Die Hochschule für Jüdische Studien schickt ihrem ehemaligen Studenten einen Drohbrief

un/zugehörig

Der Text über meine persönlichen Erfahrungen an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, den ich hier im Februar geschrieben habe, bekommt eine interessante Fortsetzung. Die Hochschulleitung bzw. der Rektor Herr Prof. Dr. Johannes Heil hat nämlich so viel Interesse daran genommen, dass er mir daraufhin geschrieben hat.

Tatsächlich war zu erwarten, dass die Hochschule mir irgendwann mal, wenn auch nicht so schnell, schreibt, dass sie sich für die ganzen Missetaten, die eine große Einrichtung gegen einen Studenten verüben konnte, entschuldigt und sich nunmehr darum bemüht, das mir Widerfahrene je nach Möglichkeit wiedergutzumachen.

Allerdings ist nicht das passiert, sondern gerade das Gegenteil. Denn die Hochschule sieht ihren Ruf geschädigt. Schuld daran sei also nach Auffassung der Hochschule nicht die Hochschule selbst bzw. ihr damals (und anscheinend auch heute noch) unmögliches Verhalten, sondern das Schreiben über selbiges. Diese Fähigkeit, für das eigene Verhalten Verantwortung zu übernehmen, ist ja ein ganz tolles ethisches Vorbild für eine Einrichtung, die zumindest vorgibt, Rabbiner ausbilden zu wollen (und zwar seit 1979 – obwohl bis heute, soweit ich weiß, trotz aller öffentlichen Finanzierung noch kein einziger an dieser Hochschule zum Rabbiner ordiniert wurde; alle mir bekannten Kollegen, die es sich wie ich überlegten, verließen früher oder später ebenfalls die Hochschule).

Nun droht mir diese Alma Mater mit Anzeige wegen übler Nachrede und Volksverhetzung (sic). Der Rektor träumt sogar von einer Unterlassungserklärung mit Geldstrafe in fünfstelliger Höhe. Anscheinend ist die Hochschulleitung der Meinung, dass nicht die damaligen Schikanen, sondern die Berichterstattung darüber geahndet werden muss.

Was die Hochschule bzw. deren Leitung eigentlich wissen müsste, aber offenbar vergessen oder verdrängt hat, ist die kleine Nebensache, dass ich für diese Schikanen schriftliche Belege habe und die Beschreibung meiner persönlichen Erfahrungen somit nachweisen kann. Nach Rücksprache mit einem Anwalt habe ich mich entschieden, dem mafiosen Druck nicht nachzugeben und auf die Vorwürfe der Hochschule zu antworten (s. u.).

Ziemlich schräg finde ich übrigens, dass eine mit öffentlichen Geldern finanzierte Hochschule gar nicht erst versucht, aus der Kritik zu lernen, sondern bevorzugt, aufs Schärfste gegen eine private Person vorzugehen, die es “wagt”, überhaupt Kritik zu äußern und über ihre persönlichen Erfahrungen zu schreiben. Offenbar will die Hochschulleitung lieber die Wahrheit verbieten als sich damit auseinander zu setzen.

Wäre es auch dann der Fall, wenn die Entscheidungsträger mit ihrem eigenen Einkommen für solche Einschüchterungsversuche haften müssten und dabei keine öffentlichen Gelder verschwenden dürften? Gegenüber dieser gut finanzierten Maschine, deren Schein ihr offensichtlich wichtiger ist als ihr Sein, stehe ich als Privatperson mit sehr beschränkten Mitteln offenkundig benachteiligt da. Trotzdem will sich die Wahrheit nicht einschüchtern und zum Schweigen bringen lassen. Wer weiß, ob die unschöne Seite einer Hochschule, die einen ehemaligen Studenten verfolgt, nicht gerade durch einen von ihr erzwungenen Prozess in die Öffentlichkeit geraten würde (“Streisand-Effekt“).

Da die Hochschulleitung anscheinend den Don Quichotte spielen will, die Hochschule selbst sich jedoch in der Trägerschaft des “Zentralrates der Juden in Deutschland” befindet, lasse ich den Fall dem Vorsitzenden Dieter Graumann zukommen. Vielleicht vermag er, den Wagen noch auf die richtige Spur zu bringen.

* * *

Nun kommen wir zu den einzelnen Vorwürfen im Drohbrief von Herrn Prof. Dr. Johannes Heil. Ich nehme mir die Freiheit, das Wesentliche zu zitieren (in kursiv):

Diese Behauptung, die Hochschule hätte Ihnen ein Stipendium versprochen, tatsächlich aber einen Darlehensvertrag mit Ihnen abgeschlossen, ist frei erfunden.

Meine Antwort: Es war aber die Hochschule selbst, die im Vertrag ausdrücklich darauf hinwies, dass sie unter “Stipendium” wortwörtlich ein Darlehen versteht:

“Der Stipendiat erhält … ein rückzahlbares Stipendium (Darlehen)”

Und weiterhin wird im Vertrag die von der jüdischen Hochschule erstrebte “katholische Ehe” festgelegt:

“Für den Fall eines vorzeitigen Abbruchs des Studium verpflichtet sich der Stipendiat zur Rückzahlung des Stipendiums zzgl. einer Strafgebühr von 5% p. A. Einer weiteren Fälligkeitsvoraussetzung bedarf es nicht”

Also will die Hochschule ein neues Finanzinstrument erfinden: Ein verzinstes Stipendium, das sie selbst als ein Darlehen beschreibt, aber von mir nicht als Darlehen bezeichnet werden dürfe… Und wie schon im ersten Text beschrieben, war von diesen Forderungen keine Rede. Vorgelegt wurden sie mir erst nach dem Umzug, der Aufnahme des Mietvertrages etc.

