Interstellar

BLOG: Uhura Uraniae

Ko(s)mische Streifzüge durch Zeit und Raum
Uhura Uraniae

Während in realitas die Menschheit erstmals auf einem Kometen landet und so eine der größten Visionen der 1990er zur historischen Realität werden lässt, schreibt in den Kinos ein neuer Streifen Filmgeschichte – mit Fiktionen und Visionen der 1960er.

Wie schon so mancher solcher historischen Filme hat auch Interstellar Überlänge. Damit steht er aber in guter Tradition von “Frau im Mond” (1928) und “2001 – Odyssee im Weltraum” (1968), ebenfalls Filme, denen die Physik wichtig war. Interstellar lässt sich bequem mit denen auf einen Sockel stellen – zumindest vor der Teil vor der Pause. Im zweiten Teil wird es ein bißchen chaotisch.

Trailer:

Handlung ist schnell erzählt: Die Erde ist ausgebeutet, die Ressourcen werden knapp und Ackerbau & Menschheit von gewaltigen Staub- bzw. Sandstürmen gebeutelt (derzeitiges Modethema, in der Dekade der “Bildung für nachhaltige Entwicklung”). Ein amerikanischer Typ, der eigentlich mal Pilot für die NASA und brillanter Ingenieur war, muss als Farmer arbeiten und ist unterfordert. Als er versucht, seinen klugen Kindern eine Hochschulbildung zu ermöglichen, wird dies abgelehnt, weil man mehr Farmer braucht … und dann findet er nach einem Sandsturm eine geheime NASA-Basis nicht weit von seiner Farm und wird von seinen ehemaligen Kollegen zum Piloten einer Missions ins All geschickt, um mit den Ergebnissen dieser “letzten” Mission die Menschheit (und damit auch seine Kinder) zu retten.

Die Mission fliegt durch ein (stabiles, makroskopisches) Wurmloch [deren Existenz fraglich ist und aus der Theorie nicht rauskommt] in einen Bereich der Galaxis, wo es drei bewohnbare Planeten gibt, von denen sie einen auswählen sollen. Vorgängermissionen haben bereits Daten gesammelt und sie sollen jetzt eigentlich nur prüfen, was geht und Vorbereitungen treffen. Problem 1: ein egoistischer Wissenschaftler hat Daten gefälscht und Problem 2: die Planeten kreisen um ein Schwarzes Loch.

Physikalisch ist das bis hierher (im Universum von Kip Thorne) möglich, aber nach dem ersten Anschauen ist wahrscheinlich der Laie hier und da verwirrt: Sind Schwarzes Loch und Wurmloch eigentlich dasselbe? Natürlich nicht, aber da sie zwar jeweils korrekt, aber nie gleichzeitig gezeigt werden, ist das (sofern ich andere Kino-Besucherlinge “belauscht” habe) nicht jedem klar. Ob es derartige Wurmlöcher nun gibt oder nicht, sei mal dahin gestellt: Im Physikunterricht kann man diesen Punkt in Frage stellen und dabei von der sokratischen Diskussionlernen. Die Kunst hat ja aber schließlich die Aufgabe, solche Gedankenexperimente durchzukaspern … im Sinne von: Raumzeitbrücken sind physikalisch denkbar. Stellen wir uns einmal vor, es gäbe sie derartig groß, dass man sie mit Raumschiffen durchfliegen könnte und stellen wir uns zudem vor, dass es solch eine Brücke gäbe, die über 50 oder 100 Jahre (oder länger) stabil zwei bestimmte Raumpunkte des Universums verbinden würde (was gegen die Theoretisch Physik ist, aber sonst funktioniert die Story des Films nunmal nicht).

Der erste Teil des Films kann sicher als didaktisches Material ausgeschlachtet werden: Wunderschöne Aufnahmen von Sternen und Sternnebeln, realistische Darstellungen von Raumfahrttechnik-Visionen und ein paar Physiklehrer-reife Erklärungen von Wurmloch, Raumkrümmung und Relativitätstheorie. Dass Kip Thorne dahinter steckt, merkt man sofort!

Künsterisch spielt der Film mit den Elementen: Staub und Sandstürme auf der Erde, gigantische Wasserwellen (übrigens sehr realistisch, wenn man bedenkt, dass der Planet um ein Schwarzes Loch kreist und daher höhere Flutberge haben muss als die Erde) auf einem Wasserplaneten, gefrorene Eiswelten auf einem Planeten mit Ammoniak-Atmosphäre – und das Zwillingsparadoxon (Spezielle Relativität) wird rauf und runter durchgekaspert. Zudem zeigt man auch die Effekte der Gravitation auf Raum und Zeit, also Allgemeine Relativität und bis hierher auch korrekt.

