotzdem würde ich beide aussagen grundsätzlich unterschreiben.
    Im erste absatz der grundgesetztes steht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Dies beschreibt einen bindenden gestaltungsauftrag im umgang miteinander und vor allem der drei staatlichen mächte gegenüber seinen bürgern.
    Insofern – denke ich – sollte auch der natur eine gewisse, wenn auch anders geartete, würde zugestanden werden. Die maxime unseres umgangs mit der natur, gestaltet die voraussetzung unserer existenz. Diese maxime mag mit dem unwissenschaftlichen begriff der Mutter-Natur umschrieben sein, was insbesondere den schutz einer bestimmten form der natur ausdrückt. Die natur existiert immer und kann auch nicht geschützt werden. Gemeint ist aber doch der schutz einer das leben des menschen ermöglichenden natur.

  10. Mitgefühl

    “…wenn ein Tier an einer Krankheit stirbt oder fehlentwickelt ist, fühlt sich das Tier bestimmt nicht gut. Außerdem können fast alle Tiere Schmerz fühlen…”.
    Bestreitet ja auch niemand! Nur Schmerz und Tod sind nun mal Teil unseres Lebens, ob es uns passt oder nicht.

  11. Antworten

    @ Mona
    “Nur Schmerz und Tod sind nun mal Teil unseres Lebens, ob es uns passt oder nicht.”
    Das sind wir dann wieder auf einer Linie^^

    @ Wilhelm:
    Natürlich gibt es in der “menschlichen” Gesellschaft Probleme und Grundsätze, die man nicht naturwissenschaftlich angehen oder gar lösen kann. Von daher vielen Dank für diesen bereichernden Kommentar.

  12. Mutter Natur/Vater Staat

    @ Adam:

    Da liegen Sie völlig richtig. Die Überschrift sollte auch nur das Interesse wecken. Ich hoffe doch, dass der Artikel nicht so rüber kommt, dass ich die Natur tatsächlich für eine Mutter halte.

  13. – Denken erlaubt? –

    (Nur für den Fall, dass es erlaubt sein könnte!):

    1. “Mutter Natur” ist der momentan wohl adäquateste Begriff dafür, ausser dass er unserem dualistischen System nicht zu genügen vermag.
    2. Nach all unserem Wissen und Nichtwissen gibt es nichts was nicht in “Mutter Natur” ist, oder durch Sie ‘gezeugt’ – und mit Ihren Regeln und Gesetzen versehen,
    und dazu benötigte Sie nicht mal einen “Vater”. (Deshalb wohl die Verletzung unseres Dualismus?)
    3. Auch selbst der “Zufall” ist von Ihr, weshalb wir überhaupt zu Denken vermögen/’im Stande sein könnten’, so wir denn überhaupt wollten.
    4. “Mutter Natur” hatte noch nie irgend etwas zu lernen, oder zu lernen ‘nötig’ gehabt, weder Evolution, noch Profit, noch Überleben, noch Barmherzigkeit, noch Schmerz,
    noch Hunger, noch Tod, noch Gefühle, noch ‘sich ausdrücken’, etc., etc., und schon gar nicht – was Falsch und was Richtig ist/sein soll.

    Bei “‘-‘etwas richtigerer’-‘” Denkweise genügt dies bereits, und nicht nur zum Erkennen von:
    – dass nichts und niemand “Mutter Natur” ausnützen/ein Schnippchen schlagen/übervorteilen, oder was auch immer kann, – ohne dass irgendetwas/wer die Rechnung präsentiert bekommt (ohne jegliche Mahnung!).
    – dass grad die Wissenschaft sich in all dem äusserst schwer tut, was sehr wohl nicht von Ungefähr kommen kann.
    – dass somit: “”Als naturwissenschaftler ist der Mutter-Natur-Begriff wie auch das gaia-konzept wertlos, weil es nichts erklärt. … “” nur noch einer Selbst-Qualifizierung gleich kommen kann.
    – dass es nicht stimmt: “”Die Würde des Menschen ist unantastbar.””, sondern dass das Gegenteil davon der Mensch mehrmals täglich zelebriert.
    – dass wir nie und nimmer im Stande sein werden, irgend ein “Natur-Gesetz” zu finden/”meist nur definieren”, welchess nicht bereits seit Urzeiten (seit Anbeginn) bestanden hat.
    – dass man somit auch gar kein “Natur-Gesetz” ausnützen kann, ohne …. ! (Auch nicht auf vermeintliche Zeit!)

