Phönix aus der Asche

Der 18. Januar 2003 war ein grässlicher Tag für die Astronomie. Furchtbare Buschbrände tobten um Australiens Hauptstadt Canberra. Nicht nur für Lebewesen war die Feuerbrunst ein Problem: auch der wissenschaftliche Datenschatz eines Observatoriums fiel ihm zum Opfer.
Unter Astronomen war damals der Schock groß, denn natürlich hatte man ein Backup von den Beobachtungsdaten der Fernrohre. Das Backup lag in einem separaten Gebäude, quasi in einem Datenarchiv. Das ist eine Strategie, die gegen Unfälle am Instrument selbst absichert. Falls z.B. ein Wasserschaden oder Kurzschluss am Teleskop die aktuelle Beobachtung dahinrafft, sind zumindest die früheren Daten sicher. Bei solch einer Naturkatastrophe, bei der nicht nur eine bestimmte Sternwartenkuppel zerstört, sondern das gesamte Sternwarten-Gelände (den “Campus”) mitsamt Kuppeln und Nebengebäuden, half das nicht: Das Datenarchiv (und mit ihm ein Langzeit-Datenschatz) im Nachbargebäude gingen in den Flammen ebenso ein wie die Sternwarte selbst.
Immer ein Backup woanders!
Das wichtigste, was die Astrophysik daraus lernte, war, dass eine gute Datenmanagement-Strategie nicht nur ein Backup einschließt, sondern, dass man ein Backup idealerweise auch an einem anderen Ort als das Original aufbewahrt – idealerweise in einem anderen Land, vllt sogar auf einem anderen Kontinent.
Ein Computerhändler erzählte mir kürzlich, dass tatsächlich viele Leute glauben, sie hätten ein Backup, wenn sie ihr Word-Dokument neben dem Ordner unter Windows:C/Dokumente auch auf C/Desktop kopiert haben. Liebe Leute, das ist kein Backup, sondern eine Kopie. Wenn der Computer kaputt geht, sind im Zweifelsfall beide weg und das Geschrei groß. 🙁
Ein Backup ist, wenn man die Daten auf einen anderen Computer (oder eine externe Festplatte oder in eine Cloud) kopiert. Wenn Sie z.B. Ihre Urlaubsfotos während des Urlaubs auf Ihren Heim-Server hochladen, haben Sie schon mal gewonnen – und falls Sie sowas nicht haben, können Sie auch “Google Photo” (erfordert einen Account: es macht natürlich nicht Ihre persönlichen Fotos für die Google-Suchmaschine auffindbar!) oder den Cloud-Server Ihres Mobilfunk-Anbieters; die meisten bieten dies für ca. 5 Euro mtl an: eine sehr lohnende Investition mit Blick auf Datensicherheit!
Mount Stromlo
Heute ist die Sternwarte auf dem Berg über Canberra wieder in Betrieb. Wo früher Werkstätten standen, ist heute eine grüne Wiese, aber das Hauptgebäude ist wieder aufgebaut und man kann – natürlich – diverse Touri-Attraktionen entlang eines “Heritage Trails” (Erbe-Pfad) erkunden. Die Geschichte vom Brand und Wiederaufbau wird dabei natürlich auch thematisiert.
Das Schöne ist, dass diese Sternwarte es (im Gegensatz zu vielen anderen: siehe letzter post) schafft, Forschung auf modernem Spitzenniveau und Besucherbetrieb zu verbinden. Die Forschung gehört einerseits zur Australischen National-Universität (ANU) – ich frage mich immer, ob die australischen Astronomen wissen, dass “Anu” der babylonische Himmelsgott ist, also dies aus babylonischer Sicht ein wunderschönes Wortspiel ergibt. Andererseits gibt es auf dem Campus auch ein Besucherzentrum:
Es ist immer wieder beeindruckend, dass man es in Australien wunderbar schafft, traditionelle Astronomie mit moderner zu verbinden. In Europa ist man sich oft zu fein dafür und Deutschland hat ja, aus sehr guten Gründen, durchaus ein Problem mit der eigenen Geschichte. Wie in Neuseeland das astronomische Neujahrsfest der Ureinwohner auch im öffentlichen Raum sichtbar ist, hat auch die HighTech-Astrophysik auf Mt. Stromlo kein Problem damit, die außerordentlichen Kenntnisse der Ureinwohner zu loben.
