Der moderate Antisemitismus

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Wien. Heidelberg. Berlin: ein israelischer Blick auf Deutschland
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Der moderate Antisemitismus ist eine Form von de facto akzeptiertem Antisemitismus, also gezielter und unrechtfertigbarer Aggression gegen das jüdische Volk. Er ist nicht latent, sondern deutlich erkennbar. Da er andauert, wird er hingenommen, geduldet und nicht neben antisemitischen Ausbrüchen thematisiert.
 
Im Gegensatz zum mörderischen Antisemitismus greift er nicht mit Messern, sondern mit Politik an, verliert deswegen aber nicht an Wirkung. Der moderate Antisemitismus ist nicht deutschlandspezifisch, sondern weltweit präsent. Er gilt als salonfähig. Es ist der Antisemitismus der Eliten.
 
Wie jede andere Form des Antisemitismus bekundet sich der moderate Antisemitismus genauso bei Juden wie bei Nichtjuden. Ein Beispiel hierfür ist die Verdrängung der wesentlichen Unterschiede zwischen Israel und den Religionen, die – ob explizit wie das Christentum oder implizit – auf Israel aufbauen. So spricht man heuchlerisch von den "abrahamitischen" Religionen oder von den "Urenkel" Abrahams und reduziert Israel auf eine Religion, um es dann mit dem Christentum und dem Islam vermeintlich gleichsetzen zu können. Das antisemitische Moment besteht aber vor allem darin, dass man dabei so tut, als ob das Christentum und der Islam ohne Israel überhaupt auf die Figur Abrahams gekommen wären. Damit versucht man – vergeblich – die Usurpation der israelischen Mythologie zu legitimieren.
 
Denn die Usurpation ist ein wichtiges Mittel des moderaten Antisemitismus. Ein anderes Beispiel ist die Darstellung von Jerusalem, dem Zentrum und der Hauptstadt des jüdischen Volkes, als "den drei Religionen heilig", als ob es eine Frage der subjektiven Heiligung wäre. Wer solche schwachen Aussagen macht ist nicht dumm. Die moderaten Antisemitien wissen sehr wohl, dass das Christentum nur durch seine Usurpation des Israeliten Jesus von Nazareth mit Jerusalem verbunden ist (wobei hier auch auf das Vorhandensein zurückhaltender Herangehensweisen wie etwa beim Theologen Karl Barth hinzuweisen ist). Genauso gut wissen sie, dass auch der Islam keinen direkten Bezug zu Jerusalem hat, welches im Koran nicht einmal erwähnt wird und erst nachträglich durch Exegese usurpiert wurde (mir sind leider keine islamischen Religionsgelehrten bekannten, die nach innen ausdrücklich gegen die Expansion auf Kosten Israels agieren).
 
Der moderate Antisemitismus wird in Jerusalem auch auf der Ebene der internationalen Politik sichtbar, etwa durch die Unsichtbarkeit fremder Botschaften (eine Ausnahme: die Internationale Christliche Botschaft, welche jedoch keinen Staat vertritt). In diesem Fall kommt die antisemitische Aggression in der illegitimen Weigerung zum Ausdruck, Jerusalem als Hauptstadt anzuerkennen, während man vom jüdischen Staat erwartet, die jeweils eigene Hauptstadt doch anzuerkennen.
 
In einem Gespräch hat mir 2007 der damalige Handelsattaché Israels in Berlin erzählt, dass ca. 80% der Tätigkeit (aufgrund von Hightech etc.) mit Bayern zu tun hat. Wäre die Botschaft in München oder zumindest in Frankfurt a. M., so müsste man weit seltener in die Berliner Provinz als es heute umgekehrt der Fall ist. Aus politischen Gründen ist es nun mal so, wie es ist. Ob es aber legitim ist, Berlin als die neue Hauptstadt der BRD anzuerkennen und somit das zweierlei Maß in Bezug auf das eigene Land zu "verkoschern"? In den USA musste es 1995 sogar zu einem vom Kongress verabschiedeten Gesetz kommen, das die Verlegung der US-amerikanischen Botschaft in die Hauptstadt erzwingt, aber bis heute nicht umgesetzt worden ist.
 
Freilich gibt es seit Jahrhunderten nichtjüdische Minderheiten in Jerusalem, was durch die Vertreibung der Juden aus der Altstadt 1948 und die Verbrennung der Synagogen neue Ausmaße angenommen hat. Aber damit lässt sich keine politische Usurpation rechtfertigen. Die lautere Diskriminierung, die der Position innewohnt, die Engländer hätten Anspruch auf London, die Franzosen auf Paris, die Polen auf Warschau etc., aber nur die Juden müssten in der eigenen Hauptstadt auf volle Souveränität verzichten – diese Diskriminierung entspringt keiner objektiven Begriffsbestimmung von "Hauptstadt", welche Usurpation durch Fremde rechtfertigen könnte.
 
Dass das irdische Jerusalem der Eckstein des jüdischen Volkes ist, ist den moderaten Antisemiten durchaus bekannt. Sie wissen genau, dass das Judentum ohne diese real existierende Grundlage zu einer "Weltreligion" würde und somit erst recht zum ewigen Wandern von New York über Tel Aviv bis nach Berlin (oder umgekehrt) verdammt wäre. Deswegen greifen sie die Juden gerade in Jerusalem an: eben dort, wo die Unterminierung wirksam ist.
 
Ich gebe zum Schluss zu, das ich mich ebenfalls mit dem moderaten, salonfähigen Antisemitismus abfinde. Diesen Beitrag habe ich aber zu einem bestimmten Zweck geschrieben, nämlich um damit deutlich zu machen, dass man aus solch weitverbreiteter Resignation auf keine Rechtfertigung des moderaten Antisemitismus und dessen Methoden wie etwa der Usurpation schließen darf.

 

 

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www.berlinjewish.com/

Mancherorts auch als der Rebbe von Krechzn* bekannt, heißt der Autor von "un/zugehörig" eigentlich Yoav Sapir. Er ist 5740 (auf Christlich: 1979) in Haifa, Israel, geboren und hat später lange in Jerusalem gelebt, dessen numinose Stimmung ihn anscheinend tief geprägt hat. Nebenbei hat er dort sein M.A.-Studium abgeschlossen, während dessen er sich v. a. mit dem Bild des Juden im Spielfilm der DDR befasst hat. Seit Sommer 2006 weilt er an akademischen Einrichtungen im deutschsprachigen Mitteleuropa: anfangs in Wien, später in Berlin und dann in Heidelberg. Nach einer Hospitanz im Bundestag arbeitet er jetzt selbstständig in Berlin als Autor, Referent und Übersetzer aus dem Hebräischen und ins Hebräische. Nebenbei bietet er auch Tours of Jewish Berlin. * krechzn (Jiddisch): stöhnen; leidenschaftlich jammern.

30 Kommentare

  1. Keine brauchbare Analyse

    Ich kann der Argumentation in diesem Artikel leider nicht zustimmen. Würde ich dieses Argumentationsmuster übernehmen, könnte mir das als Usurpation ausgelegt werden. Damit würde ich wider Willen zum Antisemiten.

  2. @ Joachim

    Wenn du meine Urheberrechte an diesem Text nicht anerkenntest und vielleicht sogar den Anspruch erhöbest, selber diese zu besitzen, wäre dem tatsächlich so. Desgleichen mit Literatur: Ein Roman über Liebe geht, aber man darf sich nicht des Inhalts eines bereits vorhandenen Romans bemächtigen, zumal der Urheber – in diesem Fall: Israel – leider Gottes noch da ist…

    Darum: Einen Kult oder eine Religion zu gründen und von Göttern zu reden ist ja wunderbar, aber da soll man sich gefälligst was Eigenes einfallen lassen. Und selbst wenn man Ideen kopiert, was früher ja ganz normal war (obwohl der jeweilige Ausmaß der Übernahme im Fall des Christentums und in dem des Islams schon ganz besonders ist), soll man zumindest in der materiellen Welt die Finger davon lassen, was einem nicht gehört. Es gibt ja genug Städte auf der Welt, da muss man sich doch nicht unbedingt ausgerechnet Jerusalems bemächtigen.

  3. Legitime Kritik oder Antisemitismus

    Der Kern der Sache ist doch : Wann ist Kritik an den Juden oder an Israel als dem Staat der Juden antisemitisch, und wann ist er es nicht.
    Der von dir moderat genannte Antisemitismus unterscheidet sich vom mörderischen gemäss deiner Kategorisierung dadurch, dass der mörderische sich offen zu erkennen gibt, während der moderate nicht ohne weiteres als Antisemitismus erkennbar ist.

    Ohne Zweifel gibt es einen moderaten Antisemitismus, der sich in einem rationalen Schleier verhüllt.
    Gemäss meinem Verständnis hat Antisemitismus immer irrationale Beweggründe, einen irrationalen Kern, eine böswilliges Motiv, das sich gegen die Juden insgesamt richtet.

    Die von dir angeführten Beispiele sind nicht zwingend antisemitisch. Es wäre doch möglich, dass die Kritik, die du als ungerechtfertigt einstufst, lediglich einem Mangel an politischem Verständnis entspringt.

    Grundsätzlicher ist die Frage, wie der moderate Antisemitismus als solcher erkannt werden kann. Es ist dies die Frage nach der Gesinnung. Deine Beispiele können daher im konkreten Fall lediglich als schwaches Indiz gelten. Eine und diesselbe Aussage, die du anführst, kann in einem Fall antisemitisch motiviert sein, im andern Falle nicht.

    Kurz gesagt : Wenn zwei das Gleiche tun, so ist es noch lange nicht Dasselbe.

    Du dehnst den Begriff Antisemitismus zu sehr, was den Verdacht der politischen Instrumentalisierung des Antisemitismus zu nähren vermag.

    Ich habe, so glaube ich zumindest, einiges Verständnis für jüdische Sensibilitäten in Sachen Antisemitismus. Ich wünsche mir aber von jüdischer Seite Zurückhaltung mit dem Antisemitismusvorwurf, eine Zurückhaltung, die anhält, bis grösstmögliche Gewissheit über die böswilligen Motive des Beschuldigten herrschen.

