Cassiopeia

Info Karte der IAU

Mit der Benennung des mittleren Sterns im “W” der hellsten Sterne der Cassiopeia ist die Benennung nun komplett: alle fünf hellen Sterne haben einen offiziellen IAU-Namen. 

Die Arbeitsgruppe Sternnamen (WGSN) der Internationalen Astronomischen Union hat gerade dieses hübsche Bild auf ihren Kanälen der sozialen Medien gepostet, das das Multikulti am globalen Sternhimmel zu visualisieren versucht:  

Der Name des Sternbilds wurde 1922 in der latinisierten Version standardisiert (statt griechisch “Kassiepeia” nun offiziell “Cassiopeia”). 

Untere Sterne des “W”s.

Für Brust- und Knie-Stern (alpha und delta Cas) dieser Königin wurden Sternnamen standardisiert, die Kurzformen der arabischen Übersetzung griechischer Positionsbeschreibungen sind. 

Obere Sterne des “W”s.

Der Stern rechts oben im “W” (beta Cas) erhielt einen indigenen arabischen Namen “Hand” eines Sternbilds der Beduinen, das in Vergessenheit geriet, nachdem der griechische Almagest übersetzt worden war.  

Der mittlere Stern im “W” (gamma Cas) erhielt einen chinesischen Namen, der an ein uraltes historisches Sternbild im Reich der Mitte erinnert: die Quadriga von Wangliang.

Der Stern links oben im “W” (epsilon Cas) hat einen Namen, dessen Herkunft unklar ist: man weiß nur, dass er zuerst in einem tschechischen Stern-Atlas von 1950 auftauchte, aber nicht, woher der Autor diesen Namen hat. 

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"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Dr. Dr. Susanne M Hoffmann ist seit 1998 als Kultur-Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik und Wissenschaftsgeschichte (zwei Diplome), Informatik und Fachdidaktik (neue Medien/ Medienwissenschaft) als Weiterqualifikationen. Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Studienbedingt hat sie 2001-2006 in Potsdam gelebt, jobbedingt 2005-2008 saisonal in Mauretanien (winters) und Portugal (sommers), 2008-2009 und 2013-'15 in Berlin, 2010 in Hamburg, 2010-2012 in Hildesheim, 2015/6 in Wald/Österreich, seit 2017 in Jena, mit Gastaufenthalten im Rahmen von Forschungskollaborationen in Kairo+Luxor (Ägypten 2022), Jerusalem+Tel Aviv (Israel 2023), Hefei (China 2024), Semarang (Indonesien 2017, 2024), USA (2024, 2025)... . Die einleitenden Verse beschreiben eine Grundstruktur in ihrem Denken und Agieren: Physik ist eine Grundlagenwissenschaft, die datenbasiert und mit dem Erkenntnisapparat der Logik ein Verständnis der Natur zu erlangen bestrebt ist. Es gibt allerdings auch Fragen der Welt, die sich der Physik entziehen (z.B. wie wir Menschen auf diesem Planeten friedlich, synergetisch und benevolent zusammenleben können) - darum ist Physik nicht die einzige Liebe der Bloggerin. Sie liebt die Weisheit und hinterfragt die Welt. Das Wort "Philosophie" ist ihr aber zu groß und das populärwissenschaftliche Verständnis davon zu schwammig, als dass sie sich damit identifizieren würde: hier geht's faktenbasiert zu. Ihr fachliches Spezialgebiet sind Himmelskarten und Himmelsgloben; konkret deren Mathematik, Kartographie, Messverfahren = Astrometrie, ihre historische Entwicklung, Sternbilder als Kulturkalender und Koordinatensystem, Anomalien der Sternkarte(n) - also fehlende und zusätzliche Sterne, Sternnamen... und die Schaustellung von alle dem in Projektionsplanetarien. Sie versteht dieses Blog als "Kommentar an die Welt", als Kolumne, als Informationsdienst, da sie der Gesellschaft, die ihr das viele studieren und forschen ermöglicht, etwas zurückgeben möchte (in der Hoffnung, dass ihr die Gesellschaft auch weiterhin die Forschung finanziert).

2 Kommentare

  1. Der Name vom Sternbild Cassiopeia ist der griechischen Mythologie entnommen. Dort nämlich gibt es eine Königin von Äthiopien mit diesem Namen. Diese Königin hatte behauptet, schöner zu sein, als die Nereiden. Poseidon (Neptun) war erzürnt ob dieser Behauptung und befahl dem Meeresungeheuer Keto, Äthiopien zu verwüsten. Schließlich sollte Andromeda dem Ungeheuer Keto geopfert werden, die wurde allerdings von Perseus gerettet.

    Sternbilder und ihre mythologischen Hintergründe, siehe Link:

    Cassiopeia und das gleichnamige Sternbild

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