Dann schreibt mir Herr Prof. Dr. Johannes Heil Folgendes:

Sie behaupten … die Hochschule würde inoffizielle Bescheinigungen ausstellen. Das ist nicht richtig … Mit Ihrer Behauptung stellen Sie die unwahre Behauptung auf, die HfJS [= Hochschule für Jüdische Studien] hätte Scheine rechtswidrig ausgestellt … Damit erwecken Sie den Eindruck, dass es an der HfJS nicht mit rechten Dingen zugeht … Es ist nicht richtig, dass die Dozenten Ihnen inoffizielle Bestätigungen über Ihre Leistungen ausgestellt haben. Es ist frei erfunden … Tatsache ist, dass Sie keine ordnungsgemäßen Studienleistungen erbracht haben, die hätten benotet oder bestätigt werden können.

Meine Antowort: Weil die Hochschule bzw. der unterzeichnete Johannes Heil hiermit eben behauptet, ich hätte gar keine Leistungen erbracht und gar keine Betätigungen bekommen, reicht auch nur ein Beispiel, um diese Lüge zu entlarven. Dieses Beispiel ist eine Mail, die ich von Prof. Dr. Daniel Krochmalnik erhalten habe:

“Lieber Yoav, Ich kann Dir bestätigen, daß Du mein didaktisches Laboratorium in jüdischer Religionslehre besucht, fleißig mitgerabeitet und aufgrund von mündlichen und schriftlichen Leistungen mit einer glatten Eins abgeschlossen hast.”

Ich erinnere außerdem daran, dass mein Anwalt 2010 mich um eine Liste eben solcher Leistungen bat, die er dann der Hochschule zukommen ließ. Doch damals, ebenso wie heute, leugnete und lügte die Hochschule. Eben deswegen habe ich bis heute keine offiziellen, sondern eben nur solche inoffiziellen Bestätigungen, welche nach Auffassung der Hochschule ja vermeintlich nicht existieren würden, weil in Heidelberg offenbar nicht sein kann, was nicht sein darf (ich kann nur vermuten, dass das aus Rachsucht geschieht, seitdem ich die Hochschule verlassen habe).

Zudem schreibt mir Herr Johannes Heil aus Heidelberg:

Auch die Behauptung, die HfJS [= Hochschule für Jüdische Studien] hätte Sie zu Unrecht in einen falschen Studiengang eingeschrieben … entspricht nicht der Wahrheit. Sie wollten unseren Rabbinerstudiengang studieren und dort wurden Sie auch ordnungsgemäß eingeschrieben.

Damit hat Johannes Heil teilweise Recht: Ja, ich wollte den Rabbinerstudiengang studieren und bewarb mich, wie schon im ersten Text beschrieben, eben um den Studiengang “M. A. Rabbinat” (2 Semester). Trotzdem zwang mich die Hochschule – erst nach Umzug etc. – den von mir nicht gewollten Studiengang “B. A. Gemeindearbeit” (8 Semester!) aufzunehmen. Somit ist die Behauptung, ich wäre im “M. A. Rabbinat” eingeschrieben, noch eine Lüge seitens der Hochschule. Dass dies eine Lüge ist, kann ich sehr leicht nachweisen: Ich hatte von der Hochschule für Jüdische Studien niemals eine Studienbescheinigung (zur Vorlage bei der Ausländerbehörde) bekommen, auf der “M. A. Rabbinat” steht, sondern einzig und allein eine Bescheinigung über “B. A. Gemeindearbeit”:

Gemeindearbeit
Alsdann kommt Prof. Johannes Heil auf meine Aussage zu sprechen, dass ich in eben dieser Zeit in Heidelberg gelernt habe, dass “das Jüdische in Deutschland vor allem mit Geld zusammenhängt” und dass ich mich von all diesen Machenschaften fernhalten sollte. Und so schreibt er:

Gegen diese unwahre Tatsachenbehauptung verwahrt sich die HfJS [= Hochschule für Jüdische Studien] mit allem Nachdruck. Sie ist eben falsch wie geeignet, Vorurteile gegen Juden hervorzurufen und zu manifestieren, so wie es vor 60 Jahren schon einmal der Fall gewesen ist … Zudem erfüllt sie möglicher Weise den Straftatbestand der Volksverhetzung … Die HfJS wird hier die Erstattung einer Anzeige gegen Sie eingehend prüfen.

Dazu kann ich nur sagen: Vielleicht sollte die jüdische Hochschule eher für ihr eigenes Verhalten Verantwortung übernehmen, anstatt jede, nachweislich korrekte Kritik aus meiner eigenen Erfahrung sofort mit den Nazis gleichzusetzen. (Mal abgesehen davon, dass man “vor 60 Jahren” das Jahr 1954 schrieb, aber vielleicht ist eine dermaßen einfache Rechnung auch eine Zumutung, wenn es um die Hochschule für Jüdische Studien geht.)