    Manchmal kommt es mir so vor, als renne ich über ein Minenfeld, sobald Thematiken mit jüdischem Bezug zur Sprache kommen. Jedes Wort muss wohl abgewogen sein, wohlüberlegt und unmissverständlich. Die Diskussionen haben einen zwanghaften Charakter. Um die Fallstricke zu umgehen, wird dann oft ein sinnentleertes Mantra runtergeleiert und dem Holocaustkult gefrönt, die routinierte Empörungs – und Betroffenheitsrituale. Eine unpräzise oder missverständliche Formulierung, vielleicht auch eine unüberlegte oder gar dumme, und die Mine geht hoch.

    So wie es den moderaten Antisemitismus gibt, so gibt es auch die politische Instrumentalisierung des Antisemitismusvorwurfs, übrigens durchaus nicht nur von Juden erhoben.

  4. @ Peter

    Ich habe am Anfang doch geschrieben: “Er ist nicht latent, sondern deutlich erkennbar.”

    Ansonsten ist die (ob explizite oder implizite) Legitimierung von Usurpation, unterstützt durch die zahlenmäßig eindeutige Überlegenheit der Usurpierenden, böswillig. Desgleichen die Nichtanerkennung der Hauptstadt eines Volkes, während man von diesem Volke doch erwartet, die jeweils eigene anzuerkennen.

    Was das alles mit Kritik am jüdischen Staat zu tun hat, müsstest du noch erklären. Dann käme es eben darauf an, ob dieser objektive Maßstäbe – etwa eine objektive Begriffsbestimmung von “Hauptstadt”, die auch auf die eigene angewandt wird – oder eher böswillige Motive zugrunde liegen.

  5. Legimität des Staates Israel

    Reden wir doch Tacheles, Yoav !

    Um was geht es denn bei den von dir angeführten Beispielen ? Es ist die Frage, ob der Staat Israel Legimität beanspruchen kann. Das ist der Kern, der tabuisierte Kern, tabuisiert zumindest für die Mehrheit der Europäer und insbesondere für viele Deutsche.

    Die Tabuisierung der Legimitätsfrage führt zu Angriffen auf anderen Schauplätzen der öffentlichen Auseinandersetzung. Da werden dann die Kriegshandlungen im Gazastreifen als Holocaust bezeichnet, die Israelis und das israelische Militär mit dem deutschen Faschismus verglichen, der Gazastreifen als Warschauer Ghetto verklärt oder gar gleichgesetzt und der Teilung Jerusalems das Wort geredet.

    Radikalmuslimische Organisationen wie beispielsweise die Hamas sprechen ganz offen aus, was viele auch hier in Europa denken, aber nicht auszusprechen wagen, dass nämlich der Staat Israel keine Legimität besitze, dass Juden im amerikanischen Finanzsystem grossen Einfluss besässen und dadurch amerikanische Aussenpolitik im Sinne Israels beiflussen können ( siehe auch ” Die Israellobby” ).

    Jerusalem und der Tempelberg ist das Herz, ohne das Israel einen wesentlichen Teil seiner Identität verlieren würde. Die Bedeutung des Tempelberges ist für den Atheisten nicht wirklich nachvollziehbar, da sich die besondere Bedeutung auf mythisch – religiöse Quellen stützt.

    Es ist wichtig zu erkennen, aus welchen Gründen, aus welchen Motiven heraus die Legimität des Staates Israel verneint wird.

    Der politisch relevante Antisemitismus in Europa ist der linke Antisemitismus. Die braunen Glatzköpfe sind unbedeutend, der religiös begründete in einer zunehmend atheistischen Gesellschaft im Schwinden begriffen, auch wenn die Wurzeln im Religiösen liegen.

    Was zeichnet die real existierende Linke in Deutschland aus ? Es ist Antikapitalismus, Antiamerikanismus ( im Grunde auch Antikapitalismus, da USA als der kapitalistische Staat schlechthin gilt ) und Atheismus. Dazu gesellt sich ein gerütteltes Mass an Selbstgerechtigkeit, verbunden mit einem tiefsitzenden Schuldkomplex aufgrund des von ihren Vätern und Grossvätern verschuldeten Weltkrieges und der damit einhergegangenen Greueltaten.

    Die Existenz des Staates Israel erinnert sie immer an ihre historische Schuld. Der Staat Israel und die Juden ganz generell werden als die Archetypen des Kapitalisten wahrgenommen. Israel wird als ein auf Religion und Glauben begründeter Staat verstanden, der eng mit dem weltwirtschaftlich dominanten amerikanischen Finanzsystem verbunden ist.

    Israel und seine Juden werden als die wahrhafte Antithese zum linken, säkularen Glaubensbekenntnis erkannt.

    Jetzt, so meine ich, sind wir ganz bei der Sache. Deshalb ist es für einen grossen Teil der Linken in Deutschland unerträglich, dass eine in ihren Augen so anachronistische Antithese, der Staat Israel, zu ihrem säkularen Glauben existieren kann.

    Da ihr säkularer Glaube Antirassismus beinhaltet, umgibt sich ihr antisemitischer Kern mit einer rationalen Hülle. Inwiefern sich diese Leute ihres Antisemitismus bewusst sind, das lass ich mal dahingestellt.

  6. @ Yoav: Wow, das nenne ich mal…

    …ne Antisemitismuskeule! Schon die bloße Existenz stellt also den gemeinen Christen unter Antisemitismusverdacht (schließlich “usurpiert” er Jesus und Teile der jüdischen Überlieferung) und wer es auch nur wagt, zur Jerusalemfrage anderer Meinung als Du zu sein, wird (auch wenn er selbst z.B. Jude ist) flugs zum “moderaten Antisemiten”…

    Lieber Yoav, gerade weil es so viel wirklichen Antisemitismus (und Hass gegen Christen, Muslime sowie weitere Minderheiten) gibt, gegen den und die es anzugehen gilt, kann ich dieser nationalreligiösen Semantik nicht viel abgewinnen. Wenn Du jeden Andersdenkenden von vornherein von oben herab abwertest, wirst Du nicht in den ehrlichen Dialog mit anderen finden. Schade.

  7. @ Michael

    Es geht nicht um bloß “andere” Meinungen. Denn man kann sehr wohl darüber diskutieren, welchen Platz Fremdlinge im Allgemeinen und Angehörige jener Religionen im Besonderen, die (ob explizit oder implizit) auf Israel aufbauen, in Jerusalem einnehmen dürfen. Ich bin in diesem Punkt für Religionsfreiheit, solange das keine Fortsetzung von Gewaltausübung gegen das Judentum (wie etwa auf dem Tempelberg) bedeutet. Das heißt: Genau so wie bei der Redefreiheit, ist es auch in diesem Fall eine Frage der Grenzsetzung. Ich setze also die Grenze dort, wo die Bezugnahme auf Israel im Allgemeinen oder auf Jerusalem im Besonderen umkippt und sich in Beanspruchung verwandelt. Nur solche extremistischen Meinungen liegen jenseits des Dialogischen, denn ich bin nicht bereit, ideologische Gewalt zu tolerieren, geschweige denn, diese durch Dialog legitim erscheinen zu lassen.

    Dass man sich zu Jesus quasi als Alternative zu Israel anstatt zu Israel und erst dadurch auch zu Jesus bekennt, muss also – theoretisch betrachtet – nicht unbedingt heißen, dass er gleich Anforderungen an Israel stellt. Allerdings ist das oft doch der Fall, denn diese gedankliche Prämisse ist bester Nährboden für antisemitische Beanspruchung, etwa im Hinblick auf Jerusalem, das – demagogisch formuliert – ja “auch den Christen” heilig ist.

    Vor solchen gefährlichen Denkmustern gilt es zu warnen, was ich bei dialogischen Gelegenheiten auch tue. Weit bedeutsamer ist aber, dass es in Deutschland auch Pfarrer gibt, die heutzutage in Barths Fußstapfen treten und die Hoffnung auf ein echtes Zusammenleben ermöglichen, in dem ideologische Gewalt à la “Urenkel Abrahams” und sonstige Fälschungen keinen Platz hat.

    Allerdings wird es sicherlich noch dauern, bis das zur Norm wird. Denn heutzutage ist der moderate Antisemitismus leider noch sehr weit verbreitet. Schade ist eigentlich nur, dass es Menschen gibt, die ideologische Gewalt zu verharmlosen und, wenn ich dich recht verstehe, sogar zu rechtfertigen suchen.

  8. Glubbibulgar

    Lieber Yoav, ich glaube, Du schmeisst da Sachen in einen Topf,
    die sich leider nicht zusammen verdauen lassen.
    Gut, Christen und Muslime verstoßen fortgesetzt gegen das grundlegende Gebot “Du sollst nicht stehlen!”, denn sie stehlen sich andauernd Adoshem. Ich gebe Dir Recht, dass sie sich erst auf Awraham berufen könnten, wenn sie Giur gemacht haben. Aber nicht alle Gottesdiebe sind dadurch automatisch Antisemiten. Deine Ableitung zu Jerusalem kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Gut, Jerusalem ist die Hauptstadt Israels, aber die es souveränen demokratischen modernen Staates Israel, den man nicht mit Eretz Israel in einen Topf werfen sollte. Die nicht ausreichende Anerkennung muß nicht unbedingt im Antisemitismus wurzeln. Zu Jesrusalem als Stadt des Tempels: Wenn es Adoshem wichtig gewesen wäre, dass der Tempel besteht, hätte er ihn 70 n.d.Zeitenwende nicht zerstören lassen.

  9. @ Schabbesgoi

    Ich glaube, im Beitrag überhaupt nicht theologisch an die Sache herangegangen zu sein. Ob man sich etwa in die Rolle Ismaels versetzt, um sich tatsächlich oder vermeintlich auf Abraham berufen zu können, ist eine Frage des *Umgangs* mit der israelischen Mythologie (anders ist es natürlich, wenn man unwillentlich in eine solche Rolle, etwa in die Esaus, hineininterpretiert wird). Weit wichtiger erscheint mir aber die Voraussetzung für *jeglichen* Umgang, nämlich dass man sich dieser Mythologie *überhaupt* bemächtigt, d.h. – ob explizit oder implizit – auf Israel aufbaut.

