Schweine und Stroh – neue Studie mit alter Erkenntnis

Stroh sei gut für Schweine. Es wirke sich positiv auf ihre Gesundheit aus – ebenso werde exploratives Fehlverhalten reduziert. Das haben Wissenschaftler des dänischen Zentrums für Nahrungsmittel und Landwirtschaft (DCA) der dänischen Universität Aarhus herausgefunden. Äh. Haben sie nicht.

Laut Agrarheute haben die Wissenschaftler in mehreren Versuchen unterschiedliche Mengen Stroh an Gruppen erwachsener Tiere verfüttert. Das Ergebnis zitiere ich mal aus dem Artikel:

In ihrer Auswertung kommen sie zu dem Ergebnis, dass bei einer Zugabe von 400 Gramm Stroh schädliches exploratives Fehlverhalten der Tiere wirksam unterbunden wird. Der Anteil von verletzten Schweinen sank bereits bei einer Gabe von 10 Gramm Stroh auf 5,9 Prozent und bei 500 Gramm Stroh auf nur noch 2,8 Prozent.

Genaue Details dazu erfahren wir nicht. 400 Gramm pro was? Schwein und Tag? Ration? Darüber könnte die Studie im Original sicher Aufschluss geben, leider habe ich die nicht vorliegen. Der eigentliche Punkt ist aber – wie oben angedeutet – ein anderer.

Der positive Einfluss schon geringerer Mengen Stroh auf Gesundheit und Verhalten ist nicht neu. Schon lange steht das weiche bis flüssige Futter der Schweinemast in der Kritik. Die struktur-arme Konsistenz des Futters führt zu einer schnellen Magenentleerung, die noch im Magen aktive Säure greift die Pars proventricularis an, die leider nicht über die wichtige Mucus-Schutzschicht verfügt, die den Magen sonst schützt. Die Folgen sind Läsionen bis hin zu Magengeschwüren. Stroh kann da Abhilfe schaffen, da es aufgrund seiner faserigen Struktur länger im Magen bleibt und sich dort auf der Pars proventricularis ablagert. Durch Fermentation bildet es dann eine eigene Schutzschicht. Studien, die das belegen, gibt es ebenfalls. Wie gesagt, alles nicht neu. Auch die Tatsache, dass sich Stroh als Beschäftigungs-Material eignet und somit noch einen netten Nebeneffekt hat, ist keine revolutionär neue Erkenntnis. (1)

Trotz dieser Vorzüge setzen Landwirte Stroh nur selten bis ungern ein – und das nicht etwa, weil sie bescheuert wären. Der Grund sind Mykotoxine. Gut, die will jetzt niemand im Essen oder Tierfutter haben, Schweine gelten hier allerdings als besonders empfindlich. Schon sehr geringer Mengen setzen das Immunsystem herab, schädigen Organe, beeinflussen die Proteinbiosynthese, den Östrus oder führen zu Erbrechen. Vomitoxin (Desoxynivalenol) ist ein solches Toxin. Fütterungsversuche haben hier schon negative Auswirkungen bei unter 1mg/kg Futtermittel gezeigt. Derartige Probleme will kein Landwirt in seinem Betrieb haben.

Wissenschaft lebt bekanntlich von der Reproduktion gewonnener Erkenntnisse. So lässt sich am besten herausfinden, ob diese Erkenntnisse haltbar sind oder doch besser verworfen werden sollten. Insofern ist die Arbeit der Forscher für diese Studie nicht völlig für die Katz. Weitaus wichtiger wäre aber ein Management-Konzept gewesen, wie sich das Stroh verarbeiten und einsetzen ließe ohne mit Schwierigkeiten wie Schimmel rechnen bzw. kämpfen zu müssen.

Das hätte Schweinen wie auch Landwirten weitaus mehr genutzt.

Anmerkungen

  1. Bei der vor einiger Zeit publizierten Fütterungs-Studie mit GM-Futter gab es ganz ähnliche Befunde, die seitens der Verantwortlichen dem GM-Futter angelastet wurden. Fand ich wenig überzeugend.

