Rentiere am Himmel

Die IAU “Working Group on Star Names” (WGSN) hat sich dieses Jahr den Schabernack erlaubt, am 25. Dezember vier neue Sternnamen zu publizieren, die “Rentier” heißen. Natürlich sind Astronomen ein seriöses Völkchen und insbesondere die Kulturastronomie ist eine (überwiegend geisteswissenschaftliche) Wissenschaft, in der man mehrere Forschungsdisziplinen kombinieren muss – was bisweilen zu großen Herausforderungen führt. Besonders knifflig wird es natürlich immer dann, wenn man naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Aspekte der Astronomie kombinieren muss/ möchte.
Das tut z.B. die “Arbeitsgruppe Sternnamen” der Internationalen Astronomischen Union (IAU), also diejenige globale Instanz, die (als einzige!) Sterne benennen darf.
Etwa im Monatstakt werden neue ein paar neue Sternnamen im IAU-Catalog of Star Names (CSN) veröffentlicht: typischerweise nur ca. zwei, weil dies eben ein kniffliges Feld ist und diese Arbeitsgruppe erst seit ca. 10 Jahren existiert. Es mussten also viele Methoden erst erfunden und viele Datenressourcen erst erschlossen/ erstellt werden.
Rentier-Sterne
In diesem Jahr (2025) hat die WGSN insgesamt 40 neue Sternnamen publiziert, alle ein Produkt von jahrelanger Forschung in Wissensgeschichte, Ethnologie, Sprachwissenschaften etc. (allmählich beginnen wir zu ernten, was vor ~10 Jahren gesät wurde). Kulturastronomen sind aber auch Menschen(!) und uns sitzt bisweilen ein Schalk im Nacken. 😉 Neben aller Ernsthaftigkeit freuen wir uns auch, wenn wir andere erfreuen können.
Das Ergebnis sind vier Rentiere – frisch gepflückt vom Weihnachtshimmel:
Zu diesen Info-Grafiken möchte ich anmerken, dass sie im nationalen IAU-Office for Astronomy in Education (OAE) im Iran erstellt wurden (danke für die muslimische Solidarität mit dem jüdisch-christlichen Lichter-Fest und dem germanischen Gott Odin, der in den Raunächten auf seinem Schlitten durch die Himmel gleitet, um böse und verirrte Dämonen einzufangen!).
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Die Namen “Sarvvis” und “Aldu” sind aus der Sprache und Kultur der Samen (auch Sámpi genannt), die im hohen Norden von Skandinavien (Norwegen, Schweden, Finnland) leben. Es ist eine finn-ugrische Sprache. Die moderne Astrophysik verdankt diesem indigenen europäischen Volk jetzt also zwei Sternnamen!
Wenn Sie mehr solcher Informationen interessieren, folgen Sie doch gern der IAU-WGSN auf den Social Media Channels von BlueSky, X und Insta. 🙂