Komisch ist das Wurmloch: Eine Kugel im All, in der lauter verzerrte kosmische Objekte zu sehen sind. So weit gehe ich mit. das ist auch gut erklärt als “Kreis in 3D”, der einen Übergang von einem Raumzeitbereich in einen anderen ermöglicht. Warum aber, das frage ich mich immer wieder, ist dieser Übergang quasi schlauchförmig ausgedehnt? Müsste es nicht eigentlich eher eine Art “Türschwelle” sein, d.h. so, dass man eben hier rein fliegt und instantan an dem anderen Raumbereich ist … also eher so StarGate-mäßig und nicht diesen Wurmschlauch, in dem uns StarTrek-DS9 die wildesten Lichteffekte um die Ohren haut und der in Interstellar wie eine Lavahöhle aussieht.

Naja, Kleinkram, Kümmelspalterei – da wir nie ein Wurmloch beobachtet haben und schon die bloße theoretische Existenz ungewiss ist, wissen wir nicht mal, ob es sie gibt, geschweige denn, ob man hindurchfliegen kann und wie’s darin aussehen könnte.

Nach der Pause

Im zweiten Teil des Films wird’s ein bißchen ausgeflippt. Da stürtzt der Hauptdarsteller in ein Schwarzes Loch und schreit aufgrund der Gezeitenkräfte vor Schmerzen, Dann wird er aber nicht von diesen zerrissen, wie man physikalisch erwarten würde (wäre doof für den Film), sondern er kommt in einer neuen Dimension an und findet im Zentrum des Schwarzen Loches die Antwort auf alles, das wir nicht erklären können. Das ist natürlich ein raffinierter Trick: Es gibt so viele Dinge, die wir (noch?) nicht erklären können – im Film symbolisiert durch einen “poltergeist” (der sich als erklärbar entpuppt) und zwischenmenschliche Liebe, die unbestritten eine starke, impulsgebende Triebfeder unseres Handelns ist. Zudem gibt’s mit dem Zentrum von Schwarzen Löchern, deren physikalische Existenz belegt ist, einen Bereich des Universums, den unsere Physik nicht erreicht und den wir per definitionem nicht verstehen (können).

Brillante Idee: Erklären wir alles Unerklärliche mit dem, was (physikalisch) Unverstehbar definiert ist.

Sowas kann nur Kunst zeigen! Das entzieht sich dem Physikunterricht. Damit kann und sollte es aber uns alle zum Nachdenken anregen!

 

Gehen Sie in den Film

Der Film muss wirken. Er zeigt menschliche Gefühle und Schicksale, er zeigt wenig Science Fiction (eine Raumstation am Saturn am Schluss – der Rest sind lang bekannte Visionen der 1960er), aber alte Science- und Technik-Konzepte (Erzeugen künstl. Gravitation durch Rotation) mit neuen visuellen Darstellungsmethoden. Ich denke, ich werde mir den Film auf DVD kaufen – wahrscheinlich muss man ihn mehrfach sehen, um ihn gut zu verstehen. Jedenfalls lohnt es – schon allein wegen der tollen Bilder, aber auch vllt. in Zukunft der eine oder andere Auszug für Physiklektionen (falls ich in Zukunft wieder einmal die Chance bekomme, an Universitäten meine Wissenschaft zu lehren).

Wissenschaft mit menschlicher Wärme und Kunst (und nicht mit der eiskalten Ästhetik der 60er) zu verheiraten war schon immer ein Erfolgskonzept!

Machen Sie sich gefasst auf atemberaubende Bilder, künstlerische Meisterwerke, zahlreiche Rückverweise auf “2001-Odyssee”, aber deutlich mehr Text und Handlung als die 5 min Small Talk bei Kubrick und den Durchbruch (wurde ja auch Zeit), dass auch brillante WissenschaftlerInnen mit romantischem Herz ausgestattet gezeigt werden dürfen! Sowas wäre in den 60ern undenkbar gewesen – heute hat die Welt endlich verstanden, dass auch WissenschaftlerInnen Menschen sind und Liebe empfinden und geben (können und wollen).