Ganz am Ende bezieht sich Herr Johannes Heil aus Heidelberg auf die beiden von mir veröffentlichen Originaldokumente, in denen die Hochschule dem Bafög-Amt irreführt. Gegenüber dem Amt erklärt sie, das Stipendium hat mit dem Zweck des Bafög gar nichts zu tun, denn:

“das Stipendium soll wenigstens anteilig die Mehrkosten finanzieren, die dem Studenten durch die Notwendigkeit der Einnahme koscherer Nahrung entstehen … Da das Stipendium mithin für einen anderen Zweck … bestimmt ist, handelt es sich bei dem Stipendium um Einnahmen, die … nicht als Einkommen gelten.”

Gegenüber den Studenten heißt es aber im Vertrag:

“Jeder Student soll zur Entlastung des Stipendienfonds Bafög beantragen und den Bescheid vorlegen. Wird Bafög gewährt, wird das Stipendium um den Bafögbetrag reduziert.”

Nun bezieht sich also Prof. Johannes Heil auf diesen Sachverhalt und schreibt:

Es ist rechtmäßig und im Übrigen auch üblich, dass neben einem Stipendium auch andere Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden. Dass diese, sollten sie gewährt werden, dann auf das Stipendium angerechnet werden, entspricht schlicht und ergreifend der geltenden Rechtslage.

Was das mit der offensichtlich irreführenden Behauptung zu tun hat, dass das Stipendium (als solches, d.h. zur Gänze) “zumindest anteilig” die koschere Nahrung decken sollte – das erklärt der Professor nicht (warum wird das Stipendium um den Bafögbetrag reduziert, nachdem die Hochschule dem Befögamt erklärt hat, es diene einem ganz anderen Zweck?). Also mag diese Praxis vielleicht pro forma koscher sein, aber stinken tut es auf jeden Fall. (Es stellt sich allerdings die Frage: Wenn es wirklich koscher sei, d.h. wenn diese Praxis dem Bafögamt bekannt und vertraut ist – warum bedarf es eigentlich noch der falschen Erklärung seitens der Hochschule?)

* * *

Also, lieber Prof. Dr. Johannes Heil, hat es sich wirklich gelohnt, mir den Drohbrief zu schreiben? Willst du es wirklich auf einen Prozess ankommen lassen? Meinst du wirklich, dass du einen Richter findest, der schriftliche Nachweise ignoriert und deine Erzählungen gelten lässt? Oder ist es dir egal, weil die Prozesskosten sowieso nicht aus deiner eigenen Tasche entnommen werden?

Veröffentlicht von

www.berlinjewish.com/

Mancherorts auch als der Rebbe von Krechzn* bekannt, heißt der Autor von "un/zugehörig" eigentlich Yoav Sapir. Er ist 5740 (auf Christlich: 1979) in Haifa, Israel, geboren und hat später lange in Jerusalem gelebt, dessen numinose Stimmung ihn anscheinend tief geprägt hat. Nebenbei hat er dort sein M.A.-Studium abgeschlossen, während dessen er sich v. a. mit dem Bild des Juden im Spielfilm der DDR befasst hat. Seit Sommer 2006 weilt er an akademischen Einrichtungen im deutschsprachigen Mitteleuropa: anfangs in Wien, später in Berlin und dann in Heidelberg. Nach einer Hospitanz im Bundestag arbeitet er jetzt selbstständig in Berlin als Autor, Referent und Übersetzer aus dem Hebräischen und ins Hebräische. Nebenbei bietet er auch Tours of Jewish Berlin. * krechzn (Jiddisch): stöhnen; leidenschaftlich jammern.

41 Kommentare

  1. Alles schön und gut, aber leider ist der Absatz über die Aufgabe der Rechte zum Text “Meine Jahre an der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg” Blödsinn.

    1) Den Begriff “Public Domain” gibt es im deutschen Rechtsraum so nicht
    2) In Deutschland, anders als in den USA, kann man seine Urheberrechte überhaupt nicht übertragen, und auch nicht “wegwerfen”
    3) Auch in den USA funktioniert das mit der “public domain” so nicht. Werke fallen automatisch darein; es gibt keine Möglichkeit, sein Werk so in die public domain zu geben. Deshalb existiert zum Beispiel die CC0-Lizenz.
    4) Wenn du wirklich alle Rechte aufgeben willst, dann kannst du natürlich auch gegen die Änderung des Textes nichts unternehmen.

    Was du wahrscheinlich eigentlich möchtest, ist den Text unter eine Creative-Commons-Lizenz zu stellen. Da du keine Änderung möchtest, also wohl eine mit Non-Derivatives-Klausel.

  2. Alsdann kommt Prof. Johannes Heil auf meine Aussage zu sprechen, dass ich in eben dieser Zeit in Heidelberg gelernt habe, dass “das Jüdische in Deutschland vor allem mit Geld zusammenhängt” und dass ich mich all diesen Machenschaften fernhalten sollte.

    Nett formuliert war das nicht, aber es mag was dran sein. – Ganz bemerkenswert, wie nun auf Seiten des genannten Herrn auf Strafbarkeit im Rahmen der Volksverhetzung geprüft wird.