    Wie oben in der Antwort an Michael erklärt, muss die Usurpation Israels durch Fremde – theoretisch betrachtet – noch keine antisemitischen Anforderungen bedeuten, aber in der Praxis ist das oft doch der Fall. Die Unterminierung von Jerusalem als Hauptstadt des *jüdischen* Staates (eine gesetzlich festgeschriebene Definition) und somit aller, die sich zum jüdischen Volke (im Gegensatz zu einer “jüdischen Religion”) bekennen, fungiert hier als ein Beispiel dafür, wie Usurpation in der Praxis als Methode zur Durchführung antisemitischer, weil gezielt gegen das jüdische Volk gerichteter Agitationen.

    Ob die Nichtanerkennung der Hauptstadt keine judenspezifische und daher auch keine antisemitische Agitation sei, könnte sich alleine am Vorhandensein eines anderen Falls zeigen, wo so viele westliche Völker volle diplomatische Beziehungen zu einem Volk “X” – ob im Sinne eines staatstragenden Volkes wie etwa in Deutschland und Israel oder im Sinne einer vom Staat deduzierten Bürgerschaft wie etwa in den USA (s. dazu hier) – unterhalten und dabei die Hauptstadtfrage mit zweierlei Maß messen würden, sodass die Anerkennung der “x”-ischen Hauptstadt durchgehend ausbliebe, obwohl die jeweils eigene im Rahmen dieser Beziehungen vom Volk “X” mittels seines Staates doch anerkannt wäre.

    Vielleicht irre ich mich, aber momentan ist mir nur ein einziger Fall bekannt, wo eine solche Agitation stattfindet, nämlich: Israel und sein Staat.

  10. @ Yoav: Usurpation

    Lieber Yoav,

    wie Du weißt, habe ich nie ein Problem damit gehabt, Dir auch bei Positionen zuzustimmen – hier kann ich Dir aber beim besten Willen nicht folgen.

    Das geht schon bei der m.E. willkürlichen Verwechslung von Usurpation je im theologisch-religionshistorischen und geografischen Bezug los. Dass sich Religionen (ebenso wie z.B. Sprachen, Musiken etc.) teilweise auf Vorgänger beziehen, ist ein völlig normaler Vorgang und hat m.E. nichts mit Usurpation zu tun. So hat z.B. das Judentum aus dem (babylonischen) Zoroastrismus u.a. Vorstellungen eines Endgerichtes und einer messianischen Rettergestalt übernommen – aber damit doch nicht “usurpiert”! Ebenso geht das Hebräische auf äygptische Alphabetvorläufer zurück – und wir führen diese Diskussion hier gerade mittels lateinischer Buchstaben und arabischer Ziffern. Nichts davon ist Usurpation, sondern ein völlig legitimes, ja schönes Neukombinieren kultureller Elemente.

    Ebenso mit der Geografie: Natürlich könnten z.B. Indianer mit einigem Recht einfordern, alle Nichtindianer hätten Amerika zu verlassen. Griechen könnten Istanbul zurückfordern und Muslime auf muslimische Gründungen in Andalusien bestehen. Mit Realismus und Menschlichkeit hätten und haben solche Absolutheits- und Überlegenheitsansprüche aber nichts zu tun. Wer ein gutes Zusammenleben der Menschen und konkret Frieden für Israelis und Palästinenser will, sollte m.E. dringend vom hohen Roß herunter – auf allen Seiten.

  11. @ Michael

    Du verwechselst Anlehnung und Inspiration mit Usurpation bzw. dem, was das Heidenchristentum und der Islam mit Israel gemacht haben und m. E. eben deswegen so problematisch ist, *weil* diese Usurpation nicht nur in der Geisteswelt erfolgt, sondern eng mit politischen und territorialen Ansprüchen verknüpft ist. Eine Analogie zu deinen Beispielen – etwa die Annahme arabischer Ziffern – bestünde folglich nur, wenn:

    1) Es das arabische Volk gäbe und dieses in der realen Welt seinen arabischen Staat (etwa namens “Arabien”) hätte, den man direkt bekämpfen könnte und dessen Hauptstadt etwa Mekka wäre;
    2) Ziffern (als solche) politische Auswirkungen in der physischen Welt hätten;
    3) Diese politischen Auswirkungen mit viel abendländischer Gewaltausübung verknüpft wären;
    4) Abendländer würden die Araber für Fälscher der “wahren” Ziffern erklären;
    5) Abendländer erhöben territoriale Ansprüche auf Arabien und insb. auf Mekka, würden sich dort ansiedeln und die Araber zu verdrängen suchen.
    6) Die Welt würde Mekka nicht als die arabische Hauptstadt anerkennen, teilweise sogar nicht als Teil Arabiens.

    Auch deine Gleichsetzung mit Konstantinopel/Istanbul kann ich nicht nachvollziehen. Abgesehen von der Frage, ob die Griechen damit Recht hätten, erheben sie ja keinen Anspruch gegen die Türken auf Konstantinopel. Aber gegen die Juden werden doch Ansprüche auf Jerusalem erhoben!

    Man darf also die Tatsachen nicht mit Beispielen hoher Quantität und niedriger Qualität wegretuschieren: Nicht Israel erhebt Ansprüche gegen andere, sondern es werden Ansprüche gegen Israel erhoben. Nicht die Juden möchten sich Mekka bemächtigen, sondern Muslime möchten sich Jerusalem bemächtigen. Nicht Israel weigert sich, Berlin als die neue Hauptstadt der BRD anzuerkennen, sondern die BRD weigert sich, die Hauptstadt Israels anzuerkennen. Nicht jüdische Palästinenser erheben Anspruch auf Ostpalästina, sondern muslimische Palästinenser erheben Anspruch auf Westpalästina usw. usf. Ich glaube, du erkennst schon das Muster.

    Mit Friedensstiftung hat dieses gezielt judenfeindliche und daher ausgesprochen (wenn auch moderat) antisemitische Muster nichts zu tun. Denn in diesen Angriffen steckt das hohe Ross, nach dem du suchst. Wer auf Israel aufbaut, kann neben Israel zwar (vielleicht nur theoretisch) in Frieden leben, muss aber darauf achten, dass seine ideologische Usurpation zumindest in der physischen Welt nicht zulasten Israels geht. Oder meinst du, ich hätte gute Chancen auf Frieden mit dem Iran, wenn ich die Teilung Teherans zwischen rabbinischen Juden und schiitischen Muslimen verlangen würde? Wer mit Israel wirklich in Frieden leben will, lässt seine Finger von Jerusalem weg.

  12. Usurpation??

    Es ist immer gefährlich, Politik, Religion und Kultur zu vermischen.
    Aus meiner Sicht ist es Teil des Problems, dass sich Israel gleichzeitig als demokratischer Staat und andererseits als religiös begrenztes Gebilde sieht… Müssen die “Juden” in ihrer Hauptstadt auf Souveränität verzichten, oder die “Israeliten”? London “gehört” den Briten, diese sind keine Religionsgemeinschaft. Mekka und Medina “gehören” den Muslimen, es sind aber keine Hauptstädte mit politischer Bedeutung.
    Jerusalem ist nun einerseits für 3 Parteien ein Ort mit historisch gewachsener religiöser Bedeutung, die welcher Legitimation auch immer sein kann; man muss anerkennen, dass die Bedeutung gewachsen ist und nicht mehr weggezaubert werden kann. (Als Atheist sehe ich das von aussen und kann dem Ganzen nur ein deprimiertes Kopfschütteln abgewinnen, aber das steht ja hier nicht zur Debatte.) Wenn ich jetzt eine neue Religion gründen würde mit dem Mythos, dass Jerusalem die heilige Stadt des Gottes “Max des Schafschlächters” ist, und sich innert 200 Jahren meine Religion zu Weltbedeutung ausweitet, ist dieser Anspruch nicht mehr oder weniger legitim als der der jüdischen oder der christlichen oder muslimischen Religion. Da religiöse Legitimation letzten Endes willkürlich ist, muss man sie mindestens zu einem gewissen Grad von politischer Legitimation trennen.
    Andererseits ist Jerusalem eine von Bürgern bewohnte Stadt, in einem Staat, der unter speziellen Bedingungen entstanden ist und wo spezielle Bedürfnisse berücksichtigt werden müssen. Wäre es legitim, mir und ein paar Kollegen die politische Kontrolle über Zürich zuzugestehen, nur weil ich in einem Buch gelesen habe, dass das meine Verheissung ist, und alle bisherigen Bewohner zu verjagen? Weiter müsste Ihnen sicherlich bekannt sein, dass Jerusalem nie vollständig Israel zugesprochen wurde. Ein einseitiger Anspruch macht noch keine Legitimation. Wenn Jerusalem für alle unbestritten zu Israel gehören würde, wäre Israel natürlich frei, ihre Hauptstadt wo auch immer zu platzieren und auch zu erwarten, dass Botschaften der anderen Länder auch dorthin ziehen.
    Zur Usurpation nur soviel, auch das Judentum ist nicht aus dem Nichts entstanden; ich verweise mal auf Wikipedia: http://en.wikipedia.org/…ncient_Semitic_religion . Ich finde es ziemlich anmassend, einer Religion (und/oder Kultur) vorschreiben zu wollen, von wo sie sich beeinflussen lassen darf und welche Mythen sie übernehmen darf, und erst recht mit dem heiklen Begriff von Antisemitismus um sich zu werfen. Wenn ich behaupten würde, Pizza sei zu einem normalen Gericht geworden, wäre das italienerfeindlich? Es würde die Herkunft der Pizza sicherlich nicht würdigen, und in einem strengen Sinne könnte man es auch kulturelle Usurpation nennen wollen, aber ein feindseliger Akt gegenüber einem Volk wäre es unter keinen Umständen.
    Ich habe selber hier Religion, Kultur und Politik bis zu einem gewissen Grad vermischt, aber im Grunde genommen kann man auf allen 3 Stufen unabhängig argumentieren. In der heutigen polyreligiösen und multikulturellen Welt ist die Aufforderung an das Judentum und an den israelischen Staat, in einer komplizierten politischen Situation diese Dinge auseinanderzuhalten, kein Antisemitismus, sondern unbedingte Notwendigkeit und Vorbedingung zur Lösung des Konflikts. Dasselbe gilt übrigens natürlich auch für die arabische Seite.
    Ich firmiere übrigens nicht mit meinem echten Namen. Ich traue mich nicht mehr, einen solchen Beitrag zu veröffentlichen, ohne nachher als Antisemit verschrien zu werden; und das Internet merkt sich alles. Soweit sind wir schon gekommen.