Veröffentlicht von

Wissenschafts- und Agrarblogger seit 2009 – eher zufällig, denn als „Stadtkind“ habe ich zur Landwirtschaft keine direkten Berührungspunkte. Erste Artikel über Temple Grandin und ihre Forschungen zum Thema Tierwohl wurden im Blog dann allerdings meiner überwiegend ebenfalls nicht landwirtschaftlichen Leserschaft derart positiv aufgenommen, dass der Entschluss zu einer stärkeren Beschäftigung mit der Landwirtschaft gefallen war. Auch spätere Besuche bei Wiesenhof und darauf folgende Artikel konnten die Stimmung nicht trüben. Seit 2015 schreibe ich auch gelegentlich für das DLG-Blog agrarblogger.de, teile meine Erfahrung in der Kommunikation als Referent und trage nebenbei fleißig weitere Literatur zum Thema Tierwohl zusammen. Auf Twitter bin ich unter twitter.com/roterhai unterwegs.

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  1. Wenn man Schweinen ein bisschen Stroh gönnen würde, dann kämen auf die Mäster geringfügig höhere Kosten und Mehrarbeit hinzu. Bei den Preiskämpfen, die sich Züchter, Händler und Kunden um jeden Cent liefern, macht sich das natürlich negativ bemerkbar. Also wird vielerorts einfach abgestritten, dass sich Stroh positiv auf die Schweine auswirkt. Die landwirtschaftspolitische Sprecherin der CDU, Christina Schulze Föcking, sagte beispielsweise: “Es ist vollkommen unklar, ob eine allgemeine Strohpflicht überhaupt den Schutz und die Gesundheit der Tiere verbessern würde. Im Stroh fänden sich oftmals auch Keime und Bakterien, die den Schweinen schaden könnten. Zudem würden auf die Landwirte enorme Kosten zukommen. Der Lebensmitteleinzelhandel habe klargemacht, dass er Landwirten keinen Bonus für Strohhaltung zahlen will”. (Quelle: RP-Online vom 14.08. 2013)

    In der Bio-Schweinehaltung gibt es diese Bedenken scheinbar nicht. Hier ist sich jeder darüber im Klaren, dass Schweine reinliche Tiere sind, die es sich lieber auf sauberen Stroh bequem machen, anstatt auf Spaltenböden in ihrem eigenen Dreck dahinzuvegetieren, dessen Gestank einem förmlich den Atem raubt.

    Siehe dazu auch: http://www.amg-sachsen-anhalt.de/agrarmarketing/media/dokumente/landwirtschaft/Bauernhof%20a%20Kl.zimmer/6.-Fotodatei—Schweinelhaltung-im-Stall-mit-Auslauf-und-Str.pdf

    • Hallo Mona,

      natürlich sind Mykotoxine auch für Bio-Schweine ein Problem, Tieren und Pilzen sind die Label, unter denen sie leben, ziemlich egal.

      Stichwort Reinlichkeit: Da hast Du recht. Schweine sind reinliche Tiere, dass der Kot jetzt teilweise noch im Stall bleibt und nicht durch den Spaltenboden fällt, liegt teilweise an der Verkleinerung der Spaltmaße von 20 auf 18 mm nach EU-Verordnung. Vorher hat das ganz gut geklappt.

      Was Christina Schulze Föcking sagt, ist natürlich Unsinn – schon seit 30 oder 40 Jahren gibt es entsprechende Belege. Und das Argument der Bakterien…lassen wir das. Politik halt.

      Neben dem Bio-Bereich kommt Stroh als Beifutter auch bei den Tierwohl-Siegeln zum Einsatz, für jene Produkte wird aber auch mehr Geld verlangt. Zudem ist Stroh natürlich nicht grundsätzlich problematisch, kann es aber schnell werden, wenn die Witterungsverhältnisse nicht optimal sind.

  2. Hallo Sören,

    “natürlich sind Mykotoxine auch für Bio-Schweine ein Problem”

    Das bestreite ich ja gar nicht. Mykotoxine finden sich leider in allen möglichen Futtermitteln, auch in Heu oder Silage (über die Du erst kürzlich geschrieben hast). Nach einer Schätzung der FAO sind vermutlich 25 Prozent des Getreideaufkommens der gesamten Welt mit Mykotoxinen belastet. Abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit befallen Schimmelpilze die Futterpflanzen entweder schon auf dem Feld oder treten erst bei der Lagerung auf. Es hängt natürlich von der Konzentration ab, inwieweit diese gesundheitsschädlich sind. In höheren Dosen verabreicht können Mykotoxine eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit auslösen oder sogar tödlich sein. Allerdings ist Stroh nicht die Hauptnahrung von Schweinen und es besteht für gewöhnlich keine Gefahr, dass bei “normal” belasteter Einstreu ein bestimmter Richtwert überschritten wird.
    Näheres Hier: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/7/nav/753/article/17713.html