    Und daraus ‘würde’ wohl resultieren:
    + Es gäbe sehr-wohl Einiges was zu bedenken, und noch viel mehr was NEU zu überdenken, der Wert wäre.
    + Dass dieses Denken dem Menschen sehr nützen würde, wenn dies nicht bereits von Ihm, in geeigneter Art und Weise, ausgenützt/vermarktet würde, versteht sich von selbst.

    Somit verbleibt alleine das Fazit:
    Letztendlich wird “Mutter Natur” schiedsrichtern, – und angemessen bestrafen! — (Nur: – Für wen ist wann – Letztendlich?)

    (Wohlgemerkt, – nur wenn es denn erlaubt sein könnte!)

  14. Sicher nicht etwas, das man ideologisch

    instrumentalisieren sollte, keine Kitsch-Kulisse, kein Ort der Sentimentalität oder etwas, das man anruft, um das eigene Weltbild zu bestätigen. Und letztlich zu groß, um für Kleinkariertes ein Abziehbild zu sein.

  15. Natur ist Vielfalt mit Geschichte

    Die Vielfalt der Arten, Lebensformen und -prinzipien der biologischen Natur ist das Resultat fast unendlich vieler Entwicklungspfade, die aber alle einen Ursprung habe. Und ein Blatt in diesem Baum ist der Mensch.
    (Zitat)“Wie sollten wir aber mit Ihr verfahren?”
    Der Mensch ist ein Produkt der Natur und diese Grundlage vollkommen zu ignorieren, gar zu zerstören, scheint mir nicht sehr klug. Doch innerhalb seiner Menschenwelt, der Welt, die von ihm selbst geschaffen wurde, kann der Mensch wohl ziemlich frei walten und schalten. Diese Menschenwelt sollte aber nur ein Teil des Ganzen sein genau so wie das Evolutionsblatt, das den Menschen repräsentiert, nur ein Blatt in einem großen Baum ist.

  16. Die Bibel

    Wie sollen wir also mit der Natur verfahren? Fakt ist, dass wir nicht ohne sie leben können. Wir sollten sie aber auch nicht zu sehr als den ausschließlich guten Gegensatz zum Menschen glorifizieren, denn die Natur kann ebenso atembraubend schön wie unglaublich grausam sein.

    …hat hierzu den Ratschlag ‘Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.’ (Quelle, 1:28), klingt so übel nicht.

    Also keine Vergottung der Natur, keine Zerstörung der Natur, sondern das schlichte Herrschen und Nutzen.

    MFG
    Dr. W

  17. Natur als Masstab

    Als Produkt der Natur und zugleich einziges mit einer höheren Vernunft ausgestattes Wesen, dass heute zudem schon bald in der Lage sein wird, nicht nur einzelne Dinge, sondern ganze Systeme zu schaffen, die der Natur nahe- oder gleichkommen, kann der Mensch die Entwicklungen in der Natur als Masstab und Modell nehmen.

    Warum solch bedächtiges Handeln anstatt einfach das nächstbeste zu tun?

    Weil das nächstbeste den Menschen selbst gefährden kann, ja sogar sicherlich gefährdet (vielleicht eine Erklärung für unsere Einsamkeit im All). Was der Kommentator tammy geschrieben hat, (Zitat)” Wir selbst sind Natur, zu 100%” stimmt natürlich, denn wir sind Geschöpfe mit einer biologischen Herkunft und – im Moment mindestens noch – teilen wir sehr viel mit anderen Geschöpfen, von denen einige sogar im selben Evolutionsast liegen wie wir selbst. Was er auch geschrieben hat “Sogar ‘ne Plastiktüte ist Natur – was sonst? – Langkettige Polymere.” führt allerdings vom Thema weg und verwischt den Unterschied zwischen Belebtem und Unbelebten. Ich nun behaupte, dass dies ein wichtiges Ordnungskriterium ist und dass die Sicht, welche in Tieren nur Automaten sehen will und im Menschen dann schon den Bruder von Gott, eine gefährliche Verzerrung darstellt. Das zur Textstelle oben: “… dass Tiere lediglich funktionieren, während der Mensch einen freien Willen hätte..”