Machen Sie sich aber auch gefasst auf eine eher langsame Handlung, keine reißerischen Thriller-Szenen, sondern realistische Szenen und aber auch eine viiiel zu laute Filmmusik. Manchmal übertönt sie fast die spärlichen Dialoge.


GIMMICK

Wilhelm von Humboldt
Wilhelm von Humboldt
Susanne M. Hoffmann

Veröffentlicht von

"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Die Autorin ist seit 1998 als Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik, Wissenschaftsgeschichte und Fachdidaktik (neue Medien). Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde.

16 Kommentare

  1. Interstellar misst sich ja sogar laut Regisseur Christopher Nolan an Kubricks Odysse 2001, kann es aber überhaupt nicht mit Kubricks Film aufnehmen, wobei ich gerade den angeblich realistischen ersten Teil des Films, in dem sich die Erde in einen langweiligen Ort verwandelt hat an dem es nur noch um die Nahrungsmittelproduktion geht, für besonders unglaubwürdig und unpassend für unsere Zeit halte. Nolan nimmt hier eine politisch/weltanschauliche/moralische Haltung ein, will den Zuschauer quasi belehren, was ein lebenswertes Leben sei. Dass dazu auch Neugier und Abenteuergeist gehöre. Nicht dass ich dem nicht zustimmen würde, doch die milde Form einer dystopischen Zukunft, die Nolan beschreibt, hat nichts mit unserer Gegenwart und auch nicht mit der zu erwartenden Zukunft zu tun. Der Film ist auch auf beängstigende Weise auf die USA fixiert und schafft es tatsächlich, den Eindruck zu erwecken, die USA seien eigentlich die ganze Welt und das Normale sei es, dass Leute einen grossen Teil ihres Lebens in überdimensionierten Pickups unterwegs seien.
    Bei Kubrick ist das ganz anders. Sogar unsere Vorfahren sind bei Kubrick Wesen, die zu neuen Ufern aufbrechen, und erst recht ist es die Crew des Raumschiffs (inklusive der künstlichen Intellgienz an Bord), die sich auf die Suche nach dem Monolith und seinem Geheimnis macht.
    Bedeutet Nolans Remake von Odyssey 2001 als Interstellar, dass wir heute – zu Zeiten eines Films wie Interstellar – bereits in einer schlechteren Gegenwart leben als zu Zeiten von Kubricks Film (1968 herausgekommen). Ich hoffe es nicht. Und ich glaube es nicht. Es zeigt eben nur, dass ein Autor und Regisseuer vom Schlage eines Kubricks um Welten besser war als ein hochgelobter zeitgenössischer wie Nolan. Heute gibt es mehr Mittelmässigkeit – und das obwohl heute mehr Menschen mehr Chancen haben als zu Zeiten Kubricks.

  2. SPON kritisiert zu Recht Christopher Nolans geschwätziges Weltraum-Epos:

    Die Faszination von “2001” besteht bis heute darin, dass Kubrick seine sinfonisch aufgebaute Transzendenz von Zeit und Raum eben nicht erklären wollte, geschweige denn konnte – sie bleibt zugunsten von Ästhetik und Komposition der Imagination überlassen, to the wonder.

  3. Komisch ist das Wurmloch (…)

    Derart womöglich auch das Tessarakt, so richtig happy war der Schreiber dieser Zeilen nicht mit der Story, lustig soll im Film auch nichts gewesen sein.

    MFG
    Dr. W

    • * der Tesserakt heißt es wohl

      MFG
      Dr. W (der dies selbstverständlich frühzeitiger ergänzt hätte, falls möglich)

  4. Der Kern der Dystopie in diesem Film ist die Klage des Hauptdarstellers: Wir sind nur noch Verwalter. Wir entdecken nichts mehr. Die Mondlandung halten wir für einen Fake, weil wir uns gar nicht mehr vorstellen können, dass man zum Mond fliegen kann. Diese Dystopie wird mit einem Verstauben der Welt visualisiert. Die Gesellschaft bleibt stehen, entwickelt sich nicht mehr weiter. Stillstand ist aber gleich Rückschritt. Ich halte diese Zustandsbeschreibung unserer Gesellschaft für sehr realistisch. Zu Zeiten von Kubrick konnte man sich gar nicht vorstellen, dass unsere Gehirne wieder so einstauben können. Kubricks Zeit war so optimistisch (oder naiv), dass sie wirklich an Weltraumfahrt geglaubt haben. Bei Nolan operiert die NASA als Geheimorganisation, weil die “Für so etwas wird Geld verschwendet”-Fraktion der Kommentarspalten gewonnen hat.