    MFG
    Dr. W (der die Suche nach Gerechtigkeit immer schätzt, auch wenn sie öffentlich stattfindet – so wie bspw. bei Walter Sobchak)

    • Wobei im Zitat ein ‘von’ fehlt, es gilt sich aus Sicht des genannten Herrn ‘von allen diesen Machenschaften’ fernzuhalten. – Wobei bestimmte Meinungsäußerungen und Kontakte des geschätzten hiesigen Inhaltegebers gemeint sein müssten, die ihn bei bestimmter Sprachregelung und bestimmte politische Sicht anlegend als ‘nationalistischen Juden’ ausweisen. [1]

      BTW, der Schreiber dieser Zeilen hatte über längeren Zeitraum Kontakt mit der hier gemeinten “Szene”, wobei sich einige lustige Anekdoten ergeben würden, auch was den ZdJ und Zuwanderer aus der ehemaligen SU betrifft, die vom Judentum kaum Ahnung haben, aber ihre meist partielle Herkunft günstig auszulegen wussten, auch, huch!, monetär.

      Was aber auch nicht schlimm ist, aber die Aussage des hiesigen Inhaltegebers zu belegen in der Lage wäre, was sozusagen noch gesagt werden dürfen muss.
      >:->

      MFG
      Dr. W

      [1] Es gibt sogar “Hass-Seiten” im Web zu diesem Topic.

      • wegen “von” – danke, hab ich korrigiert
        wegen “Hass-Seiten” – habe ich nicht verstanden… zu diesem Topic = Nationalistische Juden? Judentum im heutigen Deutschland? was anderes?

          • Immerhin haben die oben zitierten Kollegen, wie jetzt auch Herr Heil (Zitat: ‘(…) geeignet, Vorurteile gegen Juden hervorzurufen und zu manifestieren, so wie es vor 60 Jahren schon einmal der Fall gewesen ist (…)’) rechtzeitig gewarnt, damit etwas mit dem Holocaust Vergleichbaren nicht erneut passiert.
            Wenn auch vor Juden.
            MFG
            Dr. W (der immer noch überlegt, ob das mit den ’60 Jahren’ irgendeine besondere Anspielung gewesen sein könnte)

          • Anscheinend ist es eine Anspielung auf das Wunder von Bern.

            PS
            “damit etwas mit dem Holocaust Vergleichbare*s* nicht erneut passiert.”

          • Wenn schon dann “mit (etwas) Vergleichbare*m*”

            Aber bei dir war “etwas” das Subjekt (was passiert?), daher notwendigerweise im Nominativ. Die Präposition “mit” erzwingt den Dativ “dem Holocaust”, hat jedoch keinerlei Relevanz für das Subjekt “etwas Vergleichbares”.

          • Abschließend:
            Es heißt ‘Etwas mit dem X Vergleichbares passiert.’ und ‘Es passiert etwas mit dem X Vergleichbaren.’
            Korrekt?

            MFG
            Dr. W (der noch einmal höflichst an die Verwendung der 3. Person Plural in der Anrede bittet, beim Graumann haben Sie’s ja auch einrichten können)

          • Nein. In beiden Formulierungen erfüllt “etwas Vergleichbares” dieselbe syntaktische Funktion, nämlich die des Subjekts, und muss daher identisch deklinieren werden, nämlich im Nominativ. Die Deklination “etwas Vergleichbaren” gibt es gar nicht, denn selbst im Dativ wäre es mit einem “m” am Ende: “Weil wir das bisherige Material nicht finden konnten, suchen wir nun nach etwas Vergleichbarem.”

            Dass auch eine von “vergleichbar” abgeleitete Präposition dazwischen steht, hat mit der übergeordneten Ebene von “etwas Vergleichbares” überhaupt nichts zu tun, z. B.:

            “Der Holocaust ist mit einer Banane vergleichbar.” -> “Der Holocaust ist etwas, das mit einer Banane vergleichbar ist.” -> “Der Holocaust ist etwas mit einer Banane Vergleichbares.” -> “Etwas mit einer Banane Vergleichbares darf nie passieren.” -> “Es passiert etwas mit einer Banane Vergleichbares.”

            Bei Graumann sind *seine* Hausregeln zu respektieren, hier gelten jedoch die meinigen.

          • Bei Graumann sind *seine* Hausregeln zu respektieren, hier gelten jedoch die meinigen.

            Na! – Ob hier nicht vielleicht doch ganz primär eine Frage des Anstands vorliegt?!

            MFG
            Dr. W

        • Nur interessehalber nachgefragt: Ist die Nachricht, die hier als sich in der Moderation befindlich angezeigt worden ist, angekommen? (Muss auch nicht veröffentlicht werden, np.)

  3. Da kann man deine Verärgerung verstehen. Wenn die einsehen würden, dass das nicht die gängige Praxis in Bezug auf Stipendien ist und dass du es deshalb vielleicht schlicht “falsch verstanden” hast und wenn man dann gemeinsam nach einer Lösung gesucht hätte… Aber so wie es aussieht, ging es nicht nur um ein einziges Missverständnis sonder eher um eine Reihe von Missverständnissen. Also ich denke solche Scharmützel gibt es an jeder Hochschule, auch so Sachen wie Scheine nicht bekommen obwohl man sie eigentlich gemacht hat etc.. Aber es ist wichtig sich hier zu wehren. Man braucht dafür aber sicher einen langen Atem (den man aber sicher hat, wenn man schikaniert wurde).