Das Schöne wäre, dass man mit dem Hinweis auf deren beobachtungsbasiertem Wissen nicht nur schulmeisterlich klarmachen kann “was die alles schon wussten”, sondern auch, was wir heutzutage alles nicht mehr sehen, weil wir uns erstens den Himmel mit Luft- und Lichtverschmutzung trübten und zweitens das Augenlicht durch die viele Bildschirmarbeit.
Während meiner Streifzüge durch den Outback habe ich übrigens auch Emus in natura gesehen. Das beeindruckendste war, als ich einmal eine Straße fuhr – hatte gerade eine Wüstenpiste verlassen und war nicht mehr im Safari-Modus – und diese ca. 100 m vor mir von einem Emu-Papa mit seinen Küken überquert wurde. Bei den Emus brüten die Männchen und ziehen die Jungen groß.
“Rise like a Phoenix”: Historie und Zukunft
Australien – Land der Astronomie
Die Zukunft dieser Sternwarte sieht man vor Ort jedenfalls ausgesprochen positiv. Voller Energie wird auf dem Gelände der Sternwarte beschrieben, wo man überall Teleskope bauen möchte: neue Instrumente nicht nur hier vor Ort, sondern auch an anderen Standorten auf der Erde sollen die Forschung voran bringen. Satellitenteleskope werden selbstredend auch genutzt.
Am Science Center in der Innenstadt von Canberra, quasi “neben” dem Parlamentsgebäude, steht diese Skulptur eines Astronomen (natürlich wieder romantisch verklärt und männlich), der aus dem Schrott der Sternwarte nach dem Brand 2003 geformt wurde.
Man sieht also durchaus optimistisch in die astronomische Zukunft des Landes und der Region. Auch die Tatsache, dass der australische MP bei der Eröffnungsrede der neue Legislaturperiode im August erwähnte, dass Astronomie nicht nur eine traditionsreiche Wissenschaftskultur im Land ist, sondern auch die moderne IAU einen australischen Namen in den Katalog der Astrophysik schrieb, zeigt die Natur(wissenschafts)verbundenheit der Kultur auf dem südlichen Kontinent. <3
Wir in “good old Europe” sollten uns davon unbedingt inspirieren lassen!















„Good old Europe“ ist ein Trailer Park, die Rednecks können sich nur drauf einigen, dass sie Knarren lieben und Schwarze hassen. Europa is no country for old men run by old men, klingt besser auf Cowboyisch. Wir sind eine Stadt, gebaut von Gott: Berge, Flüsse, Küsten formen Straßen, Häfen, ethnische Viertel, die sich handwerklich spezialisieren, all das war schon fertig, als die ersten Menschen hierher kamen, als hätte die Fifa zugeschlagen und die Zyklopen mit einem nutzlosen Stadion und enttäuschten Hoffnungen zurückgelassen, worauf die ihr mit Fackeln und Mistgabeln hinterher gehetzt waren, um unterwegs im Atlantik zu versinken, weil der Fifa-Moses ihnen versprochen hatte, er würde ihn für sie teilen. Aber die gleiche Geografie stellt uns auch vor Herausforderungen, die andere Erdteile nicht haben, zumindest nicht in dieser Größenordnung. Nix Einfaches funktioniert, wer Diktatur will, bekommt Krieg, wer die Demokratie nicht hoch genug entwickelt, bekommt Krieg, wer beim Fortschritt und Hightech einschläft, bekommt Krieg, wer die Folgeerscheinungen von Fortschritt nicht im Griff hat, bekommt Krieg. Wir sind ein Schaolin-Tempel für Regierungsformen, Staatsformen, Wissenschaft, Technologie, hier funktioniert nur das Beste vom Besten, hier kommt man als Bruce Lee raus oder als Leiche. Als wir uns entschieden haben, ein Altenheim ohne Willen, Mut, Ziele, Hoffnung und Ambitionen zu werden, haben wir uns für Leiche entschieden.