    Wurmlöcher und Schwarze Löcher gehören halt zum Genre-Inventar der SF, so wie Drachen nach Mittelerde. Es ist mühsam, deren Realität zu diskutieren. Trotzdem finde ich, macht es sich der Film nicht leicht und versucht eine möglichst realistische Darstellung: Einfach grandios die Darstellung des Schwarzen Lochs mit Akkretionsscheibe und Raumkrümmung. Dass im Schwarzen Loch die Zeit steht bleibt und der Held alle zeitlichen Zustände wie eine Raumdimension abgehen und gleichzeitig betrachten kann, finde ich faszinierend und erinnert mich an eine Doku von Brian Greene. Überhaupt spielt der Film mit der Zeit: Lebenszeit, die wir verlieren, Zeit, die rast, Zeit, die still steht. Klar, dass er im Schwarzen Loch ausgerechnet alle Zustände im Zimmer seiner Tochter sieht und nichts anderes, ist natürlich ein poetisches Element, die zu einer guten Story gehört.
    Ja, der Film ist lang und sicherlich auch unnötig lang. Er spielt auch mit der Lebenszeit der Zuschauer. Trotzdem ist er mit der beste SF, den ich seit langem gesehen habe.

    • Ztiat:“Die Gesellschaft bleibt stehen, entwickelt sich nicht mehr weiter.” Für die Sowjetunion im Endstadium trifft diese Beschreibung wohl zu. Mit ein Grund, dass die SU verschwand, denn ihre Bürger hatten die Hoffnung auf Besserung, auf einen Fortschritt irgendeiner Art aufgegeben.

      Der Mensch braucht wahrscheinlich einen Spannungsbogen in seinem Leben. Ungewissheit und Offenheit machen sowohl Angst als auch Hoffnung. Ich nehme sogar an, dass Neugier, Offenheit und Abenteuerlust genetisch verankert ist und ohne sie der Mensch nie so weit gekommen wäre wie er gekommen ist.

      • Nein, die Beschreibung trifft vor allem für die bislang fortschrittlichste Gesellschaft zu, die USA, und von da kommt ja auch der Film. In den USA glauben die heutzutage Menschen an Götter, Engeln und Dämonen und verteufeln die Wissenschaft mit einer religiösen Imbrunst, die wir bei uns nur von den Grünen kennen. Eine staatliche Einrichtung wie die NASA hat es da zunehmend schwer. Da das Land aber auch privatem Unternehmertum viele Freiheiten lässt, sind es gerade reiche Privatunternehmer, die dort die Raumfahrt zunehmend übernehmen. Noch lässt man sie gewähren. Es bleibt spannend!

        • Die angeblich antiwissenschaftliche USA hat viel mehr frontier-Firmen und viel mehr risikofreudige Unternehmer als Europa, man denke an Google mit seinem Solve for Programm, welches disruptive Technologien sucht und fördert, an Elon Musk mit seinen Firmen SpaceX und Tesla, an Craig Venter, der im Alleingang das Humangenom entschlüsselt hat, an Bill Gates, der fast im Alleingang wichtige Infektionskrankheiten weltweit besiegen will.

          Ihre Aussage “In den USA glauben die heutzutage Menschen an Götter, Engeln und Dämonen und verteufeln die Wissenschaft” gilt vielleicht trotzdem, wenn sie auf politische und religiöse Bewegungen in den USA gemünzt ist.

          Das wirkliche Problem in den USA scheint mir die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft, die extremen politischen und relgilösen Glaubenssystemen entspringt, Glaubenssystemen, welche kaum noch in der Realität verwurzelt sind und sich die Welt unabhängig von Fakten zurechtdenken. Die Tea Party ist nur eine von mehreren Gruppierungen in den USA, die weltanschaulichen Extremen nachhängen.
          Schon heute kann die USA wegen diesen Überzeugungsextremismen kaum noch regiert werden – und es wird immer schlimmer.

          Doch möglicherweise ist das nur eine vorübergehende Erscheinung, welche von uns hier in Europa, die wir die USA nur aus Hollywood-Filmen kennen, nicht richtig eingeordnet werden kann.

