SoFi +2 und 3, Abenteuer der Rückreise

(Gastbeitrag von Alexander Wolters, 17 J.)
Es ging wieder früh los. Morgens um 7:30 Uhr war Treffen bei den Niewalds. Um 8:00 Uhr ging es dann mit drei vollgepackten Autos los nach Chicago. Die Fahrt verlief reibungslos und mittags machten wir – wie auf der Hinfahrt – einen Zwischenstopp bei Freddy’s in Springfield. Danach ging es durch zwei kleine Staus direkt zum Autoverleih. Nach fünf Minuten war das Auto abgegeben und wir konnten mit dem Bus zu unserem Terminal fahren.

unsere drei Minivans

[Anm. von SMH: Wir haben es tatsächlich geschafft, jederzeit an allen Reisetagen in Kolonne zu fahren, ohne uns zu verlieren, weil wir alle gemeinsam aufeinander gut aufgepasst haben, nicht nur die Fahrer, sondern auch die Schüler und Studierenden, die sich als Beifahrer navigierend einbrachten: ein großartiges Team – eine unbeschreiblich großartige Gruppe!!!]

Am Flughafen hieß es dann das erste Mal warten. Nach 1 ½ Stunden konnten wir dann endlich einchecken und durch die Sicherheitskontrolle. Dort gab es dann schon die ersten kleinen Probleme. Herr Latußeck wurde zurück zum Check-in geschickt, da es Probleme mit seinem Namen gab, der durch die Transliteration auf der Bordkarte mit “ss” geschrieben wurde, während er im Pass “ß” geschrieben wurde. Ein amerikanischer Mitarbeiter kannte den deutschen Buchstaben nicht, las ihn als “B” und bestand darauf, dies zu ändern.

Chicago – das lange Warten.

Zusätzlich wurden einige aus der Gruppe besonders genau untersucht, sodass die Sicherheitskontrolle ziemlich lange dauerte. Auf jeden Fall hatten wir noch 1 ½ Stunden Aufenthalt am Chicago Airport, bis unser Flug nach Warschau gehen sollte. Boarding begann um 20:40, doch dies stellte sich als ziemlich schwierig heraus, denn bis 21:00 passierte erstmal gar nichts. Dann gab es die Info von LOT, dass der Flug Verspätung hat. Wir saßen vorm Schalter und spielten Karten. Nach einer weiteren halben Stunde wurden wir darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Wetterradar kaputt ist, und dass das repariert werden muss, weil man nachts nicht ohne dieses fliegen darf. Seit fast einer Stunde sitzen wir also schon (kartenspielend) auf dem Boden vorm Boarding Gate, da die Stühle durch die Passagiere der anderen Flüge blockiert waren. Dann gab es wenigstens nach 1 ½ Stunden Wartezeit Getränke und Essen. Nach fast drei Stunden konnten wir dann Boarden, nachdem sie das Wetterradar aus einem anderen Flugzeug in unseres eingebaut hatten. Da wir nicht mehr im regulären Abflugplan waren, konnten wir erst gut 3 ½ Stunden nach der eigentlichen Abflugzeit losfliegen. Dadurch stellte uns sich direkt das nächste Problem: Der Anschlussflug nach Warschau. Trotz eigentlichen vier Stunden Aufenthalt hatten wir mit der neuen geschätzten Ankunftszeit nur 20 min bis zum Abflug der LOT Maschine dort.

Dies war ungefähr auf der Hälfte des Fluges Chicago-Warschau klar. Ein Gespräch mit den Flugbegleitern half auch nicht weiter, da diese scheinbar quasi kein Englisch verstanden und immer nur mit den gleichen Standardsätzen antworteten. Dadurch, dass sie miteinander nur auf Polnisch redeten oder auch bei normalen Fragen nicht mit Englisch, sondern nur Polnisch antworteten, fühlte man sich auch nicht wirklich ernst genommen oder verstanden.

Kurz vor der Landung kam dann doch noch ein Flugbegleiter, der meinte, dass der Anschlussflug auf uns warten würde, aber wir zum Gate rennen müssen. Im Internet stand dann, dass der Flug 30 min Verspätung hat. Diese Verspätung kann nur durch uns verursacht worden sein, denn es gab kein Problem beim Flieger und wir gerade so pünktlich zum Abflug kamen. Da wir noch nach Europa einreisen und eine Sicherheitskontrolle, die die aufwändigste und zeitintensivste war, die wir alle je hatten, da wir trotz Anweisungen zur Eile großteils noch ein zweites Mal kontrolliert werden mussten, da dann noch Kameraobjektive und co. ausgepackt werden mussten… völlig unverständlich, denn wir kamen ja gerade aus den USA, die für ihre scharfen Standards bei der Fluggastkontrolle bekannt sind und lediglich von einem Flieger in den anderen wechseln wollten. Wir fühlten uns schikaniert. Als zwei der Betreuerinnen voran eilten, um am Gate des innereuropäischen Flugs Bescheid zu sagen bis die letzten von uns die langwierigen Einreise-Checks überstanden hatten, stellte sich heraus, dass am Gate tatsächlich niemand wusste, dass unser Interkontinentalflug Verspätung gehabt hatte und man bitte warten möge. Beinahe wäre die Gruppe zerrissen und fünf Schüler zurückgelassen worden – in letzter Minute intervenierte eine Jugendleiterin: Wir fühlten uns ein weiteres Mal veräppelt.

Europa am Morgen – mit LOT (Polish Airline) von Warschau nach Frankfurt / Main.

Der kurze Flug von Warschau nach Frankfurt verlief dann reibungslos und wir kamen mit der Flugverspätung an. Bei der Gepäckausgabe von LOT gab es dann das letzte Problem der Rückreise. Es kamen zwei Koffer nicht an, die dann später aus Warschau kommen und per Post verschickt werden sollten.

Zurück in Deutschland. Mondfotos über Hauptbahnhof von SMH.

Die Zugfahrt nach Hildesheim klappte reibungslos, auch wenn der ICE nach Hamburg bereits in Frankfurt zehn Minuten Verspätung hatte. Um 00:47 sind wir dann alle heile wieder in Hildesheim angekommen und konnten die unglaubliche Reise unversehrt beenden.

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"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Die Autorin ist seit 1998 als Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik, Wissenschaftsgeschichte und Fachdidaktik (neue Medien). Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde.

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