  13. @ Walter

    Vielen Dank für deinen Kommentar, in dem sich im Grunde genommen genau jenes Denkmuster bekundet, das ich im obigen Beitrag analysiert habe:

    1. Du reduziet Israel auf eine Religion, um es dann mit dem Christentum und dem Islam vermeintlich gleichsetzen zu können.

    2. Du retuschierst die realen Verhältnisse (wer baut auf wen auf) vollkommen weg, um den Sachverhalt pauschalisiert (vgl. “welcher Legitimation auch immer”) betrachten und die (nicht nur) ideologische Gewalt gegen die Juden verharmlosen zu können.

    3. Den (inzwischen pauschalisierten) Sachverhalt stellst du zudem auf den Kopf, in dem so tust, als ob die Juden die Welt davon überzeugen müssten, dass Jerusalem die Grundlage ihrer realen, eben nicht nur religiösen Existenz ist… Es gibt ein talmudischer Grundsatz, der lautet: Wer von seinem Nächsten etwas haben will, der tragt die Beweislast. In diesem Fall bedeutet das: Nicht die Legitimation Israels, sondern die Legitimation der anderen, die auf Israel aufbauen, müsste gerechtfertigt werden.

    Ansonsten:

    1. Ich hätte kein Problem mit der Religion von “Max des Schafschlächters” – aber eben nur solange die Anhänger dieser Religion keine Anforderungen gegen das jüdische Volk stellen. Touristen sind in Jerusalem sehr willkommen, aber politische, geschweige denn territoriale Ansprüche müssen jedoch aufs Schärfste verurteilt werden.

    2. Überleg es dir mal: Wenn es gar nicht darauf ankommt, ob die Seite, von der man etwas haben möchte, die Anforderung für legitim hält oder nicht, kann sich ja jeder dessen bemächtigen, was ihm so alles gefällt. Unterm Strich erwartest du vom jüdischen Staat, dass er jedem in der Usurpation Israels begründeten Anspruch gerecht wird und somit die ideologische Aggression gegen Israel eigenhändig in die Tat umsetzt, und diese Erwartung stellst du nur deswegen, weil die Usurpation zumindest auf der ideologischen Ebene erfolgreich vollzogen ist. Was wäre denn judenfeindlich, wenn nicht so eine Anforderung?

    3. Natürlich wurde die israelitische Religion teilweise von anderen Kulten beeinflusst. Aber dabei ist es eben zu keinen Anforderungen gegen Ägypten (etwa wegen Echnaton) gekommen! Das ist doch genau der Punkt: Inspiration (Aufnahme einer allgemeinen Denkrichtung) ist vollkommen in Ordnung, wohingegen Usurpation (Übernahme von Form und Inhalt) sehr problematisch werden kann. Dazwischen gibt es aber Handlungsspielraum, wie etwa Karl Barth gezeigt hat.

    4. Es wird keinem vorgeschrieben, was er übernehmen darf. Aber man darf auch nicht dem jüdische Volke vorschreiben, allen in Übernahme verankerten Anforderungen gerecht werden zu müssen.

    5. Wenn du es mit der Pizza so weit triebest, dass du Anforderungen gegen Italien stellen und territoriale Ansprüche auf Rom erhöbest, dann ja, so etwas wäre schon ziemlich italienfeindlich…

    6. Die wichtigste Vorbedingung zur Lösung des Konflikts ist vielmehr die Verurteilung von Usurpation. Nur das kann zu gegenseitigem Respekt führen, in dem keine nichtjüdischen Ansprüche auf Jerusalem, keine nichtägyptischen Ansprüche auf Kairo, keine nichtislamischen Ansprüche auf Mekka usw. gestellt würden.

  14. Wenn ich resümieren darf: das antisemitische Denkmuster besteht darin, nicht von vornherein den alleinigen territorialen Anspruch Israels auf Jerusalem anzuerkennen. Habe ich dich so richtig verstanden?
    Auf was gründet denn dieser Anspruch? War es etwa immer so, dass Jerusalem zum Staat Israel gehörte? Jerusalem gehörte seit etwa 3000 Jahren abwechslungsweise Arabern, Römern, Juden, Christen und Türken. Warum haben jetzt ausgerechnet die Juden heute den territorialen Anspruch? Weil ihre Religion zuerst da war? Dann könnten jetzt Wodan- und Freya-Jünger in Deutschland ihr Territorium beanspruchen.

    Übrigens habe ich ausdrücklich erwähnt: Israel und das Judentum sind drei Sachen: ein Staat, eine Religion und eine Kultur. Worin habe ich Israel auf eine Religion reduziert? Die Religion des Judentums ist aus meiner Sicht tatsächlich mit der Religion des Christentums oder des Islams gleichzusetzen. Die Kultur ist mit der Kultur etwa von Schweizern oder von Ungarn gleichzusetzen, sie überschneidet sich zum Teil mit der Religion, aber nicht vollständig. Der Staat ist mit Österreich oder mit England gleichzusetzen. Alles andere entbehrt jeder Grundlage. Oder was unterscheidet denn Israel von diesen anderen Konstrukten? Diese Frage zu stellen, ist doch nicht Antisemitismus, sondern nur fair gegenüber allen anderen Kulturen, Religionen und Staaten, die alle ihre Geschichte haben.

    Vielleicht denken Menschen, die als Juden aufgewachsen sind, diesbezüglich so total anders, dass wir aneinander vorbeireden…

  15. @ Walter

    1.

    Du hast ja geschrieben: “London ‘gehört’ den Briten, diese sind keine Religionsgemeinschaft. Mekka und Medina ‘gehören’ den Muslimen, es sind aber keine Hauptstädte mit politischer Bedeutung.”

    Diese Worte habe ich wiederum so verstanden, dass das britische Beispiel im Gegensatz zum jüdischen herangezogen worden und dass Letzteres eher mit den Muslimen gleichgesetzt wird. Wenn dem so ist, kommt es einer Reduzierung des Judentums aufs Religiöse gleich.

    Aber wenn deine Differenzierung zwischen Israel und seinem Staat *nicht* darauf abzielt, das eine *grundsätzlich* vom anderen zu trennen, sodass diesem Staat – im Gegensatz zu anderen Nationalstaaten – seine Funktion als das politische Handlungsmittel des ihn tragenden Volkes abgesprochen würde – dann habe ich mich in meinem Veständnis deiner Worte geirrt.

    2.

    Naja, die Assyrer, die Babylonier, die Perser, die Seleukiden, die Römer, die Byzantiner, die arabischen Dynastien, die Kreuzritter, die Mamelucken, die Osmanen und die Briten waren alle fremde Imperialisten, desgleichen die Haschemiten, die ja aus der arabischen Wüste stammen und Ostpalästina (wie auch damals den Irak) als Dankeschön geschenkt bekommen haben.

    Mit Verlaub möchte ich hier aber keine Diskussion über die Legitimation des Zionismus als Rückkehrbewegung starten – und darauf liefe eine Diskussion über das Schicksal Jerusalems unter fremder Herrschaft sicher hinaus.

    Das sage ich übrigens nicht, um ein – m. E. vermeintlich – unanfechtbares Bild des Zionismus zu bewahren. Ganz im Gegenteil: Auch heute noch reiße ich ab und zu die zionistische Argumentation nieder, wenn es sich im Gespräch gehört. Aber schließlich kommt es immer wieder nur darauf an, ob man überhaupt historische Legitimation akzeptiert oder nicht.

    Wenn nicht, geht Macht vor Recht und die ganze Diskussion erübrigt sich. Wenn doch, ist es eine reine Ansichtssache, wie man die Vergangenheit interpretiert und welches Narrativ man daraus konstruiert. In der Regel gewinnt jenes Narrativ, dass sich als stärker erweist, sodass auch in diesem Fall Macht (wenn auch argumentative Macht) vor Recht geht.

    Wie du wohl schon sehen kannst, gehört etwa der obige Beitrag zu dem Narrativ, das ich zu Zeiten konstruiere, wenn ich dem Zionismus wohlgesinnt bin. Seine Stärke prüfe ich hier an euren Einwänden.

    3.

    Ich würde sagen, dass das (moderat) antisemitische Moment – in diesem Punkt – eher in der Verharmlosung, ggf. sogar Rechtfertigung der Usurpation besteht, und zwar unter Wegretuschierung der qualitativen Unterschiede zwischen Israel und den Religionen, die (ob explizit oder implizit) auf diesem Volke aufbauen. Dass diese Form der ideologischen Aggression heutzutage in politischen und territorialen Ansprüchen zum Ausdruck kommt, ist nur das Ergebnis des antisemitischen Moments.

    Ich nehme übrigens die große Herausforderung, der Israel in der Behandlung von Fremden mit besonderem Verhältnis zu Jerusalem gegenübersteht, durchaus wahr, kann aber jeden Extremismus, der über diese Herausforderung hinausgeht, nicht akzeptieren.

    Die große Problematik bei der Behandlung der Fremden besteht darin, dass dieses Phänomen, wo ein kleines Volk so stark herausgefordert wird, nirgedwo auf Erden eine Parallele hat. Allgemein gesehen bin ich dafür, die Anhänger der fremden Religionen als unsere Gäste zu betrachten, deren usurpatorischen Ansatz zwar nicht gut geheißen, aber freundlich verkraftet wird. Diese freundliche Herangehensweise wird allerdings unmöglich, sobald die Gäste ihre Stellung ableugnen und sich anmaßen, in Israels Hause Herren zu sein.