    Im Übrigen finde ich persönlich, sieht es doch schon reichlich willkürlich aus, aus einem Stipendium auf einmal ein Darlehen zu machen. Und die 5% Strafzuschlag lassen in dem Fall das ganze eher wie einen “Knebelvertrag” erscheinen.

    Ich finde es auch interessant wie die Unterschiedlichsten Dinge mit dem “Totschlagargument”2. Weltkrieg “bekämpft” werden. Und ich finde interessant zu hören “…in Heidelberg offenbar nicht sein kann, was nicht sein darf…”, denn das war auch mein Eindruck dort^^ (obwohl ich nie dort gewohnt habe, aber mal mit dem Gedanken gespielt hab, weil die Stadt so romantisch ist, es dann aber doch gelassen habe aus eben diesem Grund).

    • Ich glaube nicht, dass das nur ein “Missverständnis” war. In sämtlicher Korrespondenz vor meiner Entscheidung, nach Heidelberg zu gehen, hieß es immer nur “Stipendium”. Ohne Klammern, ohne Verzinsung, ohne Abbruchverbot. Also eben so, wie ein Stipendium eben ist. Noch im offiziellen Schreiben über die Entscheidung der Stipendienkommission, mir das Stipendium zu gewähren, war vom dahinter steckenden “Darlehen” keine Rede.

      Alles wurde mir erst nach dem Umzug vorgelegt, zu einem Zeitpunkt, wo meine Existenz als Ausländer in Deutschland nunmehr ganz von der Hochschule abhing, da mein neues Visum (nachdem ich die FU Berlin verlassen hatte) ausschließlich zum Studium an der Hochschule in Heidelberg galt. Also war eine etwaige Ablehnung der neuen Bedingungen damit verbunden, Deutschland zu verlassen. Darum ließ ich mich trotz meiner Empörung darauf ein. Einem heimischen Studenten wäre es leicht gefallen abzulehnen, ohne die Grundlage für sein Leben in Deutschland dadurch zu verlieren.

      • Hatten Sie je versucht, die Hochschule gerichtlich auf Erstattung des Darlehns in Anspruch zu nehmen? Stichwort: c.i.c.? Wenn nein, warum nicht?

        • Das lief 2010 parallel zu der Notensache. Mein Anwalt verhandelte mit der Hochschule und erwirkte eine geringere Rückzahlung als zunächst gefordert. Er meinte, eine Ablehnung meinerseits würde zu einer Anklage über ca. 20.000 Euro führen, also stimmte ich dem vierstelligen Vergleich zu. Außerdem sollte mir dann die Hochschule die offizielle Bestätigung meiner Noten zuschicken, was aber trotz all seiner weiteren Bemühungen nie passiert ist.

          Was bedeutet c.i.c?

          • Soweit ich weiß, ist es seit 2010 “rechtskräftig abgeschlossen”. Sowohl die Hochschule als auch ich unterschrieben den Vergleich. Allerdings verstehe ich die Bedeutung deiner Frage nicht…

          • Ich kenne den Wortlaut des geschlossenen Vergleichs nicht, aber ist es nicht zumindest sagen wir mal “schlechter Stil”, wenn man sich mit dem Gegner abschließend vergleicht und einige Zeit später dann coram publico in diesem Punkt nachkartet?

          • Nicht die Hochschule zahlte mir, sondern ich der Hochschule, und dabei nicht mein Recht aufgegeben, über meine Erfahrungen zu schreiben, und sei es auch öffentlich. Es ist ja auch eine mit öffentlichen Geldern finanzierte Hochschule – warum sollte da die Kritik nicht öffentlich sein dürfen?

            Und selbst wenn es umgekehrt gewesen wäre und die Hochschule mir gezahlt hätte, um meine Erfahrungen geheim zu halten – da wäre ich doch selber korrupt, wenn ich einen solchen Vergleich unterschrieben hätte.

          • Das hatte ich tatsächlich falsch verstanden. An meinem Einwand ändert das aber nichts. Sie haben also von vornherein das Darlehen nicht auf Anforderung zurückgezahlt, sondern sofort Rechtsrat gesucht.

            Ja aber warum haben Sie sich denn nicht von der Gegenseite verklagen lassen? Durch die Verhandlungsbereitschaft hat die Gegenseite ja bereits eingeräumt, nicht an die Rechtskraft des Vertrages zu glauben.

            und dabei [habe ich] nicht mein Recht aufgegeben, über meine Erfahrungen zu schreiben, und sei es auch öffentlich.

            Ich kenne den Vergleich nicht. Es liegt aber in der Natur des Vergleichs, dass dort die Rechtspositionen der Parteiein gegenseitig abgemildert werden (gegenseitiges Nachgeben). Was Sie in Ihrem Blog vortragen scheint mir aber Ihre ungeschmälerte, ursprüngliche Positionen zu sein. Ich halte das für schlechten Stil, weil Sie damit dokumentieren, sich innerlich nicht an den Vergleich gebunden zu fühlen.

