Blumengruß astronomisch

BLOG: Uhura Uraniae

Ko(s)mische Streifzüge durch Zeit und Raum
Uhura Uraniae

Bereits am Valentinstag habe ich hier ein Sternbild vorgestellt, dass der geneigte Astronom seiner Angebeteten kredenzen könnte, um ein astronomisches Geschenk zu machen. Zu Ostern haben wir ja das Sternbild Hase (habe ich ebenfalls gezeigt) und zum Muttertag schenkt man Blumen.

Blumen gibt es nun erstmal nicht unter unseren 88 offiziellen Sternbildern – da sind nur Tiere, Menschen und andere anthropomorphe Gestalten sowie Geräte und Fabelwesen. Das einzige Grünzeug am Himmel ist m.W. das Laub am Thyrsus-Stab des Kentauren. (oder?)

Man kann aber das Sternbild “Blume” leicht definieren: Es ist mit Gestaltsehen leicht am Himmel augenfällig.

Sternbilder Skorpion und Waage umdefiniert zur "Blume"
Sternbilder Skorpion und Waage umdefiniert zur “Blume”, alle Bildrechte bei Susanne M Hoffmann (2015)

Wahrscheinlich hatten die Mesopotamier vor viertausend Jahren einfach noch nicht diesen Brauch – oder nicht so schöne Blumen, sonst hätten sie das gewiss anders gemacht.

Der Skorpion ist übrigens ein Symboltier des babylonischen Sonnengottes Schamasch und mithin in erster Linie mit positiven Eigenschaft verknüpft: Schamasch war u.a. der Gott der Gerechtigkeit, denn er sah alles und seine Strahlen dringen überall hin, so dass er ideal für die Rechtsprechung zuständig sein konnte.

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"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Dr. Dr. Susanne M Hoffmann ist seit 1998 als Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik und Wissenschaftsgeschichte (zwei Diplome), Informatik und Fachdidaktik (neue Medien/ Medienwissenschaft) als Weiterqualifikationen. Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Jobbedingt hat sie 2001-2006 in Potsdam gelebt, 2005-2008 saisonal in Mauretanien (winters) und Portugal (sommers), 2008-2009 und 2013-'15 in Berlin, 2010 in Hamburg, 2010-2012 in Hildesheim, 2015/6 in Wald/Österreich, 2017 in Semarang (Indonesien), seit 2017 in Jena, mit Gastaufenthalten im Rahmen von Forschungskollaborationen in Kairo+Luxor (Ägypten), Jerusalem+Tel Aviv (Israel), Hefei (China)... . Die einleitenden Verse beschreiben eine Grundstruktur in ihrem Denken und Agieren: Physik ist eine Grundlagenwissenschaft, die datenbasiert und mit dem Erkenntnisapparat der Logik ein Verständnis der Natur zu erlangen bestrebt ist. Es gibt allerdings auch Fragen der Welt, die sich der Physik entziehen (z.B. wie wir Menschen auf diesem Planeten friedlich, synergetisch und benevolent zusammenleben können) - darum ist Physik nicht die einzige Liebe der Bloggerin. Sie liebt die Weisheit und hinterfragt die Welt. Das Wort "Philosophie" ist ihr aber zu groß und das populärwissenschaftliche Verständnis davon zu schwammig, als dass sie sich damit identifizieren würde: hier geht's faktenbasiert zu. Ihr fachliches Spezialgebiet sind Himmelskarten und Himmelsgloben; konkret deren Mathematik, Kartographie, Messverfahren = Astrometrie, ihre historische Entwicklung, Sternbilder als Kulturkalender und Koordinatensystem, Anomalien der Sternkarte - also fehlende und zusätzliche Sterne, Sternnamen... und die Schaustellung von alle dem in Projektionsplanetarien. Sie versteht dieses Blog als "Kommentar an die Welt", als Kolumne, als Informationsdienst, da sie der Gesellschaft, die ihr das viele studieren und forschen ermöglichte, etwas zurückgeben möchte (in der Hoffnung, dass ihr die Gesellschaft auch weiterhin die Forschung finanziert).

2 Kommentare

  1. Danke für diese schöne Ergänzung! In der Tat hatte ich darüber nachgedacht, einmal die DeepSky-Objekte zu durchforsten und auch sowas zu bringen (Rosetten-Nebel war mein allererster Gedanke), aber dann habe ich mich entschlossen, das nicht zu machen. (Umso besser, dass es nun jemand anders gemacht hat – also dieser astronomische Blumenstrauß existiert.) Meine Entscheidung dagegen hatte einen simplen Grund: Ich hätte für DeepSky Objekte wikipedia und APOD konsultieren müssen und konnte nicht aus eigenem Bildrepertoire schöpfen. Zudem hatte ich dann gedacht: Man kennt mich seit anderthalb Jahrzehnten für den Schwerpunkt Sternbilder-Kunde (falls dieser Begriff existiert) und ich versuche gerade zunehmend, mich darauf zu spezialisieren – darum, /wenn/ so ein Beitrag von *mir* kommt, dann sollten es Sternbilder sein und nicht DeepSky-Objekte. 🙂

    Ich finde es aber ganz großartig, wenn andere Leute – die besser astrophotographieren können als ich – mit solchen DeepSky-Blumensträußchen aufwarten.

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