    Die Situation ist m. E. mit den biblischen Regelungen zu den ansässigen Fremdlingen vergleichbar, die Israel demnach v. a. in sozialer Hinsicht unterstützen soll. Das gilt aber nur, solange die ansässigen Fremdlinge sich nicht anmaßen, die Besitzer geworden zu sein. Ich glaube, dieses logische Prinzip, das in jeder Wohnung in jeder Stadt in jedem Land auf dieser Erde ganz automatisch angewandt wird, ist vollkommen nachvollziehbar. Dass man ausgerechnet von den Juden erwartet, von diesem Prinzip abzusehen, ist eine Messung mit zweierlei Maß, womit wir wieder beim antisemitischen Moment ankommen.

    4.

    Deine Aufteilung in ein Staat, eine Religion und eine Kultur wäre richtig, wenn es sich beim jüdischen Volke um das bloße Zusammentreffen dieser Teilaspekte handeln würde, wie es etwa in der deutschen Schweiz tatsächlich mehr oder weniger der Fall ist.

    Bei Israel hingegen handelt es sich um ein Volk, von dem Verschiedenes abgeleitet wird, wie etwa die universelle Nationalsprache, die facettenreiche Kultur, das Land, den Staat und ja, auch gewisse Gottesvorstellungen und eigene Kulttraditionen (ich glaube nicht, dass man hier wirklich von “Religion” sprechen kann, aber das tue ich bequemlichkeitshalber zugegebenermaßen auch).

    Das alles trifft nicht auf die deutsche Schweiz zu, deren Dialekte eindeutig Teil des deutschen Sprachraums sind, deren Kultur eindeutig Teil des deutschen Kulturraums ist, deren Religionen nicht schweizspezifisch sind (auch nicht die reformierte Kirche) und sowieso nicht als Nationalreligionen erdacht sind.

    Überhaupt ist das Selbstverständnis des israelitischen Narrativs eines eigenen Beitrages wert, was ich auch in intersubjektiv nachvollziehbarer Weise zu verwirklichen vorhabe.

  16. @ Yoav: Jerusalem in der Bibel

    Lieber Yoav,

    nationalreligiöse Weltanschauungen mögen verführerisch eindeutig erscheinen, sind aber bei näherer Analyse stets voller Widersprüche. Nehmen wir nur Jerusalem.

    1. Auch nach der Bibel wurde Jerusalem nicht durch Juden und nicht einmal durch Abraham gegründet – dieser entrichtete vielmehr dem bereits in Salem ansässigen König Melchisedech ausdrücklich den Zehnten! (Genesis bzw. Bereschit 14,18 f.) Selbst wenn, was ich für abwegig hielte, also Territorialansprüche direkt aus der Bibel hergeleitet werden könnten, könnten also wohl Nachfahren Melchisedechs die gesamten abrahamischen Religionen rauswerfen… Mir scheint hier die Lesart viel schlüssiger, die gerade hier erkennt, dass Jerusalem schon immer die Stadt vieler Völker und Religionen war! Und die gebotene, realistische Position geht m.E. schlicht von den Menschen aus, die heute in der Stadt leben und sich in überwältigender Mehrzahl persönlich nichts zuschulden haben kommen lassen.

    2. Du schreibst zu Recht, dass Israel nicht auf das Judentum reduziert werden darf. Ja, genau – ein erheblicher Anteil der israelischen Staatsbürger sind z.B. muslimischen und christlichen Glaubens. Gehört auch diesen Jerusalem? Dann ist es bereits eine multireligiöse Stadt. Oder sind nichtjüdische Israelis für Dich doch weniger echte Israelis? Sind sie ein gleichberechtiger Teil Israels?

    3. Selbstverständlich gibt es Griechen, die von der Rückerobung Istanbuls träumen, Muslime, die Andalusien wiederhaben wollen und Deutsche, die den Verlust Schlesiens an Polen oder des Elsaß an Frankreich nicht akzeptieren wollen. Aber solche Eiferer werden in Europa als unrealistisch und letztlich schädlich auch fürs je eigene Land erkannt – was ich mir in Nahost auch wünschen würde, auf allen Seiten.

    So, wie ich jenen palästinensischen und muslimischen Freunden hartnäckig widerspreche, die immer noch von der “Rückeroberung” des ganzen Gebietes und also der Vernichtung Israels träumen, widerspreche ich auch jenen israelischen und jüdischen Freunden, die letztlich weitere Besetzungen und Vertreibungen einfordern. Und es macht mich besonders traurig, wenn Vertreter beider Seiten behaupten, sie hätten ganz sicher Gott auf ihrer Seite…

    Es sind schon viel zu viele unschuldige Menschen auf beiden Seiten getötet worden und dieser Konflikt hat schon viel zu viele Menschen weltweit vergiftet. Wir – sowohl Israelis und Palästinenser wie letztlich die Menschheit insgesamt – brauchen nicht noch mehr Gewalt und Absolutheitsansprüche, die sich angeblich aus Koran oder Bibel rechtfertigen, sondern endlich Realismus und Frieden!

  17. @ Michael

    1.

    Es wird hier doch nichts aus der Bibel hergeleitet. Es geht schlicht um die uns bekannte Geschichte. Ob alles, was in der Bibel steht, wirklich so gewesen sei, ist weniger wichtig als die Entstehungsgeschichte dieser israelitischen Texte v. a. am Jerusalemer Hofe…

    Ob das mit Malkizedek keine israelische Rückprojektion ist, muss dahin gestellt bleiben. Sicherer erscheinen die Angaben zur unmittelbar vorisraelischen Geschichte der Stadt, die damals Jebus hieß. Hätten die Jebusiter die Frühantike überlebt und wäre es so gewesen, dass nicht das israelitische Jerusalem, sondern das eigentlich wirkungslos verschwundene Jebus die Weltgeschichte geprägt hätte, dann bestünde heute die hypothetische Möglichkeit, dass dieses Volk auf die Stadt Anspruch erhöbe, welchen von Israel wirklich ernst genommen werden müsste. Allerdings gäbe es in diesem kontrafaktischen Szenario sowieso nicht jenes Israel, das in der uns bekannten Weltgeschichte seinen Weg in die Gegenwart beschritten hat, geschweige denn ein “Christentum” oder einen “Islam”. Mit anderen Worten: In diesem Szenario gäbe es nicht nur das uns bekannte Israel nicht, sondern auch keine Religionen, die auf ihm aufbauen und usurpatorische Anforderungen gegen ihn stellen, sodass wir bei dieser Diskussion nach wie vor auf die Problematik angewiesen ist, die die heutige Wirklichkeit aufweist und in welcher die Juden, die doch keine Ansprüche auf Kairo, Mekka oder den Vatikan erheben, trotzdem mit usurpatorischer Aggression gegen ihre Hauptstadt konfrontiert werden.

    Übrigens verstehe ich nicht, warum du die fremden Minderheiten “verteidigst”, gegen die doch keinerlei Vorwürfe meinerseits gemacht worden sind. Wie schon mehrmals erklärt, habe ich gar kein Problem mit diesen Minderheiten – solange natürlich sie keinen Terror von sich hervorbringen, was leider immer wieder doch der Fall ist. Fremde Minderheiten gibt es seit sehr langer Zeit in Jerusalem – jedenfalls seit dem Beginn osmanischer Statistik – und wenn sie unsere Gäste bleiben wollen, können sie es gerne tun.

    2.

    Du musst zunächst zwischen Israel und seinem Staat differenzieren, bevor ich deine Frage beantworten kann. Allgemein gesprochen glaube ich nicht, dass der Staat als solcher einen religiösen Charakter zu haben braucht: Der Kult und der Staat sollen m. E. als geistige bzw. politische Manifestationen Israels nicht per definitionem aufeinander bezogen sein, sondern vielmehr nebeneinander bestehen. Aber als das politische Handlungsmittel Israels, d.h. des ihn tragenden Volkes, muss natürlich einer der Zwecke dieses Nationalstaats in der Sicherung des israelischen Kultes bestehen, zumal kein anderer Staat diese Aufgabe erfüllen kann. Was fremde Religionen im Allgemeinen und jene im Besonderen angeht, die auf Israel aufbauen, so dürfen diese m. E. Religionsfreiheit genießen, sofern sie keine kultische Aggression ausüben (womit wir wieder bei der Usurpation des Tempelbergs ankommen) und kein gegen Juden gerichtetes Gewaltrisiko aufweisen (s. hier: http://www.chronologs.de/…m-wo-steckt-die-gefahr). Ich schreibe hier bewusst “gegen Juden” (obwohl etwa islamische Grundschriften auch Christen gefährden), weil der jüdische Staat in erster Linie Juden beschützen muss und keine ideologische oder sonstige Gewalt im eigenen Lande tolerieren darf. Wenn er diese Grundaufgabe irgendwann richtig erfüllen würde, könnten weitere in Betracht gezogen werden.

    3.

    Bzgl. Istanbul etc. wiederholst du denselben logischen Fehler wie vorher. Wenn du gegen “Rückeroberungen” bist, warum unterstützt du die islamischen Ansprüche auf Jerusalem? Das heißt: Selbst wenn du vom Sachverhalt absehen willst, um diese Ansprüche vermeintlich rechtfertigen zu können, ist es doch *dein* formales Kriterium, das dich dazu bringen sollte, selber die aggressiven Ansprüche gegen die Juden in Bezug auf Jerusalem abzulehnen und die fremden Minderheiten zu friedlichem Leben im jüdischen Staat aufzurufen.

