Der Juni-Vollmond wird auch Erdbeermond genannt. Das liegt nicht an dem stark geröteten Eindruck, den er am Horizont macht (das kommt durch die Erdatmosphäre und geht der Sonne u.a. auch so! Wir reden nicht im Dezember nicht von „Erdbeersonne“.). Vielmehr kommt die Bezeichnung von dem Ereignis in der Natur, dass im Juni die Erdbeeren reif werden. Es geschehen auch andere Dinge im Juni (z.B. endet die Spargelsaison, beginnen die Rosen zu blühen, werden die Schafe geschoren u.a.)… man kann also diesem Vollmond auch zahlreiche andere Namen geben.
Aufgang des Erdbeermonds am 29.06.2026
In unserem (römischen) Kalender fallen diese Naturphänomene stets in den gleichen Monat. Man kann also statt Erdbeermond auch einfach Juni-Vollmond sagen. 😉 Da dieser bei uns auch jedes Jahr eine sehr flache Bahn zieht (weil die Ekliptik in jedem Juni nachts sehr niedrig verläuft), ist er auch jedes Jahr sehr lange bei Auf- und Untergang rötlich. Die rote Farbe hat allerdings vermutlich mit dem Erdbeer- oder Rosenmond zu tun. Sollte es in einem Juni einmal zwei Vollmonde geben (rein rechnerisch möglich: am 1. und am 30., aber selten) dann würde der zweite Vollmond jedenfalls – wie immer „Blue Moon“, also „blauer Mond“ genannt werden. Das ist eine recht neue Terminologie, die tatsächlich erst in den 1930er Jahren in den USA – und vermutlich durch ein Missverständnis – entstanden ist, aber auch immer wieder gern thematisiert. Die Farbadjektive im Namen haben also nicht zwingend eine wichtige Bedeutung.
"physics was my first love
and it will be my last
physics of the future
and physics of the past"
Dr. Dr. Susanne M Hoffmann ist seit 1998 als Kultur-Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik und Wissenschaftsgeschichte (zwei Diplome), Informatik und Fachdidaktik (neue Medien/ Medienwissenschaft) als Weiterqualifikationen. Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Studienbedingt hat sie 2001-2006 in Potsdam gelebt, jobbedingt 2005-2008 saisonal in Mauretanien (winters) und Portugal (sommers), 2008-2009 und 2013-'15 in Berlin, 2010 in Hamburg, 2010-2012 in Hildesheim, 2015/6 in Wald/Österreich, seit 2017 in Jena, mit Gastaufenthalten im Rahmen von Forschungskollaborationen in Kairo+Luxor (Ägypten 2022), Jerusalem+Tel Aviv (Israel 2023), Hefei (China 2024), Semarang (Indonesien 2017, 2024), USA (2024, 2025)... .
Die einleitenden Verse beschreiben eine Grundstruktur in ihrem Denken und Agieren: Physik ist eine Grundlagenwissenschaft, die datenbasiert und mit dem Erkenntnisapparat der Logik ein Verständnis der Natur zu erlangen bestrebt ist. Es gibt allerdings auch Fragen der Welt, die sich der Physik entziehen (z.B. wie wir Menschen auf diesem Planeten friedlich, synergetisch und benevolent zusammenleben können) - darum ist Physik nicht die einzige Liebe der Bloggerin. Sie liebt die Weisheit und hinterfragt die Welt. Das Wort "Philosophie" ist ihr aber zu groß und das populärwissenschaftliche Verständnis davon zu schwammig, als dass sie sich damit identifizieren würde: hier geht's faktenbasiert zu.
Ihr fachliches Spezialgebiet sind Himmelskarten und Himmelsgloben; konkret deren Mathematik, Kartographie, Messverfahren = Astrometrie, ihre historische Entwicklung, Sternbilder als Kulturkalender und Koordinatensystem, Anomalien der Sternkarte(n) - also fehlende und zusätzliche Sterne, Sternnamen... und die Schaustellung von alle dem in Projektionsplanetarien. Sie versteht dieses Blog als "Kommentar an die Welt", als Kolumne, als Informationsdienst, da sie der Gesellschaft, die ihr das viele studieren und forschen ermöglicht, etwas zurückgeben möchte (in der Hoffnung, dass ihr die Gesellschaft auch weiterhin die Forschung finanziert).