  5. Ich habe Interstellar sehr genossen!

    Mir sind in Interstellar zudem Referenzen an die Branenkosmologie (Randall-Sundrum-Modell) aufgefallen. Beim Eintritt in das Wurmloch war davon die Rede, den “Bulk” zu durchqueren. An einer anderen Stelle des Films konnte ich das Wort “Brane” an derTafel des Pofessors erkennen. Meines Wissens ist dies das erste Mal, dass es in einem Film eine Referenz an “neuere” Physik gibt.

    Die Filmmusik ist in dem Film m. E. keinesfalls zu laut, sondern ein sehr wichtiges, die Bildsprache Nolans verstärkendes Stilmittel. Interessant, wie Hans Zimmer an einer Stelle den C-Dur Akkord von Richard Strauss weiterführt (Referenz an 2001). Auch hat mir sehr gut ein Stück gefallen, das rein auf Analog-Synthesizern eingespielt wurde.

  6. Wieso muss es höhere Wellen geben wenn der Planet um ein schwarzes Loch kreist? Ein Schwarzes Loch hat die gleiche, oder wahrscheinlich sogar geringere (Abstossung der äußeren Schichten des Sterns vor der eigentlichen Supernova) Gravitation wie der Stern aus dem es entstanden ist. Dazu kommt, daß sich ein Planet der eine vergleichbare Größe wie die Erde hat, auch in einer entsprechenden Umlaufbahn befinden muss um habitabel zu sein.

    Die Frage die mich viel eher umtreibt ist, woher kommt das Sonnenlicht das wir und all unsere anderen Mitlebewesen brauchen um überleben zu können? Ein Schwarzes Loch emittiert bei der Erhitzung von eingefangenem Gas ja eher Röntgenstrahlung?!

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  8. Bedauerlicherweise ist einer der von mir in dem obigen Kommentar gepostete Links nicht mehr aktuell. Herr Dr. Ikjyot Singh Kohli hat seinen hochinformativen Blogeintrag leider gelöscht.

  9. @Andreas Peters: “Ein Schwarzes Loch hat die gleiche, oder wahrscheinlich sogar geringere (Abstossung der äußeren Schichten des Sterns vor der eigentlichen Supernova) Gravitation wie der Stern aus dem es entstanden ist ”
    Nein, es hat nur ungefähr dieselbe Masse (bis auf die abgestoßenen Schichten). Da sich diese aber auf sehr, sehr, sehr viel kleinem Raum befindet und die GraviKraft (newtonsch) mit 1/r² geht, ist die Anziehungskraft sehr viel größer an der Oberfläche.

    In den Bildern im Film hatte zumindest ich verstanden, dass der Planet relativ dicht am SL ist, d.h. vllt nicht schon immer um dieses Ding kreiste, sondern irgendwann eingefangen wurde (wenn das SL früher ein Stern gewesen ist). Nun gibt es SL von verschiedenen, auch sehr viel größeren Massen und das SL im Film sieht reichlich groß aus, so dass der Planet wirklich eingefangen sein muss.

    Das SL scheint übrigens laut den Bildern nicht aus einem Stern entstanden zu sein: Das Ding ist ja viel größer als der Planet (so sieht es zumindest aus). Zum Vergleich: Die Sonne (die jetzt 110fachen Erdradius hat) wäre als SL nur noch 3 km groß. Auch Überriesen, die am Ende ihre Lebens tatsächlich in ein SL kollabieren, dürften also nicht so groß sein wie das Ding, was im Film sichtbar ist. Stellt man die Formel für den einfachen Schwarzschildradius (Punktmasse angenommen) nach der Masse des Objektes um, ergibt sich: M = Rc²/ 2G, wobei G die GraviKonst und c die Vakuumlichtgeschwindigkeit ist. Das Objekt hätte dann 10^(34) bis 10^(35) kg Masse und ist mithin nicht nur um fünf Größenordnungen massereicher als die Sonne (10^(30) kg), sondern auch die größten Sterne, z.B.: Blaue Überriesen ca. 10^(31) kg. Es kommt also raus, dass das SL im Film kein stellares SL sein kann. Wenn es sich also um ein Supermassives SL handelt, das ca so groß ist wie die Sonne oder wenigstens wie Jupiter, dann ist es nicht aus nur einem Stern entstanden (sondern vllt. aus Kollision mehrerer SL oder irgendwie ganz anders).