    Wir teilen sehr viel mehr mit unseren biologischen Verwandten als das viele wahrhaben wollen.Der oben im Text erwähnte menschliche Kampf gegen Krankheiten ist z.B. gar nicht auf den Menschen beschränkt. Menschenaffen versuchen sich ebenfalls zu kurieren, indem sie bestimmte Pflanzen als Heilmittel essen. Der Mensch war in seinen Heilkünsten vor einigen tausend Jahren ebenfalls auf dieser Stufe: (Zitat)“Der Mann vom Hauslabjoch, allgemein bekannt als Ötzi, eine etwa 5300 Jahre alte Gletschermumie aus der ausgehenden Jungsteinzeit (Neolithikum) bzw. der Kupferzeit (Eneolithikum, Chalkolithikum), führte Birkenporlinge vermutlich als Heilmittel mit sich”
    Im Prinzip ist jedes Heilmittel nur ein Mittel zum Zweck – zum Zweck wieder zu genesen. Es gibt keine natürliche Grenze dessen was man einsetzen soll oder nicht. Doch wenn wir überhaupt keine Grenzen setzen, könnte vieles üblich werden, was grotesk gegen die “Menschennatur” verstösst, wie beispielweise Doping mittels Genmanipulation , der speziell für Sportzwecke gezüchtete Mensch oder gar der genetisch modifizierte Supersoldat.

    Mein Ratschlag den Menschen als Blatt am Ende eines Evolutionsast zu sehen kann auch mit einem anderen Bild gefasst werden: Dem des Bergsteigers. Wenn er von den bekannten Pfaden abkommt (sich vom Evolutionsast entfernt) und gar ein Gewitter aufkommt, kann das sein Leben sehr schnell gefährden. Immerhin wäre nur der eine Bergsteiger tot, wenn er sich verrechnet hat. Wenn die ganze Menschheit sich aber auf solche gefährlichen Pfade begibt, könnte es die ganze Menschheit betreffen.

    Heute gibt es allerdings eher zuviele Bedenkenträger und zuwenige, die in der Lage sind zwischen gefährlichen Eingriffen des Menschen in die Natur und nützlichen zu unterscheiden.

    Schliesslich noch eine Bemerkung zum @Kommentar von Dr. Webbaer dem biblischen Auftrag an den Menschen betreffend, die Natur zu beherrschen. Zur Zeit Ötzis und sogar zur Zeit Judäas war das eine sehr vernünftige Aufforderung. Doch inzwischen sind wird Lichtjahre weit entfernt vom damaligen Zustand, wo der Mensch zwar grosse Gedanken fassen konnte, wo aber die Mittel diese umzusetzen sehr bescheiden waren.

  18. Vielleicht doch noch ‘Denken‘ angesagt?

    Ich bin bass erstaunt, da ich dachte dies sei ein eher wissenschaftliches “Journal”.
    Habe ich es offenbar doch nur “””gemeint”””, – dabei ‘meine’ ich eigentlich aus Prinzip nie!

