Quadrans – ein Feuerwerk

Info Karte der IAU

Anfang 2025 hat die Arbeitsgruppe Sternnamen (WGSN) der Internationalen Astronomischen Union (IAU) dem 44sten Stern des Sternbilds Bootes mit der Katalognummer HIP 73695 bzw. der wissenschaftlichen Bezeichnung “44 Boo” einen Namen gegeben. Er ist fürs Auge nur 4.83 mag hell, also in Großstädten nicht sichtbar, sondern nur im Dunkeln auf dem Land. 

 

Der Stern erhielt den Namen “Quadrans”. 

Er ist ganz offensichtlich nicht quadratisch oder würfelförmig. Es ist tatsächlich ein Mehrfachstern, d.h. der benannte Hauptstern (die A-Komponente) wird von einem engen (spektroskopischen) Doppelstern begleitet und ist von einem Staubring umgeben. 

Eines der Offices für Astronomy in Education (OAE) der IAU hat dies in der oben abgebildeten Info-Karte visualisiert. Es werden für jeden Sternnamen zwei Infokarten hergestellt:

Die zweite Karte zeigt die Lage des Sterns in üblichen IAU-Sternbildern. 

Bei Quadrans ist sie es, die den Namen erklärt: das Sternchen liegt neben dem scheinbaren Ursprung des Quadrantiden-Meteorschauers, der jedes Jahr Anfang Januar auftritt. 

Als virtuelles Silvesterfeuerwerk teile ich daher diese Bilder und weise darauf hin, dass 

  1. die IAU derlei Infokarten in ihren medialen Kanälen teilt: auf BlueSky, X, Instagram, auf den Internetseiten des IAU-Office for Astronomy Outreach (OAO), und von manchen der IAU-Offices for Astronomy in Education (OAE). 
  2. Sie der IAU und der Arbeitsgruppe Sternnamen (WGSN) auf den sozialen Medien folgen könnten (bluesky @iau-wgsn.bsky.social, X @iau_wgsn, insta @iau.star.names) und 
  3. in den nächsten Tagen ein Sternschnuppenschauer zu erwarten ist. 

Also wissen Sie ja, was mit den Neujahrswünschen zu tun ist… 😉 

Wenn aller Raketenspuk verweht, 
der hoch ergötzte die lieben Kleinen,
dann werden in stiller Majestät 
die alten ewigen Sterne erscheinen.

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"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Dr. Dr. Susanne M Hoffmann ist seit 1998 als Kultur-Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik und Wissenschaftsgeschichte (zwei Diplome), Informatik und Fachdidaktik (neue Medien/ Medienwissenschaft) als Weiterqualifikationen. Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Studienbedingt hat sie 2001-2006 in Potsdam gelebt, jobbedingt 2005-2008 saisonal in Mauretanien (winters) und Portugal (sommers), 2008-2009 und 2013-'15 in Berlin, 2010 in Hamburg, 2010-2012 in Hildesheim, 2015/6 in Wald/Österreich, seit 2017 in Jena, mit Gastaufenthalten im Rahmen von Forschungskollaborationen in Kairo+Luxor (Ägypten 2022), Jerusalem+Tel Aviv (Israel 2023), Hefei (China 2024), Semarang (Indonesien 2017, 2024), USA (2024, 2025)... . Die einleitenden Verse beschreiben eine Grundstruktur in ihrem Denken und Agieren: Physik ist eine Grundlagenwissenschaft, die datenbasiert und mit dem Erkenntnisapparat der Logik ein Verständnis der Natur zu erlangen bestrebt ist. Es gibt allerdings auch Fragen der Welt, die sich der Physik entziehen (z.B. wie wir Menschen auf diesem Planeten friedlich, synergetisch und benevolent zusammenleben können) - darum ist Physik nicht die einzige Liebe der Bloggerin. Sie liebt die Weisheit und hinterfragt die Welt. Das Wort "Philosophie" ist ihr aber zu groß und das populärwissenschaftliche Verständnis davon zu schwammig, als dass sie sich damit identifizieren würde: hier geht's faktenbasiert zu. Ihr fachliches Spezialgebiet sind Himmelskarten und Himmelsgloben; konkret deren Mathematik, Kartographie, Messverfahren = Astrometrie, ihre historische Entwicklung, Sternbilder als Kulturkalender und Koordinatensystem, Anomalien der Sternkarte(n) - also fehlende und zusätzliche Sterne, Sternnamen... und die Schaustellung von alle dem in Projektionsplanetarien. Sie versteht dieses Blog als "Kommentar an die Welt", als Kolumne, als Informationsdienst, da sie der Gesellschaft, die ihr das viele studieren und forschen ermöglicht, etwas zurückgeben möchte (in der Hoffnung, dass ihr die Gesellschaft auch weiterhin die Forschung finanziert).

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