Mittherbst

Die Medien verkünden „Herbstanfang“, aber eigentlich ist es Mittherbst. Nicht überraschend, wenn man mal einen Moment nachdenkt, aber das verkündet halt nicht ein großes schwedisches Möbelhaus in seiner Werbung. 

Der Wechsel der Jahreszeiten findet natürlich schleichend statt: zu den Tag- und Nachtgleichen, wenn überall auf der Erde Tag und Nacht gleich lang sind, ist jeweils die Mitte von Frühling (März) und Herbst (September) erreicht. Für uns auf der Nordhalbkugel werden jetzt im Folgenden die Nächte wieder länger als die lichten Tage sein. Anfang November ist der Termin in der Mitte zwischen der Tag- und Nachtgleiche und der Wintersonnenwende: das ist Winteranfang (meteorologisch/ klimatisch); darum feiern die Christen dann, dass ein edler Ritter (St. Martin) seinen Mantel mit einem Frierenden teilt. 

Zur Wintersonnenwende wird dann folglich Mittwinter sein. 

Schön, aber unsichtbar

Am 24. und 26.09. wird  dieses Jahr sich eine sehr enge Begegnung des Planeten Merkur mit dem hellen Stern Spica ereignen. Leider werden wir das nicht sehen können, weil die Merkur-Spica bereits 10-15 min nach der Sonne untergeht, aber schon allein die Simulation mit Stellarium ist eine Freude:

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Dr. Dr. Susanne M Hoffmann ist seit 1998 als Kultur-Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik und Wissenschaftsgeschichte (zwei Diplome), Informatik und Fachdidaktik (neue Medien/ Medienwissenschaft) als Weiterqualifikationen. Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Studienbedingt hat sie 2001-2006 in Potsdam gelebt, jobbedingt 2005-2008 saisonal in Mauretanien (winters) und Portugal (sommers), 2008-2009 und 2013-'15 in Berlin, 2010 in Hamburg, 2010-2012 in Hildesheim, 2015/6 in Wald/Österreich, seit 2017 in Jena, mit Gastaufenthalten im Rahmen von Forschungskollaborationen in Kairo+Luxor (Ägypten 2022), Jerusalem+Tel Aviv (Israel 2023), Hefei (China 2024), Semarang (Indonesien 2017, 2024), USA (2024, 2025)... . Die einleitenden Verse beschreiben eine Grundstruktur in ihrem Denken und Agieren: Physik ist eine Grundlagenwissenschaft, die datenbasiert und mit dem Erkenntnisapparat der Logik ein Verständnis der Natur zu erlangen bestrebt ist. Es gibt allerdings auch Fragen der Welt, die sich der Physik entziehen (z.B. wie wir Menschen auf diesem Planeten friedlich, synergetisch und benevolent zusammenleben können) - darum ist Physik nicht die einzige Liebe der Bloggerin. Sie liebt die Weisheit und hinterfragt die Welt. Das Wort "Philosophie" ist ihr aber zu groß und das populärwissenschaftliche Verständnis davon zu schwammig, als dass sie sich damit identifizieren würde: hier geht's faktenbasiert zu. Ihr fachliches Spezialgebiet sind Himmelskarten und Himmelsgloben; konkret deren Mathematik, Kartographie, Messverfahren = Astrometrie, ihre historische Entwicklung, Sternbilder als Kulturkalender und Koordinatensystem, Anomalien der Sternkarte(n) - also fehlende und zusätzliche Sterne, Sternnamen... und die Schaustellung von alle dem in Projektionsplanetarien. Sie versteht dieses Blog als "Kommentar an die Welt", als Kolumne, als Informationsdienst, da sie der Gesellschaft, die ihr das viele studieren und forschen ermöglicht, etwas zurückgeben möchte (in der Hoffnung, dass ihr die Gesellschaft auch weiterhin die Forschung finanziert).

4 Kommentare

  1. Die Formulierung „enge Begegnung“ halte ich für ziemlichen Kokolores: Ein Planet unseres Sonnensystems „begegnet“ doch keinem anderen Stern. Gemeint ist doch wohl lediglich, dass sie aus unserer Blickrichtung „zufällig“ eng beieinander stehen, oder?

  2. Ja, so ist es: Mama Kornähre will ihren großen Jungen verdreschen, aber nicht
    öffentlich, beide verschwinden somit schnell.
    Stellarium ersetzt doch kein Planetarium. Selbiges in Bochum hatte im letzten Jahr ca. 350 000 Besucher. Dort gibt es auch eine Sternwarte mit Verbindung zur NASA, sowie eine Universität. Ein Job? 🌥

  3. Der Mittherbst bezeichnet die Mitte des Herbstes und ist eine Jahreszeit des Übergangs. Die Tage werden spürbar kürzer, die Temperaturen sinken und die Natur verändert ihr Erscheinungsbild. Blätter färben sich bunt, morgens liegt häufiger Nebel über den Landschaften und die ersten kühleren Nächte kündigen den nahenden Winter an. https://spinbara-weтекст анкораb.de/

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