            Und selbst wenn es umgekehrt gewesen wäre und die Hochschule mir gezahlt hätte, um meine Erfahrungen geheim zu halten – da wäre ich doch selber korrupt, wenn ich einen solchen Vergleich unterschrieben hätte.

            Nein. Sie hätten den Vergleich mit Geheimhaltungsklausel als Privatperson unterschrieben. Das reicht für Korruption nicht aus:

            Korruption (von lateinisch corruptus ‚bestochen‘) im juristischen Sinn ist der Missbrauch einer Vertrauensstellung in einer Funktion in Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Politik oder auch in nichtwirtschaftlichen Vereinigungen oder Organisationen (zum Beispiel Stiftungen), um einen materiellen oder immateriellen Vorteil zu erlangen, auf den kein rechtlich begründeter Anspruch besteht.

            (Wikipedia)

          • Machen wir es eines nach dem anderen…

            1. Die jew. Rechtspositionen wurden nicht aufgegeben. Der Vergleich regelt allein die Zahlung. Selbstverständlich habe ich mich in jeder Hinsicht an ihn gebunden, indem ich zahlte.

            2. Es ist nicht so einfach, sich als Privatperson verklagen zu lassen. Solcherlei ist immer mit hohen Kosten verbunden und wer weiß, ob man sie zurückerstattet bekommt. Da die andere Seite bzw. die Hochschule sich von Anwälten vertreten lässt und ich, vor allem damals, wirklich wenig Ahnung hatte, wie solche Verfahren laufen, ging ich auf Nummer sicher. Auch heute macht es mir gar keinen Spaß, mich mit solchen Drohbriefen auseinander setzen zu müssen. Im Gegensatz zu der Hochschule wird bei mir nicht der Steuerzahler für die Anwalt- und Prozesskosten aufkommen. Also will ich freilich nicht, dass die Hochschule mich zwingt, meine Wahrheit vor Gericht zu verteidigen und hierfür einen Anwalt zu bezahlen, auch wenn ich weiß, dass es mir in der Sache durchaus möglich sein wird. Darum habe ich dem Präsidenten des Zentralrats geschrieben.

            3. Hinzu kommt, dass die Hochschule, damals wie heute, ihre allenfalls zivilrechtlichen Vorwürfe stets in (ungerechtfertigte) strafrechtliche zu verwandeln sucht, was eigentlich schon sehr merkwürdig ist. Damals, da mein Visum von der Hochschule abhing, hatte ich nach meinem Umzug nach Berlin gar kein gültiges Visum mehr. Über mehrere Monate hinweg, Ende 2009 und Anfang 2010, konnte ich mir eine (auch absolut ungerechtfertigte) Strafanzeige gar nicht “leisten”, sonst hätte ich die sog. Fiktionsbescheinigungen zu meiner weiteren Duldung in Deutschland nicht bekommen, ganz zu schweigen von einem neuen Visum. Das ist heute anders – ausländerrechtlich kann mich die Hochschule nicht mehr bedrängen. Nur finanziell ist es nach wie vor ein Problem, gegenüber einer großen, öffentlich finanzierten Institution als Privatperson dazustehen.

            4. Korruption ist zunächst ein sprachlicher Begriff, bevor dieser rechtlich definiert wird (auch der Gesetzgeber hat keine Urheberrechte oder eine allgemeine Definitionshoheit à la Orwells 1984). Und für mich ist eine Person, die sich für ihr Schweigen über Missstände zahlen lässt, eben korrupt. Das kommt ja einer Erpressung gleich.

          • ad 1: Die jew. Rechtspositionen wurden nicht aufgegeben. Der Vergleich regelt allein die Zahlung. Selbstverständlich habe ich mich in jeder Hinsicht an ihn gebunden, indem ich zahlte.

            Natürlich haben Sie mit dem Vergleich Ihre ursprüngliche Rechtsposition (die Rückforderung der vollen Darlehnssumme ist rechtswidrig) aufgegeben. Genau so hat die Gegenseite ihre ursprüngliche Rechtsposition (Herr Sapir schuldet die volle Darlehnssumme) aufgegeben. Der Vergleich ergibt sonst keinen Sinn, sein Zweck ist es, die gesamte Angelegenheit für beide Seiten dadurch beizulegen, dass man sich irgendwo in der Mitte einigt. Es widerspricht dem Einigungsgedanken und es bleibt ausgesprochen schlechter Stil, eine solche Einigung später dadurch zu relativieren, dass man die alten Geschichten erneut aufs Tapet bringt.

            ad 2: Solcherlei [Verklagtwerden] ist immer mit hohen Kosten verbunden und wer weiß, ob man sie zurückerstattet bekommt.

            Ich finde es interessant, wo (also an welchen historisch interessanten Stellen) Sie sich diese Finanzierungsfrage stellten und wo Sie sie sich nicht stellten. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, haben Sie etwa Ihre Wohnung angemietet, ohne dass die Finanzierung klar gewesen war. Damit haben Sie sich doch selbst unter Druck gesetzt, den “Stipendien”vertrag zu akzeptieren, während kein vernünftiger Mensch unter der Zusicherung, dass das Stipendium auch wirklich eins ist, einen solchen Vertrag unterzeichnet hätte. Diese Ihre Unvernunft können Sie der Gegenseite schlecht anlasten.

