59 neue IAU-Sternnamen

Neue Presse-Verlautbarung der Internationalen Astronomischen Union (IAU).

Link zum englischen Original. – hier eine deutsche Übersetzung (Deepl sei gedankt, aber nachbearbeitet):

Die Internationale Astronomische Union hat über ihre Arbeitsgruppe für Sternnamen (WGSN) 59 neue Namen in den IAU-Katalog der Sternnamen aufgenommen. Diese Namen erstrecken sich über die gesamte Himmelskugel, wobei bewusst ein kultureller Schwerpunkt auf Asien gelegt wurde, was die Stärke der Forschungsbasis in dieser Region widerspiegelt. Die Sternnamen decken eine Reihe von kulturellen Regionen und Sprachen ab, darunter Xam (Dialekt der Khoe/San), Altgriechisch, Arabisch, Chinesisch, Dayak, Niederländisch, Ägyptisch, Englisch, Französisch, Griechisch-Römisch, Griechisch, Latein, Malaiisch, Marshallisch, Samisch, Sanskrit und Sumerisch. Die Astronomie und der Nachthimmel haben in allen Kulturen der Welt eine große Bedeutung, was durch diese Vielfalt unterstrichen wird.

Die IAU ist seit ihrer Gründung im Jahr 1919 die zuständige Instanz für die Benennung von Sternen und Planeten und wurde später von den Vereinten Nationen anerkannt. Dieser Benennungsprozess wird von ihren Arbeitsgruppen durchgeführt.

In den Jahren 2024 und 2025 führte die IAU WGSN strenge, fallweise Überprüfungen der vorgeschlagenen kulturellen Sternnamen durch. Diese nachhaltigen Bemühungen im Bereich der kulturellen Astronomie zielten nicht nur darauf ab, neue Namen zu übernehmen, sondern auch eine transparente Methodik zu verfeinern, die auf den Grundsätzen der IAU in Bezug auf Respekt, Inklusivität und kulturelle Vielfalt basiert.

Nach zwei Jahren intensiver Studien hat die WGSN nun ihre offiziellen Richtlinien veröffentlicht. Weitere Details zu Methodiken, Arbeitsabläufen und unterstützenden Tools – darunter Stellarium und zugehörige Webressourcen – befinden sich derzeit in der Entwicklung und werden voraussichtlich 2026 veröffentlicht.

Dr. Dr. Susanne Hoffmann, Vorsitzende der IAU-Arbeitsgruppe für Sternennamen, sagt:

Die Arbeitsgruppe für Sternennamen ist außerordentlich aktiv, und ich bin sehr stolz auf ihre Mitglieder. In den letzten Jahren haben führende Experten aus verschiedenen Disziplinen und mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund gelernt, in einem wirklich kooperativen Geist zusammenzuarbeiten. Anstatt dass Einzelpersonen innerhalb ihrer eigenen wissenschaftlichen oder kulturellen Gemeinschaften parallele Anstrengungen unternehmen, arbeiten wir nun wie ein gut koordiniertes Orchester: unterschiedliche Stimmen, gemeinsame Standards und ein gemeinsames Ziel. Dieser kollektive Ansatz hat sowohl die wissenschaftliche Qualität als auch die kulturelle Verantwortung unserer Arbeit erheblich gestärkt.“

[Webseite der IAU]

Die Arbeitsgruppe führt auch Forschungen zu den indigenen Benennungstraditionen der südlichen Hemisphäre durch. In mehreren Fällen führte dies zu einer bewussten Verschiebung von Benennungsentscheidungen, bei denen zusätzliche wissenschaftliche Arbeiten erforderlich sind.

Images: maps of newly adopted star names based on Gaia DR2 data
Credit: M.Sadegh Faghanpour/IAU WGSN

Links

Kontakt: Ramasamy Venugopal, IAU Press Office

Liste der 59 neuen Sternnamen: 

wird hier schlecht dargestellt, daher bitte auf der Originalseite anschauen.

*) Bekanntes Mehrfachsternsystem, bei dem der Name auf den Hauptstern angewendet wird, mit Ausnahme von Lang-Exster (α Tuc), wo Lang und Exster auf die beiden (bislang unaufgelösten) Komponenten angewendet werden können. Ähnlich wie bei „Phyllon Kissnou“, wo sich der ursprüngliche griechische Name auf einen sichtbaren Punkt am Himmel bezog und wir die beiden Namen „Phyllon“ für den Hauptstern und „Kissinou“ für den sekundären Bestandteil des Mehrfachsystems verwenden (in SIMBAD sind keine individuellen Nummern angegeben).

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"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Dr. Dr. Susanne M Hoffmann ist seit 1998 als Kultur-Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik und Wissenschaftsgeschichte (zwei Diplome), Informatik und Fachdidaktik (neue Medien/ Medienwissenschaft) als Weiterqualifikationen. Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Studienbedingt hat sie 2001-2006 in Potsdam gelebt, jobbedingt 2005-2008 saisonal in Mauretanien (winters) und Portugal (sommers), 2008-2009 und 2013-'15 in Berlin, 2010 in Hamburg, 2010-2012 in Hildesheim, 2015/6 in Wald/Österreich, seit 2017 in Jena, mit Gastaufenthalten im Rahmen von Forschungskollaborationen in Kairo+Luxor (Ägypten 2022), Jerusalem+Tel Aviv (Israel 2023), Hefei (China 2024), Semarang (Indonesien 2017, 2024), USA (2024, 2025)... . Die einleitenden Verse beschreiben eine Grundstruktur in ihrem Denken und Agieren: Physik ist eine Grundlagenwissenschaft, die datenbasiert und mit dem Erkenntnisapparat der Logik ein Verständnis der Natur zu erlangen bestrebt ist. Es gibt allerdings auch Fragen der Welt, die sich der Physik entziehen (z.B. wie wir Menschen auf diesem Planeten friedlich, synergetisch und benevolent zusammenleben können) - darum ist Physik nicht die einzige Liebe der Bloggerin. Sie liebt die Weisheit und hinterfragt die Welt. Das Wort "Philosophie" ist ihr aber zu groß und das populärwissenschaftliche Verständnis davon zu schwammig, als dass sie sich damit identifizieren würde: hier geht's faktenbasiert zu. Ihr fachliches Spezialgebiet sind Himmelskarten und Himmelsgloben; konkret deren Mathematik, Kartographie, Messverfahren = Astrometrie, ihre historische Entwicklung, Sternbilder als Kulturkalender und Koordinatensystem, Anomalien der Sternkarte(n) - also fehlende und zusätzliche Sterne, Sternnamen... und die Schaustellung von alle dem in Projektionsplanetarien. Sie versteht dieses Blog als "Kommentar an die Welt", als Kolumne, als Informationsdienst, da sie der Gesellschaft, die ihr das viele studieren und forschen ermöglicht, etwas zurückgeben möchte (in der Hoffnung, dass ihr die Gesellschaft auch weiterhin die Forschung finanziert).

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