    • Das brauchst Du mir nicht zu erklären 😉 Natürlich sind Mykotoxine überall enthalten, Grenzwerte dienen dazu, den Gehalt so niedrig wie möglich zu halten.
      Den wichtigsten Punkt habe ich aber im Text erwähnt: die “Verträglichkeit” der Mykotoxine ist im Nutztier-Bereich sehr unterschiedlich, Schweine sind da im Gegensatz zu Wiederkäuern oder Geflügel am empfindlichsten. Was einer Kuh wenig bis gar nichts ausmacht, haut ein Schwein direkt um.

    • Für den Fall, dass Du in der Seiten-Leiste das Twitter-Wigdet entdeckst, wo ich auf diesen Kommentar mit “knuffig” hinweise: mache mich da keineswegs über Dich lustig, fand das einfach nur nett, wie Du mir das erklärt hast 😉

      • Du scheinst ja heute gut drauf zu sein, weil Du Dich über meine “knuffige” Erklärungsweise lustig machst, äh, freust. Habe ich schon erwähnt, dass man Schimmelpilze sehr wirksam mit hochprozentigen Alkohol abtöten kann? Das gilt natürlich nur für äußerlichen Schimmelbefall. 🙂

        Spaß beiseite! Schimmel bildet sich ja nur da, wo es feucht ist. In früheren Zeiten haben die Bauern die Stallwände deshalb gekalkt. Da Kalk einen sehr hohen ph-Wert hat können Schimmelpilze nicht darauf leben.

        • Über Twitter kam der Hinweis einer Leserin, die es als Spott aufgefasst hat und da wollte ich nochmal sicher gehen, dass es bei Dir nicht genauso rüberkommt, hach ja, Kommunikation im Internet hat so ihre Tücken.

          Kalk wird übrigens auch heute noch eingesetzt, um damit die Liegeboxen auszustreuen, wirkt desinfizierend. Das mit den Stallwänden früher wusste ich allerdings nicht. Wieder was gelernt 😉

  3. Ich habe leider auch keine sicheren Daten zum Pilzbefall von Stroh … aber: Die fiesen Mycos von denen meist die Rede ist produzieren z.B. DON http://www.agrimont.de/images/Fusarien_Getreide.pdf . Fusarium ist vor allem ein Ährenthema. Da ist das Stroh also weniger betroffen. Ich mache beruflich Umfragen in der Landwirtschaft und würde vor dem Hintergrund der Erfahrungen zum Fungizideinsatz sagen, dass das Thema eher unwichtiger wird. Fungizide werden mesit 2-3 mal eingesetzt und kein Anbauer hat ein Interesse daran, dass seine Getreidepflanzen von Pilzen befallen sind. Ist das Blatt geschädigt, leidet darunter auch der Ertrag. Allergrößte Bedenken in dieser Hinsicht habe ich aber bei Biogetreide. Die Möglichkeiten, den Pilzbefall hier zu kontrollieren sind doch arg begrenzt. Es gibt mittlerweile auch DON Schnelltests. Sind zwar für Körner entwickelt, müsste aber auch mit Stroh funktionieren.
    Gruß
    Kai

    • Hallo Kai,

      haben die Bio-Bauern denn mehr Lust auf verpilzte Pflanzen?

      Tatsächlich gilt aber nicht nur, was auf dem Feld passiert, sondern eben auch die Witterung, Temperaturen, Erntezeitpunkt der Pflanzen und nicht zuletzt die Lagerung. Viele Bereiche, in denen ungünstige Bedingungen die Mykos fördern können.

  4. nee, die ham da auch kein Bock drauf aber sie dürfen eben auch keine Fungizide einsetzen, die die Pilze gut kontrollieren. Alle vorbeugenden Maßnahmen sind bei starkem Befallsdruck jedoch vergleichsweise wirkungsschwach.