          • ad 1: Allenfalls in Bezug auf den Aspekt, der im Vergleich geregelt wurde, nämlich die Rückzahlung. Wenn ich gerade diesen Aspekt nun vier Jahre später infrage stellen würde, wäre es schlechter Stil. Aber das mache ich ja nicht (was ich zurückgezahlt habe, habe ich zurückgezahlt und dabei bleibt es). Ich kritisiere die Tatsache an sich, dass die Hochschule mit “Stipendien” wirbt, es aber im Vertrag ganz anders meint. Ich war bei 5-6 anderen Institutionen ebenfalls Stipendiat und nirgendwo gab es überhaupt einen “Vertrag”!

            ad 2: Natürlich war die Finanzierung “klar”, zumindest sofern ein normaler Mensch es verstehen konnte. Den Mietvertrag habe ich aufgrund der schriftlichen Zusage eines Stipendiums unterschrieben. Da ich bis dahin mit Stipendien schon reichlich Erfahrung hatte, gab es keinen Grund, auch nur ansatzweise darüber zu spekulieren, wie die HfJS es handhaben würde. Du spekulierst ja auch nicht darüber, ob dir vielleicht Schokolade serviert wird, nachdem du im Restaurant Suppe bestellt hast. Es sei denn natürlich, du hast schon irgendwo gelesen, dass dieses Restaurant unvorhersehbar komisch tickt.

  4. Es gibt keine religiösen Studien, da sowieso alle Humbug ist. Demzufolge ist jedwede Rechtsverfolgung von Personen, die behaupten, “religiöse Studien” zu betreiben, okay…..

  5. Hallo Yoav,
    wolltest du nicht Rabbiner werden und hast deshalb in Heidelberg studiert? Gab es diesen Studiengang denn 2009 offiziell in Heidelberg? Der Studiengang “M.A. Rabbinat” ist auf den Seiten der HFJS nicht zu finden. Unter http://www.hfjs.eu/studium/studiendekanat.html ist zu lesen, dass der Studiengang “B.A. Gemeindearbeit 100%” neu gefasst wird.
    Das jüdische in Deutschland ist ja, wie dir sicherlich bekannt ist, eine Religionsgemeinschaft und nicht, wie bis heute noch in den ehemaligen GUS-Staaten eine Nationalität (bei entsprechenden Herkunftsnachweisen nach halachischem Recht). Wenn du also jüdisches und deutsches immer in einem Atemzug nennst, dann scheint das Verwirrungen auszulösen…
    Da gab es mal eine Auseinandersetzung auch im Netz zwischen einer gewissen “Kostümjüdin” Wachendorff, einem Bundestagsabgeordneten Polenz, einem, nun ja sagen wir mal recht strammen konservativen Juden Poznanski, einer Jungjournalistin Pyka und einem H.M. Broder… Was da abgeledert wurde, dürfte sich kein Deutscher erlauben, um nicht auf die gleiche Stufe mit einem lupenreinen Antisemiten und Rassisten zu stehen…
    Was mich ein wenig wundert ist, dass gerade eine Hochschule, die vom ZdJ in Deutschland getragen wird (heißt bewußt nicht Zentralrat der deutschen Juden), dir hier quasi nationalistisch-jüdische Gesinnung unterstellt. Dabei ist der ZdJ das Sprachrohr der Zionisten, das nur ganz nebenbei.. Schon eigenartig die Haltung dieser Hochschule…
    Warum hast du nicht am Abraham Geiger Kolleg deine Rabbi-Ausbildung aufegnommen??

    Gruß S.H.

    • 1. Das war 2007, nicht 2009 (2009 war ich nicht zum ersten Mal, sondern immer noch in B. A. Gemeindearbeit eingeschrieben). Damals warb die HfJS für den M. A. Rabbinat
      2. Der deutsche Tunnelblick (alles auf die Religion reduzieren) ist mir bekannt. Eigentlich ist dieser christliche Begriff “Religion” dem Judentum fremd.
      3. Am Geiger-Kolleg gab es 2006, wenn ich mich recht entsinne, also zu dem Zeitpunkt, als ich noch in Berlin war, so einen Tag der offenen Tür. Als Reformjuden sind sie sehr stark im besagten Tunnelblick befangen. Heidelberg erschien mir damals, als ich noch in Berlin war, aus eben denselben Gründen, die du genannt hast (ZdJ, Zionismus), die bessere Alternative zu sein. Leider. Jedenfalls bin ich inzwischen, 7 Jahre später, woanders, auch spirituell.

