Ein Ausblick – Eure Kommentare 2015

This is going to be a bi-lingual article, starting in German, because I had this idea just 5 minutes ago and at the end there will be an English part.

Nix. Das war die völlig ehrliche Antwort, die ich Markus Poessel nach dem diesjährigen Deidesheim-Treffen über Twitter auf seine Frage schrieb, was ich denn für meine Diskussionen täte. Ich weiß, dass mein Blog schon länger eine gewisse Aufmerksamkeit bezüglich dessen erregt, was sich hier untenrum abspielt. Markus wünschte sich sogar einen Artikel zur hiesigen Kommentar-Kultur.

Doch, ich habe echt hart nachgedacht, habe alte Artikel aufgerufen, Kommentare gelesen und einige gespeichert. So ein Meta-Artikel ist doch kein Hexenwerk, dachte ich. Natürlich habe ich einige Grundsätze bei mir ausgemacht, die als Basis für meine Herangehensweise an Themen und den Stil der Artikel gelten dürfen:

  • Ich versuche die gerade in der Landwirtschaft populären Schemata zu umfahren, sprich: konventionell vs. bio und vice versa ist für die Puppen.
  • Ebenso langweilig und doof finde ich die Argumentation, dass es nur um das liebe Geld ginge.
  • Eins noch: ich interessiere mich für die Essgewohnheiten anderer Menschen nur so mittel. Esst, was Euch glücklich macht.

Stellt Euch vor, es ist Stau und keiner fährt hin.

Das Problem: ich kann noch so sachlich sein und so viele gängige Provokationen vermeiden wie ich will – wenn Ihr nicht mitspielt, kann ich in’n Sack haun.

Ich hatte ja schon Anfang Dezember den ersten Kommentar, leicht editiert und gekürzt, als Artikel veröffentlicht. Das war ziemlich spontan. Über die angemessene Würdigung Eurer Beiträge dachte ich allerdings schon länger nach. Den letzten nötigen Anstoß gaben dann einige journalistische Kommunikations…ächz…Symposien eben, auf denen sich Menschen untereinander darüber unterhielten, wie sich Menschen für Wissenschaft begeistern ließen. Ging es um Kommentare, las ich auf Twitter fast nur von Trollen. Das wäre an sich völlig egal, wenn ich nicht seit einiger Zeit eine Tendenz zur Ignoranz von Kommentaren beobachten würde. Das ärgert mich immens. So begeistert man exakt niemanden. Weder Menschen aus der Wissenschaft, die vielleicht über potentiell konflikt-trächtige Themen schreiben möchten und dann direkt – sofern vorhanden – den Schwanz einziehen, noch Menschen, die wirklich diskutieren wollen und sich Mühe geben dabei.

Schließlich investiert Ihr in der Tat nicht selten viel Zeit in Eure Kommentare oder gebt praktische Einblicke in den Alltag zu Themen, die ich hier über Studien bespreche. Ich habe mir also für das kommende Jahr zwei Dinge überlegt:

  • Ich werde mein Artikel-Archiv und damit den riesigen Fundus an Kommentaren durchforsten und einige davon als Artikel publizieren.
  • Außerdem müsst Ihr ab jetzt natürlich ständig ebenfalls damit rechnen, Euch plötzlich eine Etage höher zu sehen.

(Wenn Euch das stört, schreibt es in die Kommentare.)

Als Beispiel verlinke ich hier mal Maulwurfs Kommentar, den ich nur etwas editiert, gekürzt und mit einer Einleitung versehen habe. Wenn Ihr da noch Anregungen habt, wisst Ihr ja Bescheid, nä 😉


What I want to do with your comments in 2015

After 5 years of blogging I got so many great comments here in my blog. People shared their experiences, added facts or simply asked for help to understand my articles. So I had an idea…

No doubt, I’m an ag blogger, but I’m also a science blogger and although agriculture is science-based in many ways, these are still two different communities. Mostly in the science community there are many different debates going on to improve blogging skills, research or just debates about the way of writing about science. That’s great! But when it comes to comments written by people, it’s getting a bit difficult. Of course there are people not being interested in discussions and just bitching around. Sometimes they are a real problem. But, I mean, come on.

Maybe it is just me, but from what I read being discussed at communication conferences a few weeks ago, I’m not sure, if this is the right way. You won’t engage anyone in science on both sides (scientists and readers) while just talking about those black sheep in the comments.

To appreciate your time spent – well, obviously you haven’t spent much time here yet, but I hope to write more English articles in the future – on writing and even doing research on your own, I decided to post great comments as articles.

I won’ just copy and paste them, but adding a little intro. Of course, I’ll also edit them a bit where necessary. I can’t show you an example yet though 😉


  • Bleibt mir am Ende nur noch Euch ein paar ruhige Tage zu wünschen. Frohe Weihnachten und kommt mir bloß gut in 2015 an.
  • As most of my English followers on Twitter are farmers and vets, you’ll have to work on Christmas like any other day. But I hope, there will be some time to relax – and time to read this article 😛

Veröffentlicht von

Wissenschafts- und Agrarblogger seit 2009 – eher zufällig, denn als „Stadtkind“ habe ich zur Landwirtschaft keine direkten Berührungspunkte. Erste Artikel über Temple Grandin und ihre Forschungen zum Thema Tierwohl wurden im Blog dann allerdings meiner überwiegend ebenfalls nicht landwirtschaftlichen Leserschaft derart positiv aufgenommen, dass der Entschluss zu einer stärkeren Beschäftigung mit der Landwirtschaft gefallen war. Auch spätere Besuche bei Wiesenhof und darauf folgende Artikel konnten die Stimmung nicht trüben. Seit 2015 schreibe ich auch gelegentlich für das DLG-Blog agrarblogger.de, teile meine Erfahrung in der Kommunikation als Referent und trage nebenbei fleißig weitere Literatur zum Thema Tierwohl zusammen. Auf Twitter bin ich unter twitter.com/roterhai unterwegs.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Es liest sich bei Ihnen jedenfalls sachnah und ausgewogen [1], insofern müssen sich auch keine besonderen Kontroversen bezüglich des Inhalts ergeben, der hiesige Inhaltegeber hat natürlich auch etwas zu sagen….

    MFG
    Dr. W (der am Rande notiert, dass es im Bereich der Physiklehre eine Gegnerschaft gibt, die das übliche Vorgehen rundherum ablehnt, die eigens angereist kommt, um zu “ergänzen”)

    [1] bei der gelegentlich gelobten Temple Grandin weiß der Schreiber dieser Zeilen nicht so recht

    • Könnten Sie Ihr diffuses Gefühl bzgl. Temple Grandin etwas konkretisieren? Das fände ich für eine Antwort sehr hilfreich.

  2. Pingback:Landwirt Daniel über industrialisierte Landwirtschaft › Vom Hai gebissen › SciLogs - Wissenschaftsblogs

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