  5. Moin,
    Also Mykotozine auf dem Stroh sind sehr schwer zu beeinflussen. Es ist zwar richtig das versucht wird die Plante frei zu halten aber die entsprechenden Pilze wandern von unten nach oben. Auch sind für den Ertrag nur noch die letzten 4 Blätter entscheidend. Die Mykos am Getreide stammen von der Pflanze und nicht andersherum. Gerade einige Regentage und feucht warme Witterung vor der Ernte können hier Probleme bereiten. Aber auch nach dem Dreschen können sich die Mykos noch explosionsartig vermehren. Das Stroh muss noch mindestens einem Tag nachtrocknen. Geschieht das nicht oder gibt es nach dem Dreschen feucht warme Witterung gibt es hier extreme Probleme. Stroh hat in der Schweinefütterung nichts verloren! Wer das vordert hat sich mit der Materie nicht ernsthaft auseinander gesetzt. Es lässt sich über die Jahre einfach nicht gewährleisten immer einwandfreies Stroh zu ferfügung zu haben. Des weiteren hat Stroh auch keinen Wert fürs Schwein. Hier gibts es wesentlich bessere Rohfaser.

    • Das Stroh war ja nicht als Schweinefutter gedacht, sondern als Einstreu. Für die Schweine ist es halt komfortabler auf einer Strohmatratze zu liegen, anstatt auf einem nackten Spaltenboden. Man kann jedoch nicht ausschließen, dass die Schweine das Stroh auch mal anknabbern. In der Pferdehaltung ist eine Stroheinstreu gang und gäbe. Pferde sind, wie Schweine, keine Wiederkäuer und haben deshalb ebenfalls starke Probleme mit schimmeligen Futter oder Einstreu. Da man die Qualität von Heu oder Stroh, aufgrund feuchter Witterung, nicht immer beeinflussen kann empfehlen Tierärzte den Pferdebesitzern oft einen sog. Toxinbinder ins Futter zu mischen. Dieser soll die Schimmelpilzgifte im Darm des Pferdes zu einer unschädlichen Form binden, die dann mit dem Kot ausgeschieden wird. Das Zeug ist jedoch recht teuer und manche Pferde scheinen eine starke Abneigung dagegen zu haben und fressen es nicht.

  6. Lieber Sören, liebe Kommentatoren,

    beim Artikel und den Kommentaren werden derzeit vier Aspekte überhaupt nicht behandelt:

    1. Nicht kalkulierbares Keimrisiko in Form von Salmonellen, Brucellose usw.
    Wer erinnert sich nicht an die Warnung vor Strohimporten aus der Türkei (MKS-Risiko!). Für QS-Betriebe ein Desaster. Machen Biobetriebe bei QS eigentlich mit?
    2. Arbeits- und Tierschutz: Staublunge / Asthma für Mensch und Tier und Vorgaben der Tierschutznutztierhaltungs-VO, Schweine nicht unnötig mit eigenem Kot und Harn in Berühung kommen zu lassen (so daß sich Gaben von unbelastetem Stroh eigentlich nur über Strohraufen anbieten)
    3. Bitte einmal durchrechnen, wieviel Stroh wir für rd. 58 Mio. Mastschweine pro Jahr brauchen (die deutschen Ackerflächen dürften nur noch mit Getreide angebaut werden!)
    4. Jeder, der Stroh als Einstreu empfiehlt, sollte sich die Emissionswerte dieser Haltungsverfahren und die Temperaturbelastung der Schweine anschauen: mit Umwelt- und / oder Tierschutz hat das nur noch wenig zu tun.

    • Hallo Klaus,

      vielen Dank für Deine Ergänzungen! Kleiner Hinweis: den Artikel habe ich spontan ohne große zusätzliche Recherchen geschrieben, wollte nur das eben loswerden, daher die Kürze bzw. die fehlenden Aspekte. Gehen wir mal der Reihe nach durch:

      1) Die Warnung hatte ich tatsächlich nicht auf dem Schirm.

      2) Das ist jetzt interessant. BauerHolti, der weiter oben kommentierte, schrieb unter einem anderen Artikel hier, dass die Verringerung der Spaltmaße in Schweineställen zu Problemen beim Durchtreten des Kotes führte. Wie geht das mit der von Dir zitierten VO zusammen?

      3) Das ist der Punkt, der mich dabei störte. Eine vernünftig zu managende Umsetzung wäre weit interessanter gewesen als diese Studie.

      4) Könntest Du diesen Punkt noch etwas erläutern?