    Wie U. Ponkratz bereits kommentiere, ist das gewählte Objekt in realitas sogar noch viel größer. das kann durchaus im Film auch “richtig” gemacht worden sein: Man kann einfach schwer sagen, wie groß das Ding ist, weil man nicht weiß, wie dicht es am Planeten dran ist.
    Aus genau diesem Grund aber – weil man da so schön dran herum rechnen kann – würde ich den Film gern in Seminaren diskutieren und auf Realistitizität 😉 prüfen. Da lernt man so unglaublich viel dran! 🙂

    @Stefan Taube: Auch eine schöne Interpretation! So tiefgründig wollte ich nach meinem ersten Angucken gar nicht öffentlich philosophieren.

    @Martin Holzherr/ Dr W.: “unpassend für unsere Zeit” und Kritik an der Story: Naja, das würde ich nicht so pauschal sehen. Ich denke, in den USA und fast überall auf der Welt außerhalb von Mitteleuropa kann durchaus noch einiges an Aufklärungsarbeit bzgl. Klimaschutz etc. getan werden und das malt im Film ja nur eine Kulisse, vor der die Story stattfindet. Ob man die Story nun toll findet, tja, das ist ein anderes Thema. Ist halt ein Film … und ich sag’s mal so: “Frau im Mond” war schon damals und ist bis heute auch eine ziemlich kitschige Story, wenngleich der Film dennoch (wegen Hermann Oberth am Set) die Visionen einer Technologie vorweg erzählte, die vierzig Jahre später Realität wurde. Als “Modethema” kann man es durchaus abstempeln, da gehe ich absolut mit. “modisch” soll zeitgenössische Kunst (z.B. Filme) ja aber gerade sein!

    Ziel erreicht, (das zumindest) richtig gemacht. 🙂 Und ein bißchen Kitsch brauchen wir m.E. in unserem Alltag, da wir nun einmal Menschen und keine Maschinen sind – ein bißchen Romantik, ein bißchen Kitsch, ein bißchen (und sei es übertriebener) Phantasie machen das Leben absolut lebenswert. DARUM ist Kino so beliebt: weil es sogar uns nüchternen Technikfreaks, Nerds und WissenschaftlerInnen echte (und positive) Gefühle zeigt und vielleicht sogar (mit)erleben lässt – wie Silbermond singt “für ein echtes Leben vor dem Tod”.

    Kritik an den Visionen: Naja, wie geschrieben, denke auch ich, dass es schade ist, dass noch immer Visionen der 1960er verfilmt werden und frage mich, ob es denn keine neuen Visionen mehr gibt. Andererseits: Wenn eine Vision gut ist, warum dann nicht immer wieder dieselbe Vision erträumen? Träume und Wünsche gehen ja bisweilen auch in Erfüllung und manchmal lohnt es sich einfach, ein bißchen zu warten bis die Zeit reif ist. Im vorliegenden Fall, ist die Wissenschafts-Fiktion zwar noch geringer als die Sozial-Fiktion, aber wahrscheinlich brauchen wir zuerst eine “bessere” Menschheit, bevor wir es schaffen, unsere Technologien derart weiter zu entwickeln und anschl. gebührend – sozialverträglich, friedlich – zu nutzen.

    Übrigens: Bei “Frau im Mond” ist ja technologisch/ wissenschaftlich auch nicht alles korrekt – bei StarTrek dito … aber das ist wohl einfach so in solchen Filmen. Entscheidend ist, dass der Film sich bemüht und über die Fehler und Fragwürdigkeiten, die jetzt noch drin sind, kann man wunderbar diskutieren – z.B. auch im Unterricht – und daraus lernt man dann wieder! Das ist das schöne an solchen Filmen, wie ich oben schrieb, dass sie eben Kunstprodukt-Bilder und wissenschaftliche Weltbilder verheiraten und daraus wiederum Erkenntnis geboren wird. 🙂

    at least:
    Sorry, dass es wiedermal so lange gedauert hat, bis ich zum Antworten kam. Inzwischen haben sich ja auch andere geäußert. Eugen Reichl z.B. hat die Story mehr unter die Lupe genommen, die ich gar nicht in extenso zu diskutieren geschafft hatte.

  10. Habe den Film auch sehr genossen. Irgendwie schön, dass es hin und wieder noch solche mutigen Versuche gibt – und nicht nur den XY-angeschraubten Teil des x-ten einträglichen Blockbusters. Werde mir Interstellar sicher auch nochmal anschauen, ggf. dann mit den Kindern, sobald sie alt genug sind, um ihn zu verstehen und kluge Fragen zu stellen. 😉

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