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass solcherlei Klischees, und erst noch derart viele der Wissenschaft überhaupt irgendwie wohl bekommen können.
    Dass man zum Begreifen/’Richtigstellen’ von Mutter Natur auch noch den Herrn, genannt: Gott bemüht, hat wohl so einiges für sich, – ausser dass bereits 1677 (nach seinem Tod) dies ‘Kristall-klar’ von Herrn Ben. de Spinoza hinreichend getan worden ist.
    Trotz allem gilt auch grad Heute: “Wer glaubt – weiss nicht (und will nicht!); Wer weiss – glaubt nicht!” Insofern gilt folgerichtig: Der Glaube ist nur zugleich ‘Eselsleiter’, sowie ‘Entschuldigung’ durch’s/für‘s eigene Leben.
    Auch dass der Mensch ein ‘ganz besonderes Wesen’ von Mutter Natur sei, steht besser auf einen eigenen Blatt – gleich einem Abziehbildchen -, insbesondere wenn man nebst anderem, auch noch bedenkt, dass ‘jegliches’ “Geschöpf” aufhört zu fressen und nun anderen überlässt, sobald es genügend hat, – nur der Mensch bringt noch seinen Plastiksack mit!
    Dies hat sicherlich mit der bereits erwähnten “höheren Vernunft” zu tun! Zudem sagt mir meine “bescheidene Vernunft” – selbst auch als Chemiker, dass ich noch niemals in der Lage war, auch nur ein einziges Mal, eine einzige Verbindung zwischen nur zwei Atomen selber zu knüpfen. Im Gegenteil dazu: Immer hat dies Mutter Natur für mich getan, und ich habe sie einzig mit dem ‘richtigen’ “Environment” dafür, darum gebeten.
    Selbst daraus folgt, dass was unser sinnvolles Unterscheiden (nicht nur des Plastiksackes!) zwischen natürlich und un-natürlich, wohl ein(en) andere(s/n) Mass/Geist benötigt!
    Benötigt es angesichts all dieser Tatsachen nicht eine besonders gehörige Portion Arroganz um von Menschenhand gemachten, sowie naturnahen Dingen, und sogar System nicht nur zu reden?
    “Bedächtiges Handeln”, aber im Sinne von Denken, wäre wohl dringend anzuraten, als nur das “nächstbeste tun”, abgesehen davon, dass das “Nächstbeste” heutzutage einzig der ‘Renditesteigerung’ und dem “Gewinn-Steigerungs-Zuwachs-Rate” genügen muss!

    Es kann also niemals von Gutem sein, in diesem Sinne Mutter Natur als Massstab zu nehmen/gebrauchen, da Mutter Natur nicht denken kann, aber dafür begrenzt sie ganz klar ALL unser Wollen (unseren ‘Willen’) und Handeln, sowie Leben.
    Nur wer Denken kann/könnte, hat einen freien Willen, und ist somit ‘gut’ oder ‘böse’, – und erstaunlicherweise, bei etwas richtiger-er (gesammtheitlicher-er) Denkweise werden die Begriffe ‘Gut’ und ‘Böse’ quasi absolut!

    Was aber ist nun Mutter Natur?
    Sie ist nicht nur die “Basis” von allem und jedem; – nicht nur ALLE “Möglichkeit” von allem und jedem; – nicht nur die “Grenzen” von allem und jedem; – sondern auch die letztliche ‘Richterin’!
    Und für die Meisten erstaunlich: Als ‘letztliche Richterin’ ist es nicht von Nöten, dass Mutter Natur Denken können muss!
    Das Urteil hat Mutter Natur nämlich seit Anbeginn gesprochen, – und gerichtet haben wir uns erst noch selber! Folgerichtig: “Beherrschen” wir mal ein Bisschen!
    Unter anderem sei dafür ‘bloss’ an das berühmte “Fruchtfliegenexperiment” erinnert, und wir befinden uns bereits in äusserst steilem Anstieg, – abgesehen all der anderen Anzeichen.

    Was/Wer ist also nun Mutter Natur?

    Doch – Vielleicht ‘Denken‘ angesagt?

  19. Mutter Natur sollte eben wie eine Mutter geliebt werden. Leg dich in ihren Schoß und freu dich einfach, dass sie die lässte. Aber achte sie auch, sonst kommt die Kelle!
    Und warum ist sie manchmal so grausam? Sie ist ja nicht die Mutter der Menschen allein, sondern von allem. Sie ist eigentlich die Ganze Erde,die Mutter Erde. Und sie bestimmt was gemacht wird, der Vater (Vater Zeit) bestimmt nur wann!

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