      • Bauer Holti hat Recht: insbesondere in Haltungsverfahren mit Teilperforierten Böden (also ein Teil des Boden planbefestigt, ein Teil mit “Spalten” lassen sich die Probleme erkennen. Die Tiere verkoten, die Ammoniakwerte im Stall steigen und das gesamte Stallklima leidet. Daher wurde dieses Verfahren der 80er ja auch ersetzt.

        Und damit sind wir auch bei 4.)
        Aus der Praxis wissen wir, dass Stroheinstreu im Sommer zu Hitzestau führen kann. Stroh hat nun mal einen guten Dämmwert, so dass den Schweinen die Möglichkeite für eine Abkühlung genommen wird. Man sieht das in Sommermonaten v.a. dann, wenn sich die Schweine in die nasse Kotecke legen, um überhaupt etwas Abkühlung zu bekommen.Je nasser das Stroh, um so mehr Emissionen und umso mehr Atemwegsprobleme.
        Im KTBL-Bewertungsrahmen “Beste verfügbare Technik” schneiden Strohställe unter diesen Gesichtspunkten daher auch nicht besonders gut ab.

        • Vielen Dank für Deine Antwort.

          Bezüglich Deiner Ausführungen zu Stroh war mir das so auch bekannt, mich irritierte nur das Wort Emissionen.

          Was Kot im Stall angeht, rede ich keineswegs von einem abgeschafften Problem aus den 80, das Thema ist sogar sehr aktuell. ich kopiere den Kommentar hier mal rein. Zitat Bauerholti:

          “So hier nun meine Erfahrungen mit dem seit 1.1.2013 geltenden Spaltenmaßvon 18 mm. Wir haben diese Spalten nun schon seit über einen Jahr in unseren Mastställen. Vorher war alles gut, wir hatten keine Klauenprobleme und auch keine verdreckten Buchten. Auch nicht wenn nur noch ein Paar Tiere in der Bucht waren. Mit dem tauschen der Spalten ging es aber los. Spätestens wenn weniger Tiere in r Bucht sind tritt sich der Kot nicht mehr durch. Die Bucht und auch die Tiere verschmutzen. Der Boden wird rutschig was Beinschäden zu folge hat. Es ist ganz klar zu sehen das diese Verordnung dem Tierwohl nicht dient sonder nur dem Bauchgefühl einiger Politiker. Es ist sogar ganz das Gegenteil der Fall. Da hat man eine ganze Masse Geld für vermeintlichen Tierschutz/wohl ausgegeben und muss nun feststellen das es nichts bring sonder nur mit zusätzlicher Arbeit der Komfort von den 20 mm Spalten zu halten ist.
          Also nicht immer bringen vermeintliche Tierschutzverordnungen auch wirklich was fürs Tier.”

  7. Hallo Klaus,

    Nummer zwei und drei Deiner Argumente würde ich glatt zustimmen. Bei Nummer eins habe ich jedoch Bedenken. Es gibt nämlich auch Strohpellets, die aus zerkleinertem Stroh bestehen, welches unter hohem Druck gepresst wird. Sie sind hygienischer, weil das Stroh während der Herstellung auf über 70 Grad erhitzt wird, wodurch beinahe alle Keime und Sporen abgetötet werden. Die Strohpellets sind außerdem recht saugstark und lassen sich leichter entfernen, als loses Stroh. Nummer vier Deiner Ausführungen verstehe ich leider nicht ganz. Könntest Du das ein bisschen ausführlicher erklären?

    • Strohpellets sind eine super Lösung. Einstreu oder Strohraufen allemal vorzuziehen.
      Ob sich Mykotoxine durch Erhitzung reduzieren lassen ist mir nicht bekannt.
      Übrigens: in Deutschland sind derzeit keine Mkotoxinbinder (Futtermittelzusatzstoff) zugelassen und dürfen daher auch nicht als solche beworben werden!!!

      Zu 4) siehe weiter oben meine Antwort zur selben Frage von Sören

  8. Hallo Klaus,

    danke erst mal für die Antwort. Ich habe dazu jedoch noch einige Anmerkungen. Du schreibst: “Ob sich Mykotoxine durch Erhitzung reduzieren lassen ist mir nicht bekannt.”

    Das ist nicht pauschal zu beantworten. Der überwiegende Teil der Mykotoxine kann zwar durch starkes erhitzen abgetötet werden. Es ist jedoch zu bedenken, dass sich die von den Schimmelpilzen produzierten Giftstoffe weiterhin im Stroh oder in der Nahrung befinden. Verschimmeltes Futter oder Einstreu sollte weggeschmissen werden.