Seit den Neandertalern hat Europa ein Erfolgsrezept: Es importiert Migranten aus Afrika und macht sie zu Städtern. Wenn wir faulen, vergammelten Nazi-Säcke nicht mal so viel Leistung bringen wie die toten Steine um uns herum, reißt uns unser granitharter Sensei mal wieder mit Krieg den Arsch auf und erst danach geht der Unterricht weiter. Das Fangeisen bleibt immer gleich, doch für das starke Bärchen ist es ein Expander, für das schwache Bärchen, den gammelig-pummeligen Mister MiYogi der TouristenkörbeundHonigtopfplünderkampfkunst A.D., ein Haifischmaul.
Amerika oder China zeigen Ihnen, was mit den Backups solcher Orte passiert, wenn sie in einen freundlicheren Computer geladen werden, der zu wenig Rechenleistung hat, um die komplizierten Programmteile überhaupt ausführen zu können: Sie bekommen Savannen voller dummer, ruhiger Wiederkäuer, die sehr groß werden, sich aber auch verlangsamt weiterentwickeln, es sei denn sie schaffen Nischen, eigene Schaolin-Klöster, wo der Evolutionsdruck Europas lokal nachgestellt wird. Doch auf die Gesamtheit der USA oder Chinas drückt niemand, deswegen neigt auch das Große und Allgemeine, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, zu Stillstand und Regression.
Das heißt, eigentlich wäre es optimal, auch für die Astronomie, die Computer zu kombinieren – Europa für das Brainstorming, schnell neue Ideen entwickeln, skizzieren, gegeneinander antreten lassen. Und dann die Setzlinge und Keime in die ganze Welt exportieren, in ruhigere Gefilde, wo es mehr Platz und mehr Gemächlichkeit und weniger Druck gibt, damit man jeden davon mehren kann, vervielfältigen, das Beste draus machen.
Also einfach mal in Frieden und bewusst machen, was urbane Zentren und Pusteblumen schon immer auf die Brutalo-Tour und von Naturgesetzen blind getrieben gemacht haben. Australien hat zwar sehr viel Wüste, doch es ist von allem weit weg, von allem isoliert, geeint und gut organisiert, und ist damit wohl zu zivilisiert, um eine Stadt zu sein.
Licht – verschiebt Sie zwischen Paralleluniversen. Wenn Sie im Hellen sehen wollen, sind Sie im Dunkeln blind, wenn Sie im Dunkeln sehen wollen, wird Sie die Helligkeit blenden, und soweit ich’s mir zusammengereimt habe, ist Dunkelheit nur das, wie Licht aussieht, wenn man nicht jeden Lichtstrahl unterm Mikroskop betrachtet, sodass man statt all der Kurven und Windungen nur einen schnurgeraden Infrarot-Strahl sieht, und das geht in der Größenordnung runter, bis auf eine Ebene, wo die wilden Tachyonen wohnen, das heißt, die Mäuse, die nicht mit all den Lastern, Pkws und Mopeds im Einstein-Stau stecken, sondern über die Dächer und unter den Rädern zu Fuß schneller vorankommen. Und deswegen gibt es Mikroskope und Teleskope und Brillen und Filter und Gehirne, die verschiedene Welten sehen, und Dialoge und Kommunikation – damit wir uns im Multiversum zurechtfinden, auch wenn wir nur in einem Universum leben.