    Ich bin (auch) Historiker und du ja (auch) Politikwissenschaftler. Insofern ist es nachvollziehbar, dass ich nicht mit deinem Ansatz einverstanden bin, aber wenn du ihn hier schon vertrittst, dann sei doch bitte konsequent…

  18. Aantisemitismus

    ciao Yoav,

    ein buch mit dem sich eine menge leute einmal auseinandersetzen sollten. vielleicht kennst du es ja schon: Bernard Lewis, die Geschichte des Antisemitismus.
    Ich fand die “Friedensdemonstrazionen”nach den Angriffen im Gazastreifen etwas bedenklich, nicht das demonstriert wurde viel mehr wie.Fuer den Frieden o.k. aber gegen Israel?wie kann man gegen ein Land demonstrieren? Was ist das fuer eine Meinung, ich bin gegen Italien, Russland finde ich bloed.Wo waren die Demonstrationen im Sommer nach der Offensive der Tuerkei im Nordirak,oder bei den Massakern in Dafur? so weit ich richtig informiert bin hat die pkk noch nicht einmal Racketen auf “tuerkische Siedlungen” geschossen. ich meine nicht eine einzige brennende Tuerkeiflagge gesehen zu haben. Vielleicht ist das die Meinung eines relativ ungebildeten Menschen aber nach der ganzen Juedischen Geschichte…gerade in deutschland sollten wir nicht vergessen was fuer eine Verantwortung wir tragen.Und selbst wenn wie soviele Leute gerne behaupten die Staatsgruendung nicht kosheer gewesen sein sollte, na und? jetzt sind diese Menschen dort seit Generazionen die Muttersprache ist Heabreisch nicht Englisch Deutsch Russisch oder Franzoesisch. Alle nach Amerika schicken? Ins Meer treiben? Das hoert sich fuer mich nachn einer groesseren Menschlichen Tragodie an als ein “paar” Muslimsche Araber in einen Muslimischen Arabischen Nachbarstaat einzubuergern oder aehnliches. Soweit mir bekannt ist haben die israeis nichts gegen Muslime in Israel so lange sie friedlich sind, die Hamas will alle Juden Raus fuer immer! Hass hin oder her meiner Meinung nach ist es relativ offenkundig wer seine einstellung endern muss damit es frieden geben kann.

    (meine Rechtschreibung ist katastrofal entschuldigung)

  19. nachdem ich lange gelesen hab’,

    habe ich jetzt vielleicht doch eine Idee, was genau Yoav gemeint haben könnte (ich brauche meist eine Weile, um hinter deine Argumentation zu kommen).Oder auch nur, was ich da hineininterpretiere!

    Israel ist ein Staat und hat dementsprechend das Recht sich seine Hauptstadt auszusuchen, die auf seinem Territorium liegt- in diesem Fall Jerusalem. Dass Jerusalem die Hauptstadt Israels ist, verbietet aber niemandem, dort auch seine eigenen Heiligtümer zu besichtigen/in Stand zu halten oder sich einfach nur dort auf zu halten. Christen/ Muslime/ Juden können also alle gemeinsam in Jerusalem wohnen, so weit sie sich an israelische Gesetze halten, denn ihre Heiligtümer stehen auf staatlichem Booden von Israel! Jetzt kommt der Knackpunkt- jetzt sprechen aber anscheinend einige dieser Einwohner oder Gläubigen Christen und Muslime diesem Staat das Recht ab, Jerusalem als seine Hauptstadt an zu sehen. Und zwar mit der Begründung, dass Jerusalem auch ihnen gehöre- das mag ja teilweise stimmen, trotzdem ist Israel immer noch ein Staat
    und sie Gläubige einer Religion, die zwar Besitzheitsansprüche auf ihre Heiligen Stätten haben dürfen, doch aber niemals auf den Boden auf dem diese stehen- denn der scheint israelisch zu sein.( wenn doch dann sind ja Heiligtümer wie Botschaften an zu sehen- dummerweise hat der Islam aber keinen eigenen Staat, dem dieses Gebiet zugesprochen werden könnte; der Vatikan existiert zwar, wird aber in der internationalen Politik nicht als Staat im eigentlichen Sinne angesehen.)
    Wenn man international also Jerusalem nicht als Hauptstadt eines säkulären Staates ansieht, weil es dort auch muslimische und christliche Kultstätten gibt und somit beiden Religionen ein Anrecht auf Jerusalem haben, dann verkennt man den Unterschied zwischen dem Staat Israel und den Religionen Judentum, Islam, Christentum.

    Das Problem liegt also nicht im Religiösen, sondern anscheinend einfach nur darin, dass sich Israelis und Palästinenser nicht entscheiden können, wem Jerusalem nach Staatemrecht gehört. Und da beide Völker keinen Kompromiss finden, wird dann in der Geschichte/Historie/Religion nach Beweisen gesucht, wer denn zuerst von diesen 3 in Jerusalem war- und die Frage kann man ironischerweise leicht beantworten (das Judentum, da es die älteste Religion der 3 ist; das ändert aber nichts an der Arugumentation, da Israel ein säkulärer Staat ist und somit keine Besitzheitsansprüche pflegen darf, (nur) weil ein Grossteil seiner Bevölkerung jüdisch ist- das wäre dann nämlich mit den Besitzheitsansprüchen der anderen Religionen gleich zu setzten- die ich gerade widerlegt habe.

  20. @ Anne

    Ich möchte nur zu Protokoll geben, dass ich hier eine ziemliche andere Position vertrete als diejenige, die du oben beschrieben hast. So betrachte ich etwa das Judentum bzw. Israel nicht als Religion. In meiner Auffassung handelt es sich mithin nicht um das Verhältnis zwischen drei Religionen, sondern zwischen einem Volk, das üblicherweise einen eigenen Staat hat und ausnahmsweise über einen eigenen Kult verfügt, einerseits und zwei Religionen andererseits, die (ob explizit wie das Christentum oder eher Implizit wie der Islam) auf diesem Volk und dessen Kult aufbauen und deswegen dazu neigen, Anforderungen an dieses Volk und dessen Staat zu stellen.

  21. @ Yoav: ??

    Lieber Yoav,

    “Fremde Minderheiten gibt es seit sehr langer Zeit in Jerusalem – jedenfalls seit dem Beginn osmanischer Statistik – und wenn sie unsere Gäste bleiben wollen, können sie es gerne tun.”

    “Unsere Gäste” – das heißt ja dann wohl übersetzt, dass einerseits Juden aus der ganzen Welt umgehend volles Bürgerrecht in Israel und Jerusalem erhalten, wogegen Nichtjuden – selbst wenn sie seit Generationen in der Stadt oder Region leben – maximal ein Bürgerrecht zweiter Klasse erhalten, als Gäste (die man ggf. auch rauswerfen kann). Und all das auf Basis der Religionszugehörigkeit! Lieber Yoav, das ist nicht mehr Demokratie! Und mit dem Menschenrecht der Religionsfreiheit und des Diskriminierungsverbotes aufgrund der Religionszugehörigkeit in keiner Weise mehr vereinbar!

    Du fragtest: “Wenn du gegen “Rückeroberungen” bist, warum unterstützt du die islamischen Ansprüche auf Jerusalem?”

    Wie kommst Du, lieber Yoav, denn darauf, dass ich “islamische Ansprüche auf Jerusalem” verteidigen würde? Ich bin für eine pragmatische Verhandlungs- und Friedenslösung der Beteiligten, die die Rechte der Menschen, aller Menschen, in Israel und Palästina anerkennt. Wenn Du willst, kannst Du genau darin meinen Einspruch sehen: Dass Du genau so argumentierst, wie es auch islamische Extremisten tun – mit letztlich religiös begründeten Maximalansprüchen auf das Ganze, das Andersglaubenden maximal ein Bleiberecht als “Gäste” (d.h. Bürger zweiter Klasse) einräumt. Dieser nationalreligiösen Maximalansprüche sowohl von palästinensischer wie israelischer Seite bin ich (und sind wachsende Teile der Welt) müde und wünschen uns endlich Frieden und Demokratie für die (alle!) Menschen der Region. Zwei demokratische Staaten, nebeneinander in Frieden – das haben Deutschland und Frankreich, Deutschland und Polen, die Türkei und Griechenland etc. am Ende doch auch geschafft!

    Herzliche Grüße

    Michael

  22. @ Michael

    1. Den Frieden haben inzwischen auch das jüdische Westpalästina und das islamische Ostpalästina geschafft. Das bedeutet: Fabriken werden aus Israel dorthin verlegt – und im Gegenzug wird dort gegen Israel verhetzt. Schön, oder? Aber was soll’s… Dass über die islamisch-palästinensische Mehrheit, die dort ihre Heimat hat, heutzutage die regionsfremden Haschemiten herrschen, geht mich als jüdischen Palästinenser, offen gestanden, grundsätzlich nichts an. 1970 haben die Haschemiten Tausende (man wird wohl nie wissen können, wie viele es waren) islamische Palästinenser geschlachtet, um ihre Herrschaft über Ostpalästina erneut durchzusetzen.

    2. Da Israel die historisch legitimen Ansprüche auf den östlichen Teil seines Landes *nicht* erhebt, kann von keinem Maximalismus auf jüdischer Seite die Rede sein. Es sind nur Muslime, die – wenn wir beim Thema bleiben – Ansprüche auf die jüdische Hauptstadt erheben. Indem du “Verhandlungen” über das Schicksal der Hauptstadt befürwortest, unterstützt du diese Usurpation. Oder meinst du, dass solche Verhandlungen würden die Aggressoren dazu bewegen, mit der Usurpation aufzuhören?

    3. “Und all das auf Basis der Religionszugehörigkeit!” – Nein. Du versuchst hier abermals Unterschiede wegzuretuschieren, die nicht mit dem Bild im Einklang stehen, das du gerne malen möchtest: Die usurpatorische Aggression mancher Fremden ist zwar in ihrer jeweiligen (auf Israel aufbauenden) Religion verankert, sodass die m. E. notwendige Ablehnung ihrer usurpatorischen Anforderungen zugegebenermaßen ihre Religiosität betrifft; jedoch hat das volle Bürgerrecht der Juden im eigenen Lande mit der *Volkszugehörigkeit* zu tun (auch wenn man im Vorfeld der Repatriierung über die Religion einen Zugang zum Volke finden bzw. über die Religion sich von Israel trennen kann). Das heißt: Ein im Ausland geborener Jude muss sich nicht zum jüdischen Gotteskult bekennen oder die Anerkennung durch die rabbinische Halacha nachweisen können, um in seiner Heimat aufgenommen zu werden. Rückkehrgesetze gibt es auch in Deutschland, Frankreich, Norwegen, Italien, Irland, Griechenland, Britannien, Finnland, Spanien, Armenien, China, Japan, Chile, der Türkei u. a. Ist also Deutschland deiner Meinung nach aufgrund der etnisch begründeten Privilegierung Volkseigener ebenfalls “nicht mehr Demokratie”? Wenn dein intersubjektiv nicht nachvollziehbares Urteil sich nur auf Israel bezieht und du somit ausgerechnet Angehörigen des jüdischen Volkes ihr Recht auf Repatriierung absprichst, misst du hier mit zweierlei Maß und vertrittst folglich eine antisemitische Position (was du meinetwegen nach wie vor machen kannst – das ist hierzulande ja eh en vogue). Übrigens können islamische Palästinenser genauso gut ein solches Gesetz verabschieden, sobald sie die Fremdherrschaft der Haschemiten im islamischen Teil Palästinas überwinden.

    4. Religionsfreiheiten und Diskriminierungsverbote sind m. E. *keine* Menschenrechte, sondern Bürgerrechte. Als “Mensch” hast etwa du keinerlei Ansprüche, Jerusalem zu besuchen. Dass du es trotzdem machen darfst, und zwar ohne im Vorhinein ein Visum beantragen zu müssen, hängt damit zusammen, dass du Bürger der BRD bist und als solcher in Genuss dieses Privilegs kommen darfst. Desgleichen bei der Diskriminierung: Ich werde in der BRD doch ständig diskriminiert, aber nicht weil ich kein Mensch bin, sondern weil ich kein Bürger der BRD bin.

    5. Was also das Bürgerrecht auf Religionsfreiheit angeht, so habe ich in meiner letzten Antwort an dich unter Punkt 2 schon gesagt: “Was fremde Religionen im Allgemeinen und jene im Besonderen angeht, die auf Israel aufbauen, so dürfen diese m. E. Religionsfreiheit genießen, sofern sie keine kultische Aggression ausüben […] und kein […] Gewaltrisiko aufweisen.” Wenn das “zweite Klasse” bedeutet, dann sollen sie sich damit zufrieden geben oder ihre jeweils eigenen Nationalstaaten bevorzugen. Ich glaube jedenfalls nicht, dass Juden ausgerechnet in ihrem eigenen Land Aggression und Gewalt dulden müssten.

    6. Dass du der Region Frieden wünschst, finde ich schön. Dann solltest du den Kompromiss der Teilung Palästinas in ein kleines Westpalästina und ein großes Ostpalästina befürworten und keine weitere Aggression gegen die Juden unterstützen. Dass du aber damit auch die Entstehung einer demokratischen Grundordnung unter den islamischen Palästinensern herbeiführen möchtest, finde ich verwunderlich: Die einzige Demokratie in der arabischen Welt – das war der einstige Libanon – haben die aus Ostpalästina vertriebenen Eliten der islamischen Palästinenser vollkommen zerstört (und dabei die Christen geschlachtet). Auch in Westpalästina haben sie seit Beginn der “Oslo”-Katastrophe nur Diktatoren hervorgebracht (Arafat, Abbas). Aber wer weiß? Wenn sie die Haschemiten endlich überwunden haben, schaffen sie es vielleicht doch noch.

  23. @ Yoav

    1. Du willst jetzt aber nicht auch noch ernsthaft behaupten, dass es Palästinensern in der Westbank und im Gaza-Streifen wirtschaftlich besser geht als Israelis? Was soll denn das?

    2. Du stellst einerseits die offizielle Position Israels gegen “die Muslime”. Dabei weist Du genau, dass z.B. auch Abbas zu Verhandlungen bereit ist, wogegen Nationalreligiöse auf beiden Seiten Maximalforderungen stellen. Und ich kann es nicht oft genug betonen – ich lehne Maximalforderungen auf beiden Seiten ab!

    3. Erneut erklärst Du Nichtjuden in Jerusalem und Israel per se zu “Fremden”. Das bleibt sogar hinter dem geltenden Staatsangehörigkeitsrecht zurück, nach dem auch Muslime, Christen, Konfessionslose etc. Israelis sein können. In keiner Demokratie dieser Erde ist die Staatsangehörigkeit an die Religionszugehörigkeit geknüpft. Wer in Deutschland länger lebt, kann deutscher Staatsbürger werden – ob Christ, Muslim, Jude, Hindu, Konfessionsloser etc. Dass ein Deutscher Jude oder Muslim ist (oder wird) macht ihn nicht “zum Fremden”!

    4. Natürlich sind Religionsfreiheit und Diskriminierungsverbot nicht nur deutsche Grund-, sondern offizielle Menschenrechte, siehe Menschensrechtserklärung Art. 2 und 18.
    http://de.wikisource.org/…ung_der_Menschenrechte

    Auch einige der anderen Menschenrechte könnten für Deine Überlegungen ggf. interessant sein.

    Unter 5. lässt Du die Katze aus dem Sack, indem Du erneut Staatsangehörigkeit und Religionszugehörigkeit verknüpfst. Nichtjuden sollen einen diskriminierten Status erdulden oder “eigene Nationalstaaten” gründen. Das ist schlicht auf dem gleichen Niveau, mit dem Rechtsextreme seit jeher religiösen Minderheiten die Zugehörigkeit zum Staatsvolk abgesprochen haben. Es wäre das Ende von Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten und Demokratie.

    6. Ich habe niemals irgendeine “Aggression gegen Juden unterstützt”, lieber Yoav. Vielmehr trete ich Angehörigen aller (und keiner) Religion dann gegenüber, wenn sie nur noch schwarz-weiß sehen und in extremistische Richtungen abdriften. Die Grund- und Menschenrechte zu verteidigen habe ich gelobt – und sie haben für alle Menschen (!) weltweit zu gelten, auch für Anders- und Nichtglaubende, lieber Yoav. Religiös und nationalistisch begründete Absolutheitsansprüche haben stets zu Unrecht und Schande geführt.

  24. @ Michael

    1. Wie kommst du überhaupt auf diese Frage? Seit wann befindet sich die “Westbank”, geschweige denn der Gaza-Steifen in Ostpalästina?

    2. Welche jüdisch-palästinensische Partei erhebt noch heutzutage “maximalistische” Ansprüche auf Ostpalästina? Soweit ich weiß, befürworten alle Parteien den Friedensvertrag mit dem haschemitischen Regime (ob zu Recht oder nicht, ist eine andere Frage). was Abbas angeht, so kann ich nicht nachvollziehen, warum seine Bereitschaft zu Verhandlungen über Westpalästina dich positiv beeindruckt. Wie wäre es, wenn Israel den islamisch-palästinensischen Anspruch auf ganz Ostpalästina nicht mehr anerkennt, darauf einen (historisch durchaus legimiten!) Anspruch erhebt und sich freundlicherweise bereit erklärt, über eine Teilung von Ostpalästina zu verhandeln? Mit anderen Worten: Wenn die islamischen Palästinenser nicht mehr von den Haschemiten beherrscht werden und stattdessen einen islamisch-palästinensischen Nationalstaat errichten wollen, müssen sie es in ihrem (notabene deutlich größeren) Teil Palästinas tun – und meinetwegen den gescheiterten Aufstand von 1970 erneut versuchen. Übrigens ist Abbas ein Diktator (und Holocaustleugner), der ohne Zustimmung des Parlaments herrscht, wo der von ihm ermächtigten Salam Fayyad keine Mehrheit hat.

    3. Die allermeisten Muslime in Jerusalem haben sie gegen die Annahme der Staatsangehörigkeit entschieden. Jedenfalls meine ich hier “Fremde” in keinem herabsetzenden Sinne. Das beschreibt die Tatsache, dass sie nicht dem Volk angehören, dessen Staat es ist. Das ist nicht nur in Israel so: Fremde Minderheiten sind eine stetige Begleiterscheinung von jedem Nationalstaat. Vgl. etwa die Slowenen in Kärten (die aber im Gegensatz zur islamischen Minderheit in Israel die Zweite Republik, in der sie leben, nicht unterminieren!). Zu deiner Aussage “In keiner Demokratie dieser Erde ist die Staatsangehörigkeit an die Religionszugehörigkeit geknüpft” kann ich nur sagen, dass ich dir oben ja schon erklärt habe, dass es sich um die Volkszugehörigkeit handelt.

    4. Ich habe oben ausdrücklich “meines Erachtens” geschrieben. Und wie gesagt: Wer Diskriminierungsverbote vom Menschen als solchen abhängig macht, muss die BRD für ein extrem verbrecherischer Staat halten, weil Ausländer hier ständig diskriminiert werden, obwohl sie ja auch Menschen sind.

    5. Inwiefern ist das von mir verlangte Verbot von kultischer Aggression, Gewalt, Verhetzung etc. bei der Ausübung fremder Religionen im jüdischen Staat eine Verknüpfung von Staatsangehörigkeit und Religionszugehörigkeit? Die Juden haben ihren eigenen Nationalstaat, damit sie sich mit solcher Aggression nicht mehr zufrieden geben müssten (was sie heutzutage leider doch noch tun). Wer diesen minimalen Anstand nicht hat, soll seine Wünsche dort ausleben, wo man seine antijüdische Aggression duldet (oder gar begrüßt). So funktioniert es überall auf der Welt. Auch in Israel funktioniert es in der Regel sehr gut, etwa mit den Bahai, die sich (trotz der schiitisch-islamischen Wurzeln des Bahaismus) nicht anmaßen, das gastgebende Volk auf verschiedenste Art und Weise anzugreifen und so viel Respekt von seinem Kult haben, dass sie es sich selber verbieten, Juden in Israel in die bahaische Kultgemeinschaft aufzunehmen. Leider sind die Muslime längst nicht so unproblematisch wir die Bahai – und leider haben die Juden nicht wirklich den Mut, der antijüdischen Aggression im jüdischen Lande entgegenzuwirken.