      • Für dich mag das ein Tunnelblick sein. Für mich als in Deutschland geborenen mit europäisch-jüdisch-gläubigen Wurzeln ist es kein Tunnelblick, da meine jüdisch-gläubigen Vorfahren hier auf europäischem Boden sich als Deutsche gefühlt haben und sogar im ersten Weltkrieg für ihr Vaterland gekämpft haben.

        http://www.stolpersteine-berlin.de/de/biografie/4909
        http://www.steglitz.de/aktuell/130416.htm
        http://www.stadtrand-nachrichten.de/wordpress/%E2%80%9Ewir-sind-froh-dass-wir-ihn-noch-erleben-durften-stolperstein-fur-hugo-bettmann-verlegt/

        Mein Urgroßvater war deutscher Jude… Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten konnte er noch bis 1944 aufgrund der Tatsache, dass er eine Christin geheiratet hatte, das war 1912, unter dem Schutz seiner “halbjüdischen Töchter” in Berlin leben, bis er dann im Februar 1944 nach Theresienstadt deportiert wurde und überlebt hat… Seine sechs Geschwister wurden in Ausschwitz vergast… Im Europa des ausgehenden 19 Jhts und des anfänglichen 20. Jhts. waren die Juden bestens in die eruopäische Gesellschaft integriert. Der Nationalismus und der daraus entstandene Zionismus hat aus dem Religinsvolk eine Ethnie und eine Rasse gemacht… Das Religöse hatte seine Wirkung verloren (Antijudaismus)… Das Judentum kann nicht von seiner Religionszugehörigkeit getrennt werden, es ist immanenter Bestandteil des Judentums und national und volksmäßig nur aus der Bibel zu erklären…

        Gruß S.H.

    • PS. Auf der von dir verlinkten Seite heißt es:

      “Zugleich wird der bislang bestehende einjährige Masterstudiengang Rabbinat aufgehoben und ab dem Wintersemester 2011/12 nicht mehr angeboten.”

      Das klingt für mich wie eine Resignation der Hochschule angesichts ihres Scheiterns auf diesem Gebiet.

      • Hallo Yoav,
        ich kenne die ganzen Hintergründe deiner Auseinandersetznung bzgl. deines Stipendiums an der HFJS nicht. Stipendien sind zunächst einmal grundsätzlich eine Geldleistung, die einen Anreiz schaffen sollen besondere Begabungen auf einem wissenschaftlichen Gebiet finanziell zu fördern und die, im Gegensatz zu einem Studiendarlehen nicht zurückgzahlt werden müssen. Genaueres Regeln einzelne Stipendienverträge http://studitipps.com/stipendium/stipendium-zurueckzahlen/
        So dürfte in deinem Fall wohl der Abbruch deines Studiums in Heidelberg und die damit verbundene Rückzahlung in dem Stipendienvertrag der HFJS so geregelt worden sein.

        Die Stipendien werden aus Mitteln des ZdJ getragen http://www.hfjs.eu/studium/stipendien.html

        Ferner geht aus dem Profil der HFJS hervor: Zitat:
        “Als Teil eines dynamischen Gemeinwesens und als Katalysator der Verständigung sieht die HfJS ihre Aufgabe nicht allein in der akademischen Forschung und Wissensvermittlung. Ihr Ziel ist es, die deutsche jüdische Gemeinschaft, die drittgrößte Europas und die Gesellschaft insgesamt mitzugestalten.”

        Daraus ist wiederum die Ausrichtung der Lehre auf die jüdische Religion fokusiert.

        Es ist leider sehr schwer und auch für viele Kreise ein rotes Tuch in der Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte diese einmalige Kultur sowohl, als Religion, Volk und letztendlich als jüdische Nation zu begreifen…
        Leider bedurfte es erst einer Shoa, um das Volk der Juden, wer sich auch immer damit identifiziert und ihm nach den maßgeblichen Grundsätzen zugehörig fühlt, seinen eigenen Staat auf seinem historischen Grund Israel zurückzugeben….

        Gerade aus diesem Grunde kann ich die Haltung der HFJS in keinster Weise nachvollziehen. Hier scheint man wirklich denn sprichwörtlichen Schwanz eingezogen zu haben… Das Selbstbewusstsein Deutschlands muss auch ein Selbstbewusstsein Israels anerkennen… Mir scheint hier jedoch von beiden Seiten her sehr viel Angst im Spiel zu sein im Hinblick auf klare und vielleicht manchmal auch im Zuge der Geschichte tabuisierter Stellungnahmen. Denn es geht ja letztendlich darum die Bürde der Deutschen und die tiefe Demütigung des jüdischen Volkes aufzuheben und gemeinsam die Zukunft zu gestalten…

        Shalom

        P.S.; Danke Übrigens, dass du hier meine Kommentare postest. Aufgrund meiner eigenen Familiengeschichte, die ich vor 20 Jahren entdeckte und von der ich auch erst vor einigen Jahren mehr erfuhr habe ich mich stärker mit dem Thema Judentum auseinandergesetzt. Ich bin bisher zu dem Schluss gekommen: Ein sehr schwieriges Thema!

  6. Meine Cousine in USA ist Rabbinerin in Danville, California, soweit ich weiß war die erste Rabbinerin eine Deutsche, Regina Jonas http://de.wikipedia.org/wiki/Regina_Jonas
    Berlin war neben Frankfurt und Köln die Wiege des deutschen Judentums. Warum Heidelberg und nicht Berlin/ Potsdam? Da hättest du dir viel Ärger erspart mit den konservativen “Südländern”

    Schönen Gruß nach Berlin

  7. Find ich schon schräg wenn ein Direktor gegenüber einen Juden die Nazikeule rausholt, wenn es sich um Streitigkeiten geht finde ich schon irgendwie krank.

  8. Pingback:Meine Jahre an der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg (besser spät als nie) › un/zugehörig › SciLogs - Wissenschaftsblogs

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