    “Übrigens: in Deutschland sind derzeit keine Mkotoxinbinder (Futtermittelzusatzstoff) zugelassen und dürfen daher auch nicht als solche beworben werden!!!”

    Mir war nicht bekannt, dass diese Zusatzstoffe verboten sind, denn sie werden auch über das Internet angeboten. Ich kenne das Zeug aus der Pferdehaltung und da gibt verschiedene Produkte, auch aus Tonmineralien etc. hergestellt, wie das Mittel “Toxisorb”, das jedoch in der EU zugelassen ist.

    • Korrektur:
      Die Antwort zu “Ob sich Mykotoxine durch Erhitzung reduzieren lassen ist mir nicht bekannt.”, sollte natürlich heißen:
      Das ist nicht pauschal zu beantworten. Der überwiegende Teil der Schimmelpilze kann zwar durch starkes Erhitzen abgetötet werden. Es ist jedoch zu bedenken, dass sich die von den Schimmelpilzen produzierten Stoffwechselprodukte, die Mykotoxine, weiterhin im Stroh oder in der Nahrung befinden. Verschimmeltes Futter oder Einstreu sollte daher weggeschmissen werden.

      • Auf den Punkt gebracht: Erhitzen bringt nichts (das ist so korrekt), denn es geht ja gerade um die Toxine und nicht um die Pilze bzw. deren Lebendigkeit.

        • Das ist zwar richtig auf den Punkt gebracht. Meines Erachtens ist jedoch schon auch die Tatsache wichtig, dass durch das Erhitzen die weitere Vermehrung der Schimmelpilze selbst gestoppt werden kann, indem man das Stroh beispielsweise zu Pellets verarbeitet. Gerade in Jahren mit sehr feuchter Witterung könnte eine schnelle Weiterverarbeitung verhindern, dass das gesamte Stroh vergammelt.

          Hier noch ein Fund zum Thema: Die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. schreibt auf ihrer Website. “Aktuelle und belastbare Untersuchungen zum Einsatz organischer Materialien im Stall gibt es kaum. Zu einer Folgenabschätzung gehört es aber, die Konsequenzen in Richtung Tierhygiene, Lebensmittelsicherheit, Arbeitswirtschaftlichkeit, Ökonomie usw. genau zu kennen.” Aus diesem Grund wird eine Befragung durchgeführt, da man wissen möchte welche Erfahrungen es diesbezüglich gibt. http://www.schweine.net/stroh_im_schweinestall_fluch_oder_loesung.html

          • Ob Pellets noch die nötige Struktur-Wirkung haben, wäre noch interessant herauszufinden…

            Zu Deinem Zitat der Interessengemeinschaft der Schweinehalter: spätestens mit dieser Studie dürfte sich dann auch das aktuell erledigt haben, der grundsätzliche Vorgang ist ja schon lange bekannt. Dass das Management dabei immer außen vor blieb, ist leider der Punkt, über den wir hier ja diskutieren. Diesbezüglich sollte also zügig jemand mit einer Lösung kommen.

  9. @Sören Schewe

    “Ob Pellets noch die nötige Struktur-Wirkung haben, wäre noch interessant herauszufinden…”

    Hier eine Tabelle über den Gehalt an strukturwirksamer Rohfaser in verschiedenen Futtermitteln – einschließlich Strohpellets. (ich nehme an, dass das gemeint war):

    http://books.google.de/books?id=Yqn1bytT7mYC&pg=PA377&lpg=PA377&dq=strukturwirksamer+Rohfasergehalt++von+strohpellets&source=bl&ots=Kyck2pMfCx&sig=SlhIhSbQ6nz0LRi2dEBAmiM7DpI&hl=de&sa=X&ei=bTBwUvCVIcretAa_poHQAw&ved=0CDQQ6AEwAQ#v=onepage&q=strukturwirksamer%20Rohfasergehalt%20%20von%20strohpellets&f=false

    Und hier noch was über “Strohpallets für Sauen”:

    http://www.kaliro.de/docs/wochenblatt_2008_22.pdf

    • Hallo Klaus,

      Mirjam Lechner sagt mir sogar was, mit ihr habe ich mich im Sommer mal per Mail ausgetauscht. Den Kanal schau ich mir gerne mal an. Danke für den Hinweis!

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