    6. Tut mir Leid: Wenn du meinst, Ostpalästina wäre nicht genug und es müsste auch noch über die islamisch-palästinensische Ansprüche auf Cisjordanien verhandelt werden, so ist das eine Aggression gegen das jüdische Volk, das seine historisch durchaus legitimen Ansprüche auf Ostpalästina nicht mehr erhebt (jedenfalls gibt es gar keine Partei, die diese Position vertritt). Und wenn du meinst, Mekka wäre nicht genug und die Juden müssten über ihre Souveränität in der eigenen Hauptstadt verhandeln, so unterstützt du die islamische (oder gar auch die christliche) Usurpation und somit auch eine ausgesprochene Aggression gegen ein Volk, das seinerseits keinerlei Anforderungen an jene Religionen stellt, die ungebeten auf ihm aufbauen. Du magst dich meinetwegen auch weiterhin hinter diesen und jenen “Rechten” verschanzen, aber sobald diese Rechte zur Legitimierung von Missetaten gebraucht werden, sind sie nichts mehr wert. Ich glaube also nicht, dass solche Lippenbekenntnisse deine aggressiven Positionen noch verhüllen können.

  25. Antisemitismus

    Ich verstehe von politik nicht viel, aber ich habe eine menge über dieses thema gelesen auch sehr kritische Autoren wie Sergev und ich finde da kann mann analysieren wie mann will die Probleme auf alles mögliche zurück führen Geografische dinge Wassermangel Demografischer Wandel etc. aber tut mir wirklich leid aber ich finde es geht immer wieder auf das gleiche zurück Antisemitismus.Ich denke wenn die Palestinänser opfer von irgendetwas sind, dann von ihren unfähigen”Politikern”und der kompletten Arabischen Liga. Jetzt kommt meine kleine Utopie so hätte es auch kommen können:
    Nach der Staatsgründung Israels oder davor hätten sich die Araber an einen Tisch gesetzt und beschlossen allen Arabern aus diesem Gebieten die möglichkeit zu geben in eins ihrer Länder einzureisen Staatangehörigkeit inklusive vielleicht sogar mit einem anfähnglichen Bonus z.b.hätte mann Siedlungen für die neuen Bürger errichten können ein kleines Wilkommensgeschenk, arm sind die Araber ja nun nicht. Das hätte viel geld gekostet aber auch eine menge leid erspart. Die israelis würden sich heute über eine Menge Arabischer Touristen freuen und die Araber vorallem in Ägypten Syrien und Maroco über Israelische. Es könnte grossartige Handelsbeziehungen geben etc
    Oder vielleicht hätten die Araber in Palästina auch Veständnis für die Lage der Juden nach dem zweiten Weltkrieg (und überhaupt)gehabt und sich auf das Angebot der Teilung Israels in zwei für( sie zwar der kleinere teil) Staaten eingelassen.Mann rechnete ja schon mit einer Masseneinwanderung von Juden daher der grosse Teil für sie.
    Aber statdessen redete mann den Arabern dort ein sie seien Palästinenser und die Juden seien bösartige Menschen gegen die mann kämpfen muss, eine Bedrohung für die Islamische Welt etc. ausserdem wurden Palestinänsische Führer von Deutschen Hetzschriften beeinflust.Ich denke auch das Überlegenheitsgefühl und Stolz der Araber eine Rolle spielen. Aber das liegt mehr an meiner Persöhnlichen Erfahrungen mit Freunden. Selbst wenn es nicht Fair gewesen wäre also das die Araber ihr land verlassen und Platz für ein anderes Volk machen müssten,hätten die Araber eine Grossartige Menschliche Leistung vollbracht.
    Ich weiss unmöglich völlig irrational aber schön wäre es doch gewesen.
    Die Israelis wären auf ewig dankbar.

  26. haha

    es ist ja nicht so das dieses dreckspack keine gelegenheit auslässt gegen meine kultur religion und vieles mehr herzuziehen dieses dreckige isralipack und das betone ich denn gegen juden habe ich nichts ich kenne nur eine jüdin diese ist total super und sieht sich eben nicht als so eine dreckige isralie landdiebin ist ja nicht so als ob in jordanien die grösste volksgruppe eben nicht jordanier sondern palestinenser sind uuups dies ist eben doch der fall und es ist ja auch nciht so das isralische regierungsbeamte ganz offen im radio so texte wie tot allen muslimen arabern etc von sich geben uuups doch diese aussagen wurden getätigt und das dieses dreckspack antizionismus antiimperialismus mit antisemitismus gleichsetzt ist das allerletzte hei ihr dreckspack lernt es endlich mein prophet mohammed s.a.s. ist genauso ein semit wie jeder araber auch von dem her scheinheiliges argument ich muss diese leute nicht mögen ja verdammt ich würde wenn ich könnte alle isralis vertreiben und das blutig denn diesemachen es nicht anders ich würde dem volk das land schenken das sie uns türken weggenommen haben es ist nicht umsonst soviel türkisches blut geflossen von dem heute gut und gerne abgelenkt wird nein nein dieses drecks zionistenpack muss büsen für ihre taten es reicht ich lass mich nciht verarschen von diesen schweinen ganz einfach es ist wirklich verdammt nochmal so das ich zionisten als meine feinde bezeichnen kann und nciht ich habe mir diesen feind ausgesucht er hat mich zum feind gemacht ich habe genug videos etc gesehen das verhalten ist abstossend sogar linke isralis sind diebe die vcernichtet werden müssen diese schweine legen sogar ahamdinejad worte in den mund die er nie so getätigt hat aber ich stehe dazu es reicht ihr habt euch zuviele feinde gemacht ihr schweine die leute wachen auf selber schuld

  27. Obacht!

    Sie sollten sich mal mit dem Antisemitismus in den USA befassen, eine ganz andere Kiste.

    Ich versuche mal eine kurze Zusammenfassung, das klingt alles sehr abenteuerlich (der Leserlichkeit wegen ohne Konjunktiv):

    Es gibt unzählige jüdische politische Berater und Publizisten und Medienmogule, die den weißen Amis das Lied vom “Antirassismus” und “Multikulti” (diversity) einflüstern. Daraufhin sorgen die Politiker für offene Grenzen, und die Medien schreiben permanent etwas über weiße Rassisten und wie toll und großartig diversity angeblich ist. Ziel dieser konzertierten Maßnahmen ist die Schwächung der westlichen Gesellschaften, die sollen durch Zuwanderung von Südländern (Mexikaner dort, bzw Araber, Afrikaner hier) zerstört werden, wirtschaftlich geschwächt, und der gesellschaftliche Zusammenhalt soll komplett vernichtet werden. Wenn die westliche Welt also absinkt, steht plötzlich der Staat Israel, dank seiner Apartheidgesetze ganz prima da: die Juden sind, da sie eben keinem Multikulti ausgesetzt werden, hoch gebildet und haben zudem einen starken Zusammenhalt und weltweite Strukturen, und sind dann die Herren der Welt! Darauf läuft der große Plan hinaus. Tolle Geschichte, wa´?
    Nunja, was soll man dazu sagen. Das Problem ist, das das ganze tatsächlich im Bereich des Möglichen erscheint: die Juden haben wenig bis Null Vertrauen zu den Europäern/Amis, aus Erfahrung klug. Wählen tun sie in den USA überwiegend die Demokraten (obwohl sie als Top-Verdiener die Republikaner wählen müssten), dies ist eine taktische Wahl, weil die Demokraten mit ihrer Pro-Einwanderungs und Pro-Minderheiten-Politik eben die weiße Mehrheit am ehesten schwächen, so das Juden eine kleine aber feine Minderheit unter vielen sind, in einer ansonsten völlig zerfallenden Gesellschaft. usw, usf – das ist alles so im Prinzip schlüssig und nachvollziehbar, wenn man das so sehen will.
    Jedenfalls sind jüdische Stimmen, die etwas anderes publizieren (z.b. das die USA den Weißen gehören, was de facto so ist), tatsächlich kaum vorhanden. Das ist schlecht.

    Der Nationalstaat ist keine Ursache für Kriege. Eliten sind es, die Krieg anzetteln. Heute, im Zeitalter des Internets, wird es niemandem mehr gelingen, Deutsche und Franzosen gegeneinander aufzuhetzen, um nur ein Beispiel zu nennen.

    Der Nationalstaat ist eine gute und gesunde Sache, die sei jedem gegönnt!

    Folgendes: nachts gehören die Städte Deutschlands schon den “Südländern”, das ist aus Sicht eines Deutschen keine “Erfolgsgeschichte” (c Hannes Stein), sondern ein sehr konkreter Alptraum.

  28. Ursachenbekämpfung

    Antisemitismus haben wir heute eigentlich nur deshalb, weil die Journalisten alle links sind (sollte mittlerweile bekannt sein, da deutsche Journalisten zu ungf. 90% links bisstramm links wählen, also dem Pool der Anti-Amerikaner, Anti-Kapitalisten und Anti-Se..zionisten entstammen). Und daher meine Frage:

    Warum protestieren Juden eigentlich nicht gegen die ÖR? In einer Tour werden dort Halbwahrheiten, immer zu Lasten Israels, als “Nachrichten” versendet. Im Internet werden die Sachen ja aufgelistet.

    Was fehlt ist ein Demostand vor eine Gebäude von ARD oder ZDF. Alles, was sie tun bräuchten, wären ein paar Infoblätter und Plakate (“an dem und dem Tag wurde folgender Bericht in den Nachrichten gesendet, in Wahrheit trug sich der Vorfall aber so zu”), so das jeder Passant stutzig wird. Unterschriften sammeln geht natürlich auch.

    Natürlich würden die sie erst mal ignorieren, aber da im Internet drüber geblogt würde, kämen die über kurz oder lang nicht drum herum, sich damit auseinander zu setzen.

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