VEGA bekommt ein neues Gesicht

BLOG: Uhura Uraniae

Ko(s)mische Streifzüge durch Zeit und Raum
Uhura Uraniae

Endlich! Endlich hat sich ein Nachfolger gefunden und ich bin frei:

Seit 1999 habe ich die Nachwuchsförderung des größten deutschsprachigen Astronomie-Vereins, der VdS, (mit)aufgebaut und (mit)geleitet. Damals hatte der VdS-Jugendreferent Uwe Reimann eine 14tägige Sommerfreizeit anlässlich der SoFi organisiert. Es war eine großartige Veranstaltung in Violau und gemeinsam mit anderen habe ich nach Ende dieses Camps das Interesse für derartige Veranstaltungen für astro-interessierte Teens und Twens bedient. Das Team um mich wechselte, aber wir organisierten seither jedes Jahr eine zweiwöchige Sommerfreizeit, die seit 2001 den Namen „Astronomisches Sommerlager (ASL)“+Jahreszahl trägt. Weitere Veranstaltungen kamen hinzu: VdS-Jugend-ITV, VEGA-Treffen auf der Bochumer Herbsttagung (BoHeTa), SoFi-Reisen in die Türkei und nach Russland, ein regelmäßiger Russisch-Austausch nach Novosibirsk, SpaceCamps im Berliner Jugendraumfahrtzentrum „orbitall“ im FEZ u.v.a.m. Seit 2004 arbeiten wir unter dem Label „VEGA“ und sind mithin einen gemeinnützigen Unterverein der VdS – die Satzung ist direkt an die der Mutterorganisation gekoppelt, nämlich als Vereinszweck die Erfüllung des Paragraphen 2.2 der VdS-Satzung = Jugendarbeit schulisch und außerschulisch. Eine kleine Festschrift zum Zehnjährigen gab’s letztes Jahr: vega-iya09.pdf 

Die VEGA hat eine eigene Flagge mit dem Sommersternbild Lyra im Bild und einem siebzackigen weißen Stern. Es gibt Tassen, T-Shirts, Pullover, Bleistifte als Gadgets zu kaufen, wir stellen Kontakte zu anderen Hobbyastronomen her und über den (2010 nagelneuen) Vereinsring (Flyer.pdf) für naturwissenschaftlich-technisch-mathematische Jugendarbeit auch Kontakte zu jungen Leuten in andere Wissen(schaft)sbereichen sowie Jugend-forscht u.a. Wir beantragen Projektförderungen aus verschiedenen öffentlichen Fördermitteln für Jugendarbeit und alle drei Jahre machen wir artig unsere Steuererklärung… alles, was dazu gehört, um unabhängige Strukturen zu schaffen, damit die jungen Leute, die nach mir kommen eine adäquate Infrastruktur zur Verfügung haben, um neuerdings die Veranstaltungen selbst zu organisieren, die andere irgendwann einmal erfunden hatten.

 

All das ist jetzt für mich passé: ein lehrreiches Kapitel meiner persönlichen Geschichte, das ich diesen Sommer abschließen durfte! Ich bin sehr glücklich, dass sich endlich jemand anderes gefunden hat, der diesen ehrenamtlichen Job nun übernimmt und dass dieser jemand mein Wunschkandidat ist (so dass ich mich beruhigt zurücklehnen kann und mich endlich mal um mich selbst kümmern kann, weil ich weiß, dass die VEGA und das ASL auch ohne mich weiterleben):

Tobias Opialla ist ein frisch gebackener Lebensmittelchemiker aus Berlin und er hat sich bereit erklärt, diese Aufgaben nun zu übernehmen. Er ist der neue VEGA-Vorsitzende und wird hoffentlich also nun weiterführen, was ich mit vielen (wechselnden) anderen damals und über die vergangenen elf Jahre begonnen habe.

Da ich selbst als Jugendliche kein Interesse an derlei Veranstaltungen hatte, habe ich durch diese Arbeit sehr viel über Menschen und ihr Verhalten gelernt und dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Weiters hoffe ich, dass ich meine (offenbar irgendwie vorhandenen) organisatorischen Talente sinnvoll und nachhaltig für die Jugend eingesetzt habe und dass noch viele junge Leute von meiner Arbeit profitieren. Letztendlich bin ich aber auch sehr froh, diese Aufgaben nun in die guten Hände meines Wunschnachfolgers abzugeben und nun Zeit für meine persönlichen Anliegen im Leben zu haben und Zeit, meine eigenen Interessen zu verfolgen.

Meinen Nachfolgerlingen wünsche ich viel Spaß und erfolgreiches Schaffen!  🙂

Lasst die VEGA und das ASL leben!

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"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Dr. Dr. Susanne M Hoffmann ist seit 1998 als Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik und Wissenschaftsgeschichte (zwei Diplome), Informatik und Fachdidaktik (neue Medien/ Medienwissenschaft) als Weiterqualifikationen. Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Jobbedingt hat sie 2001-2006 in Potsdam gelebt, 2005-2008 saisonal in Mauretanien (winters) und Portugal (sommers), 2008-2009 und 2013-'15 in Berlin, 2010 in Hamburg, 2010-2012 in Hildesheim, 2015/6 in Wald/Österreich, 2017 in Semarang (Indonesien), seit 2017 in Jena, mit Gastaufenthalten im Rahmen von Forschungskollaborationen in Kairo+Luxor (Ägypten), Jerusalem+Tel Aviv (Israel), Hefei (China)... . Die einleitenden Verse beschreiben eine Grundstruktur in ihrem Denken und Agieren: Physik ist eine Grundlagenwissenschaft, die datenbasiert und mit dem Erkenntnisapparat der Logik ein Verständnis der Natur zu erlangen bestrebt ist. Es gibt allerdings auch Fragen der Welt, die sich der Physik entziehen (z.B. wie wir Menschen auf diesem Planeten friedlich, synergetisch und benevolent zusammenleben können) - darum ist Physik nicht die einzige Liebe der Bloggerin. Sie liebt die Weisheit und hinterfragt die Welt. Das Wort "Philosophie" ist ihr aber zu groß und das populärwissenschaftliche Verständnis davon zu schwammig, als dass sie sich damit identifizieren würde: hier geht's faktenbasiert zu. Ihr fachliches Spezialgebiet sind Himmelskarten und Himmelsgloben; konkret deren Mathematik, Kartographie, Messverfahren = Astrometrie, ihre historische Entwicklung, Sternbilder als Kulturkalender und Koordinatensystem, Anomalien der Sternkarte - also fehlende und zusätzliche Sterne, Sternnamen... und die Schaustellung von alle dem in Projektionsplanetarien. Sie versteht dieses Blog als "Kommentar an die Welt", als Kolumne, als Informationsdienst, da sie der Gesellschaft, die ihr das viele studieren und forschen ermöglichte, etwas zurückgeben möchte (in der Hoffnung, dass ihr die Gesellschaft auch weiterhin